Ehrgeizig in die Abschluss-Vorstellung

Jörg Schneider. Mainz.
Für das angestrebte Finale in der Gruppe C der Europaliga hat es für den FSV Mainz 05 bekanntlich nicht gereicht. Die Mannschaft von Martin Schmidt hat in ihrem vorerst letzten Europaliga-Spiel keine Chance mehr aufs Weiterkommen. Für die Beteiligten ist die Partie am Donnerstagabend in der Opel Arena gegen Qäbälä FK dennoch kein lockeres Auslaufen. Da stecke sehr viel sportlicher Ehrgeiz drin in dieser Partie, sagte Martin Schmidt am Mittwoch in der Pressekonferenz. „Wir wollen diesem Ehrgeiz nachkommen. Das verpflichtet mich, ganz klar ein Team auf den Platz zu stellen, das gewinnen soll und gewinnen muss.“

Noch ein Spiel, dann ist das Abenteuer Europaliga für den FSV Mainz 05 zu Ende. Die Voraussetzungen für die Partie am Donnerstagabend (19 Uhr) in der Opel Arena sind bekannt: Die Mannschaft von Martin Schmidt ist ebenso wie der Gegner bereits vorzeitig ausgeschieden. Beide Klubs sind nicht mehr in der Lage, noch einen der beiden ersten Plätze in der Gruppe C zu erreichen, die zum Überwintern und zum Einzug in die nächste Runde qualifizieren. Der RSC Anderlecht und die AS Saint-Etienne, die sich zum Abschluss gegenüberstehen, sind weiter. Für die Mainzer geht es letztlich darum, sich gegen Qäbälä FK anständig aus dem Wettbewerb zu verabschieden. Anständig, das heißt mit einem Sieg gegen den Klub aus Aserbaidschan, der bisher alle Spiele verloren hat. Auch bekanntlich sein Heimspiel gegen die 05er mit 2:3.

Zuversichtlich und mit großem Ehrgeiz in die Abschlusspartie der Europaliga: 05-Trainer Martin Schmidt und Mittelfeldspieler Fabian Frei in der Pressekonferenz vor der Partie gegen Qäbälä. Foto: Jörg SchneiderNun könnte man auf die Idee kommen, der 05-Trainer würde morgen Abend eine Art B-Elf ins Rennen schicken, um noch einmal einigen Spielern, die bislang nicht so zum Zuge gekommen sind, Einsatzzeiten, Spielpraxis zu geben, Erfahrungen in einer internationalen Partie sammeln zu lassen. Doch davon will der Schweizer nichts hören. „Wir stehen vor einem Spiel, in dem noch sehr viel sportlicher Ehrgeiz drin ist von meiner Seite, von der Vereinsseite und auch vom Team“, sagte Schmidt am Mittwoch in der Pressekonferenz. „Wir wollen diesem Ehrgeiz nachkommen. Das verpflichtet mich, ganz klar ein Team auf den Platz zu stellen, das gewinnen soll und gewinnen muss. Deshalb werde ich nicht stark durcheinandermischen und irgendetwas was herschenken. Es ist trotz allem ein Europapokalspiel, ein Match, in dem es um zu viel geht. Nicht nur um Finanzen und ums Standing, sondern auch um Konkurrenzfähigkeit und jederzeit für Deutschland diese Koeffizienzpunkte für die Länderwertung zu holen. Da zählt jeder einzelne Punkt. Deshalb liegt für uns da genug sportliche Herausforderung drin“, betont der 49-Jährige.  

Der Kader werde also im Großen und Ganzen so aussehen wie in der Bundesliga, mit den Änderungen, die es brauchte. Danny Latza darf nicht spielen. Der Sechser ist aufgrund seines langen Verletzungsausfalles von der sportlichen Leitung nicht der Uefa gemeldet worden für diesen Wettbewerb. Philipp Klement, Besar Halimi und Emil Berggreen ebenfalls nicht. „Die anderen kommen alle in Frage. Ich werde aber nicht sieben raus nehmen, sieben rein und zwei Tage später wieder alles rumdröseln“, sagt der Trainer, der mit seinem Team am Sonntag in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach auf der Matte stehen muss. „Der Kader ist für mich ein Konstrukt, da muss man sich über Leistung, über Einsatz, über Fitness und über Willen und Ehrgeiz qualifizieren. Da sind die Plätze rar. Deshalb wird sich der Kader nicht viel ändern. Wir können da nicht mit einer B- oder C-Mannschaft antreten und glauben, die weghauen zu können. Da braucht es einen guten Kader, ein gutes Team.“

Die Auswahl ist groß für den Trainer. Die Stammspieler sind fit, Jean-Philippe Gbamin, in der Bundesliga gegen die Bayern zuletzt gesperrt, kann wieder mitmischen. Und nicht wenige rechnen zudem mit einem Comeback von Yoshinori Muto. Der Japaner, kann nach zehnwöchiger Verletzungspause seit geraumer Zeit wieder das komplette Trainingspensum absolvieren, brennt auf einen Einsatz und könnte durchaus ein Kandidat für eine Joker-Rolle in der zweiten Halbzeit sein. Der Stürmer hatte im Hinspiel in Baku beim 3:2-Erfolg die 1:0-Führung erzielt. Fabian Frei, der wie schon in Aserbaidschan wohl wieder auf der Doppelsechs auflaufen wird und am Mittwoch neben Schmidt auf dem Podium saß, glaubt jedenfalls nicht, dass die Motivation im Team unter der Ausgangssituation leidet. „Natürlich hätten wir gerne ein Finale gehabt, aber das haben wir uns selbst verbockt. Das ist  nun mal so. Damit müssen wir leben“, sagte der Schweizer. „Auf dem Platz vergisst man das aber. Wir sind hier, um Spiele zu gewinnen. So, wie ich die Mannschaft kenne, gehen wir da nicht rein und geben nur 80 Prozent. Wir wollen alles geben und gewinnen. Es ist ein internationales Spiel, es ist ein Gruppenspiel. Es wäre sehr schade, wenn wir das wegschmeißen würden. Das Ziel muss sein eine gute Leistung zu bringen und  ein gutes Resultat zu erzielen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns das gelingt.“

Die Mainzer sind nicht sang- und klanglos ausgeschieden aus dieser Gruppenphase. Mit einem Abschlusserfolg gegen Qäbälä kann die Mannschaft ihr Punktekonto auf neun Zähler aufstocken und würde sich dann mit nur einer Niederlage aus dem Wettbewerb verabschieden.   

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