Gerrit Holtmann ist Schröders erster Neuer

Christian Karn. Mainz.
Ganz heimlich hat Rouven Schröder seinen ersten Spieler geholt: Am Nachmittag meldete der FSV Mainz 05 auf allen Kanälen die Verpflichtung des jungen Braunschweiger Flügelstürmers Gerrit Holtmann. Der Name des U20-Nationalspielers war in den Gerüchteküchen nicht gehandelt worden. Holtmann unterschrieb einen Vier-Jahres-Vertrag und wird seine Rückennummer 38, die er schon bei der Eintracht trug, behalten. Braunschweiger Medien spekulieren, der schnelle Umschaltspieler koste eine knappe Million.

Gerrit Holtmann

* 25. März 1995 in Bremen, 183 cm, 73 kg.

Bisherige Vereine: Sparta Bremerhaven, Leher Turnerschaft, OSC Bremerhaven (-2010), Werder Bremen (2010-13), JFV Bremerhaven (2013/14), Eintracht Braunschweig (2014-16).

Spiele und Tore: 2. Bundesliga: 31/4 für Braunschweig. Regionalliga: 29/11 für Braunschweig II. DFB-Pokal: 2/2 für Braunschweig. U19-Bundesliga: 6/1 für Bremen. 5 U20-Länderspiele für Deutschland.

Aus dem Nichts erschien am Dienstag der erste echte Neuzugang der FSV Mainz 05 für die neue Bundesligasaison. Er heißt Gerrit Holtmann, ist 21 Jahre alt, wurde unter anderem bei Werder Bremen ausgebildet und stürmte zuletzt bei Eintracht Braunschweig meist auf dem linken, ab und zu auch auf dem rechten Flügel. Angedeutet hatte sich das nicht; die lange legendäre, gegen Ende hin und wieder etwas löchrige Geheimniskrämerei Christian Heidels sieht unter dessen Nachfolger Rouven Schröder ihre Fortsetzung.

Rouven Schröder, der neue Sportdirektor der 05er, präsentiert Gerrit Holtmann, seinen ersten Neuzugang. Foto: Mainz 05Der gebürtige Bremer macht bisher nicht die klassische Karriere junger Fußballprofis: Als 15-Jähriger wechselte er einst vom OSC Bremerhaven in die U16-Mannschaft des SV Werder, setzte sich aber langfristig nicht durch. In der U17-Bundesliga war der neue 05er noch Stammspieler, mit acht Saisontoren auch nicht schlecht. Im ersten U19-Jahr spielte er - offenbar auch bedingt durch mehrere Verletzungen - nur sechsmal für die Bremer, worauf er fürs letzte Juniorenjahr in die U19-Regionalliga wechselte, zurück nach Bremerhaven. Von dort verpflichtete ihn vor zwei Jahren die Eintracht - für ihre zweite Mannschaft. Erst gegen Ende der Saison 2014/15 stand Holtmann erstmals im Zweitligakader der Braunschweiger, gegen Erzgebirge Aue auch direkt in der Startelf. Und schon in der zweiten Minute legte er Jan Hochscheidt das Führungstor auf.

In der abgelaufenen Saison war Holtmann noch kein klarer Stammspieler bei Torsten Lieberknecht. Der ehemalige 05-Profi stellte den Flügelstürmer 20 Mal in die Startelf, wechselte ihn neunmal aus und zehnmal ein. Dabei schoss Holtmann vier Tore, sowie zwei in seinen beiden Einsätzen im DFB-Pokal. Der U20-Bundestrainer Frank Wormuth hatte ihn inzwischen zum U20-Nationalspieler gemacht (fünf Einsätze, kein Tor). Im Dezember erst verlängerte die Eintracht seinen bis Saisonende laufenden Vertrag um drei Jahre; dementsprechend dürfte der Neuzugang nicht ganz billig für die 05er gewesen sein. "Wir hätten Gerrit sehr gerne in Braunschweig behalten, da wir sein Potenzial bereits früh erkannt und entsprechend gefördert haben", wird Marc Arnold, der sportliche Leiter der Eintracht zitiert. Die Ablöse verrät Arnold ebensowenig wie Rouven Schröder; Braunschweiger Medien spekulieren über eine knappe Million.

Bei den 05ern wird Holtmann, der seine Braunschweiger Rückennummer 38 auch in Mainz tragen wird, vor allem in Konkurrenz mit Jairo Samperio und Karim Onisiwo, auch mit Yoshinori Muto, Christian Clemens und Pablo de Blasis stehen; Zeit hat er: Sein Vertrag am Bruchweg läuft bis 2020. 05-Trainer Martin Schmidt kündigt ihn als Umschaltspieler an: Vom Typ her sei Holtmann ideal für die 05er. "Er ist jung, hungrig, passt mit seiner Dynamik und seiner unbekümmerten Spielweise hervorragend in unserer Spielsystem. Mit seiner Schnelligkeit und seinem geradlinigen Umschaltspiel wird er unsere Offensive befeuern", wird Schmidt zitiert. Schröder sieht in seinem ersten Neuzugang "ein junges, deutsches Offensivtalent mit immensem Potenzial. Wir freuen uns sehr, dass er die nächsten Schritte in seiner Entwicklung mit Mainz 05 gehen möchte." Holtmann selbst, so die 05er, gefalle die offensive Spielphilosophie der 05er, die er schon länger verfolgt habe. "Mainz 05 hat mir das Gefühl gegeben, dass ich hier meine sportlichen Ziele erreichen und den Schritt in die Bundesliga in einem guten Umfeld gehen kann", zitieren die 05er den Spieler. Jetzt freue ich mich darauf, nach der Sommerpause im Kampf um die Kaderplätze anzugreifen."

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