Das 05-Kalenderblatt

Christian Karn. Mainz.
Wie jeden Donnerstag hat die nullfünfMixedZone in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche weiteren Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Das ist eine ganze Menge: Nicht weniger als 22 erwähnenswerte Ereignisse gibt es in dieser Woche: Die Geburtstage eines Allgemeinmediziners, eines Lehrers, eines ungarischen Handlungsreisenden und eines Spielers, der keine Angst vor unbequemen Wahrheiten hat, der Jahrestag des größten Bundesliga-Comebacks und noch etliches mehr - zuvorderst aber das Debüt einer heutigen Selbstverständlichkeit!

27. August  

Man kann es nicht mit absoluter Gewissheit sagen. Aber wahrscheinlich sehen wir auf diesem Mannschaftsbild von 1950 hinten als von links die Nummern 9 und 7, dann zwei nicht eingesetzte Spieler, dann die Nummern 6, 5, 11 und 8, vorne die Nummern 2, 1 und 3 aus dem ersten Spiel des FSV Mainz 05 mit Rückennummern. Der Vierer und der Zehner sind nicht abgebildet.Eine Selbstverständlichkeit des neuzeitlichen Fußballs wird heute in Mainz 65 Jahre alt. Am 27. August 1950 empfingen die 05er zum Auftakt der neuen Oberligasaison Wormatia Worms zum Rheinhessenderby (und verloren gegen den späteren Südwest-Vizemeister 1:2). Das damals noch Besondere an der Partie: Zum allerersten Mal spielten die 05er mit Nummern auf dem Rücken. Wer welche Rückennummer trug, ist nicht mit Sicherheit überliefert; vermutlich aber spielten die 05er von 1 bis 11 in folgender Reihenfolge: Dieter Schaak, Karl Döppenschmidt, Gerd Higi, Hermann Höffner, Alfred Schöppler, Erich Reith, Josef Meinhardt, Franz Kircher, Horst Lebefromm, Willi Petrauschke (der Torschütze zum 1:1), Walter Neumann. Feste Rückennummern gab es damals natürlich noch nicht; die setzten sich erst im Laufe der 1990er nach und nach durch. Die 05er schlossen sich diesem Trend 1996 an.

Zwei Geburtstagskinder der 05er waren bei diesem Spiel schon auf der Welt. Ebenfalls einen runden Geburtstag feiert heute Herbert Dörenberg. Der in unmittelbarer Nachbarschaft Mönchengladbachs geborene und aufgewachsene Verteidiger kam 1967 im Alter von knapp 22 Jahren ins Rhein-Main-Gebiet. Dörenberg spielte zunächst fünf Regionalligasaisons für Opel Rüsselsheim, wechselte dann zum SV Darmstadt 98, mit dem er 1978 als Meister der 2. Bundesliga Süd aufstieg. Dörenberg kam jedoch nicht mit in die Bundesliga, sondern wechselte zum Zweitliga-Absteiger VfR Bürstadt, mit dem er in seinem letzten Jahr als Spieler den Wiederaufstieg schaffte. Als Trainer hielt Dörenberg den VfR 1979/80 in der 2. Liga.

Herbert Dörenberg, einst Trainer der Mainzer Amateurmeisterschaftself und immer noch regelmäßig am Bruchweg auf der Tribüne, wird heute 70 Jahre alt.Als Nachfolger von Horst Hülß wurde Herbert Dörenberg 1980 Trainer der 05er. Im zweiten Jahr erreichte er den bis dahin größten Erfolg der Klubgeschichte: die deutsche Amateurmeisterschaft. Die starke Mannschaft hatte der damalige 05-Chef Jürgen Jughard allerdings bekanntlich mit veruntreutem Geld aufgebaut; als die Blase 1982 platzte, fielen die 05er in eine ihrer größten Krisen. Die Mannschaft war daraufhin nicht nur durch die lange Vorsaison körperlich, sondern auch physisch am Boden, "praktisch untrainierbar", wie Dörenberg im Herbst sagte. Bereits Ende Februar 1983 kündigte der Trainer seinen Abschied zum Saisonende an. Ein paar Tage später eskalierte ein Streit zwischen Dörenberg und Manager Helmut Höfels, worauf der Trainer die 05er vorzeitig verließ. In den folgenden Jahren trainierte Dörenberg unter anderem die Amateure Eintracht Frankfurts, EIntracht Bad Kreuznach, die SpVgg Bad Homburg, den SV Wehen, den FSV Frankfurt und die Eisbachtaler Sportfreunde. Darüber hinaus arbeitete er von 1967 bis 2006 als Lehrer. Als Zuschauer und Scout sieht man Herbert Dörenberg bis heute regelmäßig am Bruchweg. Heute wird der ehemalige Mainzer Erfolgstrainer 70 Jahre alt.

