Curci länger raus, Park kein Thema

Jörg Schneider. Saint-Vincent.
Gianluca Curci wird dem FSV Mainz 05 bis zu sechs Wochen lang fehlen. Die genaue Diagnose über die Schwere der Verletzung des Torhüters, der sich bei der 0:2-Testspiel-Niederlage des Bundesligisten gegen Novara Calcio möglicherweise einen Muskelfassriss oder Schlimmeres im rechten Unterschenkel zugezogen hatte, kann erst nach der Rückkehr aus dem Trainingslager gestellt werden. Unterdessen stellte Martin Schmidt klar, dass eine Rückkehr von Joo-Ho Park aus Dortmund am Bruchweg kein Thema ist. Nach dem jetzigen Stand der Dinge wollen die 05er ohne Not sowieso nicht mehr auf dem Transfermarkt aktiv werden.

Musekleverletzung: Gianluca Curci musste im Testspiel der 05er gegen Novara vom Platz getragen werden. Der Torhüter wird wohl sechs Wochen ausfallen. Foto: RSCPDie genaue Diagnose über die Schwere der Verletzung wird erst nach der Rückkehr aus dem Trainingslager im Aostatal erfolgen, doch schon jetzt steht fest, dass Gianluca Curci dem FSV Mainz 05 einige Wochen lang fehlen wird. Der italienische Keeper hatte sich am Donnerstagabend im Testspiel gegen den italienischen Zweitligisten Novara Calcio, das der Bundesligist mit 0:2 verloren hatte, eine Muskelverletzung in der rechten Wade zugezogen. Curci hatte einen Ball gefangen, die Kugel schnell nach vorne abwerfen wollen und sich dabei irgendwie verdreht. „Wie schwerwiegend das Ganze ist, wissen wir noch nicht“, sagte Martin Schmidt am Freitag in Saint-Vincent. „Ob es nur ein Muskelfaserriss ist oder doch was Schlimmeres wie ein Muskelabriss, müssen wir am Sonntag in Mainz klären.“ Der 05-Trainer geht aber in jedem Fall davon aus, dass Curci locker vier bis sechs Wochen pausieren muss.

Und damit hat sich die Situation auf der Torhüter-Position mit einem Male drastisch verändert. Jannik Huth bestreitet mit der deutschen Olympia-Auswahl das olympische Turnier in Rio und kommt erst nach dem Pokalspiel in Unterhaching zurück zum Team. Curci fällt aus. Nun ist Florian Müller, der 18-jährige Schlussmann aus dem Nachwuchsbereich plötzlich die Nummer zwei bei den Profis und dürfte im DFB-Pokalspiel beim Regionalligisten eine Woche vor dem Bundesligastart auf der Bank sitzen. „So schnell kann’s gehen“, sagte der Coach im Trainingslager. „Den einen gibst du frei für die Olympiade, jetzt hast du plötzlich nur noch zwei und einer davon ist der Jugend-Tormann, der in der U23 die nächsten Spiele machen sollte. So schnell hast du einen Engpass.“ Man werde die Lage nun intern besprechen und dann entscheiden, wie man das auffange, dass in den kommenden Wochen bis zu Huths Rückkehr wieder drei Trainingstorhüter auf dem Platz stünden. Der Klub werde allerdings in dieser Frage nicht auf dem Transfermarkt tätig werden. „Ein Neuzugang auf dieser Position ist ausgeschlossen“, betonte der Schweizer.

Zehn Tage lang muss unterdessen Jean-Philippe Gbamin pausieren. Der Neuzugang war beim 2:1 in Saint-Vincent gegen Servette Genf umgeknickt und mit einem dicken Knöchel vom Platz gegangen. Das werfe die Findung im zentralen Mittelfeld etwas zurück, gestand Schmidt. Der Franzose werde seine Verletzung auskurieren und dann wieder frisch dazukommen. „Man hat gesehen, dass er viel einbringt in unser Spiel mit seiner Größe, seiner Athletik, Schnelligkeit und im spielerischen Bereich.

Mit dem Thema Joo-Ho Park will man sich beim FSV Mainz 05 unterdessen nicht beschäftigen. Der Südkoreaner soll Medienberichten zufolge Interesse an einer Rückkehr zum Bruchweg bekundet haben. Park, im vergangenen Jahr zu Borussia Dortmund gewechselt, steht offenbar dort bei Thomas Tuchel auf der Ausmusterungsliste. „Der will wohin?“, fragte der 05-Trainer scheinbar ahnungslos in Saint-Vincent. „Zu uns? Zum Liverpool-Spiel gucken oder was?“. Der 49-Jährige stellte klar, dass er für den früheren Linksverteidiger keinen Platz im Team sieht. Schmidt könnte in der augenblicklichen Situation zwar einen erfahrenen Spieler auch fürs neu zu bildende zentrale Mittelfeld gebrauchen, doch der Koreaner müsste dann sicherlich erhebliche Gehaltseinbußen in Kauf nehmen, was nicht wahrscheinlich ist. Der 29-Jährige soll beim BVB seine Bezüge dem Vernehmen nach verdreifacht haben. „Der ist letztes Jahr nach Dortmund gegangen. Ich habe ihm geraten: mach‘s nicht“, so Schmidt. „Hier hast du ein Standing. Bei so einem großen Verein gehst du das Risiko ein, dass du nur Backup bist. Jetzt ist es so gekommen. Ich weiß nicht, wie seine Situation dort ist. Wenn wir aber auf der Verteidigerposition links noch etwas machen würden, denke ich, dass wir eher einen jungen Spieler holen würden. Keinen, der schon mal da war und der fast 30 ist“, erklärte der 05-Trainer.

Momentan haben die 05er ohnehin nicht vor, noch einmal auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Es sei denn, der Klub müsse auf drastische Verletzungsausfälle reagieren, oder in den nächsten Wochen würden noch Stammspieler zu anderen Klubs wechseln. Das sei derzeit jedoch nicht absehbar, wie sowohl Martin Schmidt als auch Sportdirektor Rouven Schröder im Aostatal betonten. „Wir wollen wahrscheinlich nichts mehr machen. Die Defensive steht, die Bahnen sind gut besetzt, im Sturm haben wir die Option mit Karim Onisiwo und Pablo De Blasis zusätzlich. Die Kreativität ist da mit Besar Halimi, Yunus Malli und mit Philipp Klement. Da haben wir mehr Kreativität als letztes Jahr. Ich denke, dass der Kader so abgerundet ist“, erklärte Schmidt.  

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