Das 05-Kalenderblatt: 24. bis 29. November

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. In der zweiten Hälfte dieser Woche geht es um einen Ex-Jungprofi und Nachwuchstrainer, vier Oberligakicker aus den 1950ern, ein Tor des Monats und eins des Jahrhunderts, um einen großen Bundesliga- und einen kleinen Zweitliga-Torjäger und um Siege gegen die Bayern und in Frankfurt.

24. November  

Seitenwahl im Mannheimer Matsch im Sommer 1961 - rechts der 05-Kapitän Otto Schedler, in der Mitte der spätere Mainzer Bundesliga-Schiedsrichter Max Spinnler.Otto Schedler wird heute 82 Jahre alt. Der Torwart kam schon als 13-Jähriger zu den 05ern, debütierte am 5. September 1954 bei einem 4:1 gegen Eintracht Bad Kreuznach im Alter von 19 Jahren in der ersten Mannschaft als Vertreter des Stammkeepers Walter Jäschke und wurde seinerseits 1955 Stammtorwart der 05er. Bis zum Ende seiner Karriere im Vertragsfußball im Sommer 1963 war Schedler das nicht immer. Mit dem sechs Monate älteren Franz Schöneck, der ihn kurz nach seinem Debüt schon wieder aus dem Tor verdrängt hatte, lieferte er sich bis 1959 ein enges Duell; der bereits 1998 verstorbene Konkurrent hatte nur 1957/58 einen Vorsprung und wechselte schließlich zum SV Weisenau. Gleichzeitig kam Gerhard Natale von den Offenbacher Kickers und wurde klare Nummer 1 in der Saison 1958/59, aber schon im folgenden Jahr war Schedler wieder Stammkeeper. Horst-Dieter Strich, der (viel) spätere 05-Trainer, löste den nunmehr 27-jährigen Routinier schließlich 1962 endgültig ab; zwar wechselte Strich schon ein Jahr später zum FCK, aber auch Schedler verließ in jenem Jahr nach 145 Oberligaspielen die 05er und schloss sich der FVgg Mombach 03 an.

44 Jahre alt wird Marek Lemsalu. Der Verteidiger mit der Zehnkämpferfigur, gerade erst zu Estlands Fußballer des Jahres gekürt, kam 1996 als zweimaliger Meister von Flora Tallinn - eigentlich als Innenverteidiger, aber eingesetzt wurde Lemsalu lediglich als Linksverteidiger, als Jürgen Klopp sich noch von seinem Kreuzbandriss erholte und Uwe Stöver rechts gebraucht wurde. Nach Klopps Rückkehr blieb Lemsalu zunächst im Team, aber Stöver holte sich bald seinen Stammplatz links hinten zurück und Lemsalu wurde nur noch gelegentlich eingewechselt. Nach einem Jahr und 16 Spielen verließ Lemsalu Deutschland wieder. Technisch war der 86-malige Nationalspieler, der in den folgenden Jahren mit dem FC Flora und mit Levadia Tallinn fünf weitere estnische Meisterschaften gewann, einfach nicht gut genug für die 2. Bundesliga.

Am gleichen Tag wie Lemsalu kam Holger Bernhardt zur Welt, der ehemalige 05-Ersatztorwart, der 1996 von RWO Alzey nach Mainz kam, achtmal in der 2. Bundesliga spielte und die 05er 2000 wieder verließ.

Weitere Geburtstagskinder am Donnerstag: Oben Marek Lemsalu und Holger Bernhardt, unten Spasoje Bulajic und Mario Gavranovic.Spasoje Bulajic wird heute 41 Jahre alt. Der slowenische WM-Teilnehmer (zwei Einsätze 2002) kam nach jenem Turnier vom 1. FC Köln als Nachfolger des zu Werder Bremen gewechselten Toptalents Manuel Friedrich zu den 05ern. Die jugoslawische Schule sah man dem Innenverteidiger an: Bulajic war ein harter Zweikämpfer, aber auch ein technisch guter Abwehrspieler; athletisch, kopfballstark, sachlich, schnörkellos, routiniert, daher sofort Stammspieler, wenn auch nicht so unverzichtbar, wie er zunächst wirkte: Als Bulajic wegen einer Verletzung wochenlang ausfiel, übernahm Mathias Abel, der Neuzugang aus Borussia Dortmunds Oberligamannschaft, der eigentlich nur bei den 05-Amateuren hatte spielen sollen, und wurde selbst Stammspieler. Als Bulajic wieder fit war, wechselte Abel aus der Innenverteidigung auf die rechte Abwehrseite.

