Flutlicht-Panne beim 05-Auftakt

Jörg Schneider. Marbella.
Das Trainingslager des FSV Mainz 05 in Andalusien begann mit einer Panne. Ein Kabelbrand hatte die Stromversorgung im Stadion von San Pedro Alcantara, der Trainings-Heimat des Bundesligisten in den kommenden Tagen, außer Betrieb gesetzt. Weil kein Flutlicht brannte und auch in den Funktionsräumen kein Licht anging, gab‘s wegen einsetzender Dunkelheit nur eine ganz kurze Einheit zum Auftakt. Das erste richtige Training absolvieren die 05er am Donnerstagmorgen um 10 Uhr.

Die technische Panne zum Auftakt des Trainingslagers in Andalusien tat der guten Stimmung beim FSV Mainz 05 keinen Abbruch. Sichtlich erholt, bester Laune und voller Tatendrang erschien Martin Schmidt am Mittwoch im Stadion von San Pedro Alcantara zur ersten Einheit dieser sechstägigen Trainingswoche an der Costa del Sol und nahm es gelassen hin, dass die Übungsstunde wegen massiver Dunkelheit vorzeitig abgebrochen werden musste. Ein Kabelbrand hatte kurz vor dem Erscheinen des Bundesligisten einen Kurzschluss in der Stromversorgung des Übungsgeländes verursacht. Auch die Flutlichtanlage war gestört.

Für den Koordinationsparcours reichte das Licht noch. Danach wurde es auf dem Trainingsplatz der 05er in Andalusien schnell dunkel. Foto: Jörg SchneiderWeil der 05-Trainer das erste Training nach der Ankunft der Mannschaft in Marbella auf 18 Uhr nach hinten verschoben hatte, blieb gerade noch Zeit für das Koordinations- und Aufwärmprogramm im Hellen, dann brach die Dunkelheit herein und der Arbeitstag der 05er war schon wieder zu Ende „Sehr viel mehr wollten wir heute nach dem Flug sowieso nicht machen“, sagte der 05-Coach nach den gut 45 Minuten.  „Die zwei Trainingseinheiten gestern zu Hause waren sehr intensiv. Heute wollten wir nach dem Aufwärmprogramm nur noch eine kleine Spielform machen, doch nirgends ging noch ein Licht an, also haben wir die letzte Übung  ausgelassen.“ Stattdessen liefen die 05-Profis in der Finsternis noch ein paar Runde um den Platz. „Es war trotzdem eine nützliche Einheit“, sagte der 49-Jährige, „gut zum Reinkommen.“

25 Feldspieler und vier Torhüter hat der Coach mitgenommen. Darunter den 17-jährigen A-Jugendlichen Niklas Kölle. „Das ist ein Jugend-Nationalspieler. Der ist zwar erst vor einem Monat 17 geworden, also ein ganz Junger, aber das Alter ist nicht mitentscheidend. Er ist in der A-Jugend ein Leader auf der Position hinten links und biologisch ausgewachsen. Anstatt hier dauernd etwas umzustellen, nehmen wir ihn mit, schauen ihn uns an. Der Jayson Breitenbach war ja vor einem Jahr auch schon dabei und war damals genauso alt. Wir wollen reinhorchen, sehen, wie weit Niklas ist als Linksverteidiger, was er so drauf hat in diesem Kreis. Er wird nicht alles mitmachen, aber wir wollen auch abgleichen, was er für ein Potenzial hat.“ Da richtet Schmidt den Blick schon in die Zukunft. „Es geht ja auch darum zu wissen, wie weit sind die eigenen Leute im Verein auf einer Position, auf der man in absehbarer Zeit sicher etwas machen muss. Im Sommer kommt der Marin Sverko dazu. Vielleicht müssen wir ja dann gar nicht soweit nach außerhalb schauen, wenn wir wissen, dass auch der Niklas schon auf einem guten Weg ist auf der Linksverteidiger-Position. Deshalb nehmen wir immer gerne die Jungen dazu.“ Kölle wird allerdings am Sonntag schon nach Hause fahren, weil am Montag die Schule beginnt.

Von der U23 sind Abwehrspieler Charmaine Häusl und Torhüter Lukas Watkowiak dabei. „Charmaine hat im Sommer schon einen guten Eindruck gemacht in der Vorbereitung. Bei ihm haben wir im Herbst dann die Fortschritte gesehen. Er ist ein Führungsspieler in der U23. Er ist auch hier, weil er auf der Sechs und eins hinten dran spielen kann. Der Watkowiak trainiert ja ohnehin öfter mit uns. Wir haben ihn zudem mitgenommen, damit wir einen vierten Torhüter haben.“ Karim Onisiwo ist zum Auftakt nur gejoggt. Der Stürmer sei krank gewesen und habe sich nur etwas bewegen sollen, um reinzukommen. Onisiwo soll am Donnerstag dann wieder ins Training einsteigen.

Besonders gespannt ist man in Marbella auf Emil Berggreen, der erstmals so richtig dabei ist im Kreis der Kollegen nach einjähriger Verletzungspause. Anfangs jedoch immer noch mit reduziertem Programm. Der Däne, so Schmidt, sei beim Einlaufen dabei, mache auch die Passübungen mit und gehe danach jeweils in den individuellen Trainingsbereich. „Da wollen wir vorsichtig sein und keinen Schritt zu schnell machen“, sagt der 05-Trainer. „Das Heranführen ans Teamtraining ist genau getimt. Ende Januar soll Emil komplett mit der Mannschaft trainieren und dann  irgendwann im März wettkampftauglich sein. Da haben wir ein Programm über acht Wochen.“

Am Donnerstagmorgen geht’s in San Pedro weiter mit den 05ern auf dem Trainingsplatz, mit dessen Zustand die Mainzer sehr zufrieden sind. „Der Platz ist sehr gut, absolut top und gut gewässert“, sagt Schmidt. „Die Spieler haben gesagt, sie haben gar nicht erwartet, dass du in dieser Jahreszeit auf einen solchen guten Rasen kommst. Die Leute hier haben den Platz neu gemacht und haben nur auf uns gewartet, dass wir ihn umpflügen. Wir absolvieren ja auch  beide Testspiele auf diesem Rasen.“ Am Freitag gegen ADO Den Haag, am Samstag gegen Feyenoord Rotterdam – jeweils um 15 Uhr.

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