Endspiele für Bengtsson und Nedelew

Christian Karn. Mainz.
Ein Profi des FSV Mainz 05​ hat sich schon qualifiziert für die Fußball-Europameisterschaft im kommenden Sommer in Frankreich. Zwei weitere haben in den nächsten Tagen selbst die letzte Chance, dem Österreicher Julian Baumgartlinger ins Turnier zu folgen, während ein Vierter seinen Landsleuten vor dem Fernseher oder auf der Tribüne die Daumen drücken muss. Die nullfünfMixedZone fasst das Programm für Pierre Bengtsson, Todor Nedelew und Fabian Frei sowie der Nachwuchs- und außereuropäischen Nationalspieler zusammen.

Pierre Bengtsson hat noch realistische Chancen, sich für die EM zu qualifizieren...Für Pierre Bengtsson wird es spannend in den kommenden Tagen. Mit einem 0:1 in Russland und einem 1:4 gegen die an jenem Abend überragenden Österreicher verspielte die schwedische Nationalmannschaft vor einem Monat ihren komfortablen Vorsprung in der EM-Qualifikation. Die Skandinavier sind hinter Russland auf den dritten Platz ihrer Qualifikationsgruppe zurückgefallen und müssen gar aufpassen, nicht sogar diese Relegationsplatzierung zu verlieren. Angesichts der Gegner in den letzten beiden Gruppenspielen - die Schweden spielt am Freitag, 20.45 Uhr, in Vaduz gegen Liechtenstein und am Montag, 18 Uhr, in Solna gegen Moldawien und hat beide Hinspiele 2:0 gewonnen - sollten sie die einen Punkt entfernten Montenegriner hinter sich lassen können. Aber sie benötigen einen Ausrutscher der Russen, die erst in Moldawien, dann gegen Montenegro spielen, um sich den zweiten Platz zurückzuholen. Russland steht zwei Punkte vor Schweden und hat den direkten Vergleich in der Tasche.

Julian Baumgartlinger und seine österreichischen Kollegen sind schon mehr als einen Schritt weiter. Bereits vor den Spielen am Freitag, 20.45 Uhr, in Podgorica gegen Montenegro und am Montag, 18 Uhr, in Wien gegen Liechtenstein stehen die Österreicher nicht bloß als EM-Teilnehmer, sondern sogar als Gruppensieger fest. Liechtenstein ist sowieso längst ausgeschieden, Schweden und Russland sollten die Schützenhilfe gegen Montenegro nicht brauchen.

...Todor Nedelew (Nr. 22) eher nicht.Ein letztes Fünkchen Hoffnung gibt es noch für Todor Nedelew. Die Bulgaren sind Vierter in ihrer Gruppe, sechs Punkte hinter den Kroaten, deren Einspruch gegen einen Punktabzug abgewiesen wurde. Bulgarien muss versuchen, am Samstag, 20.45 Uhr, in Zagreb den direkten Vergleich mit den Kroaten zu gewinnen. Das Hinspiel verloren die Bulgaren zuhause mit 0:1. Bei einem 1:0-Sieg würde die gesamte Tordifferenz zählen, in der die Kroaten vor dem letzten Spieltag immer noch einen Vorsprung von elf Treffern hätten. Dann müssen die Bulgaren am Dienstag, 20.45 Uhr, in Sofia Aserbaidschan schlagen. Und auch das brächte sie nur in die Relegation, wenn gleichzeitig die Kroaten in Malta verlieren. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht groß.

Für die Schweiz ist in der Gruppe E noch alles möglich, die direkte Qualifikation ebenso wie die Relegation und der vierte Platz. Das komplette Ausscheiden ist unwahrscheinlich. Schon ein Punkt am Freitag, 20.45 Uhr, gegen San Marino würde reichen, um sich am Montag, 20.45 Uhr, in Estland ein 0:2 leisten zu können und trotzdem Dritter zu sein. Bei einem Sieg wäre Platz vier nicht mehr in Reichweite, aber die Slowenen (drei Punkte Rückstand, Sieger im direkten Vergleich) könnten der Schweiz mit einem Erfolg gegen die ihrerseits noch um Platz drei kämpfenden Litauer im Nacken bleiben. Die Esten hingegen haben selbst noch Hoffnungen, müssen die aber wahrscheinlich schon am Freitag aufgeben, wenn sie wie erwartet in England verlieren und Slowenien punktet. Ja, es ist kompliziert in dieser Gruppe, klar ist: In beiden Spielen sind die Schweizer Favoriten und vier Punkte reichen. Fabian Frei wird nicht mithelfen können; der Mainzer Mittelfeldmann ist nach seiner Verletzung noch lange nicht wieder fit.

Und die Nicht-Europäer?

