Das 05-Kalenderblatt: 22. bis 25. Oktober

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Am Donnerstag und Freitag ist das noch weniger spektakulär, am Samstag aber haben zwei aktuelle 05-Profis und zwei Ehemalige Geburtstag, ehe sich am Sonntag ein legendäres Pokalspiel jährt.

22. Oktober  

Frank Mager hat am Donnerstag Geburtstag.Am heutigen Donnerstag wird Frank Mager 38 Jahre alt. Der Linksverteidiger stieg 1998 mit den 05-Amateuren in die Oberliga auf und schoss dort bis 2001 in 51 Spielen sieben Tore.

Weitere Ereignisse am 22. Oktober:

1950: FSV Mainz 05 - Eintracht Trier 0:1  
1961: BSC Oppau - FSV Mainz 05 2:1  
1967: FSV Mainz 05 - FC Homburg/Saar 3:1  
1972: SV Alsenborn - FSV Mainz 05 1:2  
1977: Gummi Mayer Landau - FSV Mainz 05 2:3  
1988: Fortuna Düsseldorf - FSV Mainz 05 2:1  
2000: VfL Osnabrück - FSV Mainz 05 2:1  
2005: Hertha BSC - FSV Mainz 05 3:1  
2011: Hertha BSC - FSV Mainz 05 0:0  

23. Oktober  

Am 23. Oktober sind in den Annalen des FSV Mainz 05 keine Ereignisse von überragender Bedeutung verzeichnet. Am Aufregendsten dürfte das 2:2 in Cottbus am Freitag vor 17 Jahren gewesen sein: In der 19. Minute hatte schon Jürgen Kramny das 1:1 geschossen, das sicher schon einige der 7.303 Zuschauer für das Endergebnis gehalten hatten. In der 90. Minute aber ging Cottbus in Führung - und Sekunden später glich Steffen Herzberger mit einem hohen Fernschuss aus dem tiefsten Spreewald aus.

Weitere Ereignisse am 23. Oktober:

1927: Hassia Bingen - FSV Mainz 05 0:0  
1932: FSV Mainz 05 - FVgg Mombach 03 6:0  
1949: FSV Trier-Kürenz - FSV Mainz 05 2:4  
1955: FV Engers 07 - FSV Mainz 05 2:3  
1966: Saar 05 Saarbrücken - FSV Mainz 05 3:0  
1976: Wormatia Worms - FSV Mainz 05 3:0  

24. Oktober  

Am Samstag vor 95 Jahren kam Emil Verspohl zur Welt. Der Mittelfeldspieler wurde in den ersten Nachkriegsjahren der 05er 14 Mal in der Oberliga eingesetzt. 

Horst Schulz kam am Samstag vor 88 Jahren zur Welt.Sieben Jahre später wurde der Schlesier Horst Schulz geboren. Schulz kam 1950 - offenbar nach mehreren Jahren der Kriegsgefangenschaft - an den Bodensee und schon ein Jahr später zu den 05ern. Meistens im linken offensiven Mittelfeld war Schulz eine klare Verstärkung für die 05er. Der kleine, laufstarke Arbeiter kurbelte sehr zielgerichtet das Spiel an, setzte den ebenfalls aus schlesischen Flankenschläger Werner Sklorz ein und verwandelte selbst dessen Flanken. Zwei Jahre lang verpasste Schulz kein einziges Spiel und schoss 14 Tore, dann wechselte er zu Viktoria Aschaffenburg. 1958/59 kam Schulz noch einmal nach Mainz zurück, allerdings nicht zu den 05ern, sondern zum SV Weisenau.

Niko Bungert (rechts) kam als 21-Jähriger nach Mainz und dürfte an seinem 29. Geburtstag sein 184. Pflichtspiel für die 05er machen - aus dem aktuellen Kader hat nur Elkin Soto öfter gespielt. Foto: imagoNiko Bungert wird am Samstag 29 Jahre alt. Bungert ist ein ungewöhnlicher Abwehrspieler: Der Bochumer ist mit 1,88 Metern durchaus groß, aber eher schmal, eher schmächtig für einen Innenverteidiger - dennoch war und ist er von zwei schweren Verletzungen und einer gewissen Eingewöhnungszeit, die ihn die Saisons 2012/13 und 2013/14 fast komplett kosteten, fast immer Stammspieler beim FSV Mainz 05.

Jörn Andersen brachte den damals 21-jährigen, bei Schalke ausgebildeten Verteidiger 2008 aus Offenbach mit. Weil Bo Svensson immer noch nicht fit wurde und Neven Subotic zu Borussia Dortmund gewechselt war, setzte sich Bungert sofort in der Stammelf fest, stieg am Ende der Saison mit den 05ern auf und blieb zunächst ein Leistungsträger. Zwar verdrängte ihn Svensson im Laufe der Rückrunde, aber nach einem halben Jahr hatte Bungert den Stammplatz zurück. In der inneren Hierarchie der 05er steht der Verteidiger mittlerweile weit oben; als Vertreter des kaum noch eingesetzten Nikolce Noveski war er in der vergangenen Saison mehrmals Kapitän, vor der laufenden war er neben Julian Baumgartlinger einer von zwei Kandidaten für die Nachfolge des Mazedoniers. 

Sportlich hat sich Bungert schnell zu einem stabilen Bundesligaverteidiger entwickelt. Er mag nicht der Schnellste sein, sein Eröffnungsspiel nicht das Beste, aber dank seiner Zweikampf- und Kopfballstärke, seines intelligenten Abwehrspiels, seiner präzisen Grätsche ist er ein wichtiger und wertvoller Spieler für die 05er.

Florian Niederlechner wartet noch auf sein erstes Bundesligator - vielleicht klappt's ja am 25. Geburtstag gegen Werder Bremen. Foto: imago25 Jahre alt wird Florian Niederlechner. Der Stürmer aus Oberbayern ist ein ungewöhnlicher Bundesligaspieler: Als 13-Jähriger spielte Niederlechner mal kurz für den TSV München 1860, dann aber verließ er die Welt der Nachwuchsleistungszentren. Über den Landesligisten Falke Markt Schwaben und den Bayernligisten FC Ismaning diente sich Niederlechner in die 3. Liga hoch. Mit dem 1. FC Heidenheim stieg er in die 2. Bundesliga auf, für den er 2014/15 mit 15 Treffern Dritter der Zweitliga-Torjägerliste wurde. Im Sommer wechselte Niederlechner zu den 05ern, die den Stürmer in Ruhe zu einem guten Bundesligaspieler entwickeln wollen.

Weitere Ereignisse am 24. Oktober:

1926: FSV Mainz 05 - Alemannia Worms 1:4  
1948: 1. FC Kaiserslautern - FSV Mainz 05 7:1  
1954: Phönix Ludwigshafen - FSV Mainz 05 2:0  
1965: TSC Zweibrücken - FSV Mainz 05 1:3  
1971: FSV Mainz 05 - 1. FC Saarbrücken 2:0  
1981: ASC Dudweiler - FSV Mainz 05 2:2  
1987: Viktoria Herxheim - FSV Mainz 05 1:1  
1992: FSV Mainz 05 - FC St. Pauli 2:2  
1993: FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 1:2  
1999: FC St. Pauli - FSV Mainz 05 2:2  
2004: FC Schalke 04 - FSV Mainz 05 2:1  
2009: FSV Mainz 05 - SC Freiburg 3:0  
2010: Bayer Leverkusen - FSV Mainz 05 0:1  

25. Oktober  

Sie mag längst nicht mehr von jedem befolgt werden - dennoch wird die Fanfreundschaft zwischen Mainz 05 und Borussia Mönchengladbach am Sonntag 21 Jahre alt.Am Sonntag vor 21 Jahren entstand bei einem Spektakel auf dem Bökelberg die einst enge, heute nur noch vereinzelt gelebte Fanfreundschaft zwischen den Anhängern von Mainz 05 und Borussia Mönchengladbach. Am 25. Oktober 1994, sah das DFB-Pokal-Achtelfinale zwischen der Mannschaft aus dem gehobenen Bundesliga-Mittelfeld und den Gästen aus der Zweitliga-Abstiegszone auf dem Papier nach einer klaren Sache aus. Nicht jedoch auf dem Platz: Die Mainzer Führung (Thomas Zampach, 5. Minute) erschreckte die Gladbacher zunächst nicht. Nach einer Viertelstunde stand es 2:1 für die Gastgeber, zur Halbzeit 4:2, nach 52 Minuten 5:2. Aber die 05er kamen zurück mit einem Doppelschlag von Christian Hock und Michael Müller. 5:4 nach 63 Minuten. Dicke Chancen zum Ausgleich. Jürgen Klopp, der das 3:2 geschossen hatte, und der überragende Abderrahim Ouakili scheiterten in der 66. Minute mit vier geblockten Schüssen. "Wenn da der Ausgleich fällt, kippt das Spiel", sagte der Gladbacher Manager Rolf Rüssmann. Erst in der Nachspielzeit machte Stefan Effenberg mit dem 6:4 alles klar. Für weitere Geschichten zu jenem Pokalspiel und zur Fanfreundschaft verweisen wir auf unseren Artikel aus dem März.

Helmut Müllges war in den 1960ern eine der großen Konstanten in der 05-Abwehr. Müllges verstarb am Sonntag vor einem Jahr.Der Sonntag ist außerdem der erste Todestag von Helmut Müllges. Der Verteidiger rückte 1959 als 19-Jähriger aus dem eigenen Nachwuchs ins Mainzer Oberligateam auf und etablierte sich sofort als Manndecker im Team von Heinz Baas. Mit Carlo Storck, Norbert Liebeck, Ulrich Rother, später auch Toni Burghardt bildete Müllges in den 1960ern eine überdurchschnittliche Abwehr. Der harte, kampfstarke Verteidiger spielte 1963 gar als Verletzter eine wichtige Rolle. als er als Statist auf Rechtsaußen - Auswechslungen gab es damals noch nicht - kurz vor Saisonschluss das Siegtor gegen Neuendorf schoss, eins von seinen insgesamt elf Toren.

1965 stand Müllges in allen vier Spielen der ersten großen Pokalsaison der 05er im Team, das den späteren Deutschen Meister Werder Bremen und den Titelverteidiger TSV München 1860 aus dem Wettbewerb warf. 1968 war er ein Schlüsselspieler in der ersten 05-Elf, die Bundesliga-Ambitionen entwickelte. Und als der Verein 1970 fast den kompletten Kader austauschte, war der Mannschaftskapitän und Vorstopper der einzige Spieler der alten Generation, der bleiben durfte. Nach einer Verletzung im Winter beendete Helmut Müllges, der einst von den Junioren gekommen und von Verletzungen abgesehen immer Stammspieler war, nach zwölf Jahren, 300 Liga- und fünf DFB-Pokalspielen im 05-Trikot seine Laufbahn. In der langen Geschichte der 05er spielten nur acht Spieler noch häufiger als er. In den elf Regionalligajahren von 1963 bis 1974 kein einziger.

Weitere Ereignisse am 25. Oktober:

1925: FSV Mainz 05 - SpVgg Griesheim 5:2  
1931: Rot-Weiß Walldorf - FSV Mainz 05 2:6  
1936: FVgg Mombach 03 - FSV Mainz 05 2:3  
1953: FSV Mainz 05 - FK Pirmasens 0:2  
1959: FSV Mainz 05 - Saar 05 Saarbrücken 1:3  
1964: VfR Kaiserslautern - FSV Mainz 05 1:2  
1970: FSV Mainz 05 - FC Homburg/Saar 1:0  
1975: FSV Mainz 05 - TSV München 1860 3:3  
1986: FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 0:1 n.V. (DFB-Pokal)
2002: Wacker Burghausen - FSV Mainz 05 0:2  

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