Bulajic hätte lange wichtig für die 05er sein können. Eine psychische Krankheit verhinderte die erhoffte Ära: Nach 21 Einsätzen im ersten Jahr spielte der Slowene in der zweiten Saison nur noch zweimal in der 2. Bundesliga, ansonsten häufig im Regionalligateam. Bulajic verabschiedete sich 2004 aus Mainz, bekam aber in seinem Heimatland die Depressionen in den Griff und spielte ab 2005 noch einige Jahre in Zypern.

27 Jahre alt wird schließlich Mario Gavranovic. Der Schweizer kam 2011 als Leihspieler von Schalke 04 zu den 05ern, galt als großes Mittelstürmertalent, half aber überhaupt nicht weiter. Gavranovic präsentierte sich durchaus als technisch guter Mann, hatte aber kein Zweikampfverhalten, keinen Durchsetzungswillen und keine Lernbereitschaft. Auch die Demut dem Spiel und der Mannschaft gegenüber, die Thomas Tuchel immer forderte, fehlte Gavranovic, der schnell erfuhr, aber nicht einsehen wollte, wie tödlich das bei diesem Trainer ist. Nach einem ordentlichen und fünf schlechten Spielen schickten die 05er den Schweizer am Saisonende wieder zurück; beim FC Zürich und seit Sommer beim HNK Rijeka zeigte er inzwischen, dass er grundsätzlich durchaus ein brauchbarer Spieler sein kann.

Weitere Ereignisse am 24. November:

1935: FSV Mainz 05 - FV Biebrich 02 3:3  
1962: TuS Neuendorf - FSV Mainz 05 2:0  
1963: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 1:1  
1973: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 2:0  
1984: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 1:3  
1990: FSV Mainz 05 - Preußen Münster 0:0  
1995: VfL Bochum - FSV Mainz 05 3:0  
2001: Arminia Bielefeld - FSV Mainz 05 0:1  
2012: FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund 1:2  
2013: Werder Bremen - FSV Mainz 05 2:3  

25. November  

Am Freitag hat der Mann mit dem schwächsten, aber auch präzisesten Schuss der 2. Bundesliga Geburtstag. Srdjan Baljak wird 38 Jahre alt. Der Serbe ist ein Stürmer mit einer ungewöhnlichen Karriere: Abgesehen von jeweils einem halben Jahr in Japan und in Aserbaidschan kam Baljak erst als 28-Jähriger aus seinem Heimatland heraus und auch in der jugoslawischen und später serbischen ersten Liga hatte er lediglich 31 Mal gespielt. Mit 18 Toren für den Aufsteiger Banat Zrenjanin, der so als Neunter von zwölf Klubs in der Liga blieb, wurde er 2007 völlig überraschend serbischer Torschützenkönig, worauf die 05er den kleinen, etwas schmächtig wirkenden Glatzkopf kurzerhand nach Deutschland holten.

Das gefürchtetste Sturmduo der 2. Bundesliga im Mainzer Aufstiegsjahr 2008/09: Srdjan Baljak (11 Tore/9 Vorlagen) und Aristide Bancé (14/3). Foto: imagoDer laufstarke, schnelle, leichtfüßige, bewegliche Angriffsallrounder brauchte lange, um sich auf die 2. Bundesliga einzustellen. Schon im ersten halben Jahr stand er hin und wieder in der Startelf, war aber kaum an Toren beteiligt. Den Durchbruch schaffte Baljak im letzten Saisonspiel: Beim 5:1 gegen den FC St. Pauli, das zum Aufstieg gereicht hätte, wenn nicht die TSG Hoffenheim Fürth geschlagen hätte, schoss der Serbe sein viertes, fünftes und sechstes Saisontor. Schon ein paar Wochen vorher, beim 6:1 gegen den SC Paderborn 07, hatten die 05-Fans nicht etwa den Hattrick-Schützen Félix Borja zur Humba auf den Zaun bestellt, sondern seinen Sturmpartner Baljak, der das 1:0 geschossen hatte, aus Respekt für eine grandiose Leistung in diesem Spiel, die vom "kicker" mit einer glatten Eins bewertet wurde. "Das war für mich das schönste Gefühl überhaupt", sagte Baljak. "Wegen solcher Momente spielt man Fußball. Das gibt mir unheimlich viel Kraft für weitere gute Spiele."

