Das 05-Kalenderblatt: 10. bis 12. März

Christian Karn. Mainz.
Die nullfünfMixedZone hat wieder in der Vereinschronik gekramt, in den Annalen geblättert und nachgeschaut, welche Jubiläen in diesen Tagen anstehen, was es an Besonderheiten und Ergebnissen gegeben hat, was um diese Jahreszeit so alles bei den 05ern passiert ist. In der zweiten Hälfte dieser Woche geht es um einen Spieler mit zwei Namen, sieben Tore nach 1:3-Rückstand, einen Allrounder aus Oberbayern, torgefährliche Verteidiger, einen Überfall und einen Torwart aus schwarzweißer Vorzeit.

10. März  

Jan-Michael Marggraf wird heute 47 Jahre alt...Heute wird Jan-Michael Marggraf 47 Jahre alt. Der Österreicher kam 1995 zu Mainz 05, als er noch Jan-Michael Fritz hieß; in seiner kurzen Zeit als 05er heiratete er und nahm den Namen seiner Frau an. Horst Franz, damals 05-Trainer, sah eine Art Mittelstürmer in ihm, aber es reichte nicht. Fritz/Marggraf war ein guter Techniker, hatte aber kein Durchsetzungsvermögen, war einfach kein Zweitligaspieler. Nach nur sieben Ligaspielen (und einem Pokal-Einsatz mit Torerfolg beim SC Neukirchen) verließ Marggraf den Profifußball zum SV Wehen, später zu Hassia Bingen.

Eins der größten Comebacks der 05er liegt heute 42 Jahre zurück: Drei Abwehrfehler brachten die Eisbachtaler Sportfreunde schnell hoch in Führung - 3:1 nach 17 Minuten, zwischendrin hatte Herbert Scheller nach einem schweren Patzer des Westerwälder Torwarts Geißler ausgeglichen. Der Keeper war auch am 2:3 (Scheller) und am 3:3 (Paul Göppl) nicht unschuldig, wurde zur Halbzeit ausgewechselt. Und als in der letzten halben Stunde den Sportfreunden die Kraft ausging, trafen Gerd Klier, Göppl, nochmal Klier, Jürgen Richter und ein drittes Mal Klier zum 8:3-Auswärtssieg. Das Hinspiel hatten die 05er sogar 9:1 gewonnen. Dabei hatten Klier und Gerd Schmidt den gleichen indirekten Elfmeter versucht, den kürzlich Leo Messi und Luis Suárez vorführten, aber Schmidt hatte das leere Tor nicht getroffen.

...Florian Heller 34...34 Jahre alt wird heute Florian Heller. Der Oberbayer war ein Musterbeispiel an Solidität. In den älteren Nachwuchsklassen des FC Bayern war er noch als Stürmer ausgebildet worden, in Fürth und Aue hatte er sich bereits zum seitlichen Mittelfeldspieler entwickelt, bei den 05ern war er ab 2008 drei Jahre lang so ziemlich alles, unter Jörn Andersen auf dem rechten Flügel zunächst häufiger vorne als hinten, unter Thomas Tuchel, der von den Defensivfähigkeiten des vorherigen Rechtsverteidigers Tim Hoogland weniger hielt als von dessen Torgefahr, doch eher Außenverteidiger, meist rechts hinter Hoogland, hin und wieder auch links, gegen Ende sogar wieder ein paar Mal Mittelstürmer.

Heller lebte dabei immer von seiner Schnelligkeit, seiner extremen Laufbereitschaft, seiner Gradlinigkeit - im Sport und in der Persönlichkeit. Der Allrounder war ein bisschen bayerisch verschroben, aber total bodenständig, total uneingebildet, ein guter Kerl in einer Mannschaft allerdings, deren Niveau sich nach und nach von seinem wegentwickelte. Zwei Jahre lang war Heller Stammspieler auf seinen diversen Positionen, im dritten verlor er den Anschluss ein bisschen. Nachdem er in der Hinrunde seiner vierten Saison gar nicht mehr gebraucht worden war, lediglich einmal in der Regionalliga gespielt und einmal in der Bundesliga auf der Bank gesessen hatte, wechselte er zwei Monate vor seinem 30. Geburtstag zum FC Ingolstadt 04. Heute ist Heller U19-Trainer seines letzten Profivereins, der SpVgg Unterhaching.

...und Tevin Ihrig 21.Tevin Ihrig wird heute 21 Jahre alt. Der saubere, präzise Verteidiger aus Worms kam als 14-Jähriger zu den 05ern, war jahrelang Stammspieler in den diversen Jugendmannschaften und ist heute der dritte Innenverteidiger der U23, der regelmäßig Alexander Hack vertritt, wenn der bei den Profis gebraucht wird.

Heute vor 16 Jahren schließlich schossen die 05er den Chemnitzer FC 5:0 ab. Ungewöhnlich an diesem Kantersieg: Die Defensivspieler schossen alle fünf Tore. Zweimal traf der Rechtsverteidiger Robert Ratkowski, jeweils einmal der Linksverteidiger Steffen Herzberger und die beiden defensiven Mittelfeldspieler Thorsten Nehrbauer und Adrian Spyrka. Herzberger, Spyrka und Ratkowski bereiteten außerdem jeweils ein Tor vor.

