Fall Müller: Christian Heidel bleibt gelassen

Jörg Schneider. Mainz.
Die juristische Auseinandersetzung mit Heinz Müller ruht: Das Urteil, das dem früheren Torhüter des FSV Mainz 05 einen unbefristeten Arbeitsvertrag zuspricht, ist noch nicht rechtskräftig und wohl ein Fall für die Instanzen. Doch der 36-Jährige hat nun die verbale Keule gegen seinen Ex-Klub, insbesondere gegen den früheren Trainer Thomas Tuchel ausgepackt. Im Fachmagazin "kicker" bezeichnet Müller den Coach als "Diktator", der ihn "gemobbt" habe. 05-Manager Christian Heidel nimmt's gelassen und sagt: "Alles an den Haaren herbeigezogen."

Das Urteil des Arbeitsgerichtes Mainz, das die Befristung der Arbeitsverträge von Bundesligaprofis als unzulässig erklärt und Heinz Müller damit einen unbefristeten Arbeitsvertrag beim FSV Mainz 05 bescheinigt hat, ist noch nicht rechtsgültig. Doch der ehemalige 05-Torhüter hat den Bundesligisten, insbesondere dessen früheren Trainer Thomas Tuchel, nun auch verbal aufs Korn genommen. Im "kicker-Sportmagazin" greift Müller am Montag den Ex-Coach an. "Er ist ein Diktator", sagte Müller dem Blatt. "Was er mit mir gemacht hat, war Mobbing hoch zehn." Tuchel habe ihn vor der versammelten Mannschaft beleidigt. Der 36-Jährige berichtet von einem heimlich ausgeräumten Spind, von Bildern seiner Kinder, die herausgerissen und in eine Kiste geworfen worden seien, die neben der Toilette gestanden habe, und über einiges mehr.

05-Manager Christian Heidel: "Wir geraten da nicht in Panik. Wir warten ab." Foto: Jörg Schneider."Was Heinz da jetzt loslässt, ist ja nichts Neues", sagt Christian Heidel gelassen. "Das hat er ja auch schon vor Gericht so gesagt und und es wird durch die Wiederholung nicht wahrer." Der 05-Manager sagte der nullfünfMixedZone am Montag: "Die Vorwürfe sind an den Haaren herbeigezogen. Er setzt Dinge in die Welt, um einen Schadensersatzanspruch zu untermauern, den das Gericht abgelehnt hat." Sowohl Thomas Tuchel als auch 05-Zeugwart Walter Notter haben laut Heidel vor dem Arbeitsgericht ihre Aussagen gemacht und die Situation damals geschildert. Der Ex-Trainer habe glaubhaft deutlich machen können, dass in erster Linie die Leistung des Torhüters eine Rolle gespielt habe, Müller nicht mehr zu berücksichtigen. Dazu habe aber auch das Verhalten des Spielers beigetragen, um Müller am Ende als nicht bundesligatauglich einzustufen. 

"Heinz Müller wollte vor Gericht bestätigt haben, dass er wegen eines zerrütteten Verhältnisses mit Tuchel um die Chance gebracht worden ist, auf seine 23 Spiele im Vertragsjahr zu kommen, die er gebraucht hätte, damit sich der Vertrag verlängert", sagte Heidel. Der Spieler habe kalkuliert, er wolle alle Prämien der Saison 2013/14 plus das Gesamtgehalt der Folgesaison als Schadensersatz, weil Müller die Optionsgrenze nicht habe erreichen dürfen. Damit hatte der Torwart vor Gericht keinen Erfolg. "Umso grotesker ist es, dass er jetzt bis zur Rente bei uns bleiben will", sagt Heidel. Kurios ist auch, dass der Ex-Torhüter, der ja einen unbefristeten Vertrag in Mainz hätte, sollte das Urteil rechtskräftig werden, zwischenzeitlich beim FC Bayern München beschäftigt war, dort auch einen finanziellen Ausgleich bezogen haben soll, abgesehen davon, dass er diesen Job nicht hätte annehmen dürfen.

Die Müller-Geschichte wird den Klub und wahrscheinlich auch einige Rechtsinstanzen beschäftigen. Das kann lange dauern. "Wir geraten da nicht in Panik", sagt der 05-Manager. "Wir warten ab. Wir werden in die Revision oder in die Berufung gehen, ich weiß nicht, welches der richtige Begriff dafür ist. Wir sind in enger Abstimmung mit dem DFB und der DFL. Denn dieses Urteil, so wie es jetzt gesprochen wurde, ist weder im Interesse der Spieler noch im Interesse der Vereine." Dieses Gesetz, so der 05-Manager, sei wichtig und sinnvoll im normalen Arbeitsverhältnis von Arbeitnehmern, nicht aber für Leute, die mit Fußballspielen Millionen verdienen.

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