Das 05-Kalenderblatt: 16. bis 19. Februar

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Heute geht es um einen Vater und seinen Sohn, um den sechsten Brasilianer, um das Ende des Fastnachtsfluchs, einen von zwei gleichaltrigen Torhütern, einen Mittelstürmer und einen Offensivallrounder.

16. Februar  

Eine 05-Legende hat heute Geburtstag...Einer der bedeutendsten 05er hat heute Geburtstag, außerdem einer, der gerade an seiner Bedeutung arbeitet:

Peter Neustädter wird heute 51 Jahre alt. Der gebürtige Kirgise, der noch zu Sowjetzeiten Erst- und Zweitligaspieler war, der kurzzeitig kasachischer Nationalspieler war, spielte von 1994 an zwölf Jahre für Mainz 05, war lange der Fixpunkt in der 05-Abwehr, geachtet für seine Zuverlässigkeit, gefürchtet für seine knallharten Freistöße, die die Mauer umschossen. Neustädter ist für die 05er eine Fußballlegende, die in Mainz große Spuren hinterlassen hat, deren Denkmal doch am Ende vom Sockel gestürzt werden musste. Eine ausführliche Würdigung des Mainzer Idols, veröffentlicht vor einem Jahr zum 50. Geburtstag, lesen Sie hier.

André Ramalho ist gerade mal halb so alt. Der erste 05-Brasilianer seit dem missglückten Versuch mit Wellington Santos da Silva vor fast zehn Jahren feiert seinen 25. Geburtstag.

...und einer, dessen Mainzer Zeit erst begonnen hat. Fotos: imago15 Spiele hat Ramalho inzwischen für Mainz 05 bestritten, zwei in der Europa League, acht in der Bundesliga, der Rest waren Testspiele. Sein bester Auftritt liegt vielleicht erst fünf Tage zurück; erstmals nicht auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld, sondern als Innenverteidiger aufgestellt, nahm Ramalho den Augsburger Mittelstürmer Raúl Bobadilla auf beeindruckende Weise aus dem Spiel. Die Position war freilich nichts Neues für die Mainzer Nummer 22; schon bei Bayer Leverkusen war Ramalho eher Innenverteidiger, unter anderem bei einem 1:3 und einem 1:0 gegen Mainz 05. Zu den Argumenten für eine Weiterverpflichtung - der Brasilianer ist von Bayer ausgeliehen, es gibt eine Kaufoption - zählen neben der guten Integration des Spielers, der vor seiner Zeit in Leverkusen schon gut vier Jahre in Österreich spielte und einwandfrei Deutsch spricht, und neben seiner Defensivstärke seine Fähigkeiten im Spielaufbau. Der Ausgleich gegen Borussia Dortmund vor zweieinhalb Wochen begann mit einem seiner feinen öffnenden Diagonalpässe.

Ergebnisse am 16. Februar:

1936: SV Wiesbaden - FSV Mainz 05 2:2  
1958: FV Speyer - FSV Mainz 05 0:0  
1964: FSV Mainz 05 - Phönix Ludwigshafen 1:1  
2002: FSV Mainz 05 - Rot-Weiß Oberhausen 3:3  
2003: FSV Mainz 05 - Rot-Weiß Oberhausen 2:1  
2004: 1. FC Nürnberg - FSV Mainz 05 2:2  
2013: FSV Mainz 05 - FC Schalke 04 2:2  
 

17. Februar  

Morgen hat Micky Thomas, Stammspieler in der Oberliga-Aufstiegself der 05-Amateure, wird morgen 45 Jahre alt.eine ganze Reihe von ehemaligen 05-Nachwuchsspielern Geburtstag. Micky Thomas, der 1999 mit den 05-Amateuren in die Oberliga aufstieg, wird 45 Jahre alt, Christian Schmell, der von 2000 bis 2002 keine ganz große Rolle im Oberligateam spielte, 35 Jahre. Christian Hardt, Innenverteidiger im ersten Mainzer U19-Bundesligateam, wird 30 Jahre alt, Yannick Rinker, der von 2010 bis 2012 in der U19 spielte, 24 Jahre.

