Geschlaucht vom eigenen Ballbesitz

Jörg Schneider. Marbella.
Lange Trainingseinheiten mit hoher Intensität: Die Fußballprofis des FSV Mainz 05 müssen hart ran in diesen Tagen im Trainingslager von Marbella, wo am Wochenende - noch ohne den Neuzugang Karim Onisiwo - die beiden Testspiele gegen Standard Lüttich und den FC Brügge auf dem Programm stehen. Die Mannschaft sei ziemlich kaputt, doch er sei mit den Leistungen und Fortschritten sehr zufrieden, sagte Martin Schmidt am Freitagmittag. Zuvor hatten Suat Serdar, Niko Bungert und Maximilian Beister angeschlagen im Training gefehlt.

Hoher Einsatz im Kampf um den Ball auf dem Rasen des Marbella Football Centers: Fabian Frei im Zweikampf mit Florian Niederlechner im Vormittagstrtaining am Freitag. Foto: Jörg Schneider Die intensive Arbeit in dieser Woche hat erste Verschleißerscheinungen produziert: Suat Serdar musste schon am Donnerstag die Abendveranstaltung im Marbella Football Center angeschlagen quittieren. Am Freitagvormittag fehlten Niko Bungert wegen Wadenproblemen und Maximilian Beister wegen Magen-Darm-Schwierigkeiten im Training des FSV Mainz 05. Nach der erneut anstrengenden und hochintensiven Einheit am Morgen setzte Martin Schmidt für den Nachmittag kurzerhand ein Koordinations- und Stabilitätsprogramm im Garten des Team-Hotels an.

Zuvor jedoch stand eine Teamsitzung auf dem Ablaufplan des Trainingslagers. Der 05-Trainer präsentierte seinem Team eine Halbjahres-Analyse. Eine Reportage, die Schmidt noch in der Nacht zuvor ausgearbeitet und formuliert hatte, versehen mit zusammengeschnittenen Video-Details. „Es geht darum herauszuarbeiten, was der Ist-Zustand des Teams ist und wo wir hinwollen“, sagt der 48-Jährige. Das Ganze werde zudem in Relation gesetzt zum halben Jahr davor. „Aus der riesigen Datenflut haben wir einige Key-Facts herausgefiltert, die wir der Mannschaft mitgeben“, sagt der Coach, der am Ende des Trainingslagers an der Costa del Sol über diese Analyse auch öffentlich sprechen will.

Bis dahin gibt’s noch eine Menge zu tun in Marbella. Die 05er wollen in dieser Hochbelastungswoche möglichst viel reinpacken. Am Freitagmorgen waren die Profis nach einer Übung, in der es zehn gegen zehn über den halben Platz auf zwei Tore um Spielaufbau unter Druck nach Balleroberung ging, reichlich geschafft. „In den vergangenen Tagen haben wir oft nur den Ball im Ballbesitz zirkulieren lassen. Heute ging das mit Richtung aufs Tor. Für die Passgeber gab‘s nach der Balleroberung zwei Möglichkeiten: entweder direkt zum Tor oder den Pass außen vorbei zum zweiten Tor dahinter“, erklärte Schmidt die Trainingsform. „Das war eine sehr schwierige Übung, denn die aufbauende Mannschaft konnte kaum den Ball annehmen, ohne von zwei Seiten Druck zu kriegen. Da war viel Aggressivität drin, die wir für unser Spiel brauchen.“

Das Ganze hat den Sinn, die eigenen Ballbesitz-Situationen für die Rückrunde zu verbessern, mehr Fußball zu spielen, variabler im Offensivspiel zu werden. Und das schlaucht die Mainzer Profis. „Der ganze Kader ist jetzt ziemlich kaputt. Die merken die Belastung jetzt richtig, sind im Vorbereitungs-Low. Deshalb bin ich auch sehr zufrieden, wie die Spieler das auf dem Platz umsetzen“, betonte der Coach. Am Samstagmorgen steht erneut eine solche Einheit auf dem Plan, ungeachtet der Tatsache, dass die 05er am Nachmittag im Estadio Municipal von Marbella (16 Uhr) ihr erstes Testspiel für diesen Winter absolvieren. Gegen Standard Lüttich. Die Belgier haben in Marbella bereits ein Testspiel gegen den Drittligisten Preußen Münster durch ein Tor von Benjamin Tetteh mit 1:0 gewonnen.

„Wir gucken schon etwas nach deren Aufstellung“, sagt Schmidt, „aber wir wollen uns mehr auf unsere Inhalte konzentrieren.“ Am Sonntag 16 Uhr, trifft der Bundesligist dann im zweiten und abschließenden Testspiel des Trainingslagers auf den FC Brügge im Stadion von San Pedro de Alcantara. Geplant ist, dass alle 05-Profis, die in Marbella dabei sind, in diesen zwei Begegnungen ihre Spielzeiten erhalten - bis auf Neuzugang Karim Onisiwo, dessen Spielberechtigung noch nicht vorliegt. Sollte allerdings die Belastung für den einen oder anderen zu groß sein, kann’s auch Schonungs-Pausen geben. Das nächste Testspiel der Vorbereitung folgt dann am Samstag in acht Tagen am Bruchweg, nachmittags gegen den 1. FC Köln.

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