Und heute vor vier Jahren gab es den Überfall gegen Nürnberg: Vor Nicolai Müllers Führungstor hatten die 05er schon zweimal den Pfosten getroffen - alles in der ersten Spielminute! Mit 2:1 war der Sieg am Ende trotzdem etwas knapper als nötig.

Weitere Ergebnisse am 10. März:

1968: VfR Frankenthal - FSV Mainz 05 2:1  
2001: 1. FC Saarbrücken - FSV Mainz 05 1:1  
2004: Rot-Weiß Oberhausen - FSV Mainz 05 0:0  
2007: FSV Mainz 05 - Arminia Bielefeld 1:0  

11. März  

In der ersten 05-Generation nach dem Ersten Weltkrieg stand der am Freitag vor 81 Jahren jung verstorbene "Addel" Etz (Sechster von links) im Tor.Am Freitag vor bereits 81 Jahren verstarb der erst 37-jährige Adolf Etz. Der Torwart hatte sich schon 1911 als 14-Jähriger den 05ern angeschlossen, war in den ersten Jahren nach dem Ersten Weltkrieg Stammkeeper, blieb bis 1928 als gelegentlich benötigter Ersatzmann hinter Hans Lautner in der ersten Mannschaft. "Addel" war nicht der einzige Etz bei den 05ern; sein Bruder Julius war von 1929 bis 1933 Trainer der ersten Mannschaft, gewann mit ihr zweimal die Hessenmeisterschaft, kündigte Ende August 1933 seinen Vertrag, um in Mannheim eine Stelle als Schriftleiter beim Nationalsozialistischen Sportverband anzutreten.

Vor 54 Jahren waren die 05er erstmals kurz davor, den Betzenberg zu knacken. Zwar rannte der FCK 90 Minuten lang an, kam aber einfach nicht zu Torchancen, während die 05er hervorragend konterten, immer wieder hinter die weit aufgerückte Abwehr kamen, durch zwei Tore von Manfred Nehren (25., 30.) lange 2:0 führten. In der 80. Minute vergab der Mittelstürmer die große Chance zum 3:0. Und dann kam der Endspurt: Winfried Richter (83.), Werner Liebrich (85.) und Gerhard Settelmeier (87.) schossen vor gerade mal 2.000 Zuschauern die Tore zum 3:2-Heimsieg des FCK. Und es dauerte noch einmal 43 Jahre bis zum ersten 05-Sieg auf dem Betze.

Außerdem haben drei ehemalige 05-Nachwuchskicker Geburtstag. Ralf Puntheller, der 1990 im Profikader stand, aber nie in Pflichtspielen der ersten Mannschaft eingesetzt wurde, wird 44 Jahre alt. Velibor Velemir, durchaus ein talentierter Mittelfeldspieler und deutscher U19-Meister 2009, wird 25 Jahre alt. Der Bosnier, der im Finale gegen Borussia Dortmund früh für den verletzten Jan Kirchhoff eingewechselt wurde und schnell Eugen Gopkos Führungstor vorbereitete, spielt heute für Hessen Dreieich. Zwei Jahre jünger ist der Deutsch-Brasilianer Martin Kramer, der von der U16 bis zur U23 mehr oder weniger regelmäßig verteidigte, Anfang 2013 zum FC Homburg wechselte und heute in der Oberliga für den Karlsruher SC II spielt.

Weitere Ergebnisse am 11. März:

1928: Saar 05 Saarbrücken - FSV Mainz 05 1:0  
1934: SV Wiesbaden - FSV Mainz 05 2:0  
1951: ASV Landau - FSV Mainz 05 1:3  
1956: FSV Mainz 05 - Saar 05 Saarbrücken 0:2  
1962: 1. FC Kaiserslautern - FSV Mainz 05 3:2  
1964: SV Völklingen 06 - FSV Mainz 05 1:1  
1973: Phönix Bellheim - FSV Mainz 05 2:3  
1984: FSV Mainz 05 - FSV Salmrohr 2:1  
1989: FSV Mainz 05 - Union Solingen 3:0  
1990: Eintracht Trier - FSV Mainz 05 0:2  
1995: FSV Mainz 05 - Waldhof Mannheim 1:1  
2006: FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 3:0  

12. März  

Am Samstag vor 93 Jahren wurde Eugen Csákány geboren. Der Rumäne mit ungarischen Wurzeln war in den späten 1940ern und in den 1950ern langjähriger Leistungsträger beim SV Wiesbaden; 1948 spielte er 16 Mal im Mainzer Angriff und schoss sieben Tore. Csákány verstarb 2006 im Alter von 83 Jahren.

Ergebnisse am 12. März:

1950: Wormatia Worms - FSV Mainz 05 4:0  
1961: FSV Mainz 05 - Phönix Ludwigshafen 3:0  
1967: Phönix Bellheim - FSV Mainz 05 0:5  
1972: FSV Mainz 05 - TuS Neuendorf 2:0  
1978: FSV Mainz 05 - 1. FC Sobernheim 4:1  
2005: Werder Bremen - FSV Mainz 05 0:0  

 

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