Das 05-Kalenderblatt: 13. bis 16. September

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Und ist das viel Zeug diesmal! Ganze Generationen haben Geburtstag, bedeutende Spieler auf allen Positionen, unter anderem drei Mannschaftskapitäne - ein vierter ist 2015 verstorben. Und dann war da noch dieses 8:2 gegen den FCK...

13. September  

Heute würde Werner Sklorz 89 Jahre alt werden. Der pfeilschnelle Linksaußen stammte vom oberschlesischen Spitzenklub Beuthen 09. Über Schweinfurt und Landau kam er 1951 zu Mainz 05, wo er jedoch nur im ersten Jahr Stammspieler war. In insgesamt 37 Spielen schoss Sklorz zehn Tore für die 05er, außerdem bereitete er mit seinen gefährlichen Flanken einige Treffer des ebenfalls schlesischen Mittelstürmers Horst Lebefromm vor. Nach seiner Erstligakarriere engagierte sich Sklorz im Vorstand der FVgg Mombach 03. Sklorz verstarb am 16. August 2009 im Alter von 81 Jahren.

Vor allem aber ist heute der Geburtstag mehrerer außergewöhnlicher 05-Spieler der 1990er und der frühen 2000er:

Der große Stratege Zeljko Buvac (rechts in der Mauer) wird heute 55 Jahre alt, die Grätschmaschine Guido Schäfer (links in der Mauer) morgen 52 Jahre. Zwischen ihnen von links nach rechts: Holger Greilich, Thomas Zampach, Hendrik Weiß und Vlado Kasalo. Foto: imago.Zeljko Buvac wird 55 Jahre alt. Buvac war ein herausragender Fußballer im offensiven Mittelfeld, trotz seiner Körpergröße von 1,92 Metern immer eine sehr elegante Erscheinung, ein begnadeter Techniker und ein großer Stratege. Der Bosnier war spielintelligent, ruhig am Ball, nicht überragend dynamisch vielleicht, aber mit seinem Überblick der Steuermann seiner Mannschaft, der mit kurzen Pässen Ordnung ins Spiel brachte, auch selbst nachrückte, nicht nur mit seinem ausgezeichneten Kopfball torgefährlich war. Buvac war schon 30 Jahre alt, als er aus Erfurt nach Mainz kam. Bei Borac Banja Luka muss er in jüngeren Jahren noch besser gewesen sein. Sein wichtigstes Tor schoss er am vorletzten Spieltag der Saison 1993/94: Das 1:1 gegen Rot-Weiss Essen in der 89. Minute holte die Mainzer aus dem Abstiegskampf.

Dass Buvac als Trainer Karriere machen würde, war vorhersehbar. Seine Laufbahn an der Seitenlinie begann dort, wo sie auf dem Platz aufgehört hatte, beim hessischen Ober- und Regionalligisten SC Neukirchen. 2001 holte Jürgen Klopp, der vier Monate zuvor Cheftrainer der 05er geworden war, seinen ehemaligen Mitspieler als Co-Trainer zurück an den Bruchweg. Buvac war der perfekte Partner für den eloquenten, mitreißenden Klopp, ein Taktiker alter jugoslawischer Schule, berühmt für die Trainingsformen, die er am Küchentisch entwickelte, immer mit der Fragestellung: Wie bringt man alle Inhalte in spannenden, abwechslungsreichen Übungen unter? Ein Mann für die erste Reihe war der immer etwas scheue Buvac nicht, auch in dieser Beziehung brauchten und ergänzten sich Klopp und Buvac perfekt. "Meistens arbeiten wir telepathisch zusammen", sagte Klopp einst der Frankfurter Allgemeinen, "wir brauchen keine Leitung darüber hinaus." Daher haben beide ihren großen Anteil am Aufstieg der 05er zu einem Bundesligaklub und an der Entwicklung Borussia Dortmunds zum Champions-League-Finalisten. Inzwischen arbeitet auch Buvac für den Liverpool FC.

