Cordoba: Ausloten, was sinnvoll ist

Jörg Schneider. Mainz.
Die Trainingsgäste am Bruchweg sahen am Dienstagnachmittag nur die Torhüter des FSV Mainz 05 auf dem Trainingsrasen sowie Neuzugang Jhon Cordoba, der seine Runden im Stadion drehte. Martin Schmidt hatte noch einmal den Schongang in der Vorbereitung auf das Heimspiel am Freitag gegen die TSG Hoffenheim eingelegt und seine Profis auf eine Radtour in den Wald geschickt. Ab Mittwoch beginnt dann der allerdings nicht öffentliche Countdown für den nächsten Bundesliga-Auftritt.

Jhon Cordoba dreht einsam seine Runden am Bruchweg. Gibt der Kolumbianer am Freitag gegen die Hoffenheimer sein Debüt? Foto: Jörg SchneiderSchlechte Zeiten für die Trainings-Dauergäste am Bruchweg in dieser Woche vor dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim. Von den Profis des FSV Mainz 05 gibt es in diesen Tagen nichts zu sehen. Am Dienstagnachmittag entschieden sich die Trainer auf Anraten der medizinischen Abteilung kurzfristig, die Fußballer auf eine Radtour statt auf den Rasen zu schicken. 45 Minuten lang ging es in den Wald. Danach stand eine Athletikeinheit in der Halle auf dem Programm mit Mobilitäts- und Kräftigungsübungen. „Zwei Tage nach dem Spiel wollten wir das Team nicht tief und intensiv belasten“, klärte Martin Schmidt nachher auf. Ab heute beginnt der richtige Trainingsbetrieb mit der Vorbereitung auf das Duell in der Coface Arena am Freitagabend – allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

„Wir müssen aufpassen und die Belastung der Englischen Woche anpassen“, sagte der Coach. Die Partie gegen die Hoffenheimer bildet den Auftakt zu einem heftigen Dreierpack: Nächsten Mittwoch müssen die 05er zu Bayer Leverkusen. Am Samstag danach kommt der FC Bayern München in die Arena. „In diesen Tagen geht es dann nur noch um Belastung, Entlastung, Regeneration und Neubelastung“, sagte Schmidt.

Wie sieht‘s personell aus bei den 05ern? Christoph Moritz  ist wieder gesund und einsatzbereit. Jairo Samperios Zustand habe sich stark verbessert. Der Spanier laufe wieder, werde sein Pensum am Mittwoch noch steigern. „Da müssen wir von Tag zu Tag schauen, wann er ins Teamtraining zurück kann“, so der der Trainer. Für den Außenstürmer könnte es jedoch erneut eng werden. Jhon Cordoba hat am Nachmittag seine Runden im Bruchwegstadion gejoggt. Der Neuzugang aus Kolumbien scheint noch immer etwas Jetlag geschädigt und verspannt zu sein nach den Reise-Strapazen. „Wir müssen bei ihm ausloten, was sinnvoll ist“, sagt der Schweizer. „Ob zwei Trainingseinheiten vorher genug sind, um ihn gegen Hoffenheim mit in den Kader zu nehmen.“ Cordoba brauche zunächst die Wettkampffähigkeit und die Griffigkeit. „Ich will im Spielkader nur topfitte Profis haben, die eine Variante sein können.“ Schmidt kündigte bei allen Wackelkandidaten eine kurzfristige Entscheidung vor der Partie an.

Die drei Spieler aus dem Nachwuchsleistungszentrum, die in Gelsenkirchen im Bundesliga-Kader standen, absolvieren alle heute Abend das Drittligaspiel mit der U23 beim VfB Stuttgart. „Das hat sich in dieser Woche gut angeboten. Ab Donnerstag sind sie dann wieder bei uns im Training.“ Philipp Klement, Alexander Hack und Suat Serdar blieben aber nahe dran und würden auch weiterhin nahe ran geführt ans Bundesligateam. Das gelte auch für Devante Parker, der ebenfalls mit den Profis trainiert, aber im Spiel bei der VfB-Zweiten aktuell wie Patrick Pflücke zunächst auf der Bank sitzt.  „Dessen Talent wollen wir nicht unter den Tisch fallen lassen.“ Auch Todor Nedelew, der in der vergangenen Woche das Abschlusstraining des Drittligateams verschlafen hatte und von Trainer Sandro Schwarz aus dem Kader gestrichen worden war, kriegt in Stuttgart eine neue Chance.

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