Das 05-Kalenderblatt: 18. bis 20. April

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. In diesen Tagen geht es um einen engagierten Dänen, zwei Deutsche Meister, einen außerordentlich erfahrenen Drittligaprofi und den ewigen 05er

18. April

Heute jährt sich ein Schlüsselmoment für Mainz 05 zum dreizehnten Mal. Bereits am 17. April hatte die "Tour de Frank'" begonnen, die binnen zweier Tagen die höchsten drei Fußballmannschaften der 05er in drei Auswärtsniederlagen auf engstem Raum führte - vor den Toren Fürths verlor die U23 das Regionalligaspiel beim 1. SC Feucht 1:2. Torschützen für die Franken waren Roberto Hilbert, der gerade erst, am 11. April 2015, Bayer Leverkusens 2:0 gegen die 05er vorbereitet hatte, und der heutige 05-Co-Trainer Peter Perchtold. Tags drauf unterlag vormittags die U19 der SpVgg Greuther Fürth 0:4, nachmittags dann gab es die klischeebeladenste Niederlage der Profis bei ihrem Angstgegner. Alles war dabei, was ein richtiges Fiasko ausmacht: Ein Eigentor (Tamás Bódog, 34. Minute). Ein verschossener Elfmeter (Toni da Silva, 42. Minute). Sofort danach ein Kontertor des unbeliebtesten Gegenspielers (Sascha Rösler, 43. Minute). Ein Platzverweis (wieder Bódog, 70. Minute). Aus dem Gästeblock war ab der Halbzeit gar nichts mehr zu hören; die frustrierten 05-Fans saßen in der Sonne und ignorierten das Spiel, ein bis heute einmaliger Protest. Nach der 1:3-Niederlage am Ronhof hakten die 05er den Aufstieg endgültig ab. Gut einen Monat später aber qualifizierten sie sich doch noch für die Bundesliga.

Zwölf Jahre zuvor, am 18. April 1992, hatten die 05er mal wieder tief im Abstiegskampf gesteckt. In Leipzig durften sie sich keinen Ausrutscher mehr erlauben. Der 05-Vorstand stellte in einer Leipziger Kirche Kerzen auf, in der Hoffnung, damit ihren Spielern beistehen zu können. Vor 3.000 Zuschauern in der Ruine des Zentralstadions, das einst 100.000 Personen Platz geboten hatte, traf Fabrizio Hayer in der letzten Aktion der Partie per Freistoß zum 1:0-Auswärtssieg in Leipzig. Gerettet waren die 05er damit noch lange nicht, aber es sah wieder gut aus.

Weitere Ergebnisse am 18. April:

1965: 1. FC Saarbrücken - FSV Mainz 05 2:1  
1971: Wormatia Worms - FSV 1:3  
1981: FSV Mainz 05 - TuS Neuendorf 2:1  
1982: FSV Mainz 05 - Borussia Neunkirchen 6:1  
1997: FSV Mainz 05 - Waldhof Mannheim 2:0  
1999: FSV Mainz 05 - FC Gütersloh 1:0  
2015: SC Freiburg - FSV Mainz 05 2:3
 

19. April

Positiver Auftakt einer bitteren Niederlage: Im DFB-Pokalspiel beim Chemnitzer FC (5:5 n.V., 4:5 i.E.) brachte Niki Zimling die 05er mit 1:0 in Führung. Es war sein bisher letztes Spiel für die Profis von Mainz 05. Foto: imagoAm Mittwoch feiern drei 05er Geburtstag, von denen man sich mehr erhofft hatte:

Norbert Otto wird 60 Jahre alt. 1982, kurz bevor die 05er in der Jughard-Affäre fast zusammenbrachen, wechselte der Torjäger der Amateure von Eintracht Frankfurt an den Bruchweg. Als Charly Mähns neuer Sturmpartner schoss Otto in der Oberligasaison 1982/83 neun Tore, dann verabschiedete er sich schon wieder zu den Eisbachtaler Sportfreunden. Wäre es den 05ern nicht wirtschaftlich so schlecht gegangen, hätten sie den Stürmer vielleicht halten können, allerdings mussten sie in jenem Sommer gar dem A-Junioren-Trainer kündigen und den Spielbetrieb der Bezirksligamannschaft einstellen, um in der Oberliga über die Runden zu kommen.