Das Markenzeichen von Lars Schmidt (links, mit Christian Hock und dem Hannoveraner Gerald Asamoah): Immer eine gewisse Mordlust im Blick. Schmidt wird heute 51 Jahre alt. Foto: imago51 Jahre alt wird Lars Schmidt. Der routinierte Mittelfeldmann war der Königstransfer der 05er in den 1990ern: Vor seinem Wechsel nach Mainz während der Hinrunde der Saison 1995/96 war der bereits 29-Jährige Kapitän des Karlsruher SC mit der Erfahrung von 197 Bundesligaspielen; auch am Bruchweg hatte er bald die Binde am Arm.

Bei der SpVgg Bad Homburg war der Hesse zum Rechtsaußen ausgebildet worden. In Karlsruhe entwickelte er sich zu einem offensivstarken Rechtsverteidiger. In Mainz war Schmidt dagegen fast nichts anderes als der erste klassische Sechser: ein aggressiver, laufstarker, schneller Balleroberer. Schmidt war kein großer Techniker, aber ein Spieler mit einer beachtlichen Kondition; das zentrale Mainzer Mittelfeld mit Bruno Akrapovic an seiner Seite war ein kaum zu knackendes Bollwerk auf gehobenem Zweitliganiveau.

Schmidt war ein Profi in jeglicher Hinsicht. Eine Integrationsfigur in der Mannschaft, einer, der die Leute zusammenhielt, der mit Menschen umgehen konnte, auch mit den Medien. Wie Buvac ein geborener Trainer, anders als dieser aber einer, der, seit er seine Karriere nach 99 Zweitligaspielen für die 05er und anschließend noch 29 Partien für die Offenbacher Kickers nur im hochklassigen Amateurfußball arbeitete.

Helgi Kolvidsson feiert heute seinen 45. Geburtstag.Helgi Kolvidsson wird 45 Jahre alt. Helgi - Kolvidsson (genauer: Kolviðsson) ist kein Nachname, sondern der dem Vornamen untergeordnete Hinweis auf seinen Vater Kolvið - war der Kämpfer bei den 05ern. Technisch solide, sehr laufstark, immer hart am Mann, ein dominanter Spieler. Der furchtlose Isländer kam 1998 von Austria Lustenau nach Mainz und überraschte zunächst mit seinem ausgeprägten österreichischen Akzent. Im ersten Jahr in Mainz war Helgi vor allem ein defensiver Mittelfeldspieler, im zweiten ein Innenverteidiger in der viertbesten Abwehr der Liga. Helgi war ein populärer Spieler bei den 05ern, einer, der sich nie zurückhielt, sein Potenzial immer voll auf den Platz brachte; nach seinem Wechsel zum Bundesliga-Absteiger SSV Ulm 1846 forderten die 05-Fans ihn beim Auswärtsspiel an der Donau mit "Helgi, Helgi, Helgi, komm zurück"-Sprechchören auf, den sich erfolglos gegen den nächsten Abstieg stemmenden neuen Klub wieder zu verlassen. Helgi erhörte sie nicht, wechselte wieder nach Österreich und nach drei Jahren beim FC Kärnten zurück zu seinem ersten Auslandsklub, dem SC Pfullendorf, wo er noch jahrelang Spieler, Kapitän, Trainer war. Schon als Aktiver hatte er immer gezeigt, dass er wusste, wie das Spiel funktionierte. In der zweiten österreichischen Liga war Helgi zumindest in Lustenau ein Erfolgstrainer; auf anderen Stationen funktionierte es nicht immer. Nach der Europameisterschaft wurde Helgi Co-Trainer der isländischen Nationalmannschaft.

Der erste Mainzer in der DFB-A-Nationalelf

Der Überflieger: Manuel Friedrich war nicht nur der erste deutsche A-Nationalspieler der 05er, sondern auch sicherlich der eleganteste und torgefährlichste Fußballer, den es je in einer Mainzer Innenverteidigung gab.Eine der bedeutendsten Figuren des Aufschwungs des FSV Mainz 05 zum Bundesligisten wird heute 37 Jahre alt: Manuel Friedrich, der erste deutsche A-Nationalspieler der 05er, der (einst) teuerste Ver- und Einkauf der Vereinsgeschichte, der wohl beste, eleganteste und nebenbei torgefährlichste Fußballer, den es je in einer Mainzer Innenverteidigung gab, einer der ungewöhnlichsten Fußballer der gesamten Bundesliga. Und der Sohn des Chefs der 05-Jugendabteilung, des ehemaligen Regionalligakickers Hubert Friedrich.

