Bissige Sache im Olympiaort

Jörg Schneider. Evian.
Heute wird es ernst für die Fußballprofis des FSV Mainz 05. Am dritten Tag des Trainingslagers am Genfer See wartet auf die Mannschaft von Martin Schmidt die erste richtige Prüfung in einem Testspiel. Um 18 Uhr spielt der Bundesligist im Stade Olympique von Albertville gegen AS St. Etienne, den Tabellenfünften der abgelaufenen Saison in Frankreich. Ein Gegner, der in seiner Vorbereitung weiter ist und für die 05er eine echte Herausforderung darstellt. Nicht am Start sind die angeschlagenen Julian Baumgartlinger, Ja-Cheol Koo und Pierre Bengtsson.

Lockere Trainingseinheit mit Offensivabläufen vor dem schweren Testspiel am Abend: Joo-Ho Park treibt den Ball. Foto: Daniel BongartzAm Morgen dieses dritten Tages ihres Trainingslagers in Evian am Genfer See hat Martin Schmidt seine Profis nicht sonderlich strapaziert. „Am intensivsten war noch der Schnelligkeitsreiz zu Beginn“, sagt der Trainer des Bundesligisten. Das war eine Übung zum Warmmachen. Danach gab’s im Stade Camille Fournet eine lockere Trainingseinheit, in der die Offensivabläufe im letzten Drittel vor dem Tor im Mittelpunkt standen. Das komplette Training war auf die Dauer von einer Stunde begrenzt, denn am Abend wird es zum ersten Mal in dieser Vorbereitung ernst für die Bundesliga-Profis.

Auf dem Programm steht das erste Testspiel gegen einen renommierten Gegner. Um 18 Uhr treffen die 05er im Austragungsort der Olympischen Winterspiele von 1992 auf AS St. Etienne. Die Partie wird im Stade Olympique in Albertville angepfiffen und ist für die Mainzer eine echte Herausforderung. Denn der fünfte der vergangenen Saison in Frankreich dürfte etwas Vorsprung haben. „Die sind tendenziell weiter als wir“, sagt der 05-Trainer. „Die sind in die Qualifikation zur Europaliga involviert und die Meisterschaft in Frankeich startet eine Woche früher als bei uns. Ich glaube, sie haben vorher auch noch ein Pokalspiel.“

Der Schweizer weiß, dass seine Leute müde in diese Partie gehen werden, am Ende der dritten Trainingswoche, die das bisher intensivste und härteste Programm für die Spieler beinhaltete. „Das wird von der Konstitution her ein schwieriges Spiel“, sagt Schmidt. Aber auch eine Partie, die zeigen wird, wo die Mainzer aktuell körperlich angekommen sind. „Wenn St. Etienne gegen uns mit der Startelf aufläuft, wird das eine bissige Sache“, vermutet der Coach. Doch darum geht es. „Den inneren Schweinehund überwinden, mit müden Beinen eine Willensleistung hinlegen.“ Diese Aspekte stehen für den Trainer vor dem Ergebnis. Denn gegen ein Team auf diesem Level muss der 48-Jährige in der jetzigen Vorbereitungsphase auch eine Niederlage einkalkulieren.

„Wir wollen trotzdem gut verteidigen und uns wehren“, sagt Schmidt, der auf die angeschlagenen Julian Baumgartlinger, Ja-Cheol Koo und Pierre Bengtsson verzichten muss. Dazu bleiben zwei Torhüter in Evian und trainieren dort. Insgesamt 20 Feldspieler fahren ins gut zwei Stunden entfernte Albertville. Erstmals stellt der Trainer keine zwei kompletten Teams, die jeweils eine Halbzeit spielen. „Einige werden 60 Minuten spielen, einige kriegen einen noch größeren Reiz“, sagt der Coach.

► Alle Artikel zur Saisonarbeit

► Zur Startseite