Drei Mainzer können's jetzt schon schaffen

Christian Karn. Mainz.
Die Gruppenphase der europäischen WM-Qualifikation geht in diesen Tagen zu Ende. Drei Mainzer sind dabei: Fabian Frei will mit der Schweiz die Tabellenführung verteidigen, Viktor Fischer will mit Dänemark versuchen, Polen zu schnappen oder zumindest vor Montenegro zu bleiben. Kenan Kodro hat mit Bosnien und Herzegowina keine Chance mehr auf den Gruppensieg, aber Platz zwei ist noch drin. In Afrika kann derweil Leon Balogun mit Nigeria die WM-Teilnahme klar machen. Yoshinori Muto ist mit Japan schon weiter und spielt nur Testspiele. Und für Levin Öztunali und Abdou Diallo hat die U21-EM-Qualifikation erst begonnen.

Alle Spiele

Do., 5. Oktober
17.00: 05 - SVS
19.00: U21 FRA - MNE
20.45: MNE - DEN

Fr., 6. Oktober
12.20: JPN - NZL
19.00: MLI - CIV
19.00: U21 GER - AZE

Sa., 7. Oktober
17.00: NGR - ZAM
18.00: BIH - BEL
20.45: SUI - HUN

So., 8. Oktober
18.00: DEN - ROM

Mo., 9. Oktober
21.00: U21 LUX - FRA

Di., 10. Oktober
12.30: JPN - HAI
19.00: U21 NOR - GER
20.45: EST - BIH
20.45: POR - SUI

32 Nationalmannschaften werden im kommenden Sommer in Russland um die Weltmeisterschaft spielen. Der Spielplan wurde soeben veröffentlicht und führt 64 Partien auf, beginnend mit dem Eröffnungsspiel zwischen Russland und dem an zweite Stelle gelosten Team der Gruppe A am 14. Juni (17 Uhr) im Luschniki-Stadion, endend mit dem Finale am 15. Juli, ebenfalls 17 Uhr, ebenfalls in der Moskauer Arena. Acht Nationen sind bereits qualifiziert; neben dem Gastgeber sind das Belgien als bisher einziges europäisches Team, Brasilien als erster Vertreter Südamerikas, Mexiko aus der Nord- und Mittelamerika-Gruppe sowie Iran, Japan, Saudi-Arabien und Südkorea aus der bereits weitgehend abgeschlossenen asiatischen Qualifikation, in der lediglich noch Syrien und Australien in einer Playoff-Runde festlegen, wer in die Relegation gegen den Nord- und Mittelamerika-Vierten darf.

Verfolger mit Hoffnung: Viktor Fischer im dänischen Trikot. Foto: imagoFür Yoshinori Muto ist die entscheidende Phase damit vorbei. Der Mittelstürmer des FSV Mainz 05 wird in den kommenden Tagen mit der japanischen Nationalelf lediglich zwei Testspiele bestreiten, am Freitag (12.20 Uhr) in Toyota gegen Neuseeland und am kommenden Dienstag (12.30 Uhr) in Yokohama gegen Haiti. Auch für Alexandru Maxim ginge es um nichts mehr; der rumänische Mittelfeldspieler wurde jedoch vom neuen Nationaltrainer Cosmin Contra nicht für die bedeutungslosen Spiele gegen Kasachstan und Dänemark nominiert. Der langjährige Rechtsverteidiger der rumänischen Nationalmannschaft ist der Nachfolger von Christoph Daum, der mit den Tricolorii die WM-Qualifikation vor wenigen Wochen verpasste.

Damit wird Viktor Fischer nicht gegen einen Vereinskollegen spielen. Für die Dänen geht es noch um vieles in der europäischen Gruppe E. Sie sind Dritter, drei Punkte hinter dem Tabellenführer Polen, punkt- und torgleich mit Montenegro, das im direkten Vergleich in Führung liegt. Am Donnerstag (20.45 Uhr in Podgorica) geht es für die Dänen darum, das 0:1 aus dem Hinspiel zu drehen. Polen möchte bereits um 18 Uhr in Armenien vorlegen. Ein Sieg der Dänen würde Montenegro noch nicht zwingend abhängen, eine Niederlage wäre noch nicht zwingend das Aus, weil die Tordifferenz Priorität vor dem direkten Vergleich hat. Die Entscheidung über die Abschlussplatzierung Dänemarks wird erst im Heimspiel gegen Rumänien in Kopenhagen am Sonntag, 18 Uhr, fallen. Gleichzeitig spielt Polen gegen Montenegro - es wird spannend. Nur der Gruppensieger hat die WM-Qualifikation sicher. Von den neun Gruppenzweiten scheidet der Schlechteste direkt aus, die übrigen acht spielen eine K.o.-Runde um die verbleibenden vier Plätze Europas bei der Weltmeisterschaft.

