Durchpustende Leistungsträger

Jörg Schneider. Mainz.
Die Fußballprofis des FSV Mainz 05 haben ihre erste Woche der Länderspielpause mit einem mageren und wenig zufriedenstellenden Unentschieden abgeschlossen. Der Bundesligist trennte sich vor rund 350 Zuschauern am Bruchweg mit 1:1 vom FSV Frankfurt. Dem 05-Trainer hat das nicht gefallen. „Einen Zweitligisten, der dazu noch alles durchwechselt, musst du einfach schlagen“, sagte Martin Schmidt etwas angefressen.

Maximilian Beister erzielte bei seinem 45-minütigen Wettkampf-Comeback den Ausgleichstreffer zum 1:1 für die 05er. Foto: Mainz 05Das war nicht die Welt, was der FSV Mainz 05 da gegen den Namensvetter aus Frankfurt auf den Rasen des Bruchwegstadions zauberte. Der Bundesligist war zwar in diesem Länderspielpausen-Testspiel die deutlich überlegene Mannschaft, brachte aber vor den rund 350 Besuchern nicht mehr als ein dünnes 1:1 (1:1) zustande. Und das, obwohl die 05er eigentlich personell sehr ordentlich aufgestellt waren und der nicht in Bestbesetzung angetretene Gegner in der zweiten Hälfte fast komplett durchwechselte.

Entsprechend gemischt fiel dann auch das Urteil des Trainers aus. Zufrieden sei er nur in der Hinsicht, sagte Martin Schmidt nachher, weil ihm diese Partie doch eine ganze Reihe wichtiger Erkenntnisse geliefert habe, die in der täglichen Arbeit verwertbar seien. Sowohl positive als auch negative Erkenntnisse. Zufrieden sei er auch, weil dieses Spiel gegen den Zweitligisten eine gute Partie gewesen sei, um diese intensive erste Länderspielwoche abzuschließen.

Schmidts Unzufriedenheit hing in erster Linie mit seinen Bundesliga-Stammspielern zusammen. „Die arrivierten Leute bei uns kamen nicht an ihre Leistung heran“, kritisierte der 48-Jährige. Das ist allerdings ein Phänomen, das häufig in solchen Begegnungen zu beobachten ist, wenn es nicht ums Ganze geht. „Vielleicht lag es an der fehlenden Spannung und daran, dass einige nach den harten Wochen jetzt erst einmal durchpusten.“ Gefallen hat es dem Schweizer jedenfalls nicht. „Einen Zweitligisten, der dazu noch alles durchwechselt, musst du einfach schlagen. Das ist das, was bei mir eine Unzufriedenheit hinterlässt.“

Schmidt beklagte das mangelnde Durchsetzungsvermögen in  vorderster Reihe und sprach damit konkret Florian Niederlechner, Pablo De Blasis und Jairo an, deren Vortrag doch extrem fehlerbehaftet war und die eine Menge an guten Gelegenheiten im Ansatz liegen ließen. „Es war solide, aber mit dem Ball in des Gegners Hälfte waren wir nicht gut. Und wir haben zu viel liegen gelassen“, sagte Schmidt. „Dass einige Spieler hier ihre Chance ungenutzt gelassen haben, ist auch eine Erkenntnis.“ Im Prinzip wollte der Schweizer nur zwei Akteure als Gewinner dieser Veranstaltung lobend herausheben: Philipp Klement und Alexander Hack. Sowohl der auf der zehn spielende Mittelfeld-Stratege als auch der konsequente Innenverteidiger aus der U23 hinterließen den besten Eindruck.

Klement hatte großes Pech in der 39. Minute. Da scheiterte der feine Techniker mit einem sehenswerten Freistoß aus 18 Metern. Der Ball knallte zunächst gegen den rechten Pfosten, dann an den linken, sprang von dort Stefan Bell ans Wadenbein, der den Ball jedoch nicht mehr kontrolliert aufs Tor, sondern nur noch in die Arme von FSV-Keeper Sören Pirson beförderte.

Die Frankfurter waren nach zwei guten 05-Möglichkeiten durch Maximilian Beister und Klement nach 20 Minute in Führung gegangen. Ein Fehler von Rechtsverteidiger Tobias Schilk nutzte Zlatko Dedic. Der Slowene hielt aus 20 Metern einfach mal drauf, Gianluca Curci stand zu weit vor dem 05-Tor, sprang auch nicht richtig ab und musste dem Ball zum 0:1 hinterherschauen. Neun Minuten später machte Maxi Beister aus seinem 45-Minuten-Wettkampf-Comeback ein gelungenes. Der Linksaußen nahm einen von Niederlechner über den FSV-Innenverteidiger gechippten Ball im Strafraum an und vollstreckte aus zwölf Metern trocken ins lange Eck zum Ausgleich.

Nach der Pause scheiterten Yunus Malli, De Blasis und Niederlechner am FSV-Keeper (57.), Gaetan Bussmann mit einem gezielten Distanzschuss übers Tor (68.) und Niki Zimling aus ähnlicher Entfernung mit einem Ball knapp neben den Pfosten. Ansonsten blieben viele 05-Angriffe in dieser zweiten Hälfte im Ansatz stecken. Die Frankfurter näherten sich in der 70. Minute erstmals in Halbzeit zwei dem Mainzer Tor und hatten in der 80. Minute dann doch die große Siegchance. Curci schoss nach einer Rückgabe von Daniel Brosinski aus kurzer Distanz den Gegner an. Edmond Kapllani hatte freie Schussbahn, doch Niko Bungert blockte im letzten Moment.

Mainz 05 (1. Halbzeit): Curci - Schilk, Bell, Hack, Bussmann - Moritz, Latza - Jairo, Klement, Beister - Niederlechner.

Mainz 05 (2. Halbzeit): Curci - Brosinski, Bungert, Hack, Bussmann (68. Wachs) - Moritz, Zimling - Jairo (59. Parker), Klement (59. Malli), De Blasis - Niederlechner.

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