Curci verursacht zwei Elfmeter und hält einen

Jörg Schneider. Mainz.
Gianluca Curci drängte sich beim Testspiel gegen den Zweitligisten am meisten in den Vordergrund. Der Torhüter des FSV Mainz 05 verschuldete in der Partie am Bruchweg gegen den Karlsruher SC zwei Elfmeter. Einen davon hielt der Italiener, den anderen schob Erwin Hoffer neben das Tor. Am Ende trennten sich die beiden Teams vor rund 500 Zuschauern 2:2. Danny Latza und Aron Seydel schossen die Tore für den Bundesligisten, Sascha Traut und Vadim Manson für den KSC.

FSV Mainz 05 - Karlsruher SC 2:2 (1:1)

Donnerstag, 24. März 2016, rund 500 Zuschauer

FSV Mainz 05: Curci (76. Zeaiter) - Donati, Bell (62. Bungert), Hack (62. Ihrig), Bengtsson (76. Breitenbach) - Frei, Latza (62. Klement) - Clemens (62. Brosinski), Moritz, Onisiwo (76. Derstroff) - Córdoba (46. Seydel). Trainer: Schmidt.

Karlsruher SC: Orlishausen - Traut, Gordon (62. Hoffmann), Stoll, Sverko (52. Veith) - Fahrenholz (46. Yamada), Peitz, Meffert, Gouaida (74. Valentini) - Manson, Hoffer. Trainer: Kauczinski.

Schiedsrichter: Kempkes (Koblenz).

Tore: 0:1 Manson (27., Traut), 1:1 Latza (44., Moritz), 1:2 Gouaida (60., Manson), 2:2 Seydel (70., Klement).

Gelbe Karte: Bell.

Besonderes: Curci hält Foulelfmeter (Curci an Hoffer) von Traut (37.), Hoffer schießt Foulelfmeter (Curci an Hoffer) neben das Tor (54.).

„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“, sagte Martin Schmidt nach dem Abpfiff. „Es gab etliche Dinge, wie es im Testspiel einfach so ist. Ein paarmal schlampig verteidigt, beim Einwurf zwei, dreimal überlisten lassen, zwei Elfmeter verursacht. Das zeigt, dass in solchen Testspielen die hundertprozentige Konzentration in der Arbeit gegen den Ball, die richtige Spannung in der Verteidigungsarbeit doch etwas abgeht“, sagte der Trainer des FSV Mainz 05 nach dem 2:2 vor rund 500 Zuschauern am frühen Donnerstagnachmittag am Bruchweg gegen den Karlsruher SC. „Sobald wir den Ball hatten, kamen dann erfrischende  Dinge, gute Dinge. In der ersten Halbzeit fünf Top-Umschaltaktionen, wo wir jedes Mal knapp verzogen haben. In der zweiten Hälfte waren wir dann wieder zuerst etwas träge. Wir haben komplizierte Lösungen gesucht, statt einfache Bälle zu spielen. Das bringen die Testspiele einfach mit sich. Aber wir haben auch wieder mit einem schönen Tor ausgeglichen.“

Es war eine unterhaltsame Partie zwischen dem Bundesligisten und dem Tabellenzehnten der zweiten Liga. Der 05-Trainer schickte eine veritable Mannschaft an den Start, in der Christoph Moritz den Zehner gab, Karim Onisiwo, Christian Clemens und Jhon Cordoba stürmten. Der KSC setzte eine sehr gute Raumordnung im 4-4-2 dagegen, mit starkem Gegenpressing. Das zeigte Wirkung. Die Karlsruher schalteten schnell um, nutzten die oft nicht konsequente Verteidigung der Mainzer, und Gianluca Curci musste bereits nach elf Minuten gegen Erwin Hoffers Schuss aus kurzer Distanz klären. Der Österreicher hatte zuvor Pierre Bengtsson und Alexander Hack im Strafraum ausgewackelt.

