Das Spiel vorbei und alle Fragen offen

Christian Karn. Mainz.
Die Hinspiele der EM-Qualifikations-Playoffs sind vorbei und entschieden ist überhaupt nichts. Selbst die Ukraine darf sich nach ihrem 2:0 gegen Slowenien noch nicht allzu sicher sein, Bosnien-Herzegowina und Irland trennten sich unentschieden, Ungarn gewann knapp in Norwegen. Und der Mainzer Linksverteidiger Pierre Bengtsson sah als Ersatzspieler Schwedens wohl das Wunschergebnis der neutralen Beobachter: Einen 2:1-Heimsieg gegen Dänemark.

Alle Termine

Do., 12.11.
12.00: NED - U18 1:0
12.15: SIN - JPN 0:3
15.00: 05 - SVS 2:0
16.00: LIB - LAO 7:0

Fr., 13.11.
00.30: CHI - COL 1:1
14.00: KOS - ALB 2:2
18.00: U21 - AZE 3:1
18.00: U19 - SWE 3:0
18.30: QAT - TUR 1:2

Sa., 14.11.
14.00: CZE - U18 3:2
20.45: SWE - DEN 2:1

So., 15.11.
18.00: U19 - SRB

Mo., 16.11.
12.00: TUR - U18

Di., 17.11.
11.00: U19 - FRA
13.00: MKD - LIB
13.14: CAM - JPN
18.00: U21 - AUT
19.15: TUR - GRE
20.45: DEN - SWE
20.45: AUT - SUI

Mi., 18.11.
00.00: URU - CHI
18.00: ENG - U17

Do., 19.11.
18.30: U16 - CZE

Fr., 20.11.
20.45: ENG - U17

Sa., 21.11.
11.00: U16 - CZE

Die Frage, ob Schweden oder ob Dänemark im kommenden Sommer an der Europameisterschaft teilnimmt, bleibt wohl spannend bis zum Schluss. Am Samstagabend trafen die beiden Nachbarn in Solna aufeinander zum Hinspiel der Playoff-Runde. Schließlich war das Spiel vorbei - und alle Fragen offen. Die Schweden haben nach dem 2:1 ihren Hinspielsieg, die Dänen dagegen das Heimrecht im Rückspiel und das Auswärtstor. Sie müssen gewinnen, aber ein 1:0 würde reichen. Schweden reicht ein Unentschieden.

Pierre Bengtsson (ganz rechts) war erneut nur Zuschauer beim Länderspiel Schwedens gegen Dänemark. Foto: imagoDie Dänen griffen sofort an in Solna. Martin Braithwaite, der Rechtsaußen des Toulouse FC, war der auffälligste Spieler der ersten Viertelstunde. Die erste Torchance aber hatten die Schweden, die ohne den Mainzer Linksverteidiger Pierre Bengtsson spielten: Der Innenverteidiger Andreas Granqvist schickte einen ganz feinen Steilpass auf den Ex-Hamburger Marcus Berg (Panathinaikos AO). Querpass, der nachgerückte Mittelfeldspieler Oscar Lewicki (Malmö FF) schoss, Torwart Kasper Schmeichel hielt. Und erinnerte nicht nur in der Szene an seinen Vater, den Rekordnationalspieler und mehrmaligen Welttorhüter Peter Schmeichel.

Die Dänen dominierten aber weiter das Spiel. Und Bengtssons Einsatzchancen stiegen nicht unbedingt durch die Verletzung des zweiten schwedischen Innenverteidigers Mikael Antonsson (FC Kopenhagen). Erst nach einer halben Stunde drehten die Schweden auf, hatten Chancen. Ihr Vorteil - und das Problem der Dänen - war deren isolierter Mittelstürmer. Wie schon im Trikot des VfL Wolfsburg beim Auswärtsspiel in Mainz am vergangenen Wochenende hatte Nicklas Bendtner mit dem Spiel sehr lange sehr wenig zu tun, ganz anders als Zlatan Ibrahimovic, der im schwedischen Team wieder alle Positionen auf einmal spielte, oft aus dem Mittelfeld kam, das Spiel aufbaute und lenkte. Schmeichel, der dominante, konsequente, im Vergleich zum Vater etwas sachlichere Torwart, hatte viel Arbeit und hätte gegen Ibrahimovics ersten Schuss keine Chance gehabt; der Ball ging knapp am langen Eck vorbei (40.).

Bendtner war erstmals in der 44. Minute zu sehen, vergab die bisher beste Chance der Dänen und ärgerte sich Sekunden später über den Rückstand. Emil Forsberg traf nach einem schönen Angriff über Erkan Zengin (Trabzonspor) und Rechtsverteidiger Mikael Lustig (Celtic Glasgow). Am Lärm im Stadion war zu erkennen: Das ist nicht nur ein entscheidendes Spiel, sondern auch ein Derby zwischen großen Rivalen. Ibrahimovic hätte fast noch vor der Pause auf 2:0 erhöht; Schmeichel musste sich in der Nachspielzeit der Nachspielzeit sehr lang machen, um den Freistoß des Schweden in den oberen rechten Winkel abzuwehren.

Baku trifft für die U18

Die U18-Nationalmannschaft des DFB verlor auch das zweite Spiel des Vierländerturniers. Beim 2:3 gegen die Tschechen spielte der 05er Jayson Breitenbach in der Startelf. Beim Stand von 0:2 wurde der Außenverteidiger gegen seinen Vereinskollegen Bote Baku ausgewechselt, der sechs Minuten später den Ausgleich schoss. Die deutsche Mannschaft verlor dennoch durch ein Eigentor.

In der 50. Minute fiel die vermeintliche Vorentscheidung. Der Ex-Wolfsburger Thomas Kahlenberg (Bröndby IF) foulte Forsberg, wobei man darüber streiten darf, ob es im Strafraum oder direkt davor war. Ibrahimovic verwandelte den Elfmeter zum 2:0. Und drängte auf das schnelle 3:0, denn dann hätte man ihn guten Gewissens auswechseln können; eine drohende Gelbsperre ihres Stars machte die Schweden durchaus ein bisschen nervös, zumal Ibrahimovic in der ersten Hälfte nach einem Ellbogencheck gegen den Ex-Stuttgarter William Kvist (FC Kopenhagen) hätte fällig sein können. In der 55. Minute schoss der Pariser sein zweites Tor - Abseits. Den Angriff in der 58. Minute spielten die Schweden nicht gut zu Ende.

Dänemark kam in der letzten halben Stunde wieder ins Spiel, ohne aber das Tor ernsthaft zu bedrohen. Ibrahimovic kannte die Gefahr, hielt sich zurück. Und in der 80. Minute kippte das Spiel. Nicolai Jörgensen, ein weiterer ehemaliger Bundesligaspieler (Leverkusen, FCK) traf nach einem Eckball zum 2:1, worauf Schwedens Trainer Erik Hamrén den Mittelstürmer doch sicherheitshalber aus dem Spiel holte; Bengtsson blieb damit endgültig draußen. Schweden hatte inzwischen die Kontrolle über das Spiel komplett verloren. Für ein Spiel, in dem es keine Entscheidung geben konnte, war es spannend bis zum Schluss. Die Dänen drängten aber erfolglos auf den Ausgleich und müssen auf Dienstagabend warten.