Seinen 32. Geburtstag feiert Niki Zimling. Der ehemalige dänische Nationalspieler (EM-Teilnehmer 2012) kam im Januar 2013 als Nachfolger von Eugen Polanski nach Mainz, fügte sich mit zwei frühen Toren im Bundesligaspiel gegen Wolfsburg und im Pokalspiel gegen Freiburg gut ein, wurde aber in anderthalb Jahren nie die erhoffte Stütze im zentralen Mittelfeld. Seit Sommer 2014 liehen die 05er den Dänen an Ajax Amsterdam und an den FSV Frankfurt aus. Beim damaligen niederländischen Meister war Zimling nur ein Ergänzungsspieler, bei den Bornheimern nicht mal das: Der Däne begann als Stammkraft, musste aber schon nach wenigen Spielen wegen einer schweren Verletzung den Rest der Saison abschreiben. Inzwischen ist er ein wichtiger Stützpfeiler der in der dritten Liga dennoch überforderten Mainzer U23.

27 Jahre alt wird Robin Mertinitz. Mit 16 Toren war der Stürmer in der Mainzer Meisterschaftssaison 2008/09 der Torschützenkönig der U19-Bundesliga Süd/Südwest. Im Endspiel gegen Borussia Dortmund schoss er den 2:1-Siegtreffer der 05er. Im Erwachsenenfußball setzte sich Mertinitz jedoch nicht durch. Im Regionalligateam war er zwei Jahre lang kein Stammspieler, schoss aber insgesamt immerhin acht Tore. Danach spielte der Stürmer für diverse Südwest-Ober- und Regionalligisten: für den SC Idar-Oberstein, den FSV Salmrohr und den FK Pirmasens. Inzwischen ist er in Luxemburg gelandet.

Ergebnisse am 19. April:

1953: Phönix Ludwigshafen - FSV Mainz 05 1:3  
1959: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 4:3  
1964: ASV Landau - FSV Mainz 05 1:3  
1975: 1. FC Saarbrücken - FSV Mainz 05 2:2  
1984: FSV Mainz 05 - FC 08 Homburg/Saar 0:2  
1986: SC Birkenfeld - FSV Mainz 05 1:0  
2014: Borussia Dortmund - FSV Mainz 05 4:2  
 

20. April

Am Donnerstag haben drei Spieler ihren Geburtstag, die bei den 05ern ebenfalls keine großen Spuren hinterlassen haben.

53 Jahre alt wird Udo Weiß, der 1983 an den Bruchweg kam, aber nur wegen der Verletzungen von Helmut Wagner regelmäßig in der Hinrunde spielte. Nach 21 Oberligaspielen in zwei Jahren und keinem Tor wechselte der Linksaußen zum FV Geisenheim.

Josip Landeka wird 30 Jahre alt. Als A-Junior der 05er in der Saison 2005/06 war der Mittelfeldtechniker kroatischer U19-Nationalspieler, später im Oberligateam ein wertvoller Torvorbereiter. 2008 verließ Landeka die 05er, seither bestritt er für die Stuttgarter Kickers, den SV Wehen, Carl Zeiss Jena, den Chemnitzer FC, Darmstadt 98 und sein aktuelles Team, die SGS Großaspach, 191 Drittligaspiele, so viele wie wenige andere in dieser Liga.

Ein Jahr jünger ist Oliver Hoch, der Linksaußen des hoch gehandelten Mainzer 1988er-Jahrgangs, aus dem es letztlich aber nur Roman Neustädter und Daniel Davari in den hochklassigen Profifußball - und in A-Nationalteams - schafften. Hoch setzte sich schon in der U23 der 05er nicht mehr durch und spielte anschließend lange für Alemannia Waldalgesheim - zusammen mit etlichen ehemaligen 05-Junioren -, neuerdings für den VfB Bodenheim.

Dann ist da aber noch der ewige 05er: Manuel Schneider, einst ins Münchfeld geboren, der als Dreijähriger bei den 05ern angemeldet wurde und 20 Jahre lang für sämtliche Nachwuchsteams spielte, am Ende bis 2013 95 Mal in der Regionalliga und knapp ein Dutzend Mal in Testspielen der Profis. Die Saison 2013/14 musste ohne Schneider stattfinden, eine schwere Verletzung beendete seine Karriere - nicht ganz: Nach dreieinhalb Jahren Pause kam der Defensivallrounder beim TSV Schott wieder auf die Beine. Und wird wohl den Aufstieg in die Regionalliga schaffen. Schneider wird 26 Jahre alt.

Ergebnisse am 20. April:

1969: FSV Mainz 05 - FV Speyer 1:0  
1977: VfR Frankenthal - FSV Mainz 05 0:6  
1980: FSV Mainz 05 - Eisbachtaler Sportfreunde 1:3  
1996: SG Wattenscheid 09 - FSV Mainz 05 2:1  
2000: FSV Mainz 05 - Rot-Weiß Oberhausen 1:1  
2001: Alemannia Aachen - FSV Mainz 05 1:0  
2012: FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 0:0  
2013: Borussia Dortmund - FSV Mainz 05 2:0  
 

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