Heidel wünscht Tuchel 32 Bundesligasiege

Jörg Schneider. Mainz.
Schluss mit den Spekulationen, jetzt ist Fakt, was alle Welt vermutet hat: Thomas Tuchel ist ab der kommenden Saison neuer Cheftrainer von Borussia Dortmund. Der 41-Jährige, dessen Vertrag beim FSV Mainz 05 am 30. Juni ausläuft, beerbt also Jürgen Klopp. Damit holt sich der BVB zum zweiten Mal einen Erfolgstrainer vom Bruchweg. 05-Manager Christian Heidel bezeichnete diese Nachricht als „sehr gute Entscheidung“.

Erhält in der neuen Saison einen Dreijahresvertrag beim BVB: Thomas Tuchel. Jetzt ist also Fakt, was seit der Pressekonferenz vergangene Woche, in der Jürgen Klopp und Borussia Dortmund verkündet hatten, dass ihre erfolgreiche Zusammenarbeit nach dieser Saison endet, ohnehin jeder vermutet hatte. Thomas Tuchel wird Klopp-Nachfolger. Der ehemalige Trainer des FSV Mainz 05, dessen derzeit ruhender Vertrag am Bruchweg ebenfalls zum Saisonende ausläuft, hat in der kommenden Spielzeit einen neuen Arbeitgeber. Nicht RB Leipzig, nicht der Hamburger SV und auch keinen ausländischen Klub. Tuchel übernimmt einen der absoluten Top-Vereine der Bundesliga und einen der begehrtesten Jobs überhaupt.

„Eine sehr gute Entscheidung“, lautete die erste Reaktion von Christian Heidel auf diese Nachricht. Der 05-Manager hatte sich zum Thema Tuchel in den vergangenen Wochen, als die Spekulationen um den 41-Jährigen an der Tagesordnung waren, bewusst bedeckt gehalten und sich nicht geäußert. „Ich freue mich für ihn, auch für Borussia Dortmund und wünsche ihnen 32 Bundesligasiege pro Saison“, sagte Heidel am Sonntag.

Damit endet das Gezerre um den Trainer, der am letzten Spieltag der vergangenen Saison seinen Rücktritt bei den 05ern öffentlich verkündet und sofort sein Amt niedergelegt hatte. Heidel hatte damals eine Vertragsauflösung abgelehnt. Tuchel nahm eine Auszeit, die sich zu einem kompletten  Sabbatjahr ausdehnte. Ein neues Engagement bei einem anderen Verein wäre nur mit Zustimmung der 05er und der Zahlung einer entsprechenden Ablösesumme möglich gewesen. Thomas Tuchel hatte bekanntlich im Jahr 2009 die A-Junioren der 05er zu ihrer ersten Deutschen Meisterschaft geführt mit einem Endspielsieg gegen Borussia Dortmund. Unmittelbar vor dem Start der Bundesligasaison hatte der Verein ihn überraschend als Nachfolger von Aufstiegstrainer Jörn Andersen installiert. Der Rest ist bekannt. Unter Tuchel spielten die Mainzer fünf erfolgreiche Bundesligajahre, standen nie auf einem Abstiegsplatz und schafften zweimal die Teilnahme an der Qualifikation zur Europaliga.

„Borussia Dortmund wird Thomas Tuchel in der Woche nach dem Saisonende offiziell vorstellen. Der BVB bittet um Verständnis dafür, dass sich alle Beteiligten bis zu diesem Zeitpunkt nicht zur Sache äußern werden“, erklärte der Bundesligist, der Tuchel mit einem Dreijahresvertrag ausstattet, auf seiner Internetseite.

Jürgen Klopp war nach dem Abstieg im Sommer 2008 von Mainz nach Dortmund gewechselt und hatte aus dem sportlich dahinsiechenden BVB einen absoluten Top-Klub gemacht. Zwei Meistertitel, ein Pokalsieg und das Erreichen des Champion-League-Finales stehen auf seiner Erfolgsliste. Klopp begründete seine vorzeitige Demission damit, dass er glaube, nicht mehr der 100 Prozent richtige Trainer für seine Mannschaft zu sein.

Nun holt sich BVB-Chef Hans-Joachim Watzke zum zweiten Mal hintereinander einen Cheftrainer vom Bruchweg. „So einen kleinen Block im Stadion könnten sie ja dort langsam schon mal Mainz-05-Block nennen“, sagte Heidel amüsiert. Spätestens dann, wenn Martin Schmidt in sieben Jahren als Tuchel-Nachfolger beim BVB beginnt.

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