Das 05-Kalenderblatt: 26. bis 31. Oktober

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Es geht diesmal um einen der talentiertesten 05-Stürmer, den spätesten Elfmeterpfiff, den schnellsten Doppelschlag, die längste Nachspielzeit, den größten Zirkus, die höchste Niederlage, den ungarischsten und den japanischsten Hattrick, um Urlaubsreisen und Medaillen die Tabellenführung und massenhaft Pokalspiele (dreimal kamen die 05er weiter, fünfmal schieden sie aus).

26. Oktober  

Charly Mähn, bis heute zweitbester Mainzer Torjäger, wird 56 Jahre alt.Einer der talentiertesten Stürmer, die Mainz 05 je hervorgebracht hat, wird heute 56 Jahre alt. Charly Mähn stand bereits 1977 mit den Mainzer B-Junioren im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Am 12. August 1979 stand Mähn erstmals in der Startelf der Oberligamannschaft, wo er sich im Laufe der Hinrunde über einige Einwechslungen schnell als Rechtsaußen etablierte. Schon im zweiten Jahr war Mähn - gleichauf mit dem einmal weniger eingesetzten Siggi Iser - der beste Mainzer Torschütze und erstmals Südwestmeister. Dabei war der schnelle, leichtfüßige Angreifer immer mehr Vorbereiter als Torjäger; seine sehr guten Bilanzen in der Oberliga hingen auch damit zusammen, dass er zu schnell war für die Verteidiger, ihnen einfach weglaufen konnte. 

Mähns erster Versuch, Profi zu werden, scheiterte: Von 1983 bis 1985 spielte er immerhin 56 Mal für den SC Freiburg, schoss dabei neun Tore und wechselte dann zurück nach Mainz. Dort war Mähn weiterhin ein herausragender Spieler, mit dem die 05er schließlich zweimal aufstiegen; 1988/89 fielen sie zurück in den Amateurfußball, 1990/91 setzten sie sich wieder in der 2. Bundesliga fest.

Ein übler Tritt von Freddy Heß beendete am 24. März 1991 die Karriere dieses ausgesprochen guten Fußballers abrupt. Der Verteidiger aus Darmstadt trat Mähn von hinten das Standbein weg und zerstörte das linke Knie: Kreuzband, Innenband, Innenmeniskus waren gerissen, eine Kapsel zertrümmert. Heß sah nicht einmal Gelb, Mähn, heute noch nach "Bimbo" Bopp mit 116 Toren in 323 Spielen der zweiterfolgreichste Mainzer Torjäger, kam nie mehr auf den Platz zurück. Sportlich ist Mähn immer noch. Beim Gutenberg-Marathon belegte er ein paar ordentliche Plätze.

Christian Wetklo fühlte sich heute vor fünf Jahren unsterblich - nach einem gehaltenen Elfmeter in der 123. Minute völlig zu Recht! Foto: imagoHeute vor fünf Jahren warf Mainz 05 Hannover 96 aus dem DFB-Pokal. In den ersten Minuten der Verlängerung brachte Andreas Ivanschitz die Mainzer in der Landeshauptstadt Niedersachsens in Führung. Ernsthaft in Gefahr geriet der Vorsprung erst in der Nachspielzeit - kein Mensch weiß, wie Felix Brych auf die Idee gekommen ist, den 96ern einen Strafstoß zu geben. Christian Wetklo hielt den Schuss von Didier Ya Konan. In der Liga war Wetklo bis dahin nur Ersatztorwart. Ein gehaltener Elfmeter in der 123. Minute war Grund für Thomas Tuchel, den Gelsenkirchener zum Stammkeeper zu machen.

