Auf Kurs zu Welt- und Europameisterschaften

Christian Karn. Mainz.
Noch ohne Yunus Malli hat sich die türkische Nationalmannschaft im Herbst für die Europameisterschaft qualifiziert, der Mainzer Mittelfeldspieler arbeitet nun daran, sich im Team zu etablieren. Im Testspiel gegen Schweden wurde Malli erneut eingewechselt, der Siegtreffer war gerade gefallen. Derweil kamen Japan (ohne Yoshinori Muto, der gerade erst das Vereinstraining wieder aufgenommen hat) der WM und die diversen Mainzer Nachwuchs-Nationaltorhüter ihren Europameisterschaften durch klare Siege wieder ein gutes Stück näher.

Alle Termine

Do., 24.3.
13.00: 05 - KSC 2:2
15.00: U18 - FRA 0:0
18.00: U17 - SVK 5:1
19.45: TUR - SWE 2:1
20.00: U21 - FRO 4:1

Sa., 26.3.
15.00: U19 - KOR
15.00: U17 - BUL
17.30: AUT - ALB

Mo., 28.3.
13.30: U18 - FRA

Di., 29.3.
12.00: U19 - KOR
18.00: U17 - NED
19.00: RUS - U21
20.30: AUT - TUR

Relativ wenig zu tun hatten die Nationalspieler des FSV Mainz 05 am ersten Tag der Länderspielwoche, aber für die, die etwas zu tun hatten, endete der Donnerstag mit erfreulichen Ergebnissen. Drei der vier DFB-Nachwuchstorhüter kamen ihren jeweiligen Europameisterschaften einen großen Schritt näher, der Vierte ist erst morgen an der Reihe. Bote Baku verteidigte zu Null. Yoshinori Muto war zwar nicht vor Ort, dürfte aber verfolgt haben, wie seine japanischen Kollegen die Gruppenführung in der WM-Qualifikation behaupteten. Und Yunus Malli kam zu seinem dritten A-Länderspiel.

Yunus Malli - hier gegen Griechenland - absolvierte sein drittes Länderspiel für die Türkei als Einwechselspieler in der Schlussphase. Foto: imagoEs war gute Unterhaltung, die die türkische Nationalmannschaft in Antalya ihrem Publikum bot, nur mit ihrem Zehner aus Mainz hatte es lange nichts zu schaffen: Malli saß gegen Schweden erst einmal auf der Bank. Seine Kollegen suchten, Tempo ins Spiel zu bringen, schnelle, direkte Angriffe aufzuziehen, was oft nicht schlecht aussah, aber dann doch auf Kosten der Präzision ging. In der Theorie mag es ein sympathischer Ansatz gewesen sein, aber in der Praxis funktionierte es nicht gut. Die Schweden waren kaum im Spiel, verteidigten gut, kamen aber hinten kaum raus, sahen ein bisschen aus wie Mainz 05 in den vergangenen beiden Auswärtsspielen.

Und doch hatten sie die große Chance, einen Fallrückzieher in der 21. Minute durch den immer spektakulären John Guidetti von Celta Vigo, den Schweden mit italienischem Großvater und brasilianischer Urgroßmutter, dem Straßenkicker aus den Slums von Nairobi, wo sein Vater einst arbeitete, einen Stürmer, an dem das Mainzer Publikum großen Spaß hätte. Der akrobatische Schuss war gerade zu wenig platziert, der Torwart musste weit ins Eck, aber kam dran an den Ball. Kurz vorher hatten die Schweden noch den Weltklassepass in die Schnittstelle versucht, die es nicht gab. Hätte man in die dritte Dimension gespielt, mit einem kurzen Lupferchen über die Abwehr - aber dazu wäre es notwendig gewesen, Andres Iniesta zu sein oder wenigstens Zlatan Ibrahimovic. Der Eine ist kein Schwede, der andere war nicht im Kader.

Die Türken waren aufgeschreckt, wurden zielstrebiger. Mittelstürmer Cenk Tosun, der Ex-Frankfurter von Besiktas, hatte in der 24. Minute noch Pech, dass der Querpass, den er über die Linie drücken wollte, abgefälscht war, knallte dann einen perfekten Schuss in den oberen linken Winkel (32.). Und blieb der auffälligste Spieler, nahm erst Fenerbahces Gökhan Gönül das fertige 2:0, als er aus schlechtem Winkel einen Barca-Querpass von Mallis Konkurrenten Arda Turan nicht mehr aufs leere Tor brachte - Gönül stand hinter ihm viel besser -, sah dann den Ausgleich von Innenverteidiger Andreas Grankvist (FC Krasnodar) nach einem Freistoß (72.) und köpfte nach einem weiteren Standard das 2:1 (82.). Malli stand da schon zur Einwechslung bereit, der Trainer wollte den Freistoß noch abwarten, brachte dann den Mainzer für den Torschützen. In den verbleinenden 13 Minuten hatte Malli keine Wirkung mehr aufs Spiel.

Die übrigen Mainzer

Jannik Huth saß in Frankfurt auf der Bank; die U21-Nationalmannschaft schlug die Färöer durch Tore der Schalker Leroy Sané und Max Meyer, Leverkusens Julian Brandt und ein Eigentor von Ragnar Nattestad 4:1. In der EM-Qualifikationsgruppe 7 bleibt das DFB-Team ohne Punktverlust Erster vor Österreich (ein Spiel weniger, sechs Punkte Rückstand).

Lennart Grill war in Düsseldorf beim U17-Spiel gegen die Slowakei ebenfalls nur Ersatzkeeper, denn sein Vereinskollege Jan-Christoph Bartels stand im Tor. Im Kurzturnier im Rheinland muss das deutsche Team Erster von vier Teilnehmern werden, um sicher qualifiziert zu sein; auch die sieben besten Gruppenzweiten kommen weiter. Mit dem 5:1-Sieg gegen die Slowaken ist der Auftakt schon einmal gelungen.

Die japanische A-Nationalmannschaft schlug ohne Yoshinori Muto, der immerhin wieder ins Vereinstraining einsteigen konnte, Afghanistan 5:0. Der Ex-05er Shinji Okazaki, der tatsächlich mit Leicester City englischer Meister werden könnte, schoss das 1:0 und Japan bleibt Erster in der asiatischen WM-Qualifikationsgruppe E, knapp vor Syrien und weit vor Singapur, Afghanistan und Kambodscha.

Nur ein Testspiel gab es schließlich für die U18-Nationalmannschaft. Mit Bote Baku als Außenverteidiger spielte das Nachwuchsteam 0:0 gegen Frankreich.

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