Ein möglichst einfacher Plan

Jörg Schneider. Mainz.
Der zweite Länderspiel-Marathon ist beendet, ab sofort rückt die Bundesliga wieder verstärkt in den Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit. Am Bruchweg trudeln nach und nach die Nationalspieler ein. Doch die Vorbereitung auf das Heimspiel des FSV Mainz 05 gegen den FC Augsburg am Samstag (15.30 Uhr) in der Coface Arena ist dünn. Kasper Hjulmand hat gerade mal zwei Einheiten zur Verfügung, um die Aufgabestellung mit seinem kompletten Kader einzuarbeiten.

Einfach soll er sein, der Matchplan, den Kasper Hjulmand mit seiner Trainercrew Keld Bordinggaard und Stephan Kuhnert (von links) für die Augsburg-Partie aufstellen will. Foto: Jörg SchneiderAbgesehen von Joo-Ho Park, dessen Rückreise sich wegen Verletzung verzögert hat, ist Gonzalo Jara der letzte aus dem Kreis der Nationalspieler, der sich bei seinem Klub zurückmelden wird. Der Chilene kommt im Laufe des Donnerstags wieder zum Team des FSV Mainz 05. Für eine gezielte Arbeit vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen den FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr) in der Coface Arena bleiben im Prinzip nur zwei Trainingseinheiten des kompletten 05-Kaders am Freitag. Eine sehr kurze Vorbereitung also auf das schwere Heimspiel. Zumal Kasper Hjulmand sich zuvor ein Bild machen muss, in welche Verfassung und Form seine Profis nach den unterschiedlichen Belastungen in ihren Länderspieleinsätzen  an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

„Wenn wir am Freitag den ganzen Kader wieder zusammenhaben, müssen wir einen Plan machen für die Partie“, sagt der 05-Trainer. Und zwar einen möglichst einfachen Plan. Das ist nun mal so nach Länderspielpausen, in der darauffolgenden Partie muss die Mannschaft von ihren Grundlagen leben, sich auf bisher gut funktionierende Dinge verlassen. Die Weiterentwicklung von Teilbereichen des eigenen Spiels muss danach fortgesetzt werden.

Für die 90 Minuten gegen Augsburg will Hjulmand seinen Akteuren einfache und gut sitzende Dinge mit auf den Weg geben. „Wir müssen einen einfachen Plan machen, den jeder Spieler kennt“, sagt der Coach. Die zwölf Spieler, die in dieser Woche am 05-Trainng teilnahmen, haben damit bereits angefangen. Es sei manchmal nicht schlecht, mit einer kleinen Gruppe sehr individuell an den Details zu arbeiten. Das sei in dieser Woche geschehen und sehr gut gewesen.

Qualität und Timing des Passspiels verbessern

Die Organisation der defensiven Umschaltsituationen hat Hjulmand zuletzt gut gefallen. Das wird auch die Basis des 05-Spiels gegen die Augsburger bleiben. Stark verbesserungswürdig empfindet der 05-Trainer das offensive Umschaltspiel seiner Mannschaft. Da mangelte es noch an Qualität im Passspiel, im Timing und an der Entscheidungsfindung. Tempowechsel im Übergang von Aufbau- und Angriffsspiel. Das, sagt Hjulmand, sei jedoch das Schwierigste im Fußball, die Offensive so zu organisieren, dass im Aufbau die Schnelligkeit nicht verloren gehe, der Druck im Zentrum aufrechterhalten werde. „Die Spieler müssen dafür mit Ball die richtigen Entscheidungen treffen.“

Der Däne möchte mit seinem Team dahin kommen, alle Phasen des Spiels zu kontrollieren. Dafür brauche es Ballbesitz und die für jede Situation angemessenen Signale. Das fehle der Mannschaft noch. Dieser kollektive Gedanke, dass bestimmte Situationen bestimmte Signale geben, die alle 05-Spieler erkennen, und die bei allen die gleichen Impulse auslösen. „Gute Mannschaften“, sagt der 42-Jährige, „sind die, in der alle Spieler in der jeweiligen Situation dasselbe denken.“

Der FC Augsburg ist auf diesem Weg nach Hjulmands Ansicht einen Schritt weiter, der gemeinsame kollektive Gedanke sei in diesem Team ausgeprägt. „Sie können beides, einen guten Aufbau und schnelle Umschaltung.“ Der 05-Trainer erwartet eine schwer zu bespielende Mannschaft. Dass der Gegner zuletzt im Testspiel beim Zweitligisten VfR Aalen mit einer guten personellen Besetzung eine 1:7-Klatsche einstecken musste, lasse sich nicht unbedingt als Vorteil für die 05er auslegen. „Fakt ist, manchmal ist so etwas gut. Dass ein Punkt kommt, der das Ganze durchrüttelt und alle wieder mit Konzentration und voller Power ihre Arbeit machen“, sagt Hjulmand.

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