Weitere Ergebnisse am 26. Oktober:

1930: SV Darmstadt 98 - FSV Mainz 05 2:2  
1952: TuS Neuendorf - FSV Mainz 05 6:0  
1969: FSV Mainz 05 - Saar 05 Saarbrücken 2:2  
1974: FC St. Pauli - FSV Mainz 05 8:3 (DFB-Pokal)
1980: FC St. Wendel - FSV Mainz 05 3:3  
1997: FSV Mainz 05 - 1. FC Nürnberg 2:5  
2001: FSV Mainz 05 - 1. FC Schweinfurt 05 4:1  
2005: VfL Osnabrück - FSV Mainz 05 2:4 n.E. (DFB-Pokal)
2007: FSV Mainz 05 - FC Augsburg 1:1  
2008: FSV Mainz 05 - MSV Duisburg 0:0  
2013: FSV Mainz 05 - Eintracht Braunschweig 2:0  
2014: VfL Wolfsburg - FSV Mainz 05 3:0  
 

27. Oktober  

Geburtstage sind am morgigen Datum nicht verzeichnet, aber eine ganze Reihe denkwürdiger Spiele, darunter wie schon heute ein paar Pokalpartien - aber wir wollen in der Liga anfangen:

Vor 53 Jahren gewannen die 05er 4:2 beim Ludwigshafener SC. Die Partie war schon nach zehn Minuten entschieden: Erst überlief Kurt Sauer aus dem linken Mittelfeld heraus die Abwehr und legte seinem Nebenmann Manfred Zimmer das 1:0 auf (4.). Den Anstoß des LSC fingen die 05er direkt ab. Linksaußen Vincenz Fuchs nahm den langen Schlag von Libero Norbert Liebeck und erhöhte noch in der gleichen Minute auf 2:0 - das ist der schnellste verzeichnete Doppelschlag der 05er. In der 9. Minute schoss Rechtsaußen Manfred Nehren wiederum nach Vorarbeit von Sauer und Zimmer das 3:0. Erst in der zweiten Hälfte schoss Zimmer auch das vierte Mainzer Tor.

Vor 25 Jahren gab es die längste Nachspielzeit: Rot-Weiß Erfurt war zu Gast am Bruchweg, es war das Rückspiel von Jürgen Klopps Vier-Tore-Partie. 2:1 stand es kurz vor Schluss für die Thüringer. Tommi Paavola hatte die 05er in Führung gebracht, Jörg Schmidt (per unberechtigtem Elfmeter) und der damalige Erfurter Zeljko Buvac noch vor der Halbzeit das Spiel gedreht. Das Drama begann in der 89. Minute mit einem angeblichen Foul an Frank Möller. Elfmeter für Mainz! Genauso unberechtigt wie der für Erfurt in der 17. Minute. Und ein Riesentheater; die Erfurter waren nicht glücklich mit der Entscheidung des ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichters Dieter Birlenbach aus Hattenheim. Armin Romstedt, der 35-jährige Routinier, holte sich glatt Rot, weil er den Rheingauer beleidigte. In der 92. Minute erst schoss "Schorsch" Müller. Und Peter Disztl hielt den Elfmeter. Die Erfurter freuten sich aber nur kurz über den Auswärtssieg - Birlenbach ließ den Strafstoß wiederholen. Heiko Räthe war zu früh im Strafraum. Ordner mussten auf den Platz, um die Tumulte zu beruhigen, Räthe sah ebenfalls Rot (93. Minute). Erst in der 96. Minute hatte sich alles wieder leidlich beruhigt und nicht Müller, sondern Klopp schoss das 2:2. Erst in der 99. Minute pfiff Birlenbach das Spiel ab.

