Das 05-Kalenderblatt: Zwischen den Jahren

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Am Jahresende geht es um einen schon vor 80 Jahren jung verstorbenen Torwart, noch ein annulliertes Spiel, einen Flitzer aus Frankfurt, noch einen weiteren schnellen Rechtsaußen und einen Defensivallrounder.

27. Dezember  

Am Sonntag vor 119 Jahren kam Adolf Etz zur Welt. "Addel" spielte bereits mit 14 Jahren für die 05er und stand zuletzt 1928 am Fort Bingen im Tor. Etz verstarb bereits am 11. März 1935.

Am Sonntag vor 62 Jahren verzettelte sich ein Schiedsrichter im Regelwerk: Beim Spiel der 05er bei Phönix Ludwigshafen legte Walter Jäschke einen abgefangenen Ball zum Abstoß hin, der 05-Torwart hatte allerdings den Phönix-Stürmer Horst Amann nicht auf der Rechnung, der aus dem toten Winkel kam und den Ball zum 2:0 ins Tor schoss. Schiedsrichter Emser pfiff die Aktion (zu Unrecht) ab, ehe der Ball die Linie überquert hatte, erkannte aber nach Protesten trotzdem auf Tor. Nach Einspruch der 05er wurde die 0:4-Niederlage annulliert. Phönix gewann im März auch das Wiederholungsspiel, allerdings nur 3:2.

Der Mittelpunkt der Freistoßmauer: Thomas Zampach, eine der Entdeckungen von Django Mann bei den 05ern. Foto: imagoEin Frankfurter Aufstiegsheld wird am Sonntag 46 Jahre alt; Thomas Zampach ist vor allem dafür bekannt geblieben, dass er 1998 nackt durchs Waldstadion rannte. Zampach, ein gebürtiger Frankfurter, war ein paar Jahre vor Abderrahim Ouakili und Michael Thurk einer der ersten Spieler, die die Jügesheimer Fußball-Legende "Django" Mann den 05ern vermittelte. 1991 überzeugte der Rechtsverteidiger des FV Bad Vilbel im Probetraining am Bruchweg, letztlich aber nicht in der 2. Bundesliga: Auf seiner Stammposition wurde Zampach nicht oft aufgestellt. Der Frankfurter war unheimlich schnell, wäre auch einigen heutigen Spielern weggerannt, sehr ehrgeizig, allerdings nicht gerade pflegeleicht. Für einen Rechtsverteidiger hatte er jedoch zu große technische Mängel, daher wurde Zampach schnell zum defensiven Mittelfeldspieler umgeschult. Technisch gute Spielmacher konnte er mit seiner Lauf- und Zweikampfstärke lahmlegen und im Konter aus dem Zentrum heraus war er eine Waffe. Von 1992 bis 1995 war Zampach mehr oder weniger Stammspieler.

1996 wechselte Zampach nach 130 Spielen und elf Toren für die 05er zum SV Wehen, ein Jahr später zu Eintracht Frankfurt. Für die Hessen absolvierte er nach dem Aufstieg 33 Erstligaspiele, vielleicht nicht auf dem höchsten Niveau, aber populär war er bei den Frankfurtern - auch ohne seine spektakuläre blonde Mähne, die er zu Mainzer Zeiten noch getragen hatte. Von 2001 bis 2004 war Zampach Fan-Koordinator der Eintracht, gleichzeitig Spieler bei der TSG Wörsdorf, dann wechselte er noch einmal nach Wehen. Später wechselte Zampach die Sportart; als Kicker des American-Football-Zweitligisten Frankfurt Universe - inzwischen wieder umbenannt in Frankfurt Galaxy - stieg er in der abgelaufenen Saison erneut in eine erste Liga auf.

Außerdem jähren sich am Sonntag zwei 1:1-Spiele: 1931 brachte Karl Posselmann in der Wiederholungspartie des am 6. Dezember abgebrochenen Spiels die Mainzer bei Wormatia Worms in Führung, 1959 schoss Friedel Reichert bei den Spfr. Saarbrücken das 1:1.

28. Dezember  

Zwei Nachwuchsspieler der 05er haben am Montag Geburtstag. Der Aschaffenburger Stefan Steigerwald, von 2008 bis 2010 fünfmal in der Regionalliga eingesetzter Ersatztorwart der Mainzer U23, wird 27 Jahre alt, Lucas Röser, Torjäger der U17 und U19, auch im Regionalligateam 2012/13 kein schlechter Stürmer, 22 Jahre.

