Fußballschule Südosteuropa

Christian Karn. Mainz.
Seit kurzem ist sie vorbei, die zehnte Saison des FSV Mainz 05 in der Bundesliga. Es waren zehn mal mehr mal weniger turbulente, oft spannende, häufiger euphorisierende als deprimierende Spielzeiten, die häufiger in den Europapokal als in die 2. Bundesliga führten, in denen die 05er einen Rekord einstellten und wieder verloren, in denen sie ein neues Stadion bekamen, neue Helden begrüßen durften und alte verabschieden mussten. Zehn Jahre, deren verschiedene Aspekte die nullfünfMixedZone aufbereitet hat und in den kommenden Tagen in einer Serie vorstellen wird. Heute sind wir im europäischen Ausland unterwegs, auf der Suche nach den Geburtsorten der 05-Profis.

Die kleine Karte kann nur einen ersten Überblick geben. Aber ein Klick aufs Bild öffnet eine größere Version.Zehn Jahre Bundesliga, das haben wir am Freitag herausgearbeitet,  bedeuteten für den FSV Mainz 05 auch 135 Spieler, angefangen vom Erstliga-Rekordmann der 05er, Nikolce Noveski...

Es ist die fortschreitende Internationalisierung des Profifußballs, die dazu führte, dass dieser bedeutende Innenverteidiger, der langjährige 05-Kapitän, der über ein Jahrzehnt das Rückgrat der 05-Defensive war, dessen 348 Pflichtspiele selbst liga-übergreifend in der 111-jährigen Historie der 05er nur von zwei Mann übertroffen werden, der so schnell auch von keinem Vierten überholt werden wird, auf unserer gestrigen Deutschlandkarte gar nicht zu finden war. Noveski stammt aus der alten südmazedonischen Stadt Bitola - Lokalpatrioten müssen schon wieder stark sein, es handelt sich um eine Partnerstadt Kaiserslauterns! -, kam erst mit 19 Jahren nach Rostock, mit 22 nach Aue, mit 25 nach Mainz. Und wurde in Mainz heimisch, wurde assimiliert, wie manch anderer auf unserer heutigen Landkarte.

Noveskis alte Heimatstadt bildet mit Tirana - dort kam Jahmir Hyka zur Welt - die Südgrenze eines Ballungsraums, aus dem nach Süden nur noch Athen ausbricht, die Geburtsstadt des Kurzzeit-Ersatztorwarts Stefanos Kapino. Nach Norden schließt sich der Balkan an, jenseits das östliche Mitteleuropa. Aus dem Raum, der sich zwischen Bosporus, der Donau-Mündung, dem oberschlesischen Bergbaugebiet und der kroatischen Adriaküste erstreckt, aus den vielen ehemals jugoslawischen Ländern und Albanien, aus Rumänien und Bulgarien, aus Ungarn, Tschechien und der Slowakei, aus dem Süden Polens und dem Osten Österreichs stammen 30 der 46 im europäischen Ausland geborenen 05-Bundesligaspieler.

Der Rest: Vier Dänen - und wenn Emil Berggreen demnächst fit wird, werden es fünf sein -, ein Schwede, drei gebürtige Ukrainer, die längst einen australischen und zwei deutsche Pässe haben, ein Italiener, zwei Schweizer, zwei Mann aus der deutsch-französischen Grenzregion, ein Spanier, ein Belgier und eben Kapino.

Es fehlen, was die großen Fußball-Länder betrifft, bisher die Türken - eine Reihe türkischstämmiger, aber in Deutschland geborener Spieler gab und gibt es schon -, die Portugiesen - weil Henrique Sereno noch nicht mitspielen durfte -, die Briten, die Niederländer. Rouven Schröder, der neue 05-Sportchef, soll aber besonders in Skandinavien gut vernetzt sein, haben wir aus Reihen seines Ex-Klubs in Fürth erfahren. Vielleicht kommt ja bald der erste Norweger.

Morgen schließen wir diese erste Landkartenreihe ab mit dem Rest der Welt. Die 10-Jahre-Bundesliga-Serie hingegen ist noch lange nicht vorbei!

► Alle Artikel zur Historie

► Zur Startseite