Zirkus am düsteren Bruchweg: Moussa Latoundji (zweiter von links) hat schon Gelb-Rot und gibt immer noch keine Ruhe. Rechts ahnen Mimoun Azaouagh und Michael Thurk, dass es noch ein bisschen dauern wird, bis es weiter geht. Foto: imagoVor 13 Jahren wurde bei einem 4:1 gegen Energie Cottbus ebenfalls lange kein Fußball gespielt und wieder hing das zusammen mit einem Elfmeter. Aber von vorne: Michael Thurk wollte gegen Energie nach 18 Minuten einen Elfmeter, bekam ihn aber nicht. Zwanzig Sekunden später führte Energie 1:0. Es vergingen keine anderthalb Minuten, dann wurde Christoph Teinert gefoult. Im Strafraum oder knapp daneben? Schwer zu sagen. Diesmal gab es Elfmeter und aufgeregte Proteste der Cottbuser. Lange nach dem Foul erst schoss Thurk - und Georg Koch hielt. Sein Verteidiger Robert Vágner köpfte den Abpraller ins Aus und Schiri Uwe Kemmling ließ den Elfmeter wiederholen. Vágner war viel zu früh im Strafraum. Wieder Proteste. Fast drei Minuten nach dem Foul schoss Toni da Silva im zweiten Versuch das 1:1. Aber es ging noch lange nicht weiter. Moussa Latoundji hatte schon zwischen den Elfmetern für sein minutenlanges Lamentieren Gelb gesehen, hatte sich immer noch nicht beruhigt, applaudierte Kemmling höhnisch - Gelb-Rot. Woraufhin der Schiedsrichter Mühe hatte, die Kollegen des Mittelfeldspielers loszuwerden. Energie-Präsident Dieter Krein stand auf dem Platz. "Der hatte noch nicht Gelb!", brüllte er. Ein Irrtum. "Diesen Schiedsrichter kennen wir! Das ist ein ganz großer Lump!", schimpfte der Co-Trainer. Platzverweis. Schwerstarbeit für Kemmling. Sechs Minuten nach dem Foul an Teinert ging es mit Anstoß weiter - vierzig Sekunden lang. Dann rannte Energie-Kapitän Christian Beeck abseits des Geschehens Marco Walker über den Haufen, so weit nichts Dramatisches. Beide kamen aber zu Fall und Beeck trat nach. Der Schiedsrichter-Assistent sah es, Beeck wusste das und ließ sich erst einmal minutenlang behandeln, ehe Kemmling ihm Rot zeigen konnte. Im Fernsehen lief die ganze Zeit oben rechts die Uhr mit. 18:59 zeigte sie beim Foul an Teinert, 28:12, als Kemmling nach dem zweiten Platzverweis das Spiel wieder freigab. Fußball gespielt wurde in dieser Spanne 40 Sekunden lang. Danach aber wieder ernsthaft. Cottbus spielte das Spiel zu neunt diszipliniert zu Ende, verlor 1:4 in einer merkwürdigen Atmosphäre am dunklen Bruchweg, wo das Flutlicht an jenem Montagabend durch einen technischen Defekt nicht mit voller Kraft lief. "Du hast den ganzen Abend lang das Gefühl, du musst dich für diesen Sieg entschuldigen", wunderte sich schließlich Klopp.

Vor zehn Jahren gingen die in jener Bundesliga-Hinrunde überforderten 05ern gegen Werder Bremen 1:6 unter. Miroslav Klose und Aaron Hunt trafen jeweils zweimal, jeweils vom jeweils anderen vorbereitet. Die Brasilianer Diego und Naldo schossen die weiteren Tore zur höchsten Mainzer Bundesliga-Niederlage. Mimoun Azaouagh traf zwischendrin per Freistoß zum 1:3.

Vor vier Jahren schossen die 05er dank Adam Szalais Hattrick die TSG Hoffenheim 3:0 ab.

Und dann waren da noch die beiden versprochenen Pokalspiele - zwei Niederlagen: 1:2 in Aachen vor sechs Jahren, 1:2 gegen den TSV München 1860 in einem jämmerlich schlechten Spiel vor einem Jahr. Wechseln wir das Thema lieber wieder.

