Beinschere: Knöchelverletzung bei Joo-Ho Park

Jörg Schneider. Mainz.
Am Mittag nach dem Training am Bruchweg freute sich Kasper Hjulmand in der Medienrunde am Bruchweg noch darüber, dass die Nachrichten von seinen Nationalspielern durchweg positiv seien. Alle in Form, vor allen Dingen alle fit und gesund. Die Hoffnungen des 05-Trainers, dass dies so bleiben werde, erfüllten sich nicht. Wenig später musste Joo-Ho Park im Länderspiel der Koreaner gegen das Team von Costa Rica mit Mannschaftskollege Junior Diaz bereits nach 20 Minuten verletzt vom Platz getragen werden.

Nach 20 Minuten Länderspieleinsatz verletzt vom Platz: 05-Verteidiger Joo-Ho Park. Foto: Jörg SchneiderJulian Baumgartlinger war am Dienstag der erste Nationalspieler des FSV Mainz 05, der sich gesund und bester Laune von seinen Länderspieleinsätzen am Bruchweg zurückmeldete. Die Österreicher waren schon am Sonntag mit ihrem Programm durch. „Bisher haben wir nur positive Nachrichten“, sagte Kasper Hjulmand in der Medienrunde nach dem Vormittagstraining. Alle 05-Profis fit und gesund. „Ich hoffe, dass es so bleibt und alle in guter Form und unverletzt zurückkommen.“ Die Hoffnungen des 05-Trainers erfüllten sich nicht. Im Spiel Südkorea gegen Costa Rice, in dem am frühen Nachmittag die Mannschaftskollegen Joo-Ho Park und Junior Diaz im direkten Duell aufeinandertrafen, verletzte sich der Koreaner. Park musste nach 20 Minuten nach einer Beinschere seines Gegenspielers von hinten vom Platz getragen werden. In den südkoreanischen Medien war von einer Knöchelverletzung Parks die Rede. Wie gravierend das Ganze ist, darüber gibt es bisher keine gesicherte Information.

Hjulmand hatte sich zuvor mit der Rückkehr von Park befasst. Der Linksverteidiger ist seit etlichen Wochen weg von seiner Klubmannschaft, gewann bekanntlich mit der U23 seines Landes das Finale der Asien-Spiele, was dem 27-Jährigen als Belohnung die Befreiung vom Militärdienst einbrachte. „Ich denke, das war mental ein sehr guter Monat für ihn. Er hat viel gespielt. Ich glaube und hoffe, dass Joo-Ho in guter Verfassung zurückkommt“, sagte Hjulmand. Das könnte sich nun geändert haben. Ansonsten trudeln die Nationalspieler in den nächsten zwei Tagen nach und nach in Mainz ein. Der Chilene Gonzalo Jara kommt im Laufe des Donnerstag als letzter zurück.

05-Zukunft als Achter: Ja-Cheol Koo. Foto: Jörg SchneiderAm Bruchweg ist unterdessen Philipp Wollscheid ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Der Innenverteidiger fehlte am Montag wegen eines leichten grippalen Infekts. Für die Leihgabe aus Leverkusen läuft es noch nicht Wunsch in Mainz. Eine Muskelverletzung hatte den Innenverteidiger bereits im Rennen um die Stammplätze in der Abwehr zurückgeworfen. „Es ist nicht leicht für ihn“, sagt Hjulmand. „Wir haben große Konkurrenz in der Verteidigung. Niko Bungert, Stefan Bell und Gonzalo Jara haben sehr gute Spiele absolviert, aber die Situation ist für die ganze Mannschaft viel besser so, als wenn es keine Konkurrenz geben würde.“ Mit diesem Druck müssten die Spieler jeden Tag auf dem Platz arbeiten. „Und ich muss am Ende entscheiden, was am besten für die Mannschaft ist“, so der 05-Coach.

Nikolce Noveski trainiert im Übrigen in dieser Woche erstmals wieder mit voller Intensität. Nach neun Wochen Pause benötige der Kapitän allerdings noch etwas Zeit, um wieder in den Konkurrenzkampf einsteigen zu können, sagt Hjulmand. Große Fortschritte mache dagegen Ja-Cheol Koo. Der Koreaner hatte im Testspiel in Darmstadt (2:0) am vergangenen Donnerstag nicht fit gewirkt und war vorzeitig ausgewechselt worden. „Es geht jetzt besser und besser. Nach der Verletzung war es letzte Woche noch etwas früh für ihn mit der vollen Belastung, aber jetzt sieht das viel besser aus. Ja-Cheol ist ein Spieler, der immer alles gibt auf dem Platz“, sagt der 05-Trainer.

Hjulmand arbeitet unterdessen mit dem Koreaner an einer neuen Rolle im 05-Spiel. Koo hatte in den ersten Bundesligabegegnungen notgedrungen auf der linken Offensivposition gespielt, Hjulmand möchte den 27-Jährigen künftig aber stärker als Achter einsetzen.  Eine Rolle, die Koo in seiner Zeit beim kommenden 05-Gegner FC Augsburg eingenommen hatte. „Da hat er es sehr gut gespielt“, sagt Hjulmand. „Ja-Cheol ist ein guter Aufbauspieler. Er hat Vertrauen in sein Spiel mit dem Ball unter Druck im Zentrum.“ Und mit seinen schnellen Drehungen sowie der zügigen Raumüberwindung sei der 05-Profi in der Lage, das Mainzer Spiel nach vorne schnell zu machen, immer neue Positionen für Anspiele zu finden. „Ich will das in den nächsten Wochen mit ihm verstärkt trainieren.“

Hjulmand will weg von den starren Systemen, einem 4-2-3-1 oder einem 4-3-3. Dem 05-Trainer schwebt ein flexibles, der taktischen Aufgabe und der Situation angepasstes Positionsspiel vor. Die Nummer acht könnte dabei die Rolle sein, die Christoph Moritz zuletzt spielte. Nominell rechts im Mittelfeld aufgestellt, aber ständig ins Zentrum ziehend. Oder offensiv versetzt vor dem Sechser Johannes Geis. Im Zusammenspiel mit Julian Baumgartlinger wäre das ein fließender Übergang auf die zehn.

Wie das dann in der Praxis genau aussieht, werden wohl die kommenden Spiele zeigen. „Um eine neue Phase unseres Spiels zu entwickeln, brauchen wir Trainingseinheiten mit dem kompletten Kader“, betont Hjulmand. Das war in dieser Länderspielpause nicht möglich. Zur Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den FC Augsburg am Samstag bleiben dem  05-Coach maximal zwei Einheiten. Keine Zeit also, um große taktische Veränderungen einzuüben. Danach beginne jedoch die nächste Arbeits-Stufe für die Weiterentwicklung des eigenen Spiels. „Da haben wir eine lange Woche bis zum Sonntagspiel in Wolfsburg zur Verfügung.“

► Alle Artikel zum Trainingsbetrieb

► Zur Startseite