Manuel Friedrich galt immer als ein Universaltalent, hätte es auch in anderen Sportarten sehr weit bringen können. Im Fußball hätte er es beinahe nicht geschafft: Ursprünglich wollten die 05er Friedrich nicht von den B- zu den A-Junioren übernehmen. Anfang 2000 debütierte der Verteidiger in der 2. Bundesliga. Im Herbst machte ihn René Vandereycken zum Stammspieler; die mehr oder weniger einzige gute Entscheidung des sonst in Mainz in jeglicher Hinsicht gescheiterten belgischen Trainers. Zunächst funktionierte das nicht so gut. Vandereycken hielt trotzdem stur an Friedrich fest, seine Nachfolger Eckhart Krautzun und Jürgen Klopp dagegen zogen immer wieder andere Spieler vor. Bis zur Saison 2001/02.

Die begann ohne Friedrich. Erst im dritten Spiel saß dieser erstmals auf der Bank, im vierten wurde er spät eingewechselt, ab dem fünften verpasste er nur noch elf Saisonminuten. Diese Saison war der Durchbruch eines alles überragenden Zweitligaspielers. Friedrich war nicht nur ein stellungssicherer, zweikampf- und kopfballstarker Verteidiger, sondern gleichzeitig der Mainzer Spielmacher, der bei jeder Gelegenheit im Mittelfeld oder noch weiter vorne auftauchte, acht Saisontore schoss, die wenigsten durch Standards. Selbstverständlich war Friedrich nach jenem Jahr nicht zu halten; Werder Bremen verpflichtete ihn für fünf Millionen Mark, für damalige Mainzer Verhältnisse unglaublich viel Geld.

Und aus Bremer Sicht eine totale Fehlinvestition. Wofür niemand etwas konnte, auch Friedrich nicht: Noch in der Saisonvorbereitung riss er sich das Kreuzband. Ein halbes Jahr später bei den ersten Comeback-Versuchen im Training wieder, diesmal im anderen Knie. Nach insgesamt einjähriger Pause arbeitete er sich im Regionalligateam wieder heran, in der Bundesliga spielte er nur eine Viertelstunde für Werder. Das hing auch mit einem Interview im Kicker zusammen, in dem Friedrich bekannte, sich gar nicht so sehr für Fußball zu interessieren - in seiner Freizeit war der Verteidiger eher ein Technikfreak, saß lieber am Computer als vor der Champions-League-Übertragung. Sein Trainer Thomas Schaaf fand das etwas zu seltsam.

Eine legendäre Szene beim 5:0 gegen den SC Freiburg: Winfried Sanou war schon am Torwart vorbei, aber von hinten kam Friedrich angesprintet und bekam den Ball noch von der Linie. Fotos: imagoDadurch konnten die 05er ihren Topspieler im Winter 2003/04 nach Mainz zurückholen, zunächst auf Leihbasis, später wiederum für eine Rekordablöse von 1,4 Millionen Euro fest verpflichten. Friedrich war natürlich sofort Stammspieler, auch sofort wieder Torschütze. In den 119 Spielen bis zum Saisonende 2006/07 stand er nur dreimal nicht in der Startelf, einmal wegen Gelbsperre, einmal wegen einer leichten Verletzung.