Tabellenführer unter Druck: Fabian Frei im schweizer Trikot. Foto: imagoGut sieht es momentan für Bosnien und Herzegowina aus. Mit dem klaren Sieg in Gibraltar, zu dem der 05er Kenan Kodro ein Tor beitrug, sind die "Drachen" Zweiter in der Gruppe H, zwar ohne Möglichkeit, Belgien noch einzuholen, aber (noch) mit einem kleinen Vorsprung auf Griechenland und einem größeren auf Zypern. Das Heimspiel gegen Belgien am Samstag, 18 Uhr, in Sarajevo ist eine große Chance, zumal die Verfolger gegeneinander spielen. Von einem Heimsieg Griechenlands gegen Gibraltar am letzten Spieltag muss man wohl ausgehen, daher ist Bosnien dazu gezwungen, in den Partien gegen den Gruppensieger und in Estland (Dienstag, 20.45 Uhr in Tallinn) noch ein paar Punkte zu holen, um den zweiten Platz zu verteidigen.

Der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic hat unterdessen einen Pendler mal wieder eingeladen, den 05er Fabian Frei, der seit Jahren immer mal dabei ist, dann wieder nicht, dann wieder doch. Mit einer eindrucksvollen Siegesserie von acht Erfolgen und nur drei Gegentoren sind die Schweizer immer noch Tabellenführer der Gruppe B; es geht nur noch um die Frage, ob sie sich direkt qualifizieren oder durch die Playoffs müssen. Am Samstag mit dem Spiel gegen Ungarn (20.45 Uhr in Basel) wird sich die Frage sicherlich noch nicht beantworten lassen - der Verfolger Portugal wird in Andorra sicherlich gewinnen. Ein Heimsieg gegen die Ungarn - deren Ex-05er Ádám Szalai beim Schweizer 3:2-Hinspielsieg zwei ihrer drei Gegentore geschossen hat - wäre auch deshalb außerordentlich wichtig, weil es am letzten Spieltag zum Showdown nach Lissabon (Dienstag, 20.45 Uhr) geht. Und die Portugiesen haben jetzt schon die deutlich bessere Tordifferenz.

Tabellenführer mit Vorsprung: Leon Balogun im weißen nigerianischen Trikot. Foto: imagoIn der afrikanischen Qualifikation muss Nigeria den Drei-Punkte-Vorsprung auf Sambia über die letzten beiden Runden bringen; Algerien und Kamerun sind bereits ausgeschieden. Mit dem 05er Leon Balogun als Abwehrchef spielen die Nigerianer am Samstag, 17 Uhr, in ihrem Heimstadion in Uyo gegen den Verfolger; der letzte Spieltag findet erst im November statt. Ein zweites Länderspiel hat Nigeria in dieser Nationalmannschaftsphase nicht geplant. Bereits am Freitag, 19 Uhr, spielt die Elfenbeinküste in Bamako ihr Auswärtsspiel gegen Mali; Jean-Philippe Gbamin, der nach Abschluss seiner U21-Karriere in Frankreich zum afrikanischen Verband gewechselt ist, ist nominiert. Die Ivorer sind ebenfalls Tabellenführer ihrer Gruppe, haben aber noch Marokko und Gabun dicht hinter sich; selbst Mali hat angesichts eines Fünf-Punkte-Rückstands noch minimale Chancen. Und auch die Ivorer haben in diesen Tagen sonst nichts vor.

Noch viel entspannter ist die Lage in der Qualifikation zur U21-Europameisterschaft. In dieser spielt Deutschland in der Gruppe 5 am Freitag, 19 Uhr, in Cottbus gegen Aserbaidschan und am Dienstag, 19 Uhr, in Drammen gegen Norwegen. Frankreich spielt in der Gruppe 9 am Donnerstag, 19 Uhr, in Troyes gegen Israel und am Montag, 21 Uhr, in Esch gegen Luxemburg. Levin Öztunali und Abdou Diallo wurden nominiert, Suat Serdar setzt aus. Und Tabellenbetrachtungen sind sinnlos, weil beide Teams erst einmal gespielt, ihre Gruppengegner dagegen schon bis zu vier Partien absolviert haben.

Noch ehe die Länderspiele beginnen, treten die übrigen 05er am Bruchweg am Donnerstag, 17 Uhr, gegen den SV Sandhausen an.

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