Drei Einsätze, drei Siege in den Nachwuchsteams

Christian Karn. Mainz.
Drei Testspieleinsätze, 178 Minuten, drei Siege gab es für die drei Junioren-Nationalspieler des FSV Mainz 05, die am Donnerstag die Länderspielwoche eröffneten. Der Drittligatorwart Florian Müller gewann mit der deutschen U20 1:0 in Italien, der spät eingewechselte Levin Öztunali mit dem gleichen Ergebnis das U21-Spiel gegen die Türkei. Jean-Philippe Gbamin gewann mit der französischen U21 sogar 5:1 gegen die Elfenbeinküste. Alle drei Teams spielen am Montag beziehungsweise Dienstag eine weitere Partie.

Alle Spiele

Do., 10. November:
15.00: ITA - U20 0:1
18.00: U21 - TUR 1:0
18.45: FRA U21 - CIV 5:1
19.00: Karbach - 05 0:3

Fr., 11. November:
20.45: DEN - KAS

Sa., 12. November:
17.00: NGR - ALG
18.00: TUR - KOS
18.00: AUT - IRL

So., 13. November:
15.30: U19 - CZE
13.00: U18 - IRL

Mo., 14. November:
14.00: U18 - NED
18.00: U20 - POL
20.45: FRA U21 - ENG

Di., 15. November:
18.00: AUT - SVK
18.30: POL - U21
20.30: CZE - DEN

Mit einem kurzen, einem langen und einem kompletten Einsatz in verschiedenen hohen Nachwuchsteams hat für die Nationalspieler des FSV Mainz 05 die Länderspielphase begonnen - unterm Strich erfolgreich: Florian Müller schlug mit der U20 die gleichaltrigen Italiener 1:0, Levin Öztunali gewann mit der U21 gegen die Türkei ebenfalls 1:0, Jean-Philippe Gbamin mit Frankreich sogar 5:1 gegen die Elfenbeinküste. In allen drei Spielen ging es jedoch nicht um Punkte, es waren lediglich Testpartien.

Müller, der Stammtorwart der Mainzer Drittligamannschaft, hatte bei der Partie in Forli nicht allzu viel Arbeit. Seine Abwehr ließ in einem Kampfspiel wenige Chancen zu. Das Tor des Nürnbergers Cedric Teuchert kurz vor der Halbzeit reichte daher zum knappen Auswärtssieg. Am Montag spielt die U20-Nationalmannschaft in Zwickau gegen Polen.

Jean-Philippe Gbamin spielte auf der nicht mehr gewohnten Position im Abwehrzentrum nicht fehlerfrei; dank der Offensivstärke der Franzosen war das kein großes Problem. Foto: imagoGbamin, der in Beauvais von der ersten bis zur 89. Minute spielte, hatte auf der nicht mehr gewohnten Position in der Innenverteidigung durchaus seine Mühe, machte nicht sein bestes Spiel. Insbesondere beim Gegentor in der 13. Minute wurde die französische Abwehr viel zu einfach düpiert; den Hauptfehler machte dabei jedoch der zweite Innenverteidiger, Presnel Kimpembe. Bei einem langen Steilpass verließ sich Gbamin wohl etwas zu sehr auf den Verteidiger von Paris Saint-Germain. Der wiederum zog zurück, weil der Gegenspieler ohnehin ausgerutscht und gestürzt war. Den Torschützen Vakoun Bayo, der innerhalb des Linksverteidigers nachsetzte, hatte keiner auf der Rechnung.

Es war in einem recht einseitigen Spiel der Ausgleich. Vincent Koziello (OGC Nizza) hatte die Franzosen früh in Führung gebracht. Ein Hattrick von Sébastian Haller, der sicherlich nicht mehr lange Torjäger des FC Utrecht ist, entschied das Spiel (37., 60., 66.), ehe Jean Kévin Augustin (PSG) in der Nachspielzeit das wohl schönste Tor schoss, technisch anspruchsvoll den eng mitlaufenden, ihn abdrängenden Innenverteidiger mit dem Torschuss gegen die Laufrichtung aller Beteiligten aufs lange Eck tunnelte.

Öztunali dagegen spielte nur zehn Minuten; seine Position auf dem rechten Flügel gehörte bis zur Schlussphase Leroy Sané (Manchester City), der gegen die Türkei in der 38. Minute Jeremy Toljans Siegtor vorbereitete. Der türkische Torwart Gökhan Akkan (Rizespor) sah beim Volleyschuss des Hoffenheimers auf den ersten Blick nicht gut aus, hatte aber wohl keine Chance; direkt vor ihm hatte ein Innenverteidiger den Ball tückisch abgefälscht.

Es war das 13. Sieg in Folge für die U21-Nationalmannschaft, der neue Trainer Stefan Kuntz hat damit einen neuen Startrekord aufgestellt. Seine Mannschaft zeigte jedoch die beiden Defizite, die schon in den vorherigen Spielen zu erkennen war: Ihr Offensivspiel ist im Grunde ausgezeichnet, aber die Chancenverwertung war miserabel. Lediglich Öztunali kann seine vergebenen Torchance in der 89. Minute wohl damit relativieren, dass er auf den letzten Schritten zweimal gefoult worden war; Schiedsrichter Amaury Delerue erkannte die freilich schwer zu sehenden Notbremsen nicht. In der ersten Hälfte hatte der Franzose möglicherweise entscheidend eingreifen müssen; den Griff von Irfan Can Kahveci (Genclerbirligi) an den Hals des Wolfsburgers Max Arnold, der viel aus dem Zwischenfall machte, wertete Delerue in der 20. Minute als Tätlichkeit.

Aber auch in Überzahl leistete sich die deutsche Mannschaft zwei, drei Mal die ebenfalls nicht neue defensive Naivität. Nach einer typischen Nachlässigkeit schoss Mittelstürmer Kubilay Kanatsizkus (Bursaspor) an den Pfosten (59.), Torwart Julian Pollersbeck (FCK) hielt in höchster Not gegen Yusuf Yazici (67.). In der Schlussphase andererseits hätte das 2:0, 3:0, vielleicht 4:0 fast schon fallen müssen. Akkan parierte einige Schüsse sehenswert, bekam es aber von den Stürmern etwas zu leicht gemacht. Öztunali schlug nach seiner Einwechslung und vor der der genannten Torchance ein paar Flanken, die aber nicht ankamen.

Die deutsche U21 spielt am Dienstag in Tychy gegen Polen, Frankreich schon tags zuvor in Bondoufle bei Paris gegen England.

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