Weitere Ergebnisse am 27. Oktober:

1929: 1. FC Langen - FSV Mainz 05 2:3  
1957: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 0:2  
1968: VfR Frankenthal - FSV Mainz 05 2:2  
1985: Hassia Bingen - FSV Mainz 05 2:1  
1996: FSV Mainz 05 - SpVgg Unterhaching 0:0  
2004: FSV Mainz 05 - Hansa Rostock 3:1 
 

28. Oktober  

Robin Zentner hat am Freitag Geburtstag.Am Freitag wird Robin Zentner 22 Jahre alt. Der Rüdesheimer, der 2006 aus Eltville zu den 05ern kam, stand 36 Mal für die U23 im Regional- oder Drittligator, saß fünfmal in der Bundesliga auf der Bank und ist aktuell zum zweiten Mal an Holstein Kiel ausgeliehen.

Ergebnisse am 28. Oktober:

1928: FSV Mainz 05 - VfL Neu-Isenburg 4:1  
1934: FSV Mainz 05 - TuRa Kastel 5:2  
1951: FSV Mainz 05 - VfR Kaiserslautern 2:1  
1956: FSV Mainz 05 - VfR Kaiserslautern 2:1  
1962: FSV Mainz 05 - Ludwigshafener SC 1:1  
1979: FSV Mainz 05 - FC Ensdorf 2:0  
1984: FSV Mainz 05 - Eisbachtaler Sportfreunde 1:3  
1990: FC Schalke 04 - FSV Mainz 05 3:0  
2000: FSV Mainz 05 - SSV Ulm 1846 0:3 
 

29. Oktober  

Malik Fathi - im Vordergrund mit gelbem Leibchen - wird am Samstag 33 Jahre alt. Foto: imagoMalik Fathi wird am Samstag 33 Jahre alt. Der Berliner war im Winter 2009/10 vielleicht neben Andreas Ivanschitz und Emil Kostadinow der bis dahin prominenteste Neuzugang der 05er: 123 Bundesligaspiele für Hertha BSC und zwei A-Länderspiele für Deutschland standen in der Bilanz des Linksverteidigers, den die 05er von Spartak Moskau ausliehen, im Sommer wiederum verpflichteten, 2012/13 wiederum selbst an Kayserispor und den TSV München 1860 verliehen - ein erstes Indiz, dass Fathi die Hoffnungen nicht komplett erfüllte.

Dabei hatte der Berliner vieles von dem, was man sich von einem Außenverteidiger wünscht: Fathi war ein sehr guter Techniker, ein glänzender Kopfballspieler, intelligent und zuverlässig, auch menschlich ein sehr guter Typ. Auch wegen Verletzungen war er allerdings am Ende zu langsam, die Defizite konnte er mit seinen fußballerischen Fähigkeiten auch als Sechser nicht komplett kompensieren. Fathi spielte insgesamt 51 Mal in der Bundesliga für die 05er und schoss dabei ein Tor. Inzwischen kickt er für Atlético Baleares in der spanischen Segunda División B - und brachte den Klub aus Palma de Mallorca mit zwei Kopfballtoren immerhin mal in die erste Hauptrunde des spanischen Pokals.

Am gleichen Tag wie Fathi wurde Christian Vitzethum geboren. Der fränkische Innenverteidiger spielte 2005/06 dreimal für die 05-Amateure in der Oberliga.

Am sechsten Geburtstag der beiden fiel eines der legendärsten Tore der 05er. Im Oberligaspiel gegen Borussia Neunkirchen am 29. Oktober 1989 hatte Stephan Kuhnert nach einer halben Stunde den Ball in der Hand. Weit vorne im Strafraum schlug der 05-Torwart die Kugel weit nach vorne. Der Ball flog und flog und flog, sprang nahe der Neunkirchener Strafraumlinie noch einmal hoch auf und fiel zum unhaltbar knapp unterhalb der Latte ins rechte Toreck. Kuhnerts wurde Torschütze des Monats und Zweiter bei der Wahl zum Torschützen des Jahres; dabei unterlag sein 2:0 nur Klaus Augenthaler, dessen Treffer später sogar Tor des Jahrzehnts wurde.

Aber es gab nicht nur erfreuliche Nachrichten am 29. Oktober: 1977 verstarb im Alter von nur 39 Jahren der ehemalige Linksaußen Erwin Gsimbsl, der 1955 aus dem 05-Nachwuchs in die erste Mannschaft gekommen war und bis 1958 in 22 Spielen acht Tore geschossen hatte.

