Halimi: Sofort weiter in die Zweite Liga?

Jörg Schneider. Mainz.
Nach einigem Hin und her ist der Transfer nun doch zustande gekommen: Der FSV Mainz 05 verpflichtet Besar Halimi vom Drittligisten Stuttgarter Kickers. Der 20-jährige offensive Mittelfeldspieler und die beiden Klubs haben sich auf einen sofortigen Transfer verständigt. Halimi, für den die Mainzer offenbar nicht ganz 400.000 Euro an Ablöse bezahlen, soll beim Bundesligisten einen Vierjahresvertrag bis 2019 erhalten. Wobei im Moment noch offen ist, wo das offensive Mittelfeld-Talent spielen wird.

Besar Halimi (Mitte) gehörte zu den auffälligsten Spielern der Drittligasaison. Der bisherige Stuttgarter erhält in Mainz einen Vierjahresvertrag, doch noch ist offen, wo der 20-Jährige spielen wird. Foto: ImagoDer Name Besar Halimi wird schon seit geraumer Zeit mit dem FSV Mainz 05 in Verbindung gebracht. Der Vater des offensiven Mittelfeldspielers der Stuttgarter Kickers hatte in verschiedenen Medien erklärt, dass der 20-Jährige zum Bruchweg wechseln wolle. Doch dann war plötzlich der englische Zweitligist FC Brentford im Spiel, der sich die Dienste des Talentes anscheinend rund eine Million Euro Ablöse kosten lassen wollte. Der Transfer funktionierte nicht und plötzlich hieß es, der Spieler komme doch nach Mainz. Jetzt ist die Sache geklärt: Halimi wechselt mit sofortiger Wirkung von den Kickers zum Bruchweg und erhält einen Vierjahresvertrag.

Mainz 05 habe Halimi seit längerer Zeit schon auf dem Radar gehabt. „Wir verfolgen den Jungen schon die ganze Saison“, sagt Christian Heidel. „Wir sind der Meinung, dass er der auffälligste Spieler in der Dritten Liga war und großes Potenzial hat, ein Bundesligaspieler zu werden“, betont der 05-Manager.

Doch noch ist offen, in welcher Mannschaft der Neuzugang künftig spielen wird. Die Konkurrenz im offensiven Mittelfeld des Bundesliga-Teams ist groß. Möglicherweise zu groß für einen 20-Jährigen Neueinsteiger, dessen Entwicklung ins Stocken geraten könnte, wenn er nicht regelmäßig Ligaspiele absolviert. „Er hat ein sehr großes fußballerisches Potenzial, das wir in den kommenden vier Jahren weiterentwickeln und auf ein höheres Niveau heben wollen. Wir sind überzeugt, dass er den Sprung in die Bundesliga schaffen kann. Wir werden gemeinsam mit ihm beraten, in welchen Schritten wir dieses spannende Projekt angehen können“, sagt Heidel.

Besar Halimi

* 12.12.1994 in Frankfurt, 169 cm, 63 kg.

Eintracht Frankfurt (2000-07), SV Darmstadt 98 (2007-09), 1. FC Nürnberg (2009-13), VfB Stuttgart (2013/14), Stuttgarter Kickers (2014/15).

51 Drittligaspiele/3 Tore (14/1 für den VfB II, 37/2 für die Kickers), 19 Regionalligaspiele/1 Tor, 33 U19-Bundesligaspiele/9 Tore für Nürnberg, 1 DFB-Pokalspiel für die Kickers, 2 U18-, 1 U19-Länderspiel für Deutschland,

Diese verklausulierte Formulierung deutet daraufhin, dass die 05er den neuen Mann abseits des Profi-Kaders behutsam aufbauen und heranführen wollen. Der Manager will in dieser Woche gemeinsam mit dem Spieler die Möglichkeiten erörtern und einige Gespräche führen, wie es mit Halimi weitergehen kann. „Es gibt da verschiedene Möglichkeiten“, betont Heidel. Eine davon wäre, der Neu-05er trainiert unter Martin Schmidt mit den Profis, spielt aber zunächst im U23-Team von Sandro Schwarz in der Dritten Liga, um sich einzugewöhnen. Eine andere Variante wäre, dass der Bundesligist den Mittelfeldspieler sofort an einen anderen Klub ausleiht, damit Halimi Spielpraxis auf höherem Niveau erhält. „Unter Umständen wäre es sinnvoll, wenn er ein Jahr in der Zweiten Liga spielt“, sagt Heidel. „Das ist aber alles noch nicht klar. Das werden wir im Laufe der Woche entscheiden.“

Den Verantwortlichen am Bruchweg war von Anfang an bewusst, dass es schwierig für den 20-Jährigen sein könnte, sofort Fuß zu fassen im qualitativ gut besetzten Offensivbereich des Bundesligakaders. Doch die 05-Trainer wollten den Spieler unbedingt. „Das ist für uns eine Investition in die Zukunft, die sich finanziell im Rahmen hält. Wir sind der Meinung, dass wir uns ein solch spannendes Projekt leisten sollten“, sagt Heidel, der angeblich etwas weniger als 400.000 Euro für den Zugang zahlen soll. Denn hätte der Manager jetzt nicht zugegriffen, wäre Halimi weg gewesen – und zwar dann doch nach England. Die Stuttgarter Kickers und der FC Brentford seien sich grundsätzlich einig gewesen über einen Transfer. Da sei es um viel Geld gegangen, betont Heidel. Doch der Spieler habe lieber nach Mainz gewollt. „Wir haben uns dann flott mit den Stuttgartern geeinigt.“

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