Die letzte Saison in Mainz war allerdings nicht mehr gut. Anfang 2006 wurde Friedrich Nationalspieler, wurde aber - wegen Pfeifferschen Drüsenfiebers, wie sich erst anschließend herausstellte - nicht zur WM eingeladen. Friedrich fand lange nicht zur gewohnten Form zurück, stürzte Anfang 2007 in eine tiefe sportliche Krise, verlor dadurch auch nach nur neun Länderspielen (und einem Tor beim 13:0 gegen San Marino) seinen Platz im Nationalkader. Nach dem Abstieg der 05er wechselte Friedrich zu Bayer Leverkusen, wo er sechs Jahre lang nicht immer Stammspieler war. 2013/14 holte Jürgen Klopp den gerade vereinslosen Friedrich als Notnagel zu Borussia Dortmund, nach jener Saison beendete der Verteidiger nach 80 Zweitligaspielen (12 Toren), alle für die 05er, und 258 Erstligaspielen (16 Toren), 99 (4) für Mainz, seine Bundesligakarriere. Das letzte Kapitel der Karriere eines bemerkenswerten Fußballers fand im Herbst 2014 in der indischen Profiliga statt - was für Friedrich aber kein verzweifelter Versuch war, noch irgendwie an Geld zu kommen, sondern ein lange vorher anmoderiertes Abenteuer.

Törles Knöll, Stürmer der letztjährigen Mainzer U19 und inzwischen beim HSV II, wird schließlich heute 19 Jahre alt.

Ergebnisse am 13. September  

1925: FSV Mainz 05 - FV Saarbrücken 4:1  
1931: 1. FC Langen - FSV Mainz 05 2:1  
1936: FSV Mainz 05 - SV Flörsheim 1:2  
1953: VfR Kirn - FSV Mainz 05 1:2  
1959: FSV Mainz 05 - Phönix Ludwigshafen 0:2  
1964: FSV Mainz 05 - Südwest Ludwigshafen 1:2  
1975: VfB Stuttgart - FSV Mainz 05 0:2  
1987: SC Birkenfeld - FSV Mainz 05 3:1  
1996: FSV Mainz 05 - VfB Oldenburg 3:0  
1998: SpVgg Unterhaching - FSV Mainz 05 1:0  
2014: Hertha BSC - FSV Mainz 05 1:3  
2015: FC Schalke 04 - FSV Mainz 05 2:1
 

14. September  

Die erfolgreiche 05-Mannschaft der Saison 1965/66. In der Mitte im schwarzen Torwarttrikot: Kurt Planitzer, der am Mittwoch 80 Jahre alt wird. Ganz rechts der am Freitag vor einem Jahr verstorbene Kapitän Günther Dutiné.Morgen wird der langjährige 05-Torwart Kurt Planitzer 80 Jahre alt. Um die Verpflichtung des Kastelers, der auf der anderen Rheinseite lange im Feld gespielt hatte, ranken sich wüste Geschichten; die Delegation der 05er, die ihn zu Verhandlungen aufsuchen wollte, habe ihn auf dem Weg zu seiner Wohnung vor dem Zigarettenladen angetroffen und kurzerhand mitgenommen, so will es die Legende, und seine Frau habe ihn Stunden später als vermisst gemeldet. Ob's stimmt oder nicht - in seinem ersten Jahr auf der linken Rheinseite, der Saison 1963/64, war der 26-jährige Planitzer die meiste Zeit nur die Nummer 2 hinter dem 19-jährigen 05-Nachwuchstorwart Dieter Rauch. Erst im März setzte sich der erfahrenere Mann durch; Rauch verließ ein nach einem Jahr als Reservetorwart die 05er und setzte seine lange Regionalligakarriere in Weisenau und Ludwigshafen fort.