Genau zwei Jahre jünger ist Roland Bott. Der Mittelfeldspieler rückte 1969 aus dem eigenen Nachwuchs ins Regionalligateam der 05er auf und war bis 1972 in 38 Spielen dabei.

47 Jahre alt wird heute Aurel Silviu Panait. Der Linksverteidiger kam 1996 als viermaliger rumänischer Meister mit Steaua Bukarest sowie Kurzzeit-Nationalspieler nach Deutschland, spielte zunächst für den Wuppertaler SV in der Regionalliga und wechselte im Dezember 1997 zu den 05ern. Neun Spieltage lang war Panait hinten links gesetzt; dabei war der Rumäne nicht nur mit seinem langen schwarzen Zopf eine auffällige Erscheinung, sondern als technisch starker Verteidiger auch ein wichtiger Spieler für die 05er. Ein Muskelbündelriss setzte Panait jedoch früh langfristig außer Gefecht. Nach seiner Genesung wechselte der Rumäne zurück nach Wuppertal, später spielte er noch für den SV Wehen und den BFC Dynamo.

Weitere Ereignisse am 27. August:

1961: FSV Mainz 05 - Eintracht Bad Kreuznach 0:0  
1967: FSV Mainz 05 - Saar 05 Saarbrücken 4:0  
1989: FSV Mainz 05 - FSG Schiffweiler 3:0  
1991: FSV Mainz 05 - SC Freiburg 0:0  
2006: FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 1:1  

 28. August  

Zwei Viererpacks jähren sich am Freitag. Genau 55 Jahre ist der große Auftritt eines ehemaligen B-Nationalstürmers beim SV Niederlahnstein her - Erich Bäumler traf viermal binnen einer halben Stunde. Der Angreifer bekam beim 4:1-Sieg sogar fünf Scorerpunkte; zum 2:0 verwandelte Bäumler in der 8. Minute einen Elfmeter nach Foul an ihm selbst. Und mit ein bisschen Kreativität kann man Bäumler auch als Vorbereiter des 4:0 in der 33. Minute benennen: Wieder Elfmeter - diesmal nach Foul an Manfred Nehren -, Bäumler schoss, der Torwart parierte, Bäumler traf im Nachschuss.

Exakt 50 Jahre später spielten die 05er beim VfL Wolfsburg. Bei den Niedersachsen drehte sich alles um die Bundesliga-Rückkehr des Brasilianers Diego, der nach den Treffern von Edin Dzeko (23., 28.) bereits in der 30. Minute das 3:0 schoss. Ein Debakel für die 05er! Oder?

Morten Rasmussens 1:3 in der 39. Minute nahm der VfL halt hin. Elkin Sotos Anschlusstor in der 48. Minute machte die Wolfsburger schon ein bisschen nervöser. In der 58. Minute schlug André Schürrle auf dem linken Flügel seinen damals noch nicht weltberühmten Haken und schoss den Ball ins lange Eck - 3:3.

Nicht nur Thomas Tuchel ist ganz aufgeregt: Noch ein paar Minuten, dann ist das größte Bundesliga-Comeback des FSV Mainz 05 geschafft! Foto: imago

Und Thomas Tuchel wollte noch mehr. Der 05-Trainer brachte kurz nach dem Ausgleich einen frischen Stürmer, Adam Szalai für Rasmussen. Und in der 75. Minute kam Niko Bungert für Lewis Holtby. Ergebnis halten? Stärkung der Defensive? Mitnichten! Bungert bildete mit Nikolce Noveski und Bo Svensson eine Dreierkette, beide Außenverteidiger rückten vor ins Mittelfeld. Ihr Auftrag: Das Momentum nutzen, das Spiel vollends kippen lassen! Radoslav Zabavnik, der Ex-Rechtsverteidiger, schlug in der 85. Minute die entscheidende Flanke. Szalai nahm den Ball an. Manndecker Simon Kjaer fiel auf die Körpertäuschung des Ungarn herein, blockierte einen Schussweg, für den Szalai sich überhaupt nicht interessierte, machte diesem das Tor weit auf für den Siegtreffer. Die 05er brachten das 4:3 über die Zeit; es war das erste Mal seit 78 Jahren und sieben Tagen, dass sie auswärts nach einem Drei-Tore-Rückstand gewonnen hatten und das erste Mal seit 1991, dass dies einem Bundesligisten gelungen war. Das größte Mainzer Comeback in der Bundesliga war der zweite und möglicherweise wertvollste von sieben 05-Auftaktsiegen in der Saison 2010/11, in der die 05er an jedem einzelnen Spieltag auf einem Europapokalplatz standen.

