Das 05-Kalenderblatt: 16. bis 18. November

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. In der ersten Hälfte dieser Woche geht es um zwei Pechvögel - einer hat den fast sicheren Aufstieg verpasst, einer die fast sichere große Karriere. Andere Geburtstagskinder waren von beidem weit entfernt. Außerdem geht es um die Rückennummern 1 bis 11.

16. November  

Heute wird Maik Wolfgang 50 Jahre alt. Der Verteidiger kam 1989 von TuS Marienborn zu den 05ern, wurde aber nur im bedeutungslosen letzten Saisonspiel als Einwechselspieler eingesetzt.

An Wolfgangs 31. Geburtstag, also am 16. November 1996, schlugen die 05er Carl Zeiss Jena in der Aufstellung 1 Wache - 4 Klopp, 6 Schmidt, 5 Neustädter, 3 Stöver - 2 Lieberknecht, 8 Akrapovic, 10 Ouakili, 11 Hock - 9 Grevelhörster, 7 Demandt. Gut drei Monate zuvor hatten sie erstmals mit festen Rückennummern gespielt, die Mitte der 90er nach und nach bei immer mehr Vereinen eingeführt und bald Pflicht wurden. Die Partie gegen Jena ist seither das einzige Spiel, bei denen trotzdem die altbewährten Nummern 1 bis 11 spielten - bis zur 58. Minute jedenfalls. Bei 2:0-Führung (die 5 und die 9 hatten getroffen) wechselte Wolfgang Frank 24 Marek Lemsalu für die 4 ein, kurz vor dem zweiten Tor der 9 kam 18 Policella für die 7, beim Stand von 3:2 schließlich 20 Erhard für die 9.

Weitere Ereignisse am 16. November:

1930: FSV Mainz 05 - Wormatia Worms 2:2  
1952: Eintracht Trier - FSV Mainz 05 2:2  
1969: 1. FC Saarbrücken - FSV Mainz 05 3:0  
1974: Stuttgarter Kickers - FSV Mainz 05 2:2  
1990: FC 08 Homburg/Saar - FSV Mainz 05 0:0  
2008: TuS Koblenz - FSV Mainz 05 0:3  

17. November  

Der Aufstieg wäre der Höhepunkt der kurzen Zweitligakarriere des Ghanaers Mohammed Muftawu (links neben Jürgen Klopp) gewesen, aber die Frankfurter Nachspielzeit kam dazwischen. Foto: imagoAm Dienstag wird Mohammed Muftawu 37 Jahre alt. Der Defensivallrounder aus Ghana spielte von 2000 bis 2005 mal mehr, mal weniger regelmäßig für die 05-Amateure in der Ober- und Regionalliga, insgesamt in 105 Partien. Siebenmal wurde "Mufti" sogar in der 2. Liga eingesetzt, fünfmal als Rechtsverteidiger in der Startelf. Anschließend spielte Muftawu für den 1. FC Eschborn, den FSV Frankfurt, den KSV Klein-Karben und zuletzt bis 2010 für den FC Homburg. Schlagzeilen machte der ehemalige U17-Nationalspieler Ghanas, als er sich im Heimaturlaub mit Malaria infizierte und unter Lebensgefahr aus dem Wintertrainingslager in der Türkei geholt werden musste.

Ein großes Talent, das die ganz große Karriere durch eine Verletzung verpasste, wird 33 Jahre alt. Der Marokkaner Mimoun Azaouagh wurde einst in der Eintracht-Jugend aussortiert, entwickelte sich wie so mancher in Frankfurt nicht mehr erwünschter Nachwuchsspieler in Mainz zum Bundesligaprofi. Bereits in einem seiner ersten Spiele außerhalb des Jugendfußballs machte sich Azaouagh einen Namen: Beim DFB-Pokalspiel der 05-Amateure gegen Borussia Mönchengladbach, das der Oberligist erst im Elfmeterschießen verlor, war Azaouagh neben Christian Wetklo der überragende Spieler.

2002 rückte Azaouagh zu den Profis auf, wo er schnell Stammspieler wurde. Der großartige Techniker, leichtfüßige, bewegliche Dribbler, leichtgewichtig, aber sehr aggressiv, schoss in 48 Zweitligaspielen vier Tore und bereitete zehn vor, stieg so mit den 05ern in die Bundesliga auf und hinterließ auch dort einen so guten Eindruck, dass Schalke 04 ihn nach einem halben Jahr verpflichtete.

Der kleine Mimoun Azaouagh (oben) hätte wohl ein herausragender Bundesligaspieler sein können, wurde aber nach einer frühen schweren Verletzung nie wieder der Alte.