Im zweiten Jahr war Baljak in hohem Maße mitentscheidend für den Wiederaufstieg der 05er. Der Serbe hatte das Auge für die offene Schussbahn und die Technik, um den Ball mit der linken Innenseite ungeheuer präzise genau dahin zu schieben, wo der Torwart nicht mehr herankam. Die Bilanz im zweiten Jahr in Deutschland: Elf Tore, neun Vorlagen. Darunter das 1:0, das 2:0 und der Pass zum 3:0 beim 4:0 gegen Rot-Weiß Oberhausen, das am letzten Spieltag die letzten Zweifel am Aufstieg beseitigte.

Bei den 05-Fans war Baljak längst sehr beliebt; seine Bedeutung für das Publikum ist vergleichbar mit der seines Fast-Landsmanns Milorad Pekovic. Auch Baljak war bei den 05ern eine sehr klare, ehrliche, intelligente, Persönlichkeit, pfiffig, lustig, freundlich. Als er im folgenden Winter mitten aus dem andalusischen Trainingslager zum MSV Duisburg wechselte, verabschiedete er sich mit Handschlag von allen mitgereisten Fans - und wurde in Duisburg ein noch viel größerer Volksheld, in nur einem halben Jahr der beste Saisontorschütze des MSV, ab Sommer Mannschaftskapitän.

Die 05-Fans waren untröstlich, Baljak verloren zu haben, aber in der Bundesliga hatte er sich nicht durchgesetzt. Ursprünglich war er eingeplant als Nebenmann von Aristide Bancé, aber dann fiel er im Sommertrainingslager vom Fahrrad, brach sich das Schlüsselbein, fiel wochenlang aus - ein Glücksfall letztlich für André Schürrle, der mit der Erfahrung von gerade mal einem Testspiel mit den Profis und einem Südwestpokalspiel mit den 05-Amateuren in die Bundesliga geworfen werden musste, weil sonst niemand mehr da war, und sofort Stammspieler wurde. Baljak spielte nur vier Mal in der Bundesliga. 2013 verließ er den MSV zu Wormatia Worms, 2014 wechselte er zum TSV Schott, für den er bis heute Tore schießt. Sein Versprechen beim Abschied von den 05ern, seinen Lebensmittelpunkt in Rheinhessen zu behalten, hat er also nicht gebrochen.

Weitere Ereignisse am 25. November:

1979: FSV Mainz 05 - FK Pirmasens 1:1  
1996: FSV Mainz 05 - KFC Uerdingen 05 3:1  
2006: Hannover 96 - FSV Mainz 05 1:0 
 

26. November  

Als junger Profi spielte Michael Falkenmayer achtmal in der 2. Bundesliga. Heute wird der Co-Trainer der Mainzer U23 33 Jahre alt.Am Samstag wird Michael Falkenmayer 34 Jahre alt. Der gebürtige Bopparder kam 2002 als 19-Jähriger von TuS Koblenz nach Mainz, war sofort ein Leistungsträger im Mittelfeld der Oberligamannschaft und spielte in der Saison 2003/04 achtmal als Rechtsverteidiger in der 2. Bundesliga. Der junge Falkenmayer war ein technisch hoch veranlagter Spieler, fußballerisch sicher stärker als viele etablierte Zweitligaprofis. Lediglich eine etwas größere Kriegermentalität hätte er sich noch aneignen müssen - aber dafür hat man in dem Alter ja noch Zeit, normalerweise. Wie gut Falkenmayer auf dem Höhepunkt seiner Karriere hätte sein können, wissen wir jedoch nicht: Im Regionalligaspiel beim SV Wehen verletzte er sich im April 2004 so schwer am Knie, dass er die Saison 2004/05 komplett verpasste. Bei Eintracht Trier tastete sich "Falke" 2005/06 in den Profifußball zurück, beim FK Pirmasens war er 2006/07 Stammspieler, beim SC Pfullendorf wurde er in den folgenden sechs Jahre geradezu eine Legende. 2013 holten die 05er ihren inzwischen zum Innenverteidiger umgeschulten Ex-Spieler zurück; als Sechser oder Verteidiger war er ein Schlüsselspieler beim Aufstieg der U23 in die Dritte Liga. Dort spielte Falkenmayer noch 15 Mal mit, dann musste er seine Karriere wegen einer weiteren langwierigen Verletzung aufgeben. Heute ist er Co-Trainer von Sandro Schwarz bei der Mainzer U23.