Weitere Ereignisse am 29. Oktober:

1933: Eintracht Frankfurt - FSV Mainz 05 2:1  
1950: TuRa Ludwigshafen - FSV Mainz 05 3:1  
1960: Phönix Ludwigshafen - FSV Mainz 05 3:1  
1961: FSV Mainz 05 - 1. FC Kaiserslautern 2:2  
1967: TuS Neuendorf - FSV Mainz 05 2:2  
1972: FSV Mainz 05 - FK Pirmasens 1:1  
1977: FSV Mainz 05 - TuS Landstuhl 6:0  
1978: FSV Mainz 05 - TuS Neuendorf 1:1  
1983: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 2:2  
1993: FC 08 Homburg/Saar - FSV Mainz 05 1:0 
1994: FSV Mainz 05 - Hannover SV 3:2  
1995: FSV Mainz 05 - Chemnitzer FC 4:2  
1999: FSV Mainz 05 - 1. FC Köln 0:0  
2008: SC Freiburg - FSV Mainz 05 0:1  
2011: FSV Mainz 05 - Werder Bremen 1:3  
 

30. Oktober  

Am Sonntag vor 67 Jahren wurde ein Heimspiel der 05er für ein Mainzer Reisebüro teurer als erwartet. Vor der Partie gegen den FK Pirmasens hatte dieses dem ersten Mainzer Torschützen einen achttägigen Urlaub in den Alpen in Aussicht gestellt. 80 Minuten dauerte es, dann sicherte sich der Mainzer Rechtsaußen Josef Meinhardt die Prämie. Der Mittelfeldspieler Erich Reith, der Meinhardts Tor vorbereitet hatte, schoss zwei Minuten später das 2:0 und bekam kurzerhand auch Ferien im Gebirge spendiert.

Die Geburtstagskinder am Sonntag: Oben Tony Sekulic und Sebastian Kühl, unten Tobias Damm und Andreas Brill.Tony Sekulic wird am Sonntag 42 Jahre alt. Der Australier war eigentlich kein schlechter Fußballer. Er hatte den Körper eines Zweitliga-Innenverteidigers, gute Technik, ein sehr gutes Kopfballspiel, war aber zu oft zu unkonzentriert. Von seinen Anlagen her hatte Sekulic das Zeug, mehr als seine 17 Zweitligapartien von November 1998 bis August 1999 zu machen, aber aufgrund seiner Fehleranfälligkeit wurde er schließlich vom Mittelfeldspieler Helgi Kolvidsson aus der Innenverteidigung der 05er verdrängt.

Außerdem haben drei ehemalige Mainzer Nachwuchsspieler Geburtstag. Sebastian Kühl wird 40 Jahre alt. Der Verteidiger aus Bochum spielte in der Verbands- und Oberliga 108 Mal für die 05-Amateure. Heute arbeitet Kühl als Oberassistent in der Oralchirurgie der Universitätsklinik in Basel.

33 Jahre alt wird Tobias Damm. Der Nordhesse war 2005/06 der Torjäger der 05-Amateure. Neunmal spielte Damm in der Bundesliga, zu Saisonbeginn 2006/07 sogar ein paar Wochen lang als Stammspieler, aber es stellte sich heraus, dass er entgegen der Gesänge der 05-Fans doch nicht "besser als der Thurk" war. Zwar schoss er am ersten Spieltag das erste Mainzer Saisontor beim 2:1 gegen Bochum, das blieb aber sein einziger Treffer. Im Winter 2006/07 wechselte Damm nach Wuppertal; für den WSV und Hessen Kassel schoss er in der 3. Liga und der Regionalliga etliche Tore.

31 Jahre alt wird Andreas Brill, der 2003/04 für die Mainzer U19 verteidigte und sich später bei TuS Mechtersheim als Oberliga-Stammspieler etablierte.

