Herausforderungen beim Turmbau

Jörg Schneider. Mainz.
Der FSV Mainz 05 hat zwei weitere hochkarätige Testspiele vereinbart. Drei Tage nach der bereits feststehenden Partie gegen den AS St. Etienne im Rahmen des Trainingslagers spielt der Bundesligist am 22. Juli (19 Uhr) in Meyrin nahe Genf gegen den französischen Top-Klub AS Monaco. Das Highlight dieser Saisonvorbereitung steigt dann am Bruchweg. Dort empfängt das Team von Martin Schmidt am Mittwoch 29. Juli (19.30 Uhr) Lazio Rom mit dem deutschen Weltmeister Miroslav Klose. „Geil, oder“, sagte der 05-Trainer am Freitag am Rande der Trainingseinheit. „Das soll der Höhepunkt der Vorbereitung darstellen und wird eine echte Herausforderung als Probe für den DFB-Pokal.“

Schatten gibt's kaum auf dem 05-Trainingsplatz am Bruchweg. Martin Schmidt muss improvisieren, um die Leistungsdaten der Profis am Laptop zu beobachten. Foto: Jörg SchneiderSeine Mannschaft taste sich langsam heran an die Herausforderungen, sagt Martin Schmidt. Der Trainer, der wie er sagt, kein Freund ist von zehn Testspielen gegen unterklassige Gegner, die man 10:0 gewinne, bestreitet nur zwei solcher Freundschaftssiele in der Vorbereitung auf die neue Bundesligasaison: Am Samstag (17 Uhr) beim Landesligisten SG Meisenheim/Desloch-Jeckenbach und eine Woche später beim Oberligisten FSV Salmrohr. Die dicken Brocken warten im Trainingslager und danach. Im Rahmen der sechs-tägigen Tour nach Évian an den Genfer See, spielen die Bundesliga-Profis gegen den französischen Erstligisten AS St. Etienne (19. Juli in Albertville) und gegen den Champions-League-Viertelfinalisten AS Monaco in Meyrin in der Nähe des Genfer Flughafens.

Das Highlight steigt dann am Mittwoch, 29. Juli (19,30 Uhr) am Bruchweg. Dann ist Lazio Rom, der Dritte der italienischen Liga, zu Gast. Das Team, in dem bekanntlich der deutsche Weltmeister Miroslav Klose stürmt. „Geil, oder“, lautete der erste Kommentar von Martin Schmidt am Freitag nach dem Vormittagstraining. „Dieses Spiel soll der Höhepunkt unserer Vorbereitung darstellen. Da gilt es den höchsten Punkt des Widerstandes in der Trainingsphase zu überwinden“, erklärt der 05-Trainer. „Danach gehen wir dann mehr in Richtung Frische, Schnelligkeit und Konzeption. Das Spiel gegen Lazio ist die Hauptprobe vor dem DFB-Pokalspiel in Cottbus.“ Das ist inzwischen terminiert: Die Partie wird am Sonntag, 9. August um 20.30 Uhr im Stadion der Freundschaft angepfiffen.

Das größte Problem der 05er im Testspiel am morgigen Samstag (17 Uhr) bei der SG Meisenheim/Desloch-Jeckenbach dürfte die Hitze sein. Die macht den 05-Profis am Ende der ersten Trainingswoche stark zu schaffen. „Wenn du viel in den Umfängen arbeitest, baut sich die Restmüdigkeit nach und nach auf. Da werden einzelne Spielformen mit Ball schwierig“, sagt Schmidt. Den Spielern fehlten derzeit die nötigen Ruhephasen in den Nächten, weil die Profis, genau wie alle anderen Menschen, wegen der Hitze nachts nicht richtig schlafen.

Keiner länger als 45 Minuten auf dem Platz

Morgen soll es noch heißer und vor allen Dingen schwüler werden. „Wir müssen mal gucken, wie es wird“, sagt der 05-Coach. „Vielleicht müssen wir die 90 Minuten anders aufteilen mit Pausen. Oder nach 25 Minuten eine längere Pause einlegen.“ Trotzdem soll keiner der Spieler länger als 45 Minuten auf dem Platz stehen. „Das wird trotzdem eine Herausforderung“, sagt Schmidt.

Der Schweizer hat mit seinem noch reduzierten Kader, der im Testspiel komplett auflaufen soll, viel gearbeitet. Neben den Einheiten auf dem Platz gab es intensive Zirkel-Trainings in der Halle. Kraft-Ausdauer-Training. Die übliche Plackerei zu Beginn einer Vorbereitung. Schmidt ist jedoch froh darüber, dass er bereits fünf seiner insgesamt sechs Neuzugänge zur Verfügung hat und mit den neuen Profis eifrig an der sportlichen Integration arbeiten kann. Die menschliche Integration sei schon sehr gut. „Ich finde, wir haben eine sehr gute Stimmung in dieser ersten Woche. Da ist viel Miteinander, da wird viel geredet und gelacht. Der Hauptgrund ist wahrscheinlich, dass alle dieselbe Sprache sprechen.“ Man wisse ja aus dem Alten Testament, dass ein Turmbau besser gelinge, wenn die Sprache einheitlich sei. „Dem Prozess des Zusammenraufens hilft das sehr.“

Der Coach muss den Neuzugängen die Mainzer Spielweise näher bringen. „Jeder Spieler, der neu zu uns kommt, bringt zwar ein taktisches Niveau mit“, erklärt, der 48-Jährige, „aber alle kommen aus anderen Vereinen mit anderen taktischen Voraussetzungen und anderen Philosophien. Wir wollen das auf einen Nenner, auf unsere Philosophie und Stärke heben.“ Deshalb sei es gut, dass das Gros der Neuen nicht erst spät in die Vorbereitung einsteige, sondern in Sachen Raumaufteilung und Spiel ohne Ball bereits jetzt intensiv an den 05-Prinzipien arbeite. „Wenn dann die Nationalspieler, die das schon kennen, dazu kommen, können wir umso früher im Detail arbeiten“, sagt Schmidt.

Die meisten der Nationalspieler steigen am Sonntag mit der medizinischen Eingangsuntersuchung ein, absolvieren am Montag ihre Leistungstests und gehen dann ins Mannschafstraining. Yoshinori Muto, der neue Japaner, kommt etwas später, wird erst am Dienstag am Bruchweg die Arbeit aufnehmen.

Martin Schmidt hat sich unterdessen festgelegt, was das Anforderungsprofil des noch gesuchten Innenverteidigers angeht. Der Trainer will einen weiteren, gestandenen,  zentralen Abwehrspieler als Konkurrent für Niko Bungert und Stefan Bell. „Wenn wir einen guten dritten Innenverteidiger gefunden  haben, bedienen wir uns danach aus dem eigenen Fundus, um die vierte Position zu besetzen.“ Alexander Hack, der derzeit mit den Profis trainiert, Fabian Kalig und Tevin Ihrig aus der U23 sind die Kandidaten.

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