Entscheidung nach zweitem Frühstück

Jörg Schneider. Mainz.
Der Trainer des FSV Mainz 05 steht am Samstag beim VfL Wolfsburg vor kniffligen Entscheidungen. Jairo und Giulio Donati drängen nach abgesessenen Sperren zurück ins Team. Doch gegen den FC Augsburg überzeugten in der Offensive besonders die Doppeltorschützen Christian Clemens sowie Pablo De Blasis. Und Daniel Brosinski lieferte eine Top-Leistung hinten rechts ab. „Es ist schade für jeden, der draußen bleiben muss, weil viele in guter Form sind“, sagt Martin Schmidt, fügt aber hinzu: „Mir gehen da die Ideen sicher nicht aus.“

Von Jhon Cordoba bestens bedient, erzielte Christian Clemens das 4:2 und seinen zweiten Treffer gegen FCA-Schlussmann Marvin Hitz. Darf der Rechtsaußen in Wolfsburg erneut ran? Obwohl mit Yoshinori Muto der Torjäger des FSV Mainz 05 verletzungsbedingt die Saison vorzeitig beendet hat, und auch Neuzugang Emil Berggreen aus selbigen Gründen noch keine Option darstellt, ist der Bundesligist vom Bruchweg gerade in der Offensive momentan bestens aufgestellt. So gut, dass sich der Trainer vor dem Auswärtsspiel am Samstag beim VfL Wolfsburg eine Menge Gedanken darüber machen muss, wem Martin Schmidt die Startelfchance gibt. Jairo Samperio hat seine Gelbsperre abgesessen und drängt auf eine Rückkehr ins Team. Andererseits haben beim eindrucksvollen 4:2-Heimsieg gegen den FC Augsburg die beiden Doppel-Torschützen Pablo De Blasis und Christian Clemens herausragende Leistungen auf den Außenbahnen gezeigt. Jhon Cordoba ist in starker Form. Yunus Malli hat im Heimspiel eine starke Leistung angeboten und aufsteigende Tendenz signalisiert.

„Es ist schade für jeden, der draußen bleiben muss, weil viele in guter Form sind“, sagt der 48-Jährige, der die Situation dennoch begrüßt. Denn lieber zu viele formstarke Spieler als zu wenig. „Jairo und Pablo können da vorne überall spielen“, sagt Schmidt. „Oder der eine startet und der andere kommt später als frische Waffe rein. Wir müssen sehen, was auf den Gegner passt. Mir gehen da die Ideen sicher nicht aus.“ Wer das Training zum Wochenstart aufmerksam beobachtet habe, habe sehen können, dass man schon etwas ausprobiert habe. „Es können auch alle drei ran“, so der 05-Coach, der neben Clemens auch noch Karim Onisiwo aufführt, der zuletzt stark trainiert habe. „Wir haben da viele Optionen. Es wird spannend sein zu sehen, was die Jungs da in den nächsten Spielen leisten.“ Wie das aufstellungstechnisch letztlich aussehen soll? Da zeigt der Trainer nur ein süffisant lächelndes Pokerface.

Brosinski: Von Spiel zu Spiel gesteigert

Doch auf Schmidt wartet in Wolfsburg noch eine weitere knifflige Entscheidung. Giulio Donati hat seine Drei-Spiele-Sperre abgesessen. Der Italiener hatte sich zuvor den Stammplatz auf der rechten Abwehrseite gesichert. Doch Daniel Brosinski entpuppte sich als leistungsstarker Vertreter. Besonders gegen die Augsburger trumpfte der 27-Jährige mächtig auf. Überragend dabei sein Sprint in die Gasse mit anschließender Präzisions-Flanke auf de Blasis, der zum 3:2 einköpfte. „Das ist nicht schwierig, aber auch keine leichte Entscheidung“, sagt Schmidt kryptisch. „Brosinski hat sich von Spiel zu Spiel gesteigert. Gegen den FCA hat er eine Top-Leistung geboten. Da muss sich der andere schon strecken.“ Die Entscheidung des Trainers wird letztlich vom taktischen Plan abhängen und vor der Aufstellung des Gegners. Vor Samstag will sich Schmidt da nicht festlegen. „Die Entscheidung gibt’s dann nach dem zweiten Frühstück“, sagt er.

Auch Leon Balogun meldet nach überstandener Verletzung wieder Ansprüche auf eine Startelf-Nominierung, muss sich aber erst an Alexander Hack vorbeispielen. Der Innenverteidiger erlebte gegen die Augsburger eine unglückliche erste Hälfte, war bei beiden Gegentoren involviert. „Er war etwas unkonzentriert und fahrig“, sagt der 05-Trainer. „Es war ein bisschen so wie im Training. Auch da hatte er gute Phasen und einige Stockfehler.“ Schmidt musste den unerfahrenen Newcomer aus der U23 in der Halbzeit moralisch wieder aufrichten, weil die Fehler an dem 23-Jährigen nagten. „Alex hat erst sechs Bundesligaspiele hinter sich. Da gibt es einfach noch Schwankungen. Es ist klar, dass so ein Spieler noch nicht die Konstanz hat.“ Schmidt dachte, wie er sagte, jedoch nicht daran, den Innenverteidiger vorzeitig auszuwechseln. Mit einer solchen Maßnahme könne man einen jungen Spieler kaputt machen. Zudem habe sich Hack in der zweiten Hälfte deutlich gesteigert. Und der 23-Jährige spielte den Diagonalpass aus der Abwehr rechts raus, in dessen Folge die 3:2-Führung entstand. „Wir reden darüber während der Woche. Wir zeigen ihm viele Bilder aus all seinen Spielen und schauen uns das Training an“, sagt der Coach. „Es ist alles gut. So etwas gehört einfach zur Entwicklung dazu.“

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