Weitere Ereignisse am 26. November:

1950: FSV Mainz 05 - 1. FC Kaiserslautern 1:7  
1960: 1. FC Saarbrücken - FSV Mainz 05 0:1  
1972: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 4:4  
1978: FSV Mainz 05 - 1. FC Kaiserslautern (A) 2:0  
1988: FSV Mainz 05 - SV Darmstadt 98 1:2  
1989: SV Geinsheim - FSV Mainz 05 0:2  
1999: Stuttgarter Kickers - FSV Mainz 05 3:4  
2005: Bayern München - FSV Mainz 05 2:1  
2007: 1. FC Kaiserslautern - FSV Mainz 05 0:0  
2010: FSV Mainz 05 - 1. FC Nürnberg 3:0  

27. November  

Erwin Köhn kam am Freitag vor 88 Jahren zur Welt......Kurt Kolb genau ein Jahr früher.Der 27. November ist der Geburtstag zweier alter Oberligaspieler der 05er. 1927, also vor 89 Jahren, kam Erwin Köhn zur Welt. Der Stürmer debütierte 1948 bei den 05ern, wurde 1949 Stammspieler ohne feste Position, setzte sich 1951 vorübergehend als Rechtsverteidiger fest und wurde schließlich, als Mittelstürmer Horst Lebefromm wegen einer Verletzung fehlte, von Trainer Hans Geiger wiederentdeckt; zunächst als Mittelstürmer, wodurch Lebefromm ins offensive Mittelfeld rückte. Nach ein paar Wochen tauschten die beiden wieder ihre Positionen. 1952 wechselte der kaufmännische Angestellte zu Fortuna Düsseldorf; für die 05er hatte er in 68 Spielen 14 Tore geschossen.

Im gleichen Sommer kam der ein Jahr ältere Kurt Kolb zu den 05ern. Der fast zwei Meter große Verteidiger hatte bei Wormatia Worms und dem 1. FC Kaiserslautern gar keine Rolle gespielt; beim VfR Frankenthal war er 1951/52 Stammspieler. Und in Mainz setzte er sich sofort als Nachfolger des nach Braunschweig gewechselten Abwehrchefs Fritz Palfner fest. Bald hatte der neue Trainer Georg Bayerer allerdings einen Sonderauftrag für Kolb: Auf dem Papier spielte er (oder der ebenso große Routinier Erich Reith oder der 1,92 Meter lange Neuzugang Hans Brendel) mit der Rückennummer 9 regelmäßig als Mittelstürmer, de facto war er der "Doppelstopper", ein zweiter Innenverteidiger neben dem klassischen Mittelläufer. Kurios: Beim 3:1 beim VfR Kaiserslautern schoss Kolb in dieser Rolle zwei seiner insgesamt fünf Tore für die 05er. Nach einem weiteren Trainerwechsel setzte sich Kolb 1953/54 als Rechtsverteidiger fest. Und nachdem er seinen Stammplatz in der Abwehr an den Jugendspieler Franz Bargon verloren hatte, spielte er 1954/55 wiederum siebenmal mit der 9 - aber diesmal nicht als Doppelstopper, sondern wirklich als Mittelstürmer. Ein Vollstrecker wurde der Routinier auf dieser ungewohnten Position nicht, aber 14 Mainzer Tore (eins von Kolb selbst) zeigen, dass er den lange vermissten Schwung ins Angriffsspiel zurückbrachte. 1955 beendete Kolb seine Karriere im Vertragsfußball und wechselte zu Alemannia Worms.

Am Sonntag vor 22 Jahren schoss Thomas Ziemer das dritte Mainzer Tor des Monats - und was waren die 05er froh über diesen Treffer! Gegen Fortuna Köln hatten Jürgen Klopp und Arno Glesius (2 Tore) einen 3:0-Vorsprung herausgeschossen, der mit einem Doppelschlag in der 83. und 84. Minute auf 3:2 zusammenfiel. In der 90. Minute aber brachte Ansgar Brinkmann von der rechten Seitenlinie einen letzten Ball vors Tor, den Ziemer mit einem Fallrückzieher aus 17 Metern zum 4:2 ins Tor schlug. Und an der Trainerbank riß der verletzte David Wagner vor Freude beide Krücken in die Luft, ohne umzufallen!

