Achtmal ungeschlagen

Christian Karn. Mainz.
2014 – ein ereignisreiches und spannendes Jahr für den FSV Mainