Direkt-Kandidat für den 05-Kader

Jörg Schneider. Mainz.
Am Bruchweg beginnt am heutigen Donnerstag die gezielte Vorbereitung auf das Auswärtsspiel beim FC Schalke 04. Martin Schmidt kann nach der Pause erstmals mit seinem kompletten Kader auf die Sonntagpartie hinarbeiten, die den Auftakt bildet zu einem hammerharten Bundesligaprogramm in den kommenden Wochen. Neben den Rückkehrern Julian Baumgartlinger, Pierre Bengtsson und Yoshinori Muto bestreitet Jhon Cordoba heute seine erste Einheit für seinen neuen Klub. Und der Mittelstürmer aus Kolumbien soll auch schon in Gelsenkirchen auf der Bank sitzen.

Julian Baumgartlinger bringt die erfolgreiche EM-Qualifikation als Motivation mit nach Mainz. Yunus Malli spielte im Heimspiel gegen die 96er groß auf. Die 05er brauchen ihre Leistungsträger in Topform für das Programm der kommenden Wochen.   Die erste Länderspielpause der Saison ist vorüber und bis die nächste beginnt, erwartet den FSV Mainz 05 ein hammerhartes, umfangreiches, aber eng gefasstes Bundesligaprogramm. Mit der Partie am Sonntag (17.30 Uhr) beim FC Schalke 04 startet der augenblickliche Tabellenfünfte in eine Phase, in der die Mannschaft von Martin Schmidt Farbe bekennen, sich massiv wehren muss, um halbwegs ungeschoren davonzukommen. Freie Tage für die 05-Profis sind in der nächsten Zeit nicht angesagt. „Wir haben vier spannende Wochen mit einem Fünferblock vor uns. Das ist eine große Herausforderung für uns“, weiß der Trainer.

Nach der Partie in Gelsenkirchen kommt freitags bereits die TSG Hoffenheim in die Arena, dann geht es mittwochs weiter in Leverkusen, ehe drei Tage später die Bayern in Mainz aufschlagen. Und am Freitag drauf geht‘s zum Derby bei Aufsteiger Darmstadt 98. Das sind echte Prüfungen. Der einzige Vorteil dabei: Mit Ausnahme der Partie in Darmstadt, aber vielleicht auch sogar dort, sind die Mainzer in der Herausfordererrolle und können ihr Glück suchen in der Art Fußball zu spielen, die ihnen am meisten liegt. So, wie beim Auswärtssieg in Mönchengladbach, mit aggressivem, laufintensivem Pressing, taktischer Defensiv-Disziplin und schnellem Umschaltspiel.

So wollen die 05er auch in Schalke auftreten. „Auswärts beim Favoriten, das ist grundsätzlich nicht schlecht für uns“, sagt der 05-Trainer. Die Statistik stelle das zwar nicht als Vorteil dar. „Doch da können wir in die Rolle schlüpfen wie in Gladbach, die uns am besten liegt.“ Und auch personell sind die Mainzer derzeit ganz gut aufgestellt. In Gelsenkirchen wird Schmidt  wahrscheinlich auf Jairo verzichten müssen, der jedoch gegen die Hoffenheimer wieder dabei sein sollte. Fabian Frei fällt in diesen Wochen aus, das ist sicherlich ein herber Verlust. Der Trainer hat jedoch auf der Sechserposition, wie auf allen übrigen Positionen genügend Optionen, um taktisch eine schlagfertige Mannschaft an den Start zu bringen. Mit Gaetan Bussmann ist ein Linksverteidiger dazugekommen, der im Testspiel in Fulda überzeugte, der auch im Training sein Potenzial zeigt. Danny Latza hat im Heimspiel gegen Hannover 96 eine überzeugende Vorstellung als Frei-Stellvertreter geboten. Eine Rolle, die auch Christoph Moritz übernehmen kann.

Neuzugang bereit fürs Debüt

Julian Baumgartlinger dürfte der Trip zu seiner Nationalmannschaft noch einmal beflügelt haben in seinem Tun. Die vorzeitige EM-Qualifikation mit Österreich in der Tasche - ein zusätzlicher Motivationsschub für den ohnehin immer alles in die Waagschale werfenden 05-Kapitän. Vor allen Dingen in der Offensive haben die Mainzer dazu nun etliche Variationsmöglichkeiten. Die Außenstürmer Christian Clemens und Jairo haben bisher hohes Niveau und Torerfolge nachgewiesen. Yoshi Muto ist mit seinen beiden zuletzt gezeigten Leistungen in Gladbach und gegen die 96er sowie seinen zwei Treffern endgültig im Team angekommen und verspricht dazu noch Steigerungspotenzial. Yunus Malli schickt sich an, die gute vergangene Saison als Zehner zu toppen. Pablo De Blasis präsentiert sich nach überstandener Verletzung im Training topfit und drängt auf seinen Einsatz. Und mit der Verpflichtung von Jhon Cordoba, dem neuen Mittelstürmer, der aus Granada kam, hat Schmidt nun auch die Möglichkeit im Zentrum zu variieren, je nach Bedarf mit zwei Spitzen anzugreifen.

Noch gibt es keine aktuellen Eindrücke vom Kolumbianer, der nach seiner Vertragsunterschrift sofort zum Nationalteam-Lehrgang in die Heimat abgereist war. Cordoba trainiert heute erstmals mit seinem neuen Team, darf sich aber berechtigte Hoffnungen machen, bereits am Sonntag auf der Ersatzbank des Bundesligisten Platz zu nehmen. Schmidts Erwartungen an den Mittelstürmer sind nicht gerade tief angesetzt.

„Wir haben ja schon bei Muto gesehen, dass die Stürmer den Vorteil haben auf diesem Niveau, dass sie nicht lange brauchen, um sich anzupassen“, sagt der Schweizer. „Es ist immer gut, so jemanden auf der Bank zu haben. Wenn du ihn hinten raus brauchst, kannst du ihn reinwerfen. Jhon ist ein vollwertiger Kandidat für den Kader in Gelsenkirchen“, legt sich Schmidt fest. „Wir werden sehen, wie er sich bewährt.“ Der großgewachsene Stürmer sei topfit. „Er hat drei Spiele in Spanien absolviert, hat jetzt 45 Minuten in der U23 von Kolumbien gespielt.“ Cordoba komme über die Schnelligkeit, habe Wettkampfhärte. „Ich denke, er ist schon bereit.“

Cordoba werde in seinem ersten Training (das nicht öffentlich ist) nicht überstrapaziert nach den Reisestrapazen. Auch Julian Baumgartlinger wird am heutigen Donnerstag nur ein leichtes Programm absolvieren. Der Österreicher kommt quasi aus einer Englischen Woche, hat zwei schwere 90-Minuten-Einsätze in der Qualifikation in den Beinen. „Baumi hat eine harte Zeit hinter sich, aber er ist auf einem derart hohen athletischen Niveau wie kaum ein anderer“, sagt der Trainer. Pierre Bengtsson, der beim 1:4 in Stockholm gegen die Österreicher aus taktischen Gründen nicht in der Startelf war, kann dagegen gleich volles Pfund loslegen. „Für uns ist das gut, dass er frisch zurückkommt“, sagt Schmidt. Der Schwede werde nach dem Frust in der EM-Qualifikation doppelt motiviert für sein Klub-Team arbeiten.  

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