Fünf Jahre ist am Sonntag der letzte Heimsieg gegen die Bayern her. Entscheidend war die Phase nach gut einer Stunde. 1:1 stand es durch Andreas Ivanschitz' Führungstor (11.) und Daniel van Buytens Ausgleich (56.), als aus dem Nichts, ohne dass ein erkennbarer Angriff in der Luft gelegen hätte, Marco Caligiuri den Ball einfach mal aus knapp 30 Metern ins Tor schoss. Selbst in den Wiederholungen im Fernsehen war die Torchance nicht zu erkennen, bis die Kugel auf einmal ins Netz flog (65.). Nach einem Eckball erhöhte Niko Bungert sogar auf 3:1 (74.). Van Buytens zweites Tor kam eigentlich zu früh (79.), aber die Mainzer brachten das 3:2 über die Zeit. In der Schlussphase brachte Thomas Tuchel noch den großen Verteidiger Fabian Schönheim - es waren die einzigen Bundesliga-Minuten des Pfälzers im 05-Trikot.

Der Gästeblock in Frankfurt am 27. November 2012: Zum ersten Mal hatten die 05er die Eintracht in deren Stadion geschlagen. War höchste Zeit. Foto: imagoUnd am Sonntag vor vier Jahren knackten die 05er das Waldstadion. In zwölf Pflichtspielen bei Eintracht Frankfurt hatte man sich längst an Unentschieden gewöhnt, aber Mainzer Tore fielen selten und Mainzer Siege gab es nie. Bis Thomas Tuchel völlig überraschend Shawn Parker, der erst die Erfahrung von drei Bundesliga-Minuten und ein paar Spielen als Warmläufer hinter dem Tor hatte, in die Startelf stellte und der Nachwuchsstürmer prompt das 1:0 vorbereitete, das 2:0 schoss und der beste Mann auf dem Platz war. Nach der Halbzeit verwechselten möglicherweise Nikolce Noveski und Adam Szalai ihre Rollen - Noveski besorgte das 3:0, Szalai per Eigentor das 3:1, normalerweise hätte man das umgekehrt erwartet -, und dabei blieb es. Ohne große Mühe wehrten die 05er bis zum Schlusspfiff die hektischen Angriffe der Eintracht einfach ab.

Weitere Ereignisse am 27. November:

1927: SV Wiesbaden - FSV Mainz 05 0:0  
1932: FSV Mainz 05 - Alemannia-Olympia Worms 2:0  
1949: FSV Mainz 05 - VfL Neustadt/Wst. 0:0  
1955: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 2:1  
1966: FSV Mainz 05 - TuS Neuendorf 1:0  
1976: Eintracht Bad Kreuznach - FSV Mainz 05 0:0  
1977: 1. FC Kaiserslautern (A) - FSV Mainz 05 0:3  
1982: FSV Mainz 05 - SV Leiwen 3:1  
1983: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 2:0  
1993: Rot-Weiss Essen - FSV Mainz 05 0:0  
2000: FC St. Pauli - FSV Mainz 05 2:2  
2001: FSV Mainz 05 - SpVgg Greuther Fürth 3:2 (DFB-Pokal)
2004: Bayern München - FSV Mainz 05 4:2  

28. November  

Fabian Gerber verewigte sich mit einem Tor gegen Schalke in den 05-Geschichtsbüchern: mit dem 1:0 nach 20 Sekunden im 100-Jahre-Jubiläumsspiel. Foto: imagoAm Montag wird Fabian Gerber 37 Jahre alt. Der in München geborene, aber in Norddeutschland aufgewachsene Sohn des Mittelstürmers "Schlangenfranz" Gerber machte sich beim FC St. Pauli einen Namen als torgefährlicher Offensivmann; beim SC Freiburg dagegen setzte er sich nicht durch, auch weil er nach einem schweren Motorradunfall monatelang nicht spielen konnte. 2003 kam Gerber von St. Pauli zu den 05ern, wo er 2004/05 eine glänzende Bundesligasaison spielte. Der Ex-Stürmer war in Mainz ein technisch sehr guter offensiver Mittelfeldspieler, der mit sieben Treffern der beste 05-Schütze jener Saison wurde - vorne schufteten die echten Stürmer, aus der zweiten Reihe schoss Gerber nicht nur das Jubiläumstor nach zwanzig Sekunden des 100-Jahre-Spiels gegen den Tabellenführer FC Schalke 04. Anzunehmen ist freilich, dass Michael Thurk noch öfter getroffen hätte, wenn er nicht die Hinrunde bei Energie Cottbus verbracht hätte.