Weitere Ereignisse am 28. August:

1927: FSV Mainz 05 - SV Darmstadt 98 1:0  
1932: Wormatia Worms - FSV Mainz 05 2:0  
1955: FSV Mainz 05 - SpVgg Andernach 2:3  
1966: Röchling Völklingen - FSV Mainz 05 0:2  
1974: FSV Mainz 05 - Karlsruher SC 0:1  
1976: Südwest Ludwigshafen - FSV Mainz 05 1:0  
1977: SV Guntersblum - FSV Mainz 05 0:3  
1983: FSV Mainz 05 - FC St. Wendel 2:0  
2004: Hertha BSC - FSV Mainz 05 1:1  
2005: Arminia Bielefeld - FSV Mainz 05 2:0  
2009: Borussia Mönchengladbach - FSV Mainz 05 2:0  
2011: Hannover 96 - FSV Mainz 05 1:1  

 29. August  

Michael Schmitt wird am Samstag 55 Jahre alt.Am Samstag wird Michael Schmitt 55 Jahre alt. "Schmitti" war in der zweiten Hälfte der 1980er ein sehr guter Rechtsverteidiger beim Oberligisten Mainz 05: Bissig, kompromisslos, aber auch ein guter Fußballer. Als einer von vielen Nachwuchsspielern des 1. FC Kaiserslautern, die in jener Zeit im Südwestfußball unterwegs waren, kam Schmitt über die Zwischenstationen Südwest Ludwigshafen und Hassia Bingen in einem der besten Transfersommer nach Mainz: 1985 verpflichteten die 05er außerdem Charly Mähn, Hendrik Weiß, Micky Becker und Michael Müller, mit Schmitt fünf Mann, die teils bis weit in die 1990ern hinein zu den Stützen der Mannschaft zählten, die zweimal den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte und die 05er schießlich dort etablierten. Über 1.200 Pflichtspiele absolvierte dieses Quintett in der Summe für die 05er, es wären mehr geworden, hätten nicht zwei von ihnen ihre Karriere wegen schwerer Verletzungen vorzeitig aufgeben müssen.

Mähn schied 1991 aus. Schmitt bereits Anfang Mai 1989 nach einem Totalschaden im Knie: Kreuzband-, Innenband- und Meniskusriss. Was heute noch eine schlimme Nachricht für jeden Fußballer, aber noch nicht zwingend das Karriereende ist, war damals noch irreparabel. Schmitt war nicht der einzige schwer verletzte Mainzer Leistungsträger in jener Zweitliga-Comebacksaison: Torjäger Norbert Hönnscheidt konnte nach einem dreifachen Bänderriss erst ab Oktober spielen, "Schorsch" Müller verpasste wegen Adduktorenproblemen die komplette Rückrunde, Patrick Mohr fehlte nach einem Knöchelbruch von Anfang März bis in den Juni, Micky Becker musste eine Woche vor Schmitt die Saison mit angerissenem Kreuzband vorzeitig beenden. Da außerdem manche Spieler (auch Schmitt) berufsbedingt immer nur am Abschlusstraining teilnehmen konnten und neben Charly Mähn ein weiterer Torjäger fehlte, hatten die 05er in der 2. Liga keine Chance.

Das zweite, das erfolgreiche Comeback der 05er erlebte Schmitt nicht mehr auf dem Platz; heute noch spielt der Verteidiger aber für die Traditionself des FSV Mainz 05.