Und Kurt Planitzer war fortan unumstritten. Von Ende März 1964 bis Ende Oktober 1969 verpasste er kein einziges Spiel, musste lediglich dreimal wegen leichter Verletzungen ausgewechselt werden. Das Ende von Planitzers Regionalligakarriere begann mit einem 2:2 gegen Saar 05 Saarbrücken. Der strenge Trainer Erich Gehbauer nahm den Torwart nach dem 1:2 vom Platz, weil er ihm die Schuld an beiden Gegentoren gab. Klaus Mank, den die 05er zum Nachfolger des inzwischen 33-jährigen Planitzer aufbauen wollten, war aber nach einer Operation im Sommer noch nicht fit, so dass der alte Ersatztorwart Peter Lemanik für ein paar Spiele übernahm, auch nicht sicherer wirkte und zur Halbzeit seiner dritten Partie als Stammkeeper ebenfalls wegen eines Gegentors wieder Planitzer weichen musste. Der blieb bis zum fünftletzten Spiel im Tor, dann erst übernahm Mank für die restliche Saison. Und im Sommer trennten sich die 05er von allen Torhütern; weiter ging es mit den jungen Toptalenten Wolfgang Kneib und Wolfgang Orben. Sein größtes Kunststück vollbrachte Kurt Planitzer am 8. Mai 1965: In der 18. Minute schoss der Torwart einen Abschlag zur Mainzer Führung ins gegnerische Tor. Die 05er verloren allerdings 1:4.

Das Gegenteil des Musterprofis wird morgen 52 Jahre alt: Guido Schäfer. Der Rüsselsheimer war zunächst ein Rechtsaußen, als er 1981 aus der 05-Jugend ins Oberligateam kam, dabei allerdings nie ein ganz großer Torjäger, kurzzeitig auch ein sehr talentierter Spielmacher, bis er im Oktober 1985 wegen zu viel merkwürdigen Benehmens hochkant rausflog. Schäfer war nämlich nicht nur Fußballer, sondern immer auch ein (Alt-)stadtbekannter Lebemann. Nach drei Jahren holten ihn 05er als Rechtsverteidiger zurück; in Bad Kreuznach und Bielefeld hatte sich Schäfer zu einer gnadenlosen Grätschmaschine für alle Defensivpositionen entwickelt. In 177 Zweitligaspielen für die 05er sammelte Schäfer sieben Platzverweise. Seine fußballerischen Fähigkeiten hatte er nicht verloren. Mit seinem wahnsinnigen Kampfgeist und seiner Offensivstärke hätte er das Potenzial für mehr gehabt. Inzwischen ist Schäfer Sportjournalist in Leipzig.

Gustav Policella wird am Mittwoch 41 Jahre alt.41 Jahre alt wird ein Torjäger, der zu spät geboren wurde, ein klassischer Mittelstürmer mit Gerd-Müller-Figur, auch in gewisser Weise mit dessen Spielweise, nicht auf dessen Niveau allerdings, und in einer Zeit, in der es diesen Stürmertyp nicht mehr geben sollte: Gustav Policella. Der Pfälzer war in seiner Jugend ein beeindruckender Knipser, ein bulliger, robuster, körperlich präsenter Mittelstürmer, ein Wühler im Strafraum. Policella wollte Tore machen, mit dem Kopf, am Boden, im Stehen und liegen. Den richtigen Durchbruch schaffte er nicht. Die 05er holten Policella 1996 aus Trier, setzten ihn zunächst kaum ein, verliehen ihn 1997/98 nach Lübeck und Oberhausen. Nach seiner Rückkehr war er ein Stürmer auf gutem Zweitliganiveau. 1998/99 schoss er elf Tore, in der Hinrunde 1999/00 ebenfalls - davon abgesehen trug er zum Spiel jedoch nicht viel bei. Bereits in der Rückrunde 1999/00 traf er nur noch zweimal; wahrscheinlich verkauften die 05er ihn im richtigen Moment: Wolfgang Frank holte Policella kurz nach der Sommerpause 2000 nach Duisburg, wo er ebensowenig Torjäger war wie 2002/03 in Fürth.