Schalkes Manager Rudi Assauer verlor durch diesen Transfer letztlich seinen Job in Gelsenkirchen. Denn Azaouagh hatte sich schon ein paar Monate vorher verletzt; beim 3:4 der 05er in Wolfsburg. Bei jenem Spiel, in dem die 05er 2:0 führten, in der Blitztabelle erstmals auf dem ersten Platz der Bundesliga standen, ehe alles schief ging, Matze Abel mit zu spät bemerkter Gehirnerschütterung 20 Minuten über den Platz wankte, Manuel Friedrich auf Azaouaghs Knie fiel, dessen Kreuzband riss, Martin Petrow vier Tore für den VfL schoss, dabei einen zweifelhaften und einen zweifelsfrei unberechtigten Elfmeter verwandelte. Die Schalker unterschätzten die Schwere der Verletzung, warfen dem vermeintlich unerfahrenen Christian Heidel Betrug und Täuschung vor, scheiterten damit in jeder Instanz, die sie bemühten.

Als er endlich wieder gesund war, spielte Azaouagh selten für Schalke, häufiger bei den 05ern, die ihn für die Saison 2006/07 noch einmal ausliehen. Viel brachte das nicht. Azaouagh war Stammspieler, schoss per Elfmeter und Freistoß zwei Tore, war aber ganz offensichtlich noch im Rekonvaleszenzjahr. Nach dem Abstieg der 05er spielte der ehemalige U21-Nationalspieler immer noch keine Rolle bei Schalke. Beim VfL Bochum war Azaouagh eine Zeit lang Stammspieler, machte ein paar gute Spiele, wurde aber nie mehr der Alte. In jüngerer Zeit musste sich der Mittelfeldspieler mit Vorwürfen herumplagen, er sei Salafist geworden. Das bestreitet Azaouagh vehement.

Weitere Ereignisse am 17. November:

1929: VfL Neu-Isenburg - FSV Mainz 05 6:1  
1935: FSV Mainz 05 - SV Wiesbaden 0:2  
1948: SpVgg Andernach - FSV Mainz 05 2:1  
1963: FSV Mainz 05 - ASV Landau 3:1  
1968: Saar 05 Saarbrücken - FSV Mainz 05 1:0  
1982: FSV Mainz 05 - Eintracht Bad Kreuznach 0:2  
1985: FSV Mainz 05 - Borussia Neunkirchen 5:0  
1991: FSV Mainz 05 - VfB Leipzig 1:1  
1993: FSV Mainz 05 - Bayer Uerdingen 1:1  
2000: FSV Mainz 05 - Alemannia Aachen 1:1  
2012: Hamburger SV - FSV Mainz 05 1:0  

18. November  

Grover Gibson ist noch der Bedeutendste der vier Mainzer Geburtstagskinder am 18. November.

Am Mittwoch haben vier ehemalige 05er Geburtstag, eine große Rolle gespielt haben sie alle nicht. Erich Krehl wurde bereits 1923 geboren, vor 92 Jahren also. Mit dem erfahrenen Offensivspieler von Turbine Erfurt wurden die 05er 1952/53 allerdings nicht glücklich. Krehl passte auch vom Typ her nicht in die Mannschaft, spielte nur dreimal, schoss dabei immerhin ein Tor und wechselte nach der Saison zum Bremer SV 06.

Sebastian Barnes, einst Jugendspieler von Bayer Leverkusen, kam 1997 aus den USA zu den 05ern, spielte sechsmal in der 2. Bundesliga und ging nach einem Jahr weiter zum VfL Hamm/Sieg. In der Oberliga kam der Ghanaer, der am Mittwoch 39 Jahre alt wird, besser zurecht.

Grover Gibson wird 37 Jahre alt. Der Mittelfeldspieler aus Virginia spielte in der Regionalliga durchaus eine Rolle - allerdings verteilen sich seine 193 Spiele auf sieben Vereine. Die 05er holten ihn 2002 aus Elversberg, ließen ihn viermal mitspielen und gaben ihn nach der Saison wieder für die Saarländer frei.

Stéphane Eba Eba wird schließlich 20 Jahre alt. Der Mittelfeldspieler aus Kamerun kam als 12-Jähriger vom SV Wehen an den Bruchweg, rückte jedes Jahr einen Jahrgang weiter, bis er in der U23 ankam, spielte in der höchsten Nachwuchsmannschaft allerdings nur noch ein einziges Mal. Im vergangenen Winter wechselte Eba Eba in die Schweiz zur zweiten Mannschaft des FC Wil.

Weitere Ereignisse am 18. November:

1928: FSV Mainz 05 - 1. FC Langen 4:0  
1934: FSV Mainz 05 - FVgg Mombach 03 1:0  
1951: VfL 07 Neustadt/Wst. - FSV Mainz 05 3:3  
1973: FSV Mainz 05 - FV Speyer 4:0  
1981: Borussia Neunkirchen - FSV Mainz 05 0:2  
1984: FSV Mainz 05 - Eintracht Bad Kreuznach 0:0  
2006: FSV Mainz 05 - Hamburger SV 0:0  

► Alle Artikel zur Historie

► Zur Startseite