Halbwegs sportliche Revanche

Christian Karn. Mainz.
Ein paar Monate ist es her, dass Chile Uruguay aus der Copa América warf, wonach der Mainzer Verteidiger Gonzalo Jara nach seiner Auseinandersetzung mit Edinson Cavani gesperrt wurde. In der vergangenen Nacht trafen beide Mannschaften in der WM-Qualifikation wieder aufeinander. Richtig friedlich war's wieder nicht, aber den ganz großen Sturm im Wasserglas sollte es diesmal nicht geben. Japan gewann zuvor ohne Yoshinori Muto 2:0 gegen Kambodscha, Nigeria ohne Leon Balogun ebenfalls 2:0 gegen Swasiland.

Alle Termine

Do., 12.11.
12.00: NED - U18 1:0
12.15: SIN - JPN 0:3
15.00: 05 - SVS 2:0
16.00: LIB - LAO 7:0

Fr., 13.11.
00.30: CHI - COL 1:1
14.00: KOS - ALB 2:2
18.00: U21 - AZE 3:1
18.00: U19 - SWE 3:0
18.30: QAT - TUR 1:2

Sa., 14.11.
14.00: CZE - U18 3:2
20.45: SWE - DEN 2:1

So., 15.11.
18.00: U19 - SRB 1:0

Mo., 16.11.
12.00: TUR - U18 0:0

Di., 17.11.
11.00: U19 - FRA 3:2
13.00: MKD - LIB 0:1
13.14: CAM - JPN 0:2
18.00: U21 - AUT 4:2
19.15: TUR - GRE 0:0
20.45: DEN - SWE 2:2
20.45: AUT - SUI 1:2

Mi., 18.11.
00.00: URU - CHI 3:0
18.00: ENG - U17

Do., 19.11.
18.30: U16 - CZE

Fr., 20.11.
20.45: ENG - U17

Sa., 21.11.
11.00: U16 - CZE

So begann im Sommer die Auseinandersetzung zwischen Gonzalo Jara und Edinson Cavani. In der vergangenen Nacht trafen der Chilene und der Uruguayer wieder aufeinander, diesmal etwas friedlicher und mit dem besseren Ausgang für Cavani. Foto: imago

Im Sommer spielten Chile und Uruguay im Viertelfinale der Copa América gegeneinander. Das Resultat (1:0 für Chile) dürften außerhalb Südamerikas viele nicht so recht wahrgenommen haben, weil es etwas viel Interessantes für den Boulevard gab, den Zwischenfall, so nennen wir es mal ganz nüchtern, zwischen Gonzalo Jara und Edinson Cavani. Der Eine provozierte, der Andere provozierte zurück, Jara berührte Cavani unsittlich und es tobte ein veritabler Sturm durchs Wasserglas. In der vergangenen Nacht trafen die beiden Nationalmannschaften und - da Jaras Sperre längst abgelaufen ist - auch die beiden Spieler wieder aufeinander. Für Jara wurde es in Montevideo so unerfreulich, wie ihm angedroht worden war. Aber auf andere Weise: Chile verlor 0:3 und fiel nach vier von 18 Spieltagen einstweilen ins Tabellenmittelfeld der südamerikanischen WM-Qualifikation zurück.

"Es war auf keinen Fall ein außergewöhnliches Spiel für mich", wiegelte Jara ab. "Was mich wütend macht, ist die Art und Weise, wie wir heute verloren haben. Dafür gibt es keine Ausreden. Wir haben versucht, unseren Fußball zu spielen, aber das haben wir nicht gut gemacht." So waren sich beide Seiten verblüffend einig: "Wir haben gegen eine Mannschaft verloren, die schlechter ist als wir", schimpfte der chilenische Mittelfeldstar Arturo Vidal, "wir haben eine Mannschaft geschlagen, die besser ist als wir", freute sich der chilenische Trainer Óscar Tabárez.

Hitzig war's im Estadio Centenario. Davon ließen sich die Chilenen nach einem starken Beginn mit Chancen für Hoffenheims Eduardo Vargas und Vidal doch irgendwann beeindrucken. Nach einem Foul von Jara an Cavani - nichts Besonderes diesmal - eröffnete Uruguays Kapitän Diego Godín (Atlético Madrid) die Provokationen - und traf nach einem Freistoß auch noch selbst nach aus dem Chaos im chilenischen Strafraum heraus zum 1:0 (23.). Chile bestimmte weiterhin das Spiel, kassierte aber nach einer Stunde das absurde zweite Gegentor: Uruguays Torwart Fernando Muslera (Galatasaray) schlug ein paar Meter vor seinem Strafraum einen Freistoß weit nach vorne. Cavani verlängerte den Ball zehn Meter vor dem chilenischen Sechzehner mit dem Kopf. Und zwischen Elfmeterpunkt und Torraumlinie ließ Álvaro Pereira (gerade von Inter Mailand an die Estudiantes de La Plata ausgeliehen) den fast senkrecht herunterfallenden Ball wiederum mit dem Kopf in hohem Bogen zwischen Torwart und Latte fallen.

Damit war's natürlich vorbei. Martin Cáceres (Juventus Turin) erhöhte vier Minuten später nach einem Eckball sogar auf 3:0. Von Chile war nicht mehr viel zu sehen. Lediglich Claudio Bravo hielt noch einmal stark gegen Egidio Arevalo (UANL Tigres/Mexiko), nachdem die chilenische Abwehr ihre Abseitsfalle ohne Jara und Marseilles Mauricio Isla gebaut hatte. 

Zu allem Überfluss holten sich zwei Schlüsselspieler noch Sperren für das kommende Spiel in Argentinien im März. Arturo Vidal sah schon früh die zweite Gelbe Karte im Wettbewerb, der Zehner Jorge Valdivia sah sogar nach dem Abpfiff noch Rot, weil er sich mit dem Schiedsrichter angelegt hatte.

Zeaiter und Balogun

Die libanesische Nationalmannschaft gewann ihr Testspiel in Mazedonien 1:0. Der Mainzer Torwart Daniel Zeaiter spielte nicht. Nigeria schlug nach dem torlosen Hinspiel Swasiland mit 2:0 und qualifizierte sich für die Gruppenphase der afrikanischen WM-Qualifikation. Der 05-Verteidiger Leon Balogun fehlte bekanntlich wegen einer Verletzung.

Die japanische Nationalmannschaft mühte sich bereits gestern zu einem 2:0 gegen Kambodscha. Gegen den punktlosen Tabellenletzten der Qualifikationsgruppe waren die Japaner wie erwartet hoch überlegen, aber überhaupt nicht torgefährlich. Nachdem der Ex-05er Shinji Okazaki einen Foulelfmeter vergeben hatte (50.), ging Japan durch ein Eigentor des gegnerischen Mittelstürmers Khoun Laboravy in Führung (55.). In der Nachspielzeit erst erhöhte Keisuke Honda mit einem Kopfball auf 2:0. Die Japaner spielten mit einigen Ersatzspielern: Honda wurde erst nach einer Stunde eingewechselt, Kapitän Makoto Hasebe (Eintracht Frankfurt), Hiroshi Kiyotake (Hannover 96) und auch der Mainzer Yoshinori Muto blieben komplett draußen, Rechtsverteidiger Gotoku Sakai vom HSV war nicht im Kader.

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