Drama um Berggreen: Kreuzbandriss

Jörg Schneider. Mainz.
Mehr Pech geht nicht: Emil Berggreen, seit Februar dieses Jahres als Neuzugang beim FSV Mainz 05 unter Vertrag und seitdem dauerverletzt, muss alle Hoffnungen auf ein Comeback in der neuen Saison begraben. Der dänische Mittelstürmer zog sich am Donnerstag bei einem Trainingsversuch am Bruchweg einen Kreuzbandriss zu und fällt damit weitere lange Monate aus. „Es ist ein Drama, es ist wirklich bitter für den Jungen“, sagt Sportdirektor Rouven Schröder. „Er bekommt von uns jede Unterstützung, die er jetzt benötigt.“

Schlimmer geht’s eigentlich nicht. Beim ersten Trainingsversuch nach monatelangem Verletzungsausfall hat es Emil Berggreen erneut erwischt. Und diesmal schlimmer als in den Monaten zuvor: Der dänische Mittelstürmer des FSV Mainz 05 hat sich am Donnerstagvormittag einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen. Das haben die ärztlichen Untersuchungen in Mainz ergeben. Der 23-Jährige wird sich voraussichtlich in der kommenden Woche einer Operation unterziehen. Berggreen hatte zum Start der Vorbereitungen bereits versucht ins Mannschafstraining einzusteigen. Doch das Knie des langen Stürmers machte noch nicht mit. Am Donnerstag, nach individuellem Aufbautraining und einer längeren schmerzfreien Phase, sollte ein weiterer Test zeigen, ob Berggreen soweit wiederhergestellt sei, um mit dem Team ins Trainingslager nach Italien zu fahren. Der Versuch endete in einem persönlichen Drama für den Profi.

Im Mannschafstraining der 05er hat sich Emil Berggreen nur am Anfang mal kurz zeigen können. Nun hat ein Kreuzbandriss alle Comeback-Hoffnungen des Dänen zerschlagen. Foto: Jörg Schneider„Das tut uns für Emil Berggreen wahnsinnig leid, gerade auch, weil er sich bereits über einen langen Zeitraum in individuellem Training ans Team herangekämpft hatte. Er bekommt von uns jede Unterstützung, die er jetzt benötigt. Wir drücken ihm für die Genesung fest die Daumen“, sagt Rouven Schröder. Der 05-Profi war im Februar vom Zweitligisten Eintracht Braunschweig zum Bruchweg gewechselt und schon verletzt in Mainz angekommen. Ein Handicap, das die 05er in Kauf genommen hatten, weil sie von einer schnellen Genesung des 23-Jährigen überzeugt waren. Der Klub hatte sich für den Transfer entschieden, weil der Spieler sonst nicht zu bekommen gewesen wäre, wie es damals hieß. Berggreen habe sich vor sechs Jahren einer Operation an der Patellasehne unterzogen. Dabei sei ein Schleimbeutel angegriffen worden, der sich im Laufe der Zeit vergrößert habe. Dieser Schleimbeutel habe dem Spieler seit geraumer Zeit Probleme bereitet und dauerhaft Schmerzen verursacht. Berggreen habe die Vorrunde in Braunschweig nur mit Hilfe schmerzstillender Medikamente spielen können.

Der Stürmer kam dann nach einer sechswöchigen Reha nach Mainz, wo sich die medizinische Abteilung schnell dafür entschied, den Schleimbeutel im Knie in einem operativen Eingriff in einer Münchner Klinik glätten zu lassen. Trainer Martin Schmidt rechnete damals damit, innerhalb von vier Wochen einen vollwertigen Spieler zur Verfügung zu haben, der sich entwickeln könne und für die neue Saison aufgebaut werden könne. Das war Ende Februar. Seitdem ist Berggreen, für den die 05er zwischen zwei und drei Millionen Euro Ablöse bezahlt haben sollen, verletzt.

„Das ist ein Drama, das ist wirklich bitter“, sagt Schröder. „Der Junge hat ja hier noch gar nicht stattgefunden.“ Durch die neuerliche schwere Verletzung ist nun auch die neue Saison für den Dänen gelaufen. „Man kann sich kaum vorstellen, was das auch psychologisch für den Spieler bedeutet“, sagt Schröder. Danny Latza, der zuletzt wegen einer Adduktorenverletzung nicht trainierte, hat dagegen den Arbeitsversuch gut überstanden. Der Mittelfeldspieler kann Teile des Mannschafstrainings mitmachen und reist am Samstag mit dem 05-Kader ins Trainingslager nach Saint-Vincent im Aostatal.

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