Gern mal mitten im Getümmel: Gonzalo Jara, der am Freitag 30 Jahre alt wird. Foto: imagoGonzalo Alejandro Jara Reyes wird am Samstag 30 Jahre alt. Der Chilene spielt seit einem Jahr beim FSV Mainz 05, möglicherweise aber nicht mehr lange: Der zweimalige WM-Teilnehmer steht in der Hierarchie der 05-Innenverteidiger weit hinten; einen etwaigen Wechselwunsch würden die 05er wahrscheinlich nicht ablehnen. Kurz vor und nach seinem Wechsel vom englischen Zweitligisten Nottingham Forest nach Mainz war Jara zweimal die tragische Figur in einem Elfmeterschießen: Beim chilenischen WM-Aus gegen Brasilien im Achtelfinale und beim Mainzer Pokal-Erstrundenspiel in Chemnitz verschoss der Verteidiger. Bei seinen folgenden 17 Bundesligaspielen wirkte der auf allen Abwehrpositionen eingesetzte Jara hin und wieder defensiv etwas leichtsinnig; im Spielaufbau zeigte er nicht nur bei der überragenden Einleitung des 2:0 gegen den SC Paderborn 07 am 18. Spieltag überdurchschnittliche Fähigkeiten. Dennoch legten die 05er dem Chilenen schon vor seiner unsportlichen Begegnung mit dem Uruguayer Edinson Cavani bei der Copa América, für die Jara fürs restliche Turnier gesperrt wurde, einen Vereinswechsel höflich nahe. Es wäre nicht die allergrößte Überraschung, würde Jara sich in der noch bis Montag laufenden Transferperiode verabschieden, aber es ist auch vorstellbar, dass er bleibt.

34 Jahre alt wird außerdem Christopher Umbs, der von April 1999 bis zu einer schweren Verletzung Anfang 2000 22 Mal in der Oberliga für die 05-Amateure spielte und seitdem noch lange im höheren Amateurfußball des Rhein-Nahe-Gebiets unterwegs war. Und Konstantin Stengel, 2003/04 der erste 05-Torwart in der U19-Bundesliga, später Oberliga-Keeper in Bad Kreuznach, Hauenstein und Mechtersheim, wird 30 Jahre alt.

Weitere Ereignisse am 29. August:

1954: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 0:0  
1965: FSV Mainz 05 - Saar 05 Saarbrücken 1:4  
1971: Eintracht Trier - FSV Mainz 05 3:3  
1979: FSV Mainz 05 - TuS Neuendorf 1:3  
1981: Rot-Weiß Hasborn - FSV Mainz 05 1:1  
1984: SV Leiwen - FSV Mainz 05 1:1  
1992: FSV Mainz 05 - FC Remscheid 1:0  
1993: VfL Bochum - FSV Mainz 05 2:0  
1997: FSV Mainz 05 - FSV Zwickau 2:2  
1998: Spfr. Siegen - FSV Mainz 05 3:1 n.V. (DFB-Pokal)
1999: Energie Cottbus - FSV Mainz 05 3:0  
2008: FSV Mainz 05 - VfL Osnabrück 4:2  

 30. August  

Am Sonntag wird Dennis Weiland (in Rot hinter dem grätschenden Robert Nikolic) 41 Jahre alt. Foto: imagoAm Sonntag wird Dennis Weiland 41 Jahre alt. Der jüngere der Weiland-Brüder, die 2001 zu den 05ern wechselten - Dennis aus Osnabrück, Niclas von TeBe Berlin - hatte seine größte Zeit im Mainzer Trikot in der 2. Bundesliga. In seiner ersten Saison schoss "Weilando" fünf Tore (seither kein einziges mehr) - das erste Sekunden nach seiner Einwechslung am ersten Spieltag mit seinem ersten Ballkontakt in einem Ligaspiel der 05er. Im zweiten Jahr bereitete der Niedersachse elf Treffer vor. Bereits in der Aufstiegssaison 2003/04 wurde der Offensivkünstler aber im linken Mittelfeld vom Neuzugang Toni da Silva verdrängt. In der Bundesliga war "Weilando" nur noch ein Ergänzungsspieler. 2006 verließ der Mittelfeldmann die 05er nach 15 Erst- und 78 Zweitligaspielen. Über Eintracht Braunschweig und Waldhof Mannheim wechselte Weiland 2009 zurück in seine Heimatstadt Hannover, nicht jedoch zu den 96ern, sondern zur Arminia. Für sein Studium der Sportwissenschaft kam Dennis Weiland bald wieder nach Mainz; ab 2012 war er zunächst Co-Trainer von Sandro Schwarz beim FC Eschborn, nach dessen Wechsel zu den 05-Junioren 2013/14 sogar Cheftrainer des Hessenligisten.