Ergebnisse am 14. September  

1930: FSV Mainz 05 - Viktoria Urberach 5:2  
1952: TuRa Ludwigshafen - FSV Mainz 05 2:2  
1958: 1. FC Saarbrücken - FSV Mainz 05 4:2  
1969: FSV Mainz 05 - TuS Neuendorf 3:3  
1986: Hassia Bingen - FSV Mainz 05 2:3  
1988: FSV Mainz 05 - Offenbacher Kickers 3:1  
1994: MSV Duisburg - FSV Mainz 05 0:2 (DFB-Pokal)
1997: Fortuna Köln - FSV Mainz 05 2:1  
2001: Rot-Weiß Oberhausen - FSV Mainz 05 1:3  
2008: Hansa Rostock - FSV Mainz 05 2:2  
2013: FSV Mainz 05 - FC Schalke 04 0:1  
 

15. September  

Am Donnerstag wird Dirk Scherrer 51 Jahre alt. Scherrer kam 1984 als 18-Jähriger aus der 05-Jugend in die erste Mannschaft und setzte sich sofort als Libero durch. Lediglich am ersten Spieltag verpasste der talentierte Verteidiger die letzte halbe Stunde; in der besten Abwehr jener Oberligasaison war er als Nachfolger von Jürgen Menger, der zum Zweitligisten SC Freiburg gewechselt war, sofort ein Leistungsträger. Der ehemalige 05-Torwart Horst-Dieter Strich, der die Mainzer als Trainer übernommen hatte, hatte Scherrer in ein innovatives Abwehrsystem integriert; der giftige Libero spielte nicht hinter den Manndeckern, sondern stellte auf einer Höhe mit diesen eine hohe Abseitsfalle, was zu nur 29 Gegentoren in 34 Spielen führte und nach zwei achten Plätzen zur Vizemeisterschaft hinter Eintracht Trier. Im zweiten Jahr ließ Scherrer etwas nach. Neuzugang Michael Müller, als Manndecker gestartet, und später der bisherige Linksverteidiger Bernd Münch verdrängten ihn von der Liberoposition, worauf Scherrer 1986 zum SV Wiesbaden wechselte.

48 Jahre alt wird Claus Junginger. Der Verteidiger spielte in deren späten Verbands- und frühen Oberligazeit, also um 2000 herum, bei den Amateuren des FSV Mainz 05. Nach seiner Karriere wurde Junginger Nachwuchsfußball-Funktionär beim DFB. 

Michael Osei wird 45 Jahre alt. Der Ghanaer wurde 1996/97 in fünf Mainzer Zweitligaspielen eingewechselt, schoss beim Debüt das Siegtor gegen den VfB Leipzig, setzte sich aber nicht durch.

Ergebnisse am 15. September  

1929: FSV Mainz 05 - VfL Neu-Isenburg 5:2  
1935: FSV Mainz 05 - SV Weisenau 6:1  
1957: FSV Mainz 05 - SV St. Ingbert 5:1  
1963: FSV Mainz 05 - SV Weisenau 4:1  
1968: Wormatia Worms - FSV Mainz 05 0:0  
1974: FSV Mainz 05 - Borussia Neunkirchen 3:0  
1982: FSV Mainz 05 - FC St. Wendel 2:2  
1985: SpVgg Elversberg - FSV Mainz 05 0:0  
1990: Eintracht Braunschweig - FSV Mainz 05 5:1  
1991: Waldhof Mannheim - FSV Mainz 05 1:1  
2002: FSV Mainz 05 - SSV Reutlingen 05 1:3  
2005: Sevilla FC - FSV Mainz 05 0:0 (UEFA-Pokal)
2012: Bayern München - FSV Mainz 05 3:1  
 

16. September  

Radoslav Zabavnik, der direkt hinter Adam Szalai über dessen soeben entstehendes erstes Bundesligator staunt, wird am Freitag 36 Jahre alt. Foto: imago1933 kamen die Nazis in Deutschland an die Macht und krempelten alles um, auch den Sport. Im Spätsommer begann die erste Saison der Gauliga, die die Zahl der deutschen Erstligisten von rund 500 auf 177 Vereine in 16 Staffeln reduzierte. Die 05er verloren ihr erstes Spiel gegen den späteren Meister ihrer Staffel, die Offenbacher Kickers, 0:2. Im zweiten Spiel, am Freitag vor 83 Jahren, überraschten sie die Liga und sich selbst: Die 05er gewannen 8:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Herbert Burkhardt (3x), Jakob Schneider (2x), Karl Scherm und Karl Posselmann (2x) trafen gegen den späteren Rivalen der Mainzer. Der wiederum gewann das Rückspiel gegen die 05er mit 7:1, unter anderem durch fünf Tore des Stürmers Peter Zängry, der im Hinspiel gefehlt hatte.