Yoshinori Muto hat die Chance zur Tabellenführung. Fotos: imagoYoshinori Muto ist mit Japan nach drei von acht Spieltagen Zweiter in der asiatischen WM-Qualifikationsgruppe E und sollten, um sicher bei der WM zu spielen, Erster werden, denn nur jeder zweite Zweite qualifiziert sich. Japan hat sieben Punkte, Syrien neun. Dementsprechend bedeutend ist das Duell der beiden Teams am Donnerstag, 15 Uhr, in Sib/Oman. Die Japaner bleiben nach dem Spiel in der Region und bestreiten am Dienstag, 15.30 Uhr, ein Testspiel in Teheran gegen Iran.

Für Gonzalo Jara und seine chilenischen Kollegen beginnt die WM-Qualifikation in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, 1.30 Uhr, mit dem Topspiel in Santiago gegen Brasilien. Am kommenden Mittwoch, 4.30 Uhr, spielen die Chilenen in Lima gegen Peru.

Die kürzesten Wege der ausländischen Nationalspieler des FSV Mainz 05 hat Leon Balogun. Während die schwächeren afrikanischen Teams in den kommenden Tagen die erste K.o.-Runde der WM-Qualifikation bestreiten und unter anderem so entscheiden, ob Balogun in der zweiten Runde auf Dschibuti oder Swasiland trifft, spielen Baloguns Nigerianer, die als zehntbeste afrikanische Nationalmannschaft auf Platz 52 der FIFA-Weltrangliste notiert sind, zwei Testpartien in Belgien. Der nigerianische Verband veröffentlichte mehrmals kurzfristig veränderte Anstoßzeiten und Spielorte. Stand Donnerstag, 11.55 Uhr, spielt Nigeria am Donnerstag, 19 Uhr, in Visé gegen die DR Kongo (Platz 12 in Afrika, Platz 60 insgesamt) und am Sonntag, 20 Uhr, in Molenbeek gegen Kamerun (Platz 7 in Afrika, Platz 48 insgesamt). Wir neigen dazu, dem Verband erst zu glauben, wenn die Spiele tatsächlich laufen.

Was macht der Nachwuchs?

Darüber hinaus sind drei Nachwuchsspieler der 05er mit deutschen Nationalmannschaften im Einsatz. Jannik Huth wurde zu den U21-WM-Qualifikationsspielen am Freitag, 18 Uhr, in Essen gegen Finnland und am Dienstag, 18.30 Uhr, in Tórshavn gegen die Färöer nominiert. Aktuell sind die Deutschen nur Dritter ihrer Gruppe, was aber auch damit zusammenhängt, dass sie erst einmal gespielt haben und auch mit einem 3:0 in Aserbaidschan die sechs Punkte, die Finnland und Österreich in jeweils zwei Spielen sammelten, gar nicht erlangen konnten.

U19-Stammtorwart Florian Müller und der gegen die TSG Hoffenheim erstmals in der Bundesliga eingesetzte Mittelfeldspieler Suat Serdar stehen im Kader der U19-Nationalmannschaft, die bereits am heutigen Dienstag in Stuttgart gegen die USA, am Freitag in Großaspach gegen Mexiko und am Montag in Reutlingen gegen Schottland ein inoffizielles Turnier spielt. Alle drei Spiele beginnen um 18 Uhr.

Die restlichen 05er spielen am Freitag, 15 Uhr, am Bruchweg gegen den FSV Frankfurt.

Die Termine der 05er im Überblick:

Dienstag, 6. Oktober:
18.00 Uhr: Deutschland U19 - USA

Donnerstag, 8. Oktober:
15.00 Uhr: Syrien - Japan
18.00 Uhr: Nigeria - DR Kongo

Freitag, 9. Oktober:

01.30 Uhr: Chile - Brasilien
15.00 Uhr: FSV Mainz 05 - FSV Frankfurt
18.00 Uhr: Deutschland U21 - Finnland
18.00 Uhr: Deutschland U19 - Mexiko
20.45 Uhr: Liechtenstein - Schweden
20.45 Uhr: Montenegro - Österreich

Samstag, 10. Oktober:
20.45 Uhr: Kroatien - Bulgarien

Sonntag, 11. Oktober:
18.00 Uhr: Nigeria - Kamerun

Montag, 12. Oktober:
18.00 Uhr: Österreich - Liechtenstein
18.00 Uhr: Schweden - Moldawien
18.00 Uhr Deutschland U19 - Schottland

Dienstag, 13. Oktober:
15.30 Uhr: Iran - Japan
18.30 Uhr: Färöer - Deutschland U21
20.45 Uhr: Bulgarien - Aserbaidschan

Mittwoch, 14. Oktober:
04.30 Uhr: Peru - Chile

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Hinweis: Beide Länderspiele Nigerias wurden kurzfristig verlegt. Der Artikel wurde dementsprechend aktualisiert.