Weitere Ereignisse am 30. August:

1931: Olympia Lorsch - FSV Mainz 05 2:6  
1953: VfR Frankenthal - FSV Mainz 05 0:3  
1959: FSV Mainz 05 - VfR Frankenthal 0:2  
1964: FSV Mainz 05 - VfR Frankenthal 2:1  
1970: FV Speyer - FSV Mainz 05 4:0  
1975: Eintracht Bad Kreuznach - FSV Mainz 05 3:1  
1986: FSV Mainz 05 - FC Schalke 04 1:0 (DFB-Pokal)
1987: Wormatia Worms - FSV Mainz 05 1:1  
1989: SC Birkenfeld - FSV Mainz 05 1:2  
1995: FSV Mainz 05 - SV Meppen 0:0  
2002: SpVgg Unterhaching - FSV Mainz 05 1:1 n.V., 4:2 n.E. (DFB-Pokal)

 31. August  

Am Montag wird Frank Haun 48 Jahre alt. Als sehr junger Profi hatte Haun bereits wenige Bundesligaspiele für den 1. FC Kaiserslautern absolviert, bevor die 05er den Mittelfeldspieler 1987 an den Bruchweg holten. Der 19-Jährige schloss damit eine der drei Lücken, die die Mainzer hinsichtlich der erhofften Rückkehr in die 2. Bundesliga sahen; Torwart Stephan Kuhnert und Mittelstürmer Norbert Hönnscheidt waren die anderen beiden wichtigen Neuen.

Frank Haun (links) und Kristian Zedi haben am Montag Geburtstag.Haun war für damalige Mainzer Verhältnisse ein sehr guter Mann. Vom ersten Spieltag an war er Stammspieler im linken Mittelfeld. Zwar bereitete er das erste Mainzer Saisontor vor und schoss das vierte, unterm Strich war Haun aber eher ein Aufbauspieler als einer, der unmittelbar an Treffern beteiligt war. Die 05er stiegen mit der nun kompletten Mannschaft auf und auch in der 2. Bundesliga war Frank Haun ein wichtiger Stammspieler. Als die Mainzer aus bereits erwähnten Gründen wieder in der Oberliga landeten, war Haun der einzige Abgang, der im Profifußball blieb: 1989/90 spielte er für Waldhof Mannheim weitere 16 Mal in der Bundesliga. Auch mit dem Waldhof stieg der Ludwigshafener jedoch ab; seine weiteren Stationen waren die Oberligisten Wormatia Worms und VfR Mannheim.

41 Jahre alt wird ein großer tragischer Verteidiger: Kristian Zedi, ein Jugoslawe aus dem Ruhrgebiet. Zedi schien bei Fortuna Düsseldorf auf einem sehr guten Weg zum Bundesligaprofi, als ihm zum ersten Mal das Kreuzband riss. Die 05er verpflichteten den Verteidiger 1999 aus der Reha heraus, wissend, dass sie sich einen gesunden Zedi niemals hätten leisten können, hoffend, ihn nach der Verletzung wieder auf das alte Niveau zu bekommen. Das schafften sie nicht: Ein einziges Mal, am 26. März 2000, konnte Zedi ernsthaft mitspielen. Beim 2:2 gegen den Karlsruher SC bereitete er sogar das Führungstor vor. Aber erst im Februar und März 2002 stand der Verteidiger wieder im Aufgebot. Dreimal blieb er auf der Bank, in Ahlen wurde er in der 90. Minute eingewechselt. Und hätte sicherlich das 4:1 geschossen, hätte Michael Thurk im letzten Konter den Querpass auf den mitlaufenden Kollegen gespielt. Thurk schoss das Tor aber selbst. Am Ende jener Saison gab Zedi seine Karriere endgültig auf; ein Jammer, denn ohne die Verletzungen hätte dieser ausgesprochen gute Verteidiger eine sehr schöne Karriere haben können. Zedis Zwillingsbruder Rudolf spielte noch bis 2012 bei Rot-Weiß Erfurt.

Seinen 34. Geburtstag kann Markus Schröder feiern, der Ersatztorwart der 05-Amateure in der Saison 2002/03. 16 Jahre alt wird am Montag Raphael Assibey-Mensah, Offensivmann im aktuellen Mainzer U17-Bundesligateam.

