Ein aktiver Debütant, ein talentierter Neuling

Christian Karn. Mainz.
Seit Freitagabend, 19.30 Uhr, gibt es bei Mainz 05 einen weiteren A-Nationalspieler. Yunus Malli wurde im Spiel der Türkei in Katar zur Halbzeit bei 0:1-Rückstand eingewechselt und spielte eine Rolle bei der Wende zum 2:1-Sieg. Früher am Tag hatte der von den 05ern an den FSV Frankfurt ausgeliehene Besar Halimi in seinem zweiten Länderspiel für Kosovo* ein flottes 2:2 in einem freundschaftlichen Spiel gegen den großen Bruder Albanien erreicht.

Alle Termine

Do., 12.11.
12.00: NED - U18 1:0
12.15: SIN - JPN 0:3
15.00: 05 - SVS 2:0
16.00: LIB - LAO 7:0

Fr., 13.11.
00.30: CHI - COL 1:1
14.00: KOS - ALB 2:2
18.00: U21 - AZE 3:1
18.00: U19 - SWE 3:0
18.30: QAT - TUR 1:2

Sa., 14.11.
14.00: CZE - U18
20.45: SWE - DEN

So., 15.11.
18.00: U19 - SRB

Mo., 16.11.
12.00: TUR - U18

Di., 17.11.
11.00: U19 - FRA
13.00: MKD - LIB
13.14: CAM - JPN
18.00: U21 - AUT
19.15: TUR - GRE
20.45: DEN - SWE
20.45: AUT - SUI

Mi., 18.11.
00.00: URU - CHI
18.00: ENG - U17

Do., 19.11.
18.30: U16 - CZE

Fr., 20.11.
20.45: ENG - U17

Sa., 21.11.
11.00: U16 - CZE

Mainz 05 hat einen neuen A-Nationalspieler. Einen, der das vorerst bleiben dürfte. Yunus Malli wurde beim Testspiel der Türkei in Katar zur Halbzeit erstmals eingewechselt und war schnell eine Bereicherung für das türkische Spiel.

Einen eigenen Torjubel gab es für Yunus Malli in seinem ersten A-Länderspiel nicht; beim ersten Treffer der Türken hatte der Mainzer aber schon seine Füße im Spiel. Foto: imagoSchon vor der Einwechslung des Mainzer Zehners hatten die Türken ihre Chancen, aber sie lagen bald 0:1 zurück. Nahe der Mittellinie hatten sie auf Abseits gespielt und das hatte nicht funktioniert. Der junge Mittelfeldspieler Ali Assadalla wurde mit einem kurzen Diagonalball auf den Weg geschickt und machte das gut, schnickte den Ball mit einem kleinen Lupferchen über den Torwart, der am Boden zu blocken versuchte (26.). Die Türken kontrollierten das Spiel weiterhin mehr oder weniger, aber gefährdeten das Tor nicht mehr.

Dann kam Malli und zeigte schon nach wenigen Sekunden den ersten Mallimove: Der 05er trieb sich wie aus Mainz gewohnt rechts vor dem gegnerischen Strafraum herum, bekam den Ball, zog nach innen - in der Bundesliga fallen so Tore, beispielsweise bei Darmstadt 98, beispielsweise beim zweiten Tor gegen die TSG Hoffenheim, als Nationalspieler vertändelte Malli zunächst den Ball. Worauf Katar beinahe auf 2:0 erhöht hätte: Der Rechtsverteidiger Mohammed Musa streifte fast noch den langen Pfosten (50.).

Der 05er aber blieb in seinen ersten A-Länderspiel-Minuten auffällig. Malli war wach, war drin im Spiel, hatte Aktionen, zunächst ohne die letzte Präzision, aber das wurde immer besser. Zwar mussten die Türken noch einmal sich auf ihr Glück verlassen, als sie in der 60. Minute ihr Tor mit vereinten Kräften gegen den nächsten gefährlichen katarischen Konter verteidigten (60.), aber eigentlich hätten sie längst führen müssen.

Malli hatte in der 64. Minute seine erste eigene Torchance, einen Drehschuss aus acht Metern, der ein bisschen über das Tor, ein bisschen neben das Tor ging. Arda Turan, der erst ab Januar spielberechtigte Neuzugang des FC Barcelona, traf mit einem Freistoß von ganz weit links außen die Latte (66.). Katar musste froh sein in dieser Phase, dass es nur ein Testspiel war; für fiese Fouls an Cenk Tosun (einst Eintracht Frankfurt, inzwischen Besiktas) hätte es unter Wettbewerbsbedingungen rote Karten gegeben. Und in der 69. Minute hatte Malli seine Füße beim Ausgleich im Spiel.

Der resultierte aus einem kleinen Diagonalsprint des 05ers halbrechts an den Strafraum. Aus einem Steilpass auf die Grundlinie für den von jenseits des Linksverteidigers nach innen ziehenden Olcay Sahan (einst u.a. Duisburg und Kaiserslautern, inzwischen ebenfalls Besiktas). Der spielte zurück auf Malli, der den Schuss verpatzte, jedoch hielt Sahan den Angriff am Leben und Turans Schuss landete im Tor.