Morgen vor zehn Jahren dagegen durchbrachen die 05er den Fastnachtsfluch. In Berlin ging zwar Hertha BSC durch ein Tor des heutigen Trainers Pál Dárdai in Führung, Mohamed Zidan und Leon Andreasen trafen aber noch zum 2:1-Auswärtssieg. Erstmals seit der Wiederaufstiegssaison 1989/90 gewannen die 05er so das gefürchtete Fastnachtsspiel.

Weitere Ergebnisse am 17. Februar:

1935: FVgg Mombach 03 - FSV Mainz 05 2:4  
1952: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 6:1  
1957: Wormatia Worms - FSV Mainz 05 3:0  
1963: BSC Oppau - FSV Mainz 05 2:2  
1974: Röchling Völklingen - FSV Mainz 05 4:0  
1980: TuS Neuendorf - FSV Mainz 05 2:1  
2001: FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 0:1  
2012: TSG Hoffenheim - FSV Mainz 05 1:1  

18. Februar  

Am Samstag Bei den 05-Profis war der junge Roman Neustädter (2. von rechts) kein Stammspieler; beim Aufstiegsspiel 2009 gegen Rot-Weiß Oberhausen saß er mit (von links) Marco Rose, Dragan Bogavac, Zsolt Löw und Delron Buckley auf der Bank. Nach jener Partie wechselte Neustädter zu Borussia Mönchengladbach, wo er Bundesliga-Stammspieler wurde. Foto: imagowird Roman Neustädter 28 Jahre alt. Der Sohn des langjährigen 05-Abwehrchefs Peter Neustädter spielte schon als Siebenjähriger für die 05er und war in seinem Jahrgang 1988 eins ihrer größten Talente. Bereits als B-Junior war Neustädter Stammspieler in der U19-Bundesliga, im älteren A-Jugend-Jahrgang war er schon in der Oberliga gesetzt. 

Lediglich bei den Profis spielte Roman Neustädter keine große Rolle. Im Aufstiegsjahr 2008/09 wurde er immer mal wieder eingewechselt, meist nur für wenige Minuten, dreimal spielte er von Anfang an, dann wechselte er schon nach Gladbach. Der intelligente Defensivallrounder wollte endlich sein eigenes Leben, wollte ein bisschen Abstand von den Eltern, vor allem vom Vater, der bei den 05-Amateuren sein Trainer war.

Bis heute kann man Roman Neustädter nicht auf eine Position festlegen. Im defensiven Mittelfeld spielt er häufiger als in der Abwehr, obwohl ihm für diese vordere Position doch die Grundschnelligkeit fehlt; eigentlich müsste er eher ein Innenverteidiger sein. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere war Neustädter sogar deutscher A-Nationalspieler, wobei relativ klar war, dass das nicht von Dauer sein konnte. Roman Neustädter war immer etwas zu brav, zu genügsam, ihm fehlen Feuer und Fanatismus. Dennoch hat er zunächst als Gladbacher, seit 2012 als Schalker die Marke von 150 Bundesligaspielen längst überschritten, auch dank seiner Konstanz, die ihn aus solidem Bundesliga-Mittelmaß selten nach oben, aber auch selten nach unten ausbrechen lässt. A-Nationalspieler ist der Profi, der inzwischen in Istanbul für Fenerbahce spielt, immer noch, inzwischen aber für Russland; bei der Europameisterschaft war er zweimal zu sehen. Neustädter hätte noch mehr aus seinem Talent machen können, aber auch so ist es eine Menge geworden.

