Ein Abwehrtalent ab sofort

Christian Karn. Mainz.
Marin Sverko ist vor allem denjenigen ein Begriff, die sich in der U19-Bundesliga auskennen. Die ersten Schritte des kroatischen Juniorennationalspielers im Profifußball wurden durch eine Verletzung unterbrochen. Ein halbes Jahr, so hieß es zunächst, habe der Linksverteidiger noch, um sich beim Karlsruher SC in der 2. Bundesliga zu beweisen; Anfang Januar verpflichtete der FSV Mainz 05 den dann vertragslosen jungen Fußballer ablösefrei ab Sommer bis 2021. Nun zogen die 05er den Transfer vor; Sverko kommt bereits jetzt und bekommt die Rückennummer 19.

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 2. Januar 2017 unter der Überschrift "Ein Abwehrtalent für den Sommer" und wurde nun aktualisiert.

Der FSV Mainz 05 hat den ersten Neuzugang des Jahres an den Bruchweg geholt. Marin Sverko hatten sich die 05er schon Anfang Januar für die Spielzeiten 2017/18 bis 2020/21 gesichert. Eigentlich sollte sich der kroatische Juniorennationalspieler noch bis Sommer beim Karlsruher SC bleiben, nun zogen die 05er den ursprünglich ablösefreien Transfer - der Vertrag des Linksverteidigers lief nur noch bis Saisonende - durch die Zahlung einer wahrscheinlich nicht allzu hohen Ablöse vor. "Wir freuen uns, dass sich Marin Sverko bereits jetzt Mainz 05 anschließt", sagt 05-Sportdirektor Rouven Schröder. "So können wir ihn frühzeitig an die Spielweise unserer Mannschaften heranführen."

Den Bruchweg hat Marin Sverko (links) schon in der U19-Bundesliga und im Testspiel der KSC-Profis kennengelernt. Auf Dauer will der Linksverteidiger in die Opel Arena wechseln, aber es wäre keine große Überraschung, würde man ihn vorerst noch öfter im kleinen 05-Stadion sehen. Foto: imago"Unserer Mannschaften" - das deutet an, dass der gebürtige Pforzheimer, der Anfang Februar 19 Jahre alt wird, und dann sein Alter auch auf dem Rücken seines Trikots tragen wird, zumindest kurzfristig nicht für den Profikader vorgesehen sein dürfte. Sverko ist noch in der U19-Bundesliga spielberechtigt, dort ist bei den 05ern Niklas Kölle gesetzt, der ein Jahr jüngere Ex-Wolfsburger, der im Trainingslager und beim Telekom-Cup das Profiteam ergänzte. Womöglich wird das Abwehrtalent erst einmal im Drittligateam der 05er spielen. Das wäre zwei Stufen höher als im größeren Teil der Hinrunde: In insgesamt 14 Pflichtspielen war Sverko da für drei verschiedene KSC-Mannschaften auf dem Platz: Sechsmal spielte er jeweils für die A-Junioren und das Oberligateam - dort zusammen mit den Ex-05ern Linus Radau, Carsten Lutz und Tim Fahrenholz und unter dem Kommando des ehemaligen Mainzer U19-Trainers Stefan Sartori, meist als Linksverteidiger, aber auch aushilfsweise in der Innenverteidigung; mit 1,87 Metern und 78 Kilogramm ist er ein Außenverteidiger vom großen, robusten Typ. Ende November debütierte Sverko im Zweitligateam des KSC: Beim 0:0 in Kaiserslautern verteidigte er bereits in der Startelf. Zuvor hatte er erst einmal auf der Profi-Bank gesessen. Auch am folgenden Spieltag (1:2 gegen Fürth) spielte der künftige Mainzer von Anfang an, beim Stand von 0:2 musste er wegen einer Muskelverletzung ausgewechselt werden. "Mein Ziel ist es, in der Bundesliga zu spielen", zitieren die 05er ihren Neuzugang zwar, aber schon im nächsten Satz nimmt Sverko das Tempo aus der Aussage: "Ich weiß, dass ich bei Mainz 05 in den nächsten viereinhalb Jahren meine Entwicklungsschritte gehen kann, um dieses Ziel zu erreichen."

Die 05er lernten den Verteidiger bereits auf dem Platz kennen, nicht nur in mehreren Juniorenbundesligaspielen (beim 5:2-Sieg der 05er in Karlsruhe in der vergangenen Saison hat Sverko das 2:2 geschossen), sondern auch im März 2016 im Testspiel gegen die KSC-Profis, jener kuriosen Partie, in der Gianluca Curci zwei Elfmeter verschuldete, einen hielt und den anderen nicht halten musste, weil Jimmy Hoffer neben das Tor schoss.

Auch international hat Sverko bereits einige Erfahrungen gesammelt. Der 18-Jährige stand im U15-Team des DFB, wechselte dann zum kroatischen Verband, für den er in der U17, U18 und U19 insgesamt zehn Länderspiele bestritt. 2015 stand er im Kader der U17-WM in Chile, war aber kein Stammspieler.

Rouven Schröder will seinem ersten Transfer des Jahres keinen allzu großen Rucksack aufsetzen. "Wir sehen in Marin Sverko das Potenzial für einen dauerhaften Weg in den Profifußball", erklärt der 05-Sportdirektor. "Fußballerisch und physisch hat er hierfür alle Anlagen. Wir freuen uns, dass er seine nächsten Entwicklungsschritte bei Mainz 05 gehen wird." Der neue Viereinhalbjahresvertrag sollte dem Verteidiger die nötige Zeit geben.

Unterdessen ist Gianluca Curci wieder an der Severn-Mündung unterwegs, diesmal aber nicht in Bristol, sondern gegenüber. Beim am rechten Ufer gelegenen Zweitliga-Klub Cardiff City absolviert der Torwart sein zweites Probetraining des jungen Jahres.

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