Die Geburtstagskinder der 05er am Jahresende: Oben Stefan Steigerwald und Lucas Röser, darunter Andreas Buck und Yannick Dauth, unten Olaf Kirn und Tobias Kurbjuweit.

Außerdem gewannen die 05er am Montag vor 57 Jahren durch Tore von Lothar Buchmann und Werner Sommer 2:0 in Worms.

29. Dezember  

Am Dienstag wird Andreas Buck 48 Jahre alt. Der Schwabe begann seine Profikarriere 1988 beim Zweitligisten SC Freiburg als offensiver Rechtsaußen, erlebte seine beste Zeit aber als extrem schneller und laufstarker, leichtfüßiger und technisch starker Rechtsverteidiger. Mit dem VfB Stuttgart (1992) und dem 1. FC Kaiserslautern (1998) wurde Buck zweimal Deutscher Meister, insgesamt spielte er für beide Klubs 268 Mal in der Bundesliga. 2002 wechselte der Routinier inm Alter von 34 Jahren zu den 05ern, für die er bis zu seinem Karriereende in elf Zweitligaspielen (die meisten als Joker) seine zwei letzten Profitore schoss - zum Endstand beim 3:1 gegen Alemannia Aachen und zur Führung beim 3:1 gegen Eintracht Braunschweig.

Yannick Dauth, von 2008 bis 2013 Mainzer U17-, U19- und U23-Torwart, wird 23 Jahre alt.

Weitere Ergebnisse am 29. Dezember:

1935: FSV Mainz 05 - SV Flörsheim 2:0  
1957: FSV Mainz 05 - Borussia Neunkirchen 0:2  
1963: Phönix Bellheim - FSV Mainz 05 3:1  

30. Dezember  

Am Mittwoch wird Olaf Kirn 47 Jahre alt. Der Defensiv-Allrounder kam 1988 vom MTV 1817 an den Bruchweg, debütierte am letzten Spieltag in der Zweitligamannschaft, die längst keine Chance mehr hatte, dem Abstieg zu entgehen, und setzte sich im zweiten Jahr, immer noch erst 20-jährig, auf der linken Abwehrseite fest: Nach der Verletzung von Michael Schmitt und den Abgängen von Frank Reiss und Colin Bell wurde der vorherige Linksverteidiger Hendrik Weiß als Manndecker gebraucht und öffnete so die Tür für Kirn. Dieser war technisch einer der besten Spieler seiner Mannschaft, hätte wohl das Talent zu einem längerjährigen Profi gehabt mit seinem guten Passspiel, seinen schönen Flanken, aber am Ende war er wohl nicht robust genug für die 2. Bundesliga: Nach dem Wiederaufstieg wurde Kirn zwar immer noch recht regelmäßig eingesetzt, schoss von 1990 bis 1992 in 41 Zweitligaspielen zwei Tore, war aber kein Stammspieler mehr und setzte seine Karriere beim SV Wiesbaden (1992-94), der SG Egelsbach (1994-96) und Hassia Bingen (1996-00) fort.

Tobias Kurbjuweit, der Sohn der DDR-Fußballlegende Lothar Kurbjuweit, wird am Mittwoch 33 Jahre alt. Der Offensivspieler kam 2003 vom Zweitligisten FC St. Pauli ins 05-Regionalligateam, für das er in zwölf Spielen ein Tor schoss. Der Rest seiner Karriere spielte sich bei verschiedenen ostdeutschen Klubs an der Schwelle zwischen Amateur- und Profifußball ab.

Weitere Ergebnisse am 30. Dezember:

1934: Germania Okriftel - FSV Mainz 05 2:7  
1951: 1. FC Saarbrücken - FSV Mainz 05 6:1  
1967: Südwest Ludwigshafen - FSV Mainz 05 1:0  

31. Dezember  

Selbst am Silvestertag wurde bei den 05ern fünfmal Fußball gespielt - und vielleicht sollte man das wieder einführen, denn am 31. September sind die 05er bisher wie folgt ungeschlagen:

1933: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 3:1  
1950: FSV Mainz 05 - Eintracht Bad Kreuznach 2:2  
1960: FSV Mainz 05 - SV Niederlahnstein 1:1  
1961: Eintracht Bad Kreuznach - FSV Mainz 05 0:1  
1966: Germania Metternich - FSV Mainz 05 1:2  

 

► Alle Artikel zur Historie

► Zur Startseite