„Hilfe für Mike“ mit 05-Legenden Wache und Demandt

Jörg Schneider. Zornheim.
Dimo Wache und Sven Demandt, zwei Legenden des FSV Mainz 05, gehören zum Kader der „Lotto-Elf“, die am Donnerstag, 23. Juli (19 Uhr) beim TSV Zornheim gegen eine Ü40-Auswahl der Gastgeber für den guten Zweck spielt. Der Erlös dieser Partie der mit ehemaligen Nationalspielern wie Wolfgang Overath, Stefan Kuntz oder Dariusz Wosz gespickten Prominenten-Auswahl geht komplett an die Initiative „Hilfe für Mike“. Der Zornheimer Mike Schneider liegt seit rund einem Jahrzehnt im Wachkoma und wird zu Hause von seiner Ehefrau gepflegt.

05-Legende Dimo Wache steht in Zornheim im Tor der Lotto-Elf. Foto: ImagoFür die Organisatoren ist diese Partie das „Spiel des Jahrhunderts“. Allzu oft passiert es nicht, dass sich die große Fußball-Prominenz auf dem Sportplatz in Zornheim ein Stelldichein gibt. Am Donnerstag, 23. Juli gastiert die berühmte „Lotto-Elf“ in Rheinhessen und tritt an zu einem Benefizspiel gegen die Ü40 des TSV Zornheim. Und die „Lotto-Elf“ bringt reihenweise Fußball-Legenden mit in die Weinbaugemeinde. Natürlich auch zwei ehemalige Top-Spieler des FSV Mainz 05. Dimo Wache steht in der Promi-Auswahl im Tor, Sven Demandt geht auf Trefferjagd.

„Das ist eine wunderbare Idee des Helfens“, sagt TSV-Vorsitzender Reinhold Münzenberger. „Fußball spielen für eine gute Sache.“ Alle Einnahmen aus dieser Partie, in der eine ganze Reihe ehemaliger Nationalspieler auftreten, stiften die Beteiligten der Zornheimer Familie Schneider. Mike Schneider liegt seit rund zehn Jahren im Wachkoma und wird zu Hause von seiner Ehefrau gepflegt. Sie betreut ihren schwerkranken Mann und ist zudem aus finanziellen Gründen weiterhin berufstätig. Mike Schneider hat sich vor seiner Erkrankung ehrenamtlich in Zornheim sozial engagiert. „Jetzt werden wir Mike etwas zurück geben“, betont Münzenberger. „Hilfe für Mike“, heißt das Motto der Veranstaltung. Und für diese Initiative hat der TSV Zornheim bereits eifrig gesammelt. „Fast 13.000 Euro sind bisher schon zusammen gekommen“, sagt Münzenberger stolz.

Lotto-Elf-Coach Hans-Peter Briegel und TSV-Chef Reinhold Münzenberger (rechts) stellten das Programm zum Benefizspiel in Zornheim vor. Foto: Jörg SchneiderDie „Lotto-Elf“ verfügt über einen Kader von insgesamt 45 Spielern. 166 Feldspiele hat das Team seit seiner Gründung im Jahr 1999 bestritten und dabei bis heute eine Gesamtsumme von über 1,75 Millionen Euro für soziale Zwecke eingespielt. Rekordspieler ist Weltmeister Wolfgang Overath, der mit 72 Jahren und fit wie eh und je noch immer der Chef im Mittelfeld ist und der in Zornheim sein 166. Spiel absolvieren wird. Gecoacht wird die Mannschaft vom Europameister Hans-Peter Briegel und dem 54er Weltmeister Horst Eckel. Das Team bringt es zusammen auf 356 Länderspiele. Im Rahmen einer Pressekonferenz gab Briegel sein Aufgebot bekannt. „Wir spielen mit dem 54er WM-System“, sagt der frühere Profi lachend, „ein Abwehrspieler, der Rest stürmt.“

Neben den 05-Legenden Wache und Demandt, dem Dauerbrenner Wolfgang Overath, der 409 Bundesliga-Spiele für den 1. FC Köln und 81 Länderspiele absolviert hat, sollen die frühere Kölner Carsten Cullmann und Matthias Scherz sowie der ehemalige Nationalspieler Stefan Engels, der 236 Bundesligaspiele für den FC bestritten hat, zum Einsatz kommen. Vom 1. FC Kaiserslautern kommen der Ex-Nationalmannschaftsstürmer und Europameister Stefan Kuntz sowie Marco Haber und Thomas Riedl. Der polnische Nationalspieler Andrzey Rudy ist mit von der Partie. Genauso wie Dariusz Wosz, der 346 Spiele für den VfL Bochum, sieben DDR-Länderspiele absolviert hat und 17 Mal für die deutsche Nationalmannschaft aktiv war.

Seit 1999 bestreitet die „Lotto-Elf“ in Rheinland-Pfalz für den guten Zweck 15 Spiele pro Jahr. In all den Jahren hat die Mannschaft nur ein einziges Mal auf dem Rasen verloren. „Wir wollen Spaß haben an dem Tag und den Sinn des Spiels aufleben lassen“, sagt Matthias Appel, der die TSV-Auswahl trainiert und nicht unbedingt mit einem Erfolgserlebnis rechnet gegen die Promi-Kicker. Der rheinhessische Klub ist jedenfalls vorbereitet auf den großen Tag und hofft, dass der Andrang und damit der Erlös für die Initiative „Hilfe für Mike“ möglich groß sein wird. „Wir scharren schon mit den Hufen“, sagt Münzenberger. „Es kann losgehen.“

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