Das 05-Kalenderblatt: 2. bis 5. Juni

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Diesmal geht es unter anderem um den Doppel-Torschützen im Jubiläumsspiel, einen eleganten Kroaten, einen Torjäger auf dem Flügel, den Bruder des WM-Helden und einen in jeglicher Hinsicht großen Abwehrchef.

2. Juni  

Die Geburtstagskinder vom 2. Juni: Oben von links Walter Sonnenberger, Werner Müller und Manfred Nehren, darunter Vjekoslav Skrinjar, Thorsten Schaaf und Norman Marzuga.Eine ganze Reihe von mehr oder weniger bedeutenden 05-Spielern hat heute Geburtstag. Den Anfang dieser Auflistung macht Walter Sonnenberger, am 2. Juni 1925, also vor 91 Jahren, im oberschlesischen Beuthen geboren und nach dem 2. Weltkrieg über Munster und Lüneburg nach Mainz gekommen. Von 1953 bis 1957 war der Mittelfeldspieler, der bereits an einem Nationalmannschaftslehrgang teilgenommen hatte, eine der wichtigsten Figuren im 05-Team; seine zwei Tore gegen Bert Trautmann im Jubiläumsspiel gegen Manchester City verschafften ihm ein hohes Ansehen. Nachdem 1966 der ehemalige Italien-Profi Kurt Zaro als Nachfolger des langjährigen 05-Trainers Heinz Baas gescheitert war, beförderten die 05er den damaligen Juniorentrainer Sonnenberger zum Chefcoach. In 18 Spielen gab es unter Sonnenberger nur drei Niederlagen; nach Punkten ist er bis heute der erfolgreichste 05-Trainer aller Zeiten. Weil ihm die nötige Lizenz fehlte, konnte Sonnenberger aber nicht über die Saison hinaus Cheftrainer bleiben.

Ein Jahr jünger ist Werner Müller, der von 1946 bis 1950 22 Spiele für die 05er bestritt, anschließend für Preußen Krefeld, die Stuttgarter Kickers, Eintracht Braunschweig und den SSV Reutlingen 05 spielte.

Manfred Nehren wird heute 74 Jahre alt. 1959 spielte der Rechtsaußen bereits als 17-Jähriger für die 05er; ein Torjäger wurde er aber erst ab 1963 in der Regionalliga. In 143 Spielen für die 05er schoss Nehren 39 Tore. 1967 wechselte der Angreifer zum FSV Frankfurt.

47 Jahre alt wird Vjekoslav Skrinjar. Der Kroate, ein feiner Techniker, kam im Winter 1999/00 zu den 05ern, vermochte die Mannschaft aber nicht dauerhaft zu prägen. Als Linksverteidiger war der durchaus populäre Skrinjar möglicherweise letztlich verschenkt, auch wegen gesundheitlicher Probleme spielte er in zweieinhalb Jahren nur 40 Mal in der 2. Bundesliga. 

Drei 05-Nachwuchsspieler haben schließlich ebenfalls heute Geburtstag: Thorsten Schaaff (49 Oberligaspiele/9 Tore von 1999 bis 2002) wird 35 Jahre alt, Norman Marzuga (31 Spiele für die A-Junioren von 2003 bis 2006) 29 Jahre. Und Tim Weißmann, der drei Jahre lang in der U17 und U19 spielte und die 05er nun nach abgeschlossener Juniorenzeit wohl verlassen wird, wird 19 Jahre alt.

Ergebnisse am 2. Juni:

1985: FSV Mainz 05 - Werder Bremen (A) 1:3  
1996: MSV Duisburg - FSV Mainz 05 0:3  
 

3. Juni  

Morgen wird Fabian Götze 26 Jahre alt. Der Linksverteidiger kam erstmals 2009 im Endspiel um die Deutsche U19-Meisterschaft mit den 05ern in Berührung. Mit Borussia Dortmund unterlag Götze dem 05-Team von Thomas Tuchel am Bruchweg 1:2. Ein halbes Jahr später wechselte Götze vom BVB zu den 05ern, für die er in der Regionalliga 38 Mal spielte. 2011 schloss sich der Verteidiger dem Regionalligateam des VfL Bochum an, 2013 der SpVgg Unterhaching. Sein exakt zwei Jahre jüngerer Bruder Mario war Torschütze im U19-Endspiel gegen die 05er und fünf Jahre später im WM-Finale gegen Argentinien.

20 Jahre alt wird Filip Kusic. Der Innenverteidiger war 2012/13 ein Leistungsträger in der Mainzer U17, spielt seitdem in der Lausitz.

