Das 05-Kalenderblatt: 13. bis 15. Juni

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. Diesmal im Mittelpunkt: Der einzige restlos überzeugende Brasilianer der 05er, der Rekord-Juniorennationalspieler der USA und der ehemalige für die Sporteignungsprüfung zuständige Akademische Oberrat der Mainzer Universität.

13. Juni

Eine überschaubare Reihe an Brasilianern stand bislang beim FSV Mainz 05 unter Vertrag. Sie hießen Wellington (Santos da Silva), Edu (-ardo Goncalves de Oliveira), Romulo (Marcos Antoneli), Luis Antonio (Moraes) und Marcio (Rodrigues) und waren mehrheitlich keine große Hilfe. André Ramalho war da schon deutlich wertvoller, setzte sich aber am Ende auch nicht durch. Die überragende Ausnahme wird heute 39 Jahre alt: Antonio da Silva aus Rio de Janeiro. Der Techniker kam bereits als 14-Jähriger zu Eintracht Trier, spielte anschließend noch einmal für Flamengo, und etablierte sich über die Zwischenstationen Eisbachtal und Eintracht Frankfurt II als Libero des SV Wehen im Profifußball. Von dort wechselte da Silva 2003 zu den 05ern, bei denen er drei Jahre lang Stammspieler war; nur zum Aufstieg trug der Mittelfeldspieler wenig bei. Wegen einer Verletzung spielte er nach dem 1:3 in Fürth, wo die 05er den dritten Anlauf zur Bundesliga eigentlich abhakten, kaum noch.

Vorne rechts: Toni da Silva eine halbe Stunde nach seinem möglicherweise spektakulärsten Tor, dem Freistoß in Bochum, den alle für eine Flanke gehalten hatten. Foto: imagoToni da Silvas große Zeit waren die ersten Bundesligajahre der 05er. Zwei Jahre lang war der Brasilianer ein klarer Stammspieler im linken Mittelfeld; kurioserweise war es das einzige seiner 65 Erstligaspiele, in dem er nicht von Anfang an spielte, in dem er die 05er in der Bundesliga ankommen ließ: Weil er nicht richtig fit war, hatte da Silva beim Debüt in Stuttgart eine sehr schwache Partie gespielt, worauf er im ersten Heimspiel gegen den HSV erst kurz vor der Pause für den verletzten Markus Dworrak kam - und in der 51. und 53. Minute die Tore zum 1:1 und 2:1-Sieg schoss. Vor allem war Toni da Silva aber ein Vorbereiter; allein in der Saison 2005/06 legte er in 43 Pflichtspielen seinen Kollegen 15 Treffer auf; vier schoss er selbst.

Dadurch wurde da Silva interessant für den VfB Stuttgart, mit dem er 2007 Deutscher Meister wurde. Ein Jahr später stieg er mit dem Karlsruher SC aus der Bundesliga ab. Anschließend sammelte der Brasilianer weitere Titel: Schweizer Meister 2010 mit dem FC Basel, Deutscher Meister 2011 und 2012 sowie DFB-Pokalsieger 2012 mit Borussia Dortmund - im zweiten Stuttgarter Jahr sowie in Dortmund war da Silva allerdings nur noch Einwechselspieler; zu den 2012er-Titeln trug er fast nichts bei. Seine Karriere beendete er 2013 beim MSV Duisburg, der ihn häufiger in der Regionalliga als in der 2. Bundesliga einsetzte. Dennoch ist der Mittelfeldspieler einer der erfolgreichsten Spieler, die über die 05er in den großen Fußball kamen.

An da Silvas 21. Geburtstag gewannen die 05er bei den Stuttgarter Kickers 3:1, wobei Jürgen Kramny, der gebürtige Stuttgarter mit VfB-Vergangenheit, zwei Tore schoss, Gustav Policella das dritte. Es war das einzige Ligaspiel der 05er an diesem Datum.
 

14. Juni

Jared Jeffrey wird am Mittwoch 27 Jahre alt.Am Mittwoch wird Jared Jeffrey 27 Jahre alt. Der Mittelfeldspieler kam als Rekord-Juniorennationalspieler der USA im Winter 2009/10 vom FC Brügge nach Mainz, saß aber in der Bundesliga nur einmal auf der Bank und spielte ansonsten 88 Mal in der Regionalliga für die U23. 2013 wechselte Jeffrey zu D.C. United, wo er sich als Ergänzungsspieler in der Major League Soccer etablierte.

Friedhelm Aust verstarb vor zwei Jahren.15 Jahre vor Jeffreys Geburt hatten die 05er das Zweitligaspiel bei Wormatia Worms durch Tore von Hohenwarter, Franz-Peter März und Werner Nickel 3:2 gewonnen; das späteste Ligaspiel ihrer Historie war das immer noch nicht, aber zumindest das einzige am 14. Juni.

Am Mittwoch vor zwei Jahren verstarb Friedhelm Aust. Der Rheinländer kam 1972 mit der Erfahrung von 10 Bundesligaspielen von Eintracht Frankfurt an den Bruchweg. In zwei Saisons in der alten Regionalliga Südwest spielte der Abwehrspieler jedoch nur 16 Mal. 1974 wechselte Aust in die Amateurliga zu Hassia Bingen.

Seit 1978 gehörte Aust dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Mainz an. Zuletzt war der Akademische Oberrat für die Sporteignungsprüfung verantwortlich. Außerdem engagierte er sich in der Nachwuchsarbeit des Profifußballs; auch mit Mainz 05 arbeitete er noch einmal zusammen. Aust wurde 64 Jahre alt.
 

15. Juni

Der 15. Juni kommt bisher in den 05-Annalen nicht prominent vor. Um das zu ändern, hätten die 05er beispielsweise den Ingolstädter Mittelfeldspieler Pascal Groß verpflichten können, der geht aber schon nach England. Edinson Toloza ist zu alt, Mohamed Salah zu teuer - warten wir weiter ab.

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