Heidel: Keine Garantie auf Verlängerung

Jörg Schneider. Mainz.
Falls sich die Situation im Kader in den kommenden Wochen aufgrund von schwerwiegenden Verletzungen nicht verändert, wird es in der Winterpause beim FSV Mainz 05 keine großen Neuverpflichtungen geben. Das betont Christian Heidel im Gespräch mit der nullfünfMixedZone. Wahrscheinlicher ist es, dass sich der eine oder andere der Spieler, die es in dieser Saison häufiger nicht in den Spielkader schaffen, sportlich verändern wird. Dazu gibt es Verhandlungen mit Profis, deren Verträge auslaufen. „Ich kann allerdings nicht garantieren, dass auch alle verlängern“, sagt der 05-Manager.

05-Manager Christian Heidel plant im Moment keine großen Wintereinkäufe. Foto: Jörg SchneiderDass sich der FSV Mainz 05 im Winter wirklich ablösefrei den schwedischen Nationalspieler Pierre Bengtsson angelt, wie skandinavische Medien behaupten, wird von Christian Heidel nach wie vor nicht bestätigt. Der Linksverteidiger vom dänischen Spitzenklub FC Kopenhagen, dessen Vertrag im Dezember ausläuft, würde sicherlich ins Profil passen, doch der 05-Manager bleibt seiner Linie treu, seine Transferbemühungen nicht zu kommentieren. „Wenn wir jemanden verpflichten, verkünden wir das“, sagt Heidel lapidar.

Die großen Verpflichtungen, das betont Heidel im Gespräch mit der nullfünfMixedZone, sind am Bruchweg in der Winterpause jedoch nicht zu erwarten. „Wir haben nicht konkret vor, etwas zu machen“, erklärt der 51-Jährige. „Unser Kader ist eher zu groß als zu klein, ist aber bis auf Position 24 qualitativ ausgeglichen. Das ist ein Luxus, den wir uns früher nicht erlaubt haben, nicht erlauben konnten.“

Sollte es also bis Weihnachten keine schwerwiegenden Verletzungsausfälle geben, wird sich in Sachen Neuzugänge wenig tun. Ganz ausschließen will Heidel jedoch nicht, dass er auf dem Markt aktiv wird. „Das hängt von der Situation ab. Wenn etwas absolut passt und sich anbietet, sind wir immer wachsam. Wenn wir aber jemanden holen, muss dieser Spieler sofort eine klare Verstärkung sein und spielen. Wir verpflichten niemanden mit Perspektivhintergrund. Dafür ist unser Kader zu groß. Im Moment“, sagt Heidel, „sehe ich diese Situation jedoch nicht. Das muss ich klar sagen.“

Am Bruchweg ist eher ein anderes Szenario wahrscheinlich. Die umfangreiche Kadergröße hat zur Folge, dass etliche Bundesligaspieler bei den 05ern nicht zum Einsatz oder in den Spielkader kommen, auf der Tribüne sitzen. „Wir wissen, dass damit einige nicht glücklich sind. Das ist nachvollziehbar. Da wird sich unter Umständen etwas ergeben“, sagt der 05-Manager. Durchaus vorstellbar, dass 05-Spieler, die mit ihrem aktuellen Status im Kader unzufrieden sind, ihre sportliche Zukunft möglicherweise woanders sehen. Offenbar gibt es solche Signale.

Management und Trainerstab seien sowieso ständig im Dialog. „Wir analysieren, wir sprechen über alles, auch schon über den nächsten Sommer“, sagt Heidel. „Wir sind mit unserer Personalplanung jetzt wieder im normalen Fahrwasser. So etwas wie im letzten Winter und im Frühjahr, als wir aufgrund der Trainersituation nicht planen konnten, wird es nicht geben.“  

Fünf Verträge laufen aus

Was es gibt, sind Vertragsverhandlungen. Bei Julian Baumgartlinger, Loris Karius und Yunus Malli sowie bei Nikolce Noveski und Elkin Soto laufen die Arbeitsverträge nach der Saison aus. „Wir gehen da offen und ehrlich miteinander um“, betont der Manager. „Bis auf eine Position wissen alle Spieler, wo sie bei uns dran sind. Wir haben mit allen gesprochen wie die Tendenz ist. Intern ist das alles klar. Ich kann allerdings nicht garantieren, dass auch alle verlängern.“

Besonders schwierig dürfte die Entscheidung im Fall der beiden Altmeister sein. Beide sind höchst verdiente 05-Profis, beide sind Publikumslieblinge. Doch Noveski ist nächstes Jahr 36 Jahre alt, Soto 35 und beide haben in der laufenden Saison ihren Stammspielerstatus verloren.

Und da gibt es ja auch noch das Thema Leihspieler. Profis wie Jonas Hofmann, Sami Allagui, Philipp Wollscheid und Filip Djuricic sind unter normalen Umständen im nächsten Sommer wieder weg, falls Kasper Hjulmand die Spieler nicht als unverzichtbar einstuft und seinen Manager beauftragt, mit den entsprechenden Klubs eine andere Lösung zu finden.

Insgesamt hat Heidel mit seinen Einkäufen in diesem Jahr ganz gut gelegen. Die meisten der Neuzugänge hatten bisher ihre Bundesligaeinsätze. Hofmann und Daniel Brosinski waren sofort Stammspieler. Sami Allagui, Gonzalo Jara und Jairo gehören zum erweiterten Stammspielerkreis. Stefanos Kapino teilt das Los der Torhüter, die sich mit der Rolle als Nummer zwei zufrieden geben müssen, weil 05-Konkurrent Karius eine souveräne Runde spielt. Wollscheid hätte sofort gespielt, war jedoch von Verletzungspech betroffen und steht nun bereit, falls sich die Lage in der Innenverteidigung ändern sollte. Lediglich Pablo de Blasis hat noch seine Probleme, sich an die Bundesliga zu gewöhnen. „Wir waren völlig sicher, dass Pablo nicht von Anfang an Stammspieler sein würde“, sagt Heidel. „Aber wir wollten es mit ihm versuchen, weil sein Spiel etwas Spezielles hat. Das war ja auch keine Risikoverpflichtung.“, erklärt der 05-Manager.

„Einige schaffen es direkt, einige brauchen länger und einige werde es nicht schaffen. Das ist ganz klar“, sagt Heidel. „Sonst müssten ja alle sofort besser sein als die, die schon da waren.“ Für den Verein gehe es immer darum, einen breiten, ausgeglichen besetzten Kader auf die Beine zu stellen:„Kaderplanung und Transferpolitik betreffen halt nicht nur die Positionen eins bis elf.“

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