„Ein logisches 0:0“

Jörg Schneider. Mainz.
Die anvisierten 23 Punkte zum Abschluss der Vorrunde sind es nicht geworden. Der FSV Mainz 05 beendet die Hinserie in der Bundesliga mit 21 Zählern, weil sich das Team am Sonntagabend vor 29.314 Zuschauern in der Opel Arena mit einem 0:0 gegen den 1. FC Köln zufrieden geben musste. Ein Ergebnis, mit dem alle Beteiligten am Ende zufrieden waren. Peter Stöger, der Trainer der Gäste, brachte es nachher auf den Punkt: „Es war ein taktisch geprägtes Spiel mit viel Aufwand, viel Organisation und Konsequenz. Die zwei, drei Möglichkeiten, die jede Mannschaft gehabt hat, wurden nicht verwertet, deswegen gab’s ein logisches 0:0.“ Die Stimmen zum Spiel.

Yoshinori Muto erhielt nach seinem Bundesliga-Comeback ein Extra-Lob seines Trainers, auch wenn's keinen Treffer gab vom Japaner. Foto: Imago„Ich denke, es war ein gerechtes Remis“, sagte Rouven Schröder. „Wir haben es ordentlich gemacht, haben kompakt gestanden und sehr diszipliniert gespielt. Man hatte so ein bisschen das Gefühl, die Mannschaft, die das erste Tor macht, gewinnt dieses Spiel. Beide Mannschaften hatten die eine oder andere Torsituation, aber es fiel kein Treffer. Was uns betrifft, denke ich der Trainer hat das Team gut eingestellt und sie hat es gut umgesetzt. Du kommst aus der Winterpause und da nehme ich auch jetzt mal den typischen Satz: Man weiß nicht, wo man steht, aber es ist ja so. Und der Trainer musste ja auch ein paar Dinge verändern. Von daher eine sehr solide Partie.“ Der Sportdirektor stellte einen Spieler besonders heraus: „Jonas Lössl hat heute eine sehr gute Partie gemacht, hat viel Ruhe ausgestrahlt und am Ende dann noch diesen Save gehabt.“

Auch Danny Latza war insgesamt zufrieden. „Ich fand, dass wir heute sehr gut standen haben. Das hatte auch damit zu tun, dass Pablo De Blasis und Yoshi Muto sehr viel gearbeitet haben, auch nach hinten. Das war mit so ein Schlüssel dafür, dass wir wenig zugelassen haben“, erklärte der Sechser. „Wir haben vorne leider keinen gemacht, aber das Wichtigste ist dass wir die Null gehalten und wenigstens einen Punkt geholt haben. Natürlich hat Jhon Cordoba gefehlt, aber Pablo und Yoshi haben das sehr gut gemacht, haben sich Chancen herausgearbeitet, leider nur nicht verwertet. Ich denke schon, dass die 21 Punkte nach der Vorrunde in Ordnung sind. Wir wollten gewinnen, klar, aber mit der Leistung können wir trotzdem zufrieden sein. Wenn wir gegen Dortmund defensiv auch so gut stehen, wenig zulassen und vorne einen machen, dann hoffe ich, dass wir das nächste Heimspiel gewinnen.“

Martin Schmidt betonte, man sei sich bewusst gewesen, dass die Kölner sehr gut organisiert und mit einer der besten Defensiven in der Liga vorstellig würden. „Wir haben versucht, das zu knacken, haben verschiedene Lösungen gesucht und auch zur Pause nochmal angesprochen, dass wir andere Laufwege brauchen, damit wir noch besser in ihren Rücken kommen über außen“, sagte der Trainer. „In der zweiten Halbzeit, von der 50. bis zur 75. Minute, sind wir zwei, dreimal durchgekommen, sind auch kernig in die Box reingekommen. Pablo und Yoshi hatten da noch jeder eine Chance. Bis dahin lief das Spiel eigentlich so, dass ich bisschen unzufrieden war, weil ich dachte, da lag mehr drin. Schlussendlich ist es aber so, dass ich dann doch mit dem Punkt zufrieden bin, auch weil wir hinten raus unserem massiven Anlaufen etwas Tribut gezollt haben, wir nicht mehr so sauber dran waren, etwas zu tief gestanden haben und Köln noch mal zu der einen oder anderen gefährlichen Aktion kam. Das 0:0 nehmen wir so mit. Daheim zu Null gespielt haben wir auch noch nicht so oft. Der Schwerpunkt, den wir uns in der Vorbereitung gesetzt haben, Defensivstabilität zu erlangen, stabiler zu stehen, nicht mehr so offen bei Ballverlusten zu sein, das haben wir heute gesehen und gut umgesetzt. Und einen der besten Stürmer der Liga übers ganze Spiel gut verteidigt.“ Vielleicht habe durch diesen Ansatz etwas die Offensive gelitten und die Griffigkeit dadurch abhandengekommen. „Wenn man viel über die Defensive redet und die in den Mittelpunkt stellt, geht das vielleicht unserem Spiel nach vorne etwas ab, das sonst kerniger ist, aber nach Ballverlusten auch hinten offener ist. Das haben wir heute abgestellt und zu Null gespielt“, so Schmidt.

„Herausheben möchte ich die Doppelspitze mit Pablo und Yoshi. Was die beiden da vorne gerannt sind und Wege gegangen sind, das war Klasse. Beide hatten zur Pause schon über 6,5 Kilometer hinter sich und waren am Ende bei über 13 Kilometern. Muto hat für mich ein Riesenspiel gemacht nach seiner langen Pause. Gegen den Ball, viele Bälle geklaut. Er hat sich vor einem Jahr verletzt und seitdem nie mehr über 90 Minute gespielt, dafür war das stark. Man hat gesehen, wie wichtig er ist. Darauf kann er aufbauen. Auch Pablo. Er  hat alles versucht, den Jhon zu ersetzen. Deshalb war ich mit der Offensive zufrieden, auch wenn etwas Tempo gefehlt hat. Aber das Tempo kommt mit Cordoba und Onisiwo bald zurück. Und wenn wir dann so gut stehen und so gut defensiv arbeiten, dann sind wir gewappnet, um andere Spiele gewinnen zu können. Deshalb Strich drunter. Leistung gut. Laufleistung absolut top. Gegen den Ball sauber einen guten Gegner verteidigt. Das nehmen wir mit in die nächsten Spiele und das wird sehr wichtig sein in den nächsten beiden Spielen gegen Dortmund in Hoffenheim. Wir haben jetzt 21 Punkte nach der Vorrunde. Das ist in Ordnung. Wenn uns das jemand vor dieser Saison mit der Europapokalbelastung versprochen hätte, hätten wir es blind übernommen.“

Peter Stöger erklärte, man habe deutlich gesehen, dass da zwei gut organsierte Mannschaften am Werk gewesen seien. „Man hat schon gemerkt, dass keiner es dem Gegner so wahnsinnig leicht machen wollte, seinen Stärken auszuspielen. Von unserer Seite war klar, dass wir versuchen werden im Spielaufbau über Außen zu kommen, weil es durchs Zentrum schwer werden würde. Das war dann auch so. Was wir über außen gespielt haben, war zum Teil gar nicht schlecht, es hat aber die Unterstützung im Zentrum gefehlt, um diese Bälle auch zu verwerten“, sagte der FC-Trainer. „Ich denke, es war ein taktisch geprägtes Spiel mit viel Aufwand, viel Organisation und Konsequenz. Die zwei, drei Möglichkeiten, die jede Mannschaft gehabt hat, wurden nicht verwertet, deswegen gab’s ein logisches 0:0.“

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