Radoslav Zabavnik wird am Freitag 36 Jahre alt. Der Slowake verteidigte von Winter 2009/10 bis Sommer 2013 häufiger auf der rechten als auf der linken Seite das Mainzer Tor. Zabavnik war bereits ein in verschiedenen osteuropäischen Ligen erfahrener Mann, als er am gleichen Tag wie Malik Fathi nach Mainz kam. In fünf aufeinanderfolgenden Jahren hatte der Nationalspieler vier Landesmeisterschaften gewonnen: 2003 und 2004 in der Slowakei mit dem MSK Zilina, 2005 in Bulgarien mit ZSKA Sofia, 2007 in Tschechien mit Sparta Prag. In Mainz verdrängte er Florian Heller aus der Startelf. Als eiserner Kämpfer war der Slowake ein durchaus populärer Spieler bei den 05ern, allerdings nicht immer auch ein Stammspieler. In der Hinrunde 2011/12 saß er gar nur einmal auf der Bank; in der Rückrunde war er auf einmal anstelle von Fathi links hinten gesetzt. Nach einer sehr wechselhaften Saison 2012/13 verließ der WM-Teilnehmer von 2010 die 05er zum SV Sandhausen, für den er auch wegen Verletzungen kein einziges Spiel machte.

Am 16. September 2015 schließlich verlor die große Mainzer Pokalmannschaft von 1965 einen ihrer wichtigsten Spieler: Günter Dutiné, Mannschaftskapitän der 05er von 1965 bis 1967, verstarb im Alter von 78 Jahren.

Der Mittelfeldspieler aus Urberach kam 1963 von Viktoria Aschaffenburg an den Bruchweg und hatte schon im ersten Jahr großen Anteil daran, dass die 05er, zuvor nur Zwölfter im Südwesten, in der neuen Regionalliga sofort den vierten Platz erreichten. Der laufstarke und offensiv denkende Techniker brachte eine nie dagewesene Torgefahr ins rechte Mittelfeld der Mainzer. Auch dank seines guten Kopfballspiels traf Dutiné in 106 Pflichtspielen für die 05er 32 Mal, darunter einmal in der Pokalrunde 1964/65 im Heimspiel gegen den TSV München 1860. Im folgenden Viertelfinalspiel wurde Dutiné einer von nur elf 05ern, die in den 106 Jahren vor der Eröffnung der Coface Arena ein Heimspiel vor weit mehr als 20.000 Zuschauern bestritten.

Drei Jahre lang war der Mittelfeldspieler ein wichtiger Leistungsträger der 05er, erst 1966/67 wurde er von Horst Klinkhammer nach und nach abgelöst und beendete als 30-Jähriger seine Profikarriere. Im Raum Urberach war Dutiné noch lange Trainer mehrerer Vereine im Amateurfußball.

Weitere Ergebnisse am 16. September  

1934: FSV Mainz 05 - SV Flörsheim 7:1  
1956: FSV Mainz 05 - Borussia Neunkirchen 1:2  
1961: FSV Mainz 05 - Borussia Neunkirchen 1:3  
1962: Eintracht Bad Kreuznach - FSV 0:0  
1967: FSV Mainz 05 - SpVgg Weisenau 1:0  
1973: FK Pirmasens - FSV Mainz 05 2:2  
1978: Röchling Völklingen - FSV Mainz 05 0:1  
1979: SpVgg EGC Wirges - FSV Mainz 05 1:1  
1984: FSV Mainz 05 - SpVgg Elversberg 3:0  
1987: FSV Mainz 05 - FK Pirmasens 1:1  
2000: Borussia Mönchengladbach - FSV 1:1  
2006: Energie Cottbus - FSV Mainz 05 2:0  
2007: FSV Mainz 05 - SC Freiburg 1:1 

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