Franz Schöneck, vorne der Dritte von rechts, verstarb am Samstag vor 19 Jahren.Der Samstag ist allerdings auch der Todestag zweier alter 05er. Franz Schöneck verstarb vor 1998 im Alter von nur 63 Jahren. Von 1952 bis 1959 gehörte Schöneck der Mainzer Oberligamannschaft an; vorher und nachher spielte er für den SV Weisenau. In den ersten beiden Jahren blieb der junge Torwart ohne Einsatz, von da an konkurrierte er mit dem sechs Monate jüngeren Otto Schedler um den Platz zwischen den Pfosten. Eine vollständige Saison spielte Schöneck nie; 1954/55 und 1957/58 bestritt er mehr Spiele als Schedler. Nach 51 Oberligaspielen verließ Franz Schöneck die 05er.

Und vor zwei Jahren verstarb ebenfalls im Alter von 63 Jahren Willi Ritz, der Welt, der vom 1. FC Nürnberg über die TuS Neuendorf und Alemannia Aachen im Winter 1974/75 nach Mainz kam. Ritz war ein wertvoller Ergänzungsspieler, bis auf eine kurze Phase als Linksaußen in der Rückrunde 1975/76 nie fest auf einer Position, sondern in schnellem Wechsel auf sämtlichen Angriffs- und Mittelfeldpositionen regelmäßig im Einsatz. In 39 Zweitligaspielen schoss Ritz zehn Tore. Nach der Lizenzrückgabe verließ der Angreifer die 05er. Bei Waldhof Mannheim setzte er sich nicht durch, auf der anderen Seite bei Südwest Ludwigshafen war er noch jahrelang ein Leistungsträger. 

Ergebnisse am 18. Februar:

1934: FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 7:3  
1951: FSV Mainz 05 - FK 03 Pirmasens 2:2  
1962: TuRa Ludwigshafen - FSV Mainz 05 3:0  
1968: SpVgg Weisenau Mainz - FSV Mainz 05 2:1  
1973: FSV Mainz 05 - Eisbachtaler Sportfreunde 3:0  
1979: Hassia Bingen - FSV Mainz 05 0:2  
1989: 1. FC Saarbrücken - FSV Mainz 05 2:2  
1990: FSG Schiffweiler - FSV Mainz 05 0:2  
1995: FC 08 Homburg/Saar - FSV Mainz 05 1:2  
2008: Borussia Mönchengladbach - FSV Mainz 05 0:1  

19. Februar  

Am Sonntag wird Erich Klasen 59 Jahre alt. Der kleine, stämmige Mittelstürmer kam 1981 als Torschützenkönig der Oberliga Südwest von den Eisbachtaler Sportfreunden zu den 05ern, sollte Teil eines Wundersturms mit Charly Mähn, Bimbo Bopp, Ludwig Scherhag und dahinter Helmut Wagner werden, hatte aber in Mainz vor allem Verletzungspech, darum wurde daraus nichts. Im ersten Jahr schoss Klasen in zehn Partien tatsächlich fünf Tore und war nach langem Ausfall wieder rechtzeitig fit, um bei der Amateurmeisterschaft, die die 05er schließlich gegen Werder Bremen (A) gewannen, eine Rolle zu spielen. Zwar brach der Verein wenige Wochen später durch die Jughard-Affäre wirtschaftlich zusammen, Klasen blieb aber in Mainz, schoss wiederum vier Tore in acht Spielen, hatte weiterhin seine Verletzungsprobleme und wechselte schließlich im Winter zurück ins Rheinland.

Ergebnisse am 19. Februar:

1933: FSV Mainz 05 - Union Böckingen 7:2  
1956: 1. FC Kaiserslautern - FSV Mainz 05 5:1  
1961: FSV Mainz 05 - TuRa Ludwigshafen 1:0  
1967: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 2:2  
1978: FSV Mainz 05 - SG 05 Pirmasens 3:0  
1984: SV Leiwen - FSV Mainz 05 1:1  
1994: FSV Mainz 05 - Tennis Borussia Berlin 1:4  
2005: FSV Mainz 05 - Arminia Bielefeld 0:0  
2006: VfB Stuttgart - FSV Mainz 05 2:1  
2010: FSV Mainz 05 - Bayern München 1:3 

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