Tosun legte drei Minuten später das 2:1 nach; der Torwart ließ eine Flanke durchrutschen, setzte nach, verlor den Ball gegen Sahan und war bei Turans Flanke auf den Ex-Frankfurter nicht im Tor - Kopfball, Führung (72.).

Defensiv stimmte bis zum Schluss ziemlich wenig bei den Türken, gegen Konter waren sie total anfällig, aber offensiv können sie mit Malli als weiteren Techniker einiges anfangen.

Kosovo - Albanien 2:2

Besar Halimi (in blau) setzt sich mit Kosovo auch ohne Pflichtspielerlaubnis in der europäischen Fußballszene gut fest. Foto: imago

Derweil entwickelt sich in einem kleinen Eckchen des Balkan eine interessante junge Mannschaft. Kosovo hat vor ein paar Tagen erst mit seinem Antrag die Aufnahme in die UNESCO um drei Stimmen verfehlt; die Fußballmannschaft der von rund der halben Welt anerkannten Republik dagegen emanzipiert sich weiter auf internationalem Boden. Seit knapp zwei Jahren darf sie unter gewissen Bedingungen Freundschaftsspiele gegen FIFA-Mitglieder austragen. Vom Nachbarn Albanien trennten sich die Kosovaren am Freitag in einem flotten, attraktiven Spiel mit 2:2, seinen zweiten Länderspieleinsatz hatte dabei Besar Halimi, der von Mainz 05 an den FSV Frankfurt ausgeliehene Mittelfeldspieler.

Die Partie gegen den großen Bruder muss ein Feiertag gewesen sein in der Prishtina, der Hauptstadt des mehrheitlich von Albanern bewohnten Landes. Das Stadion war rappelvoll, ebenso die Dächer der benachbarten Häuser. Die Zuschauer sahen Angriffsfußball beider Mannschaften. Mit großem Spielaufbau über die Verteidiger hielten sich die Teams selten auf.

Mergim Brahimi von GC Zürich, zweimaliger Torschütze beim seinem Debüt vor einem Monat, dem 2:0 Kosovos gegen Äquatorial-Guinea, und einst selbst albanischer Nationalspieler, hatte jedoch erst in der 39. Minute mit einem harten Lattenschuss die erste Torchance. Halimi hatte in der 49. eine größere, als er einen Diagonalpass aufs Fünfereck bekam. Der Ball war schwierig zu nehmen, Halimi versuchte, ihn mit hohem Fuß am Torwart vorbeizustoppen und schaffte das im Prinzip. Der Ball streifte jedoch den Keeper und ging knapp am Tor vorbei.

Serdar, Huth und Balogun

Ohne den verletzten Leon Balogun spielte Nigeria nur 0:0 in Swasiland. Im Rückspiel am Dienstag brauchen die Nigerianer demnach einen Sieg, um die Gruppenphase der WM-Qualifikation zu erreichen.

Die deutsche U21-Nationalmannschaft gewann das EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan 3:1, dabei saß Jannik Huth nur auf der Bank.

Suat Serdar war beim 3:0 im Testspiel der U19-Auswahl gegen Schweden bis zur 82. Minute dabei. Florian Müller war wie Huth nur Ersatztorwart und Zuschauer.

Ab der 55. Minute aber fielen die Treffer. Rey Manaj, ein 18-jähriger Debütant von Inter Milan, köpfte Sekunden nach seiner Einwechslung nach einer Freistoßflanke das 1:0 für Albanien. Vier Minuten später setzte der 19-jährige Bersant Celina (Manchester City) einen Handelfmeter so an den Innenpfosten, dass er gegenüber knapp nebem dem Pfosten ins Netz ging - 1:1. Elbasan Rashani, noch so ein junger Debütant, brachte Kosovo in der 70. Minute gar in Führung mit einer veritablen Frechheit: Der 22-jährige Stürmer von Bröndby IF quetschte den Ball fast von der Grundlinie am blockenden Torwart vorbei ins kurze Eck. Wieder fiel der Ausgleich schnell: Nach einer Flanke fiel der Ball dem albanischen Verteidiger Amir Rrahmani vor die Füße und der schoss ihn hart unter die Latte (70.).

Eroll Zejnullahu von Union Berlin vergab in der 94. Minute die Siegtorchance Kosovos. Es war der Schlusspunkt in einem umkämpften, aber bemerkenswert freundschaftlichen Spiel - das ging so weit, dass der kosovarische Torhüter Samir Ujkani bei seiner Auswechslung in der 90. Minute auch alle albanischen Spieler in Reichweite knuddelte. Die kennt Ujkani gut: fünf Jahre lang war er albanischer Nationalspieler mit 20 A-Länderspielen, ehe er seinen Platz an Etrit Berisha verlor und die FIFA kurz darauf Kosovo eine eingeschränkte Spielerlaubnis erteilte.

Fazit: Da entsteht eine interessante Mannschaft, sicherlich auch bei erstklassiger Aufnahme in den Weltfußball nicht der kommende Europameister, aber mit in hochklassigen Klubs gut ausgebildeten Spielern und dem Potenzial, ein unangenehmer Gegner zu sein, der die Großen hin und wieder ärgern könnte. Muss man im Auge behalten.