Ein Handspiel von Stefan Bell unmittelbar vor der Strafraumgrenze leitete die Führung der Gäste ein. Sascha Traut hämmerte den Freistoß in der 27. Minute an den rechten Pfosten, Wadim Manson reagierte am schnellsten und drückte die Kugel zum 1:0 über die Linie.

Gianluca Curci wollte noch diskutieren, wo es nichts zu diskutieren gab: Der 05-Keeper hatte KSC-Stürmer Erwin Hoffer von den Beinen geholt und seinen zweiten Elfmeter im Testspiel verursacht. Foto: ImagoDas mögliche 2:0 verhinderte der 05-Keeper. Nachdem Curci Hoffer im Strafraum von den Beinen geholt hatte, hechtete der Italiener beim Strafstoß von Traut in Richtung Pfosten und schnappte sich den Flachschuss. Es war allerdings nicht so, dass nur der Gegner solche Chancen hatte. Die 05er hätten eigentlich führen müssen, ließen aber zu viel liegen im Angriff. Jhon Cordoba bereitete die erste Großchance vor (13.), aber Karim Onisiwo verpasste vor dem Tor. Drei Minuten später kam Christoph Moritz einen Tick zu spät bei einer genau getimten Flanke von Giulio Donati. Bei einer weiteren Donati-Flanke standen sich Cordoba und Onisiwo im Weg (29.). Moritz knallte aus elf Metern freistehend übers Tor (39.), nachdem Clemens im Vollsprint rechtsaußen am Verteidiger vorbei gerauscht war und nach innen abgelegt hatte.

So war es dann Danny Latza, der den Ausgleich in der 44. Minute besorgte. Nach dem schönsten Angriff der gesamten Partie. Fabian Frei bedient Donati mit einem Diagonalpass, der Rechtsverteidiger schickte Clemens über den Flügel, der passte in den Strafraum, Moritz ließ passieren, und Latza vollstreckte schließlich gegen die Laufrichtung des Torhüters ins Eck. „Ein wunderschönes Umschalttor. Vom Spielaufbau bis zum Abschluss. So könnte es auch in der Bundesliga gehen“, schwärmte der 05-Trainer nachher von dieser Aktion.  

Nach der Pause war der Zweitligist wieder am Zug. Donati verlängerte nach einem Einwurf per Kopf unfreiwillig genau in den Lauf von Hoffer, Curci stürmte dem KSC-Stürmer entgegen traf aber nur den Spieler nicht den Ball. Der zweite vom 05-Torhüter verursachte Elfmeter. Diesmal schnappte sich Hoffer den Ball und feuerte neben das Tor. Nach einer Stunde ließen sich die Mainzer erneut nach einem Einwurf übertölpeln. Mohamed Gouaida erzielte die erneute Führung für den Zweitligisten. Schmidt wechselte, stellte Philipp Klement auf die zehn und zog Moritz zurück auf die Doppelsechs. Das brachte wieder mehr Zug in die Offensive. Vor allem die feinen direkten Zuspiele in die Spitze von Klement hatten es in sich. Zwei gute Chancen durch Onisiwo waren die Folge.

Klement war es auch, der den erneuten Ausgleich vorbereitete. Der Techniker bediente nach einem schönen Spielzug den eingewechselten Aaron Seydel, der Cordoba als Mittelstürmer abgelöst hatte. Der Youngster, der ansonsten vorne viele Bälle behauptete und verteilte, vollstreckte. „Das 2:2 ist glaube ich so verdient. Die haben zwei Elfer verschossen, wir mehrere Hochkaräter verballert. Deshalb Strich drunter“, sagte der 05-Trainer. „Wir haben nicht optimal verteidigt, hatten aber gute Aktionen nach vorne, gute Tempoangriffe. Die Wechsel haben nachher dem Spiel dann nicht mehr gut getan. Am Ende fehlte komplett das Tempo. Vor allem die jungen Spieler haben jedoch ihre Chance gut genutzt.“

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