Hjulmand: "Ich spüre eine große Bereitschaft"

Jörg Schneider. Mainz.
Zwei freie Tage durften die Profis des FSV Mainz 05 genießen, ehe am Dienstagmorgen mit einer langen Trainingseinheit die Vorbereitungen auf das Auswärtsspiel am Sonntag beim Hamburger SV begannen. Mit dem Start in die neue Trainingswoche hat sich am Bruchweg auch die düstere Stimmung nach der 1:4-Pleite beim FC Schalke 04 wieder aufgehellt. Gut gelaunt, aber konzentriert gingen die 05er ihrer Arbeit nach. "Ich spüre eine große Bereitschaft in der Mannschaft, neue Aggressivität und Kampfgeist", sagte Kasper Hjulmand anschließend. "Ich bin sicher, dass wir das im nächsten Spiel auch wieder zeigen."

Gespräche zum Thema Defensivverhalten: Kasper Hjulmand und Gonzalo Jara, der auf Schalke etliche Abwehrprobleme hatte. Foto: Jörg SchneiderMangelnde Aggressivität im Abwehrbereich. Das war einer der Gründe dafür, dass der FSV Mainz 05 am Wochenende im Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 mit 1:4 unter die Räder gekommen war. So sieht es jedenfalls Kasper Hjulmand. Der 05-Trainer hat die Partie in Gelsenkirchen eingehend analysiert und kommt zu dem Schluss, dass die äußerst schwache Defensivleistung der ganzen Mannschaft die Ursache dafür war, dass sich die 05er auf Schalke selbst um alle Chancen gebracht hatten. "Wenn wir so verteidigen wie in diesem Spiel, brauchen wir nicht über Taktik oder System sprechen", sagt der 05-Trainer.

"Wir haben in allen entscheidenden Situationen schlecht verteidigt", betonte der 42-Jährige. "Man kann zwar immer wieder sagen, eins gegen eins im Duell mit Klassestürmern kann man mal einen Zweikampf verlieren, aber was wir im Kollektiv da gemacht haben, das geht gar nicht und war schlecht." Die einzelnen Positionen in der Abwehrreihe zu weit auseinander, ohne Bindung, ohne Absicherung, bescherte den Schalkern relativ einfache Erfoglserlebnisse in Form von Toren. "Wir müssen sowohl als Mannschaft als auch individuell die defensiven Aktionen ernster nehmen",  fordert Hjulmand. "So, wie in den ersten acht oder neun Spielen, in denen wir das sehr gut gemacht haben, auch gegen lange Bälle vom Gegner, und in denen wir keine Tore aus direkten Umschaltaktionen zugelassen haben."

Organisationsproblem der gesamten Defensive

Sein Team habe es im Auswärtsspiel dem Gegner ermöglicht, mit wenigen Angriffen und Abschlüssen vier Tore zu schießen. "Das war ein Organisationsproblem der gesamten Defensive", sagt der Däne, "und das ist mein Verantwortungsbereich." Er müsse in diesem Punkt auch in dieser Phase der Saison wieder mehr und intensiver mit den Profis arbeiten, denn durch die veränderte Spielweise sei diese Organisation schwieriger geworden. "Wenn wir so viel Ballbesitz haben wie auf Schalke, Druck machen und vorne zu Abschlüssen kommen, müssen wir einfach schneller denken und ins Gegenpressing kommen." In dem Moment, in dem der eigene Angriff abgeschlossen sei oder der Gegner den Ball erobert habe, sei es dringend notwendig, dass das komplette Kollektiv sofort auf Defensive gepolt sei.  

"Gegenpressing, das heißt für alle: gute Position einnehmen, schnell im Kopf sein und Aktion. Tempowechsel nach Ballverlust und nie die Aggressivität verlieren." Im Auswärtsspiel sei es zu oft nicht gelungen, in der Defensivumschaltung sofort ganz hart und aggressiv gegen den Ball zu spielen. Das habe Schalke mit individueller Klasse brutal ausgenutzt. Spieler wie Julian Baumgartlinger und Christoph Moritz haben dieses Denken und die Umsetzung immer im Kopf. Beide fehlen zurzeit verletzungsbedingt. Hjulmand glaubt jedoch nicht, dass diese Prinzipien nur mit bestimmten Spielern umzusetzen sind: "Das können und müssen alle machen im Team. Das müssen wir verbessern."

Seine Mannschaft habe in der Veltins Arena alle Spieldaten für sich entscheiden können. "Nur die wichtigsten nicht bei den Gegentoren", sagt Hjulmand. Der Trainingsauftakt in dieser Woche, die konzentrierte Herangehensweise seiner Profis habe ihm jedoch gezeigt, dass die Mannschaft wieder auf dem richtigen Weg sei. "Ich spüre eine große Bereitschaft in der Mannschaft, neue Aggressivität und Kampfgeist", sagt der 05-Trainer. "Ich bin sicher, dass wir das im nächsten Spiel auch wieder zeigen."

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