Der Europa FC spielt im Finalstadion

Christian Karn. Mainz.
Mit wenigen Überraschungen ist die erste Qualifikationsrunde der Europa League zu Ende gegangen. Ausnahmen: der polnische Dritte schied aus, musste dabei auf einen EM-Spieler verzichten. Der slowakische Vizemeister kam kampflos weiter, weil der Gegner in die Champions-League-Qualifikation versetzt wurde. Und der Vizemeister Gibraltars schlug den armenischen Rekordmeister und darf in der zweiten Runde im Endspielstadion antreten. Gut für die Logistik des FSV Mainz 05: Zwei der drei Vertreter Kasachstans sind schon ausgeschieden. Ob die 05er in der Gruppenphase trotzdem nach Zentralasien müssen, erfahren sie spätestens am 26. August.

In der Friends Arena in Solna wird im kommenden Mai das Europa-League-Endspiel stattfinden, sicherlich ohne den Europa FC. Dennoch wird der Vizemeister Gibraltars das Stadion kennenlernen: In der zweiten Qualifikationsrunde trifft er dort auf die Heimmannschaft AIK Solna. Foto: imagoDie erste Qualifikationsrunde der Europa League ist vorbei und im Grunde haben sich in den 48 Duellen die Favoriten durchgesetzt. Mehr erwartet hatte sicherlich der polnische Tabellenvierte KS Cracovia, der freilich das Handicap hatte, im Hin- und Rückspiel (0:2/1:2) gegen den mazedonischen Pokalsieger KF Shkëndija auf seinen Leistungsträger Bartosz Kapustka verzichten zu müssen; der Mittelfeldspieler stand im polnischen EM-Kader. Der bulgarische Vierte Slawia Sofia wiederum hatte das Pech, ins Spitzenduell der Runde gegen den Zaglebie Lubin gelost zu werden; der Dritte der polnischen Liga verlor das Hinspiel 0:1, gewann aber das Rückspiel 3:0. Eine kleine Überraschung ist das 2:0/1:2 des Europa FC gegen den armenischen Rekordmeister Pjunik Jerewan, womit der Vizemeister Gibraltars tatsächlich die zweite Runde erreichte.

Eine Kuriosität gab es auch: Der slowakische Vizemeister Slovan Bratislava wird nach dem 0:0 gegen den albanischen Vizemeister Partizani Tirana durchaus etwas nervös gewesen sein, musste aber zum Rückspiel gar nicht mehr antreten. Weil der albanische Meister Skënderbeu Korçë wegen Spielmanipulation aus der Champions-League-Qualifikation ausgeschlossen wurde, beförderte die UEFA den Klub aus Tirana in den höheren Wettbewerb (aus dem er zurückkommen würde, wenn er sich gegen den ungarischen Meister Ferencvaros durchsetzte und in einer der beiden letzten Playoff-Runden ausschiede) und Slovan direkt in die zweite Qualifikationsrunde.

Eine gute Nachricht für Mainz 05, was die Logistik betrifft: Mit dem Tabellendritten FK Aqtöbe (1:1 und 0:2 gegen MTK Budapest) und dem Vierten Ordabassy Schymkent (0:3 und 3:3 gegen den FK Cukaricki aus Belgrad) sind zwei der drei kasachischen Klubs ausgeschieden, lediglich der Pokalsieger Qairat Almaty ist noch im Wettbewerb. Damit ist die Gefahr, in der Gruppenphase 5.000 Kilometer nach Zentralasien reisen zu müssen, allerdings noch nicht vollends gebannt. Komplett ausgeschieden sind bereits die Klubs der Färöer, aus Andorra und San Marino, Luxemburg und Litauen, Georgien und Bosnien-Herzegowina - es könnte allerdings passieren, dass aus der Champions-League-Qualifikation noch jemand hinüber kommt.

Die Zweitrundenspiele sind bereits ausgelost. Die Spitzenspiele dürften zwischen dem dänischen Dritten FC Midtjylland und dem FC Vaduz, dem in der ersten Liga der Schweiz spielenden Dauer-Pokalsieger Liechtensteins, ausgetragen werden. Qairat Almaty hat es mit dem israelischen Vizemeister Maccabi Tel Aviv zu tun, der Europa FC steht gegen den schwedischen Dritten AIK Solna vor einer schier unlösbaren Aufgabe, wird aber immerhin behaupten können, im Endspielstadion gespielt zu haben.

Bereits nächsten und übernächsten Donnerstag finden die Zweitrundenspiele statt. Die dritte Runde - hier steigen die ersten Teams aus England, Deutschland, Italien, Portugal, Frankreich, Russland, Ukraine und Niederlande ein - wird bereits am kommenden Freitag, dem Tag nach den Hinspielen, ausgelost und am 28. Juli und 4. August gespielt. Nach jener dritten Runde folgt eine weitere Playoff-Runde mit den ersten Wechslern aus der Champions-League-Qualifikation (18./25. August), dann erst beginnt am 15. September die Gruppenphase. Ihre Gegner erfahren die 05er am 26. August.

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