2005 wäre Gerber gern zu Hertha BSC gewechselt. Dass der Transfer platzte, machte dem Mittelfeldspieler zu sehr zu schaffen. In den verbleibenden beiden Jahren in Mainz fand er nicht mehr konstant zur alten Form. Nach zwei Jahren bei OF Iraklion wurde Gerber beim FC Ingolstadt 04 vorübergehend noch einmal wichtig, letztlich aber zählt er zu den vielen unvollendeten Talenten der Bundesliga.

24 Jahre alt wird Patrik Ribeiro Pais, der 2011 von den Junioren des VfB Stuttgart in die Mainzer U23 kam, oft eingewechselt wurde, wenig bewirkte und sich nach einem Jahr dem FC Homburg anschloss.

Weitere Ereignisse am 28. November:

1926: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 4:1  
1948: Phönix Ludwigshafen - FSV Mainz 05 1:1  
1965: FSV Mainz 05 - Ludwigshafener SC 3:1  
1971: FSV Mainz 05 - FK Pirmasens 5:0  
1981: FC Ensdorf - FSV Mainz 05 0:2  
1992: FSV Mainz 05 - VfB Leipzig 1:3  
1997: FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 1:1  
2009: FSV Mainz 05 - Hamburger SV 1:1  
2015: FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 2:1

29. November  

Walter Monetha kam am Dienstag vor 81 Jahren zur Welt.Am Dienstag vor 81 Jahren kam Walter Monetha zur Welt. Der Verteidiger spielte von 1954 bis 1957 neunmal für die Mainzer Oberligamannschaft.

Lothar Emmerich würde am Dienstag 75 Jahre alt werden. Emmerich ist jedoch bereits 2003 verstorben. Als Profi von Borussia Dortmund war Emmerich einst ein überragender Bundesliga-Torjäger; auch im Ausland (K Beerschot VAV/Belgien, Austria Klagenfurt) und in der 2. Liga (1. FC Schweinfurt 05, 1. Würzburger FV 04, Würzburger Kickers) war er noch mit weit über 30 Jahren ein gefürchteter Stürmer. Der gebürtige Dortmunder landete schließlich durch seine Heirat im Rhein-Main-Gebiet, war Spielertrainer bei Kastel 06 und schließlich nach dem Rücktritt von Herbert Dörenberg im März 1983 für die restliche Saison und die komplette folgende Spielzeit 05-Trainer. In dieser Funktion hatte Emmerich keinen großen Erfolg; mit den 05ern wurde er zweimal Achter der dritten Liga - die schlechteste Platzierung ihrer Nachkriegszeit. Vorwerfen sollte man das dem Ex-Nationalspieler nicht: 1982 waren diese von der Jughard-Affäre hart getroffen worden. Der mit veruntreutem Geld finanzierte und nach dem Auffliegen im Grunde bankrotte Klub musste sich mühevoll neu aufstellen, darunter litten die Ergebnisse.

Norman Klein wird 47 Jahre alt. Von Januar 1990 bis Sommer 1992 war der Außenstürmer ein 05er; bei seinen 29 Einsätzen wurde Klein meistens eingewechselt.

Weitere Ereignisse am 29. November:

1925: SpVgg Griesheim - FSV Mainz 05 2:3  
1931: SV Wiesbaden - FSV Mainz 05 1:4  
1936: FSV Mainz 05 - Rot-Weiß Walldorf 1:0  
1953: FSV Mainz 05 - Borussia Neunkirchen 3:2  
1959: FV Speyer - FSV Mainz 05 1:3  
1964: FSV Mainz 05 - TSC Zweibrücken 3:2  
1970: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 2:1  
1975: FSV Mainz 05 - Stuttgarter Kickers 1:1  
1986: 1. FC Kaiserslautern (A) - FSV Mainz 05 2:2  
1987: FSV Mainz 05 - FSV Saarwellingen 4:2  
2014: FC Schalke 04 - FSV Mainz 05 4:1 

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