Weitere Ereignisse am 31. August:

1930: FSV Mainz 05 - SV Darmstadt 98 4:1  
1952: 1. FC Saarbrücken - FSV Mainz 05 3:1  
1958: Eintracht Bad Kreuznach - FSV Mainz 05 1:1  
1969: SpVgg Weisenau - FSV Mainz 05 0:2  
1974: Röchling Völklingen - FSV Mainz 05 1:1  
1977: FSV Mainz 05 - SV Horchheim 2:0  
1991: VfB Leipzig - FSV Mainz 05 1:1  
2003: SSVg Velbert - FSV Mainz 05 0:0 n.V., 5:3 n.E. (DFB-Pokal)
2012: FSV Mainz 05 - SpVgg Greuther Fürth 0:1  
2013: Hannover 96 - FSV Mainz 05 4:1  
2014: FSV Mainz 05 - Hannover 96 0:0  

1. September  

Am Dienstag wird Dezsö Orbán 82 Jahre alt. Orbán war ein ungarischer Handlungsreisender, dessen Beruf seine Fußballkarriere über ganz Europa verstreute: Bis 1960 spielte der Mittelfeldspieler für den VfR Neumünster, dann wurde er von Hamburg nach Frankfurt versetzt und schloss sich den 05ern an. Orbán hatte allerdings Schwierigkeiten, sich in Mainz zu akklimatisieren, hatte auch nicht immer Zeit für Fußball. Dennoch bedauerten es die 05er sehr, als der Ungar im Spätsommer 1961 nach 16 Oberliga-Einsätzen von seinem Arbeitgeber nach Spanien delegiert wurde. Bis dahin hatte Orbán in einem durchaus internationalen Mittelfeld gespielt: Seine Nebenleute waren der Mainzer Werner Sommer und der syrische Student Ali Rahmoun.

Weitere Ereignisse am 1. September:

1929: SV Darmstadt 98 - FSV Mainz 05 3:1  
1957: FSV Mainz 05 - 1. FC Saarbrücken 3:1  
1962: SV Niederlahnstein - FSV Mainz 05 0:1  
1963: FSV Mainz 05 - SV Völklingen 1:0  
1968: Röchling Völklingen - FSV Mainz 05 4:2  
1982: Wormatia Worms - FSV Mainz 05 3:2  
1985: VfL Hamm/Sieg - FSV Mainz 05 3:2  

 2. September  

Eine ganze Reihe ehemaliger 05-Spieler hat am Mittwoch Geburtstag. Der Älteste, aber nicht der Bedeutendste ist Jürgen Rohmer. Der Mittelfeldspieler kam aus dem eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft der 05er, spielte gegen Ende der Saison 1974/75 zweimal in der 2. Bundesliga, wechselte aber nach der Saison zu Kastel 06. Als die 05er ein Jahr später nach dem Rückzug aus der 2. Bundesliga eine neue Mannschaft aufbauen mussten, kam Rohmer als einer von fünfzehn Neuzugängen zurück, setzte sich aber wie viele der Neuen nicht durch. Rohmer spielte nur sieben Mal und schloss sich 1977 erneut den Kastelern an. Am Mittwoch wird Jürgen Rohmer 61 Jahre alt.

Seinen 48. Geburtstag kann Mike Janz feiern. Der Mittelfeldspieler kam als 13-Jähriger vom MTV 1817 zu den 05ern und debütierte ebenfalls 1985 in der ersten Mannschaft. Janz war ein großes Talent, ein Spieler, dem großes Potenzial zugeschrieben wurde, aber auch einer, der immer wieder durch schwere Verletzungen zurückgeworfen wurde. Erst 1989/90 war er über eine komplette Saison Stammspieler, inzwischen ebenso oft als Manndecker wie auf seiner ursprünglichen Position im zentralen Mittelfeld. In der 2. Liga musste sich Janz immer wieder mit starken Konkurrenten um die Plätze in der Startelf streiten; mal setzte er sich durch, mal nicht. Nach sieben Spieltagen der Saison 1992/93 machte eine weitere schwere Verletzung seiner Zweitliga-Karriere ein Ende.

