Fabian Frei greift als Herausforderer an

Jörg Schneider. Mainz.
Neben den Positionskämpfen in der gut besetzten Offensive verspricht vor allen Dingen der Kampf um die Doppelsechs viel Spannung in der Rückrunden-Vorbereitung des FSV Mainz 05. Fabian Frei greift nach seiner langen Verletzungspause wieder an. Der Schweizer will sich seinen Stammplatz zurückholen, trifft aber auf starke Konkurrenz. „Das wird ein harter Kampf ums Zentrum“, sagt 05-Trainer Martin Schmidt.

Das Material ist schon unterwegs, die Mannschaft fliegt am Mittwoch hinterher. Walter Notter, der Zeugwart des FSV Mainz 05 und 05-Mitarbeiter Werner Wehner sind bereits am Sonntagmorgen als Vorhut mit einem voll beladenen Lkw Richtung Spanien aufgebrochen, um die Ausrüstung des Bundesligisten nach Marbella zu bringen und in Andalusien alles fürs Trainingslager vorzubereiten, das Martin Schmidt und dessen Kader von Mittwoch bis Montag in acht Tagen an der Costa del Sol beziehen.

Fabian Frei startet quasi wie ein Neuzugang in die Rückrunden-Vorbereitung. Der Schweizer nimmt nach der langen Verletzungspause als Herausforderer auf der Doppelsechs den Konkurrenzkampf an. Foto: Imago Die 05er sind als einer der ersten Bundesliga-Klubs bereits am Samstag in die Rückrunden-Vorbereitung gestartet und trainieren derzeit auf dem neuen Kunstrasen am Bruchweg, weil der Naturrasenplatz zu nass und glitschig ist, um das Programm durchzuziehen, das der 05-Trainer bis zur Abreise nach Spanien ausgearbeitet hat. „Die Spielformen, die wir jetzt in den ersten fünf, sechs Einheiten trainieren, sind Ballhalteformen und Positionsspiel. Heute haben wir das Ganze etwas gesteigert und den Torabschluss dazu genommen. Dazu Passübungen, Mit eins, zwei Kontakten Fußball spielen, um die Passqualität zu verbessern“, erläuterte Schmidt. „Ball-Annahme und -Mitnahme, das ist unser Hauptthema im Moment. Vom konditionellen Ansatz her arbeiten wir noch im Grundlagen-Ausdauerbereich. Was wir in den ersten Tagen nicht machen, sind Formen eins gegen eins oder zwei gegen zwei. Die ganzen Schnellkräftigungssachen lassen wir noch aus. Die Einheiten gehen zunächst nur über 75 Minuten, werden dann auf 90 bis 100 Minuten gesteigert.“

Die ersten beiden Einheiten dieser Winter-Vorbereitung haben schon Wirkung gezeigt. „Die Spieler waren zehn Tage raus, heute haben einige doch über Muskelkater geklagt. Das ist eigentlich unglaublich auf dem Level, auf dem die Spieler sind und trotz der vielen Hausaufgaben, die sie hatten. Aber das war doch eher dafür, um die Grundlage zu erhalten. Jetzt gibt es wieder neue Reize, und die sind intensiv“, sagte Schmidt.

Neben den Positionskämpfen im gut besetzten Offensivbereich verspricht vor allem der Kampf um die Doppelsechs viel Spannung. Denn Fabian Frei, der Königstransfer im Sommer, der nach drei Saisoneinsätzen wegen einer Sehnenverletzung die Vorrunde beenden musste, ist wieder komplett fit und möchte sich seinen Stammplatz zurückholen. Allgemein wird mit einem Zweikampf zwischen dem Schweizer und Danny Latza gerechnet, der über weite Strecken der Halbserie die Position neben Julian Baumgartlinger vielversprechend ausgefüllt hatte.

„Im Moment steht es 1:0 für Frei“, sagte der 05-Trainer scherzhaft nach der Einheit am Sonntag. „Er hat das letzte Trainingsspiel gegen Latzas Team gewonnen.“ Doch Schmidt sieht das Ganze nicht als einen Zweikampf. „Wir haben im Zentrum einige Top-Spieler. Wir haben da mit Baumgartlinger, Latza, Frei, Moritz oder Jara einige sehr gute Leute auf dieser Position. Das wird ein harter Kampf ums Zentrum“, vermutete der 48-Jährige. „Wir werden sehen, wie sie durch die Vorbereitungen kommen und wie Fabian jetzt nach der langen Verletzung die intensiven Trainingseinheiten wegsteckt. Ob er hundertprozentig fit und dabei ist. Im Sommer hatte er einen kleinen Vorsprung gegenüber Latza. Jetzt hat sich Danny etwas in der Vorrunde erarbeitet und Frei ist in der Herausforderrolle.“

Doch dazu gehört neben den arrivierten Profis aber auch der junge Suat Serdar. Schmidt erwartet einiges von dem 18-jährigen Mittelfeld-Talent. „Wir haben gesehen, dass auch Suat auf dem Sprung ist. Da werden wir mit Sicherheit auch von ihm den nächsten Schritt sehen.“ Baumgartlinger, der 05-Kapitän, sei durch seine Rolle und seine Art und Weise des Spiels sicher gefestigt und gesetzt, „aber die Anderen kämpfen schon energisch. Das wird spannend.“

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