Am Sonntag vor zwölf Jahren standen die 05er zum ersten Mal an der Spitze der Bundesliga - zumindest in der Livetabelle. Nach dem Heimsieg gegen Hansa Rostock ging der Aufsteiger damals als Fünfter mit fünf Siegen, drei Unentschieden und zwei Niederlagen in den elften Spieltag - auswärts beim Tabellenführer VfL Wolfsburg. Mathias Abels 1:0 in der 15. Minute brachte die 05er punktgleich mit den Bayern, aber um ein Tor schlechter, auf den zweiten Rang. Das technische Meisterwerk von Conor Casey in der 17. Minute bedeutete das 2:0 und die Tabellenführung. Dass diverse zweifelhafte Elfmeter, schwere Verletzungen und ein Platzverweis den VfL 4:3 siegen und damit die Tabellenführung verteidigen ließ, wollen wir an dieser Stelle unterschlagen.

Vor drei Jahren schließlich verstarb im Alter von 75 Jahren Günter Sauerzapf, der am 9. September 1956 sein einziges Oberligaspiel für die 05er absolvierte.

Weitere Ereignisse am 30. Oktober:

1927: FSV Mainz 05 - SpVgg Arheilgen 6:1  
1932: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 2:1  
1955: FSV Mainz 05 - VfR Frankenthal 0:1  
1982: 1. FC Saarbrücken - FSV Mainz 05 1:0  
1988: FSV Mainz 05 - Alemannia Aachen 3:1  
1998: FSV Mainz 05 - Rot-Weiß Oberhausen 0:0  
2003: Erzgebirge Aue - FSV Mainz 05 1:1  
2005: FSV Mainz 05 - 1. FC Nürnberg 4:1  
2007: TSV München 1860 - FSV Mainz 05 2:1 (DFB-Pokal)
2012: FSV Mainz 05 - Erzgebirge Aue 2:0 (DFB-Pokal)

31. Oktober  

Muto schießt, Klavan fälscht ab, der Hattrick ist komplett. Foto: imagoAm Montag vor 73 Jahren wurde Joachim Krüger geboren. Der Mittelfeldmann spielte Ende Oktober und Anfang November 1961 - also um seinen 19. Geburtstag herum - dreimal für die 05er. Beim überraschenden 2:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern brachte er die 05er 1:0 in Führung, dann verlor er in Worms und Pirmasens jeweils 1:8. Die Mainzer rehabilitierte sich mit einem 3:1 gegen den großen 1. FC Saarbrücken, allerdings bereits wieder ohne den jungen Krüger.

Und ein Jahr wird ein turbulentes 3:3 in Augsburg zurückliegen, mit dem unberechtigten Elfmeter, der in jener Hinrunde in Mode war, mit einer 2:0-Führung, aus der ein 2:3-Rückstand wurde, mit dem Ausgleichstor von Yoshinori Muto in der 93. Minute - der Japaner ist seither nach Mohamed Zidan, dem schon erwähnten Adam Szalai und Yunus Malli der vierte 05-Spieler, der in der Bundesliga einen Hattrick schoss.

Weitere Ergebnisse am 31. Oktober:

1926: FSV Mainz 05 - Saar 05 Saarbrücken 2:1  
1948: FSV Trier-Kürenz - FSV Mainz 05 2:0  
1954: FSV Mainz 05 - 1. FC Saarbrücken 2:4  
1965: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 1:1  
1970: FK Pirmasens - FSV Mainz 05 2:0  
1971: FV Speyer - FSV Mainz 05 0:3  
1976: FSV Mainz 05 - 1. FC Kaiserslautern (A) 2:4  
1981: FSV Mainz 05 - Röchling Völklingen 5:0  
1992: Hertha BSC - FSV Mainz 05 3:0  
2000: 1. FC Nürnberg - FSV Mainz 05 4:0 (DFB-Pokal)
2009: VfL Wolfsburg - FSV Mainz 05 3:3  
2010: FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund 0:2 

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