Ein vorläufiges zumindest. Denn im Herbst 1995 holte Amateurcoach Manni Lorenz, Interimstrainer der Profis nach der Entlassung von Horst Franz, Mike Janz aus der zweiten Mannschaft wieder nach oben. Trotz der 0:1-Niederlage war dieser beim Comeback gegen Fortuna Köln im zentralen Mittelfeld der überragende Mann auf dem Platz. Bis zum Ende der Hinrunde war Janz noch einmal Stammspieler in der 2. Bundesliga; durch die Winter-Verpflichtungen von Lars Schmidt, Marco Weißhaupt und durch die Rückkehr von Michael Müller, der die Hinrunde nahezu komplett verpasst hatte, war anschließend nicht mehr viel Platz im Team für Janz. 1999 promovierte Janz zum Doktor der Medizin, seit 2007 arbeitet er in seiner eigenen Praxis in Kostheim.

Drei Geburtstagskinder am Mittwoch: Von links Mike Janz, "Felgenralle" Gunesch und Peter Perchtold.

Ralph Gunesch wird 32 Jahre alt. Der aus Rumänien stammende Verteidiger spielte in der Abstiegssaison 2006/07 für die 05er, allerdings nicht oft. Beim FC St. Pauli war der in Aachen ausgebildete Gunesch zuvor und anschließend Stammspieler, ab 2012 auch beim FC Ingolstadt 04. Seit dem Bundesliga-Aufstieg der Ingolstädter ist Gunesch ohne Verein. Der wegen seiner Begeisterung für Autos auch "Felgenralle" genannte Gunesch ist abseits des Fußballs vor allem bekannt für klare Meinungen und Ansagen. Gunesch engagiert sich intensiv gegen Rechtsextremismus, aber auch für die Interessen der Fußballfans, nutzt dazu intensiv die modernen Kommunikationswege, kann dabei bemerkenswert unbequem werden. Und macht das gut.

31 Jahre alt wird am Mittwoch Peter Perchtold. Der Deutsch-Österreicher aus Nürnberg machte eine durchaus überraschende Karriere bei Mainz 05: Eigentlich verpflichteten die 05er den mit zwei Spielen für den VfB Stuttgart geringfügig Bundesliga-erfahrenen Mittelfeldmann 2011 als Führungsspieler des Regionalligateams. Bereits am ersten Spieltag aber sah Perchtold Rot wegen einer Tätlichkeit. Nach der Drei-Spiele-Sperre kam er zu einem einzigen weiteren Einsatz, dann verletzte er sich schwer genug, dass er schließlich seine Karriere beenden musste.

Zu diesem Zeitpunkt war Perchtold jedoch schon so etwas wie ein Co-Trainer der Mainzer U23. Bald machten die 05er ihn auch offiziell zum Assistenten Martin Schmidts. Als dieser 05-Cheftrainer wurde, kam Perchtold zunächst als Assistent des Trainerteams mit; als Bo Svensson vom Co-Trainer-Posten zur Chefrolle bei der U16 delegiert wurde, wurde Perchtold erneut auch offiziell Schmidts Co-Trainer - jetzt auch bei den 05-Profis in der Bundesliga.

Außerdem haben zwei ehemalige 05-Amateurspieler Geburtstag. Valerie Ebongollé wird 37 Jahre alt. Der Ghanaer war 2000/01 Stammspieler im Oberligateam und spielte bei der 0:4-Pokalniederlage beim 1. FC Nürnberg eine Halbzeit mit den Profis. Christian Bolm schoss von 2003 bis 2006 in 70 Ober- und Regionalligaspielen für die 05-Amateure elf Tore, spielte später für den FK Pirmasens und Wormatia Worms und ist inzwischen U19-Trainer des TSV Schott. Bolm wird am Mittwoch 32 Jahre alt.

Weitere Ereignisse am 2. September:

1928: Alemannia Worms - FSV Mainz 05 1:2  
1951: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 0:0  
1956: FSV Mainz 05 - 1. FC Kaiserslautern 0:7  
1973: TuS Neuendorf - FSV Mainz 05 0:1  
1979: Südwest Ludwigshafen - FSV Mainz 05 1:2  
1984: FSV Mainz 05 - Hassia Bingen 1:0  
1987: Hassia Bingen - FSV Mainz 05 1:3  
1990: FSV Mainz 05 - SV Darmstadt 98 1:1  
1992: Carl Zeiss Jena - FSV Mainz 05 3:1  
1995: Hertha BSC - FSV Mainz 05 2:0  
2007: Carl Zeiss Jena - FSV Mainz 05 1:2  

► Alle Artikel zur Historie

► Zur Startseite