Frankreich gewinnt das Freistoßduell

Christian Karn. Mainz.
Viele Nachwuchsspiele führten am Wochenende und am Montag die Länderspielwoche fort. Vier Mainzer kamen in ihren Nationalteams zum Einsatz: Der U19-Linksverteidiger Niklas Kölle im deutschen U18-Team, sein Torwart Finn Dahmen in der U19, der Drittliga-Torwart Florian Müller in der U20 und der Bundesliga-Sechser Jean Philippe Gbamin in der französischen U21-Nationalmannschaft.

Alle Spiele

Do., 10. November:
15.00: ITA - U20 0:1
18.00: U21 - TUR 1:0
18.45: FRA U21 - CIV 5:1
19.00: Karbach - 05 0:3

Fr., 11. November:
20.45: DEN - KAS 4:1

Sa., 12. November:
17.00: NGR - ALG 3:1
18.00: TUR - KOS 2:0
18.00: AUT - IRL 0:1

So., 13. November:
13.00: U18 - IRL 3:2
15.30: U19 - CZE 1:2

Mo., 14. November:
14.00: U18 - NED 2:1
18.00: U20 - POL 4:0
20.45: FRA U21 - ENG 3:2

Di., 15. November:
18.00: AUT - SVK
18.30: POL - U21
20.30: CZE - DEN

Die französische U21-Nationalmannschaft gewann ein spektakuläres Spiel gegen England 3:2. Der Mainzer Profi Jean-Philippe Gbamin, erneut in der Innenverteidigung, hatte dabei einen relativ ruhigen Abend, bei beiden Toren war der Nebenmann, Kapitän Presnel Kimpembe zuständig. Den PSG-Verteidiger düpierte beim 0:1 wiederum der Außenverteidiger: Lucas Tousart, der junge Sechser von Olympique Lyon, war am Mittelkreis hingefallen und hatte den Ball dem Gegner überlassen müssen. Lucas Hernández, der Linksverteidiger von Atlético Madrid, war zu passiv gegen Sunderlands Stammspieler Duncan Watmore, der den Platz hatte, um den Ball an Kimpembe vorbeizulegen und aus weit über 20 Metern einen Heber ins lange Eck zu schicken (9.). Gbamin hatte überhaupt keine Chance, den Raum hinter dem Kollegen zu schließen, zumal der Mainzer noch den Mittelstürmer bei sich hatte.

An den Schlüsselszenen war Jean-Philippe Gbamin nicht direkt beteiligt; beim 1:1 spielte der Mainzer den viertletzten Pass. Foto: imagoDas 1:1 leitete Gbamin mit einem Steilpass aus der Abwehr zum Zehner ein. Drei Pässe später hatte Moussa Dembélé viel Platz. Drei Verteidiger drängten den Angreifer von Celtic Glasgow nicht mehr weit genug ab, das kurze Eck war offen für Dembélé (18.).

Der Rest waren Freistöße. Dembélé fing in der 64. Minute an, schoss aus 21 Metern um die Mauer herum hart auf die Hand des Torwarts, der den Ball nur noch abfälschte - 2:1 für Frankreich. Lewis Baker machte mit; für den Mann von Vitesse Arnhem lag der Ball nach Kimpembes Foul etwas weiter weg vom Tor, etwas weiter außen. Der französische Torwart kam noch weit hinüber vom entfernten Pfosten, bekam die Lücke aber nicht mehr geschlossen, der Ball klatschte an den Innenpfosten - 2:2 (81.), aber noch nicht der Höhepunkt. Denn in der 83. Minute legte sich Wylan Cyprien - vor einem halben Jahr noch Gbamins Kollege beim RC Lens, inzwischen beim OGC Nizza - weit außen den Ball zum Freistoß hin. Und den unterschätzten die Engländer. Aus über 30 Metern knallte Cyprien den Ball an der Zwei-Mann-Mauer vorbei ins kurze Eck. Das Publikum drehte durch vor Begeisterung im Stadion des mehrfachen französischen Frauenfußballmeisters FCF Juvisy, stürmte hinunter an den Zaun, dem Torjubel entgegen. Die EM mag Frankreich verpasst haben, die Siege gegen England und die Elfenbeinküste bedeuten zumindest einen guten Jahresabschluss.

In Spanien bestritten derweil die deutsche U18 und U19 im Rahmen ihres gemeinsamen Trainingslagers drei Spiele. Der jüngere A-Jugend-Jahrgang gewann am Samstag 3:2 (0:1) gegen Irland und am Sonntag 2:1 (2:1) gegen die Niederlande. Der einzige Mainzer im Kader, Linksverteidiger Niklas Kölle, wurde gegen die Iren gar nicht eingesetzt, in der zweite Partie spielte er durch. "Das war ein extrem intensives Spiel zweier Topmannschaften, die sich über 90 Minuten nichts geschenkt haben", sagte der ehemalige Mainzer U17-Coach und heutige U18-Nationaltrainer Meikel Schönweitz. "Ich bin hochzufrieden mit der Art und Weise, wie die Mannschaft gespielt hat. Sie ist sehr mutig aufgetreten, hat früh gepresst und alle Leitlinien auf den Platz gebracht."

Die U19 verlor 1:2 gegen Tschechien. Trainer Frank Kramer wechselte in der Halbzeit beim Stand von 0:2 zehn Mal, brachte unter anderem den Mainzer Torwart Finn Dahmen, der in seinen 45 Minuten also kein Tor mehr kassierte.

Die U20-Nationalmannschaft schließlich gewann 4:0 gegen Polen. Der 05-Torwart Florian Müller hatte nur Routinearbeit zu erledigen; der einzige im Ansatz gefährliche Torschuss der Polen war ein Freistoß, der in der 29. Minute das Tor knapp verfehlte. Eine Notbremse kurz vor der Halbzeit leitete das hohe Ergebnis ein: Es gab Rot und zwei schnelle Tore durch Kapitän Benedikt Gimber (Sandhausen, 41.) und Philipp Ochs (Hoffenheim, 43.), in der zweiten Hälfte weitere Treffer durch Maximilian Mittelstädt (Hertha, 66.) und Fabian Reese (Schalke, 87.).

Mit drei Partien endet heute abend die Länderspielwoche für die 05er. Um 18 Uhr spielt Österreich gegen die Slowakei, um 20.30 Uhr Dänemark in Tschechien. Dabei könnten Karim Onisiwo und Jonas Lössl jeweils ihr zweites A-Länderspiel bestreiten. Außerdem tritt die U21 um 18.30 Uhr in Polen an. Levin Öztunali dürfte dabei sein.

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