Ergebnisse am 3. Juni:

1973: FSV Mainz 05 - Blau-Weiß 90 Berlin 5:1  
1998: FSV Mainz 05 - KFC Uerdingen 05 2:1   
 

4. Juni

Mit zwei Toren in der 86. und 88. Minute schlugen die 05er 1963 den großen 1. FC Saarbrücken 2:1. Während Mittelstürmer Erwin Bader (zweiter von rechts) den Torschützen Vincenz Fuchs fast erdrückt, kommt ganz links Ulrich Rother dazu, der am Samstag vor 79 Jahren zur Welt kam.Am Samstag vor 79 Jahren kam Ulrich Rother zur Welt, der als Verteidiger die letzten Oberligajahre des FSV Mainz 05 mitprägte. Rother war einer der wenigen Spieler jener Zeit, die schon weit herumgekommen waren: Einst war er vom FC St. Pauli zur TuS Neuendorf gewechselt, für die er aber nur drei Spiele bestritt. 1959 ging es noch ein Stück den Rhein hinauf nach Mainz. In seiner ersten Hinrunde am Bruchweg spielte Rother noch keine Rolle, aber ab Januar 1960 war er Stammspieler im Team des neuen Trainers Heinz Baas als Rechtsverteidiger in einer Abwehr zunächst mit Libero Norbert Liebeck, Linksverteidiger Helmut Müllges und Vorstopper Willi Jakobi oder Carlo Storck. Die Hinrunde der Saison 1962/63 verpasste der Spezialist für präzise lange Pässe wegen einer schweren Verletzung. Horst Schuch, der ihn bereits im Vorjahr gelegentlich vertreten hatte, etablierte sich als neuer Rechtsverteidiger; Rother spielte nach seiner Rückkehr noch ein halbes Jahr im rechten Mittelfeld und verließ die 05er im folgenden Sommer nach 78 Oberligaspielen und einem Tor.

18 Jahre alt wird am Samstag Luca Götz, 2014/15 Stammspieler in der U17-Abwehr der 05er, im vergangenen Jahr nur zweimal im U19-Kader.

Ergebnisse am 4. Juni:

1950: FSV Mainz 05 - FV Engers 07 3:7  
1989: FSV Mainz 05 - Viktoria Aschaffenburg 3:2  
1990: Rot-Weiß Frankfurt - FSV Mainz 05 1:2  
1994: FSV Mainz 05 - Rot-Weiss Essen 1:1  
 

5. Juni  

Mainz 05 im Jubiläumsjahr 1955. Vorne rechts hat sich der zwei Meter lange Hans Nebelung zusammengefaltet. Der Sonntag ist Nebelungs elfter Todestag.Am Sonntag vor elf Jahren verstarb im Alter von 81 Jahren einer der körperlich größten 05er, der zu seiner kurzen aktiven Zeit am Bruchweg sehr populäre Hans Nebelung. Der aus dem heutigen Sachsen-Anhalt stammende Spieler kam 1954 über den TSV Goslar und den VfB Lübeck nach Mainz. Dort war der fast zwei Meter lange Mann eigentlich für die linke Angriffsseite vorgesehen, wurde aber bald als Nachfolger des Nürnberger Altmeisters "Schorsch" Hagen im linken Mittelfeld, später Mittelläufer - heute würde man ihn "Sechser" nennen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde der erfahrene, bereits 30 Jahre alte Nebelung immer stärker und ein Lieblingsspieler des Publikums. Die Mainzer waren daher erleichtert, dass der VfB Lübeck 1955 den Wiederaufstieg verpasste; Nebelung hätte sich sonst wieder seinem alten Verein angeschlossen. Jedoch fiel wenige Wochen später, bereits am dritten Spieltag der Saison 1955/56, der neue Stammtorwart Otto Schedler bei einem Eckball so unglücklich auf das Knie seines Mittelläufers, dass diesem der Meniskus riss. Ein erster Comebackversuch Nebelungs im folgenden Sommer scheiterte. Erst nach zweieinhalbjähriger Verletzungs- und Aufbauphase nahm der Stopper im März 1958 mit 34 Jahren wieder das Training auf. In die Mannschaft kam er nicht mehr zurück. Daher spielte Nebelung nur 31 Mal für die 05er, dabei schoss er ein Tor.

16 Jahre alt wird am Sonntag Esdras Onangolo W'Okitasombo, Außenverteidiger im U17-Team der 05er.

Ergebnisse am 5. Juni:

1976: FSV Mainz 05 - Röchling Völklingen 4:2  
1988: FSV Mainz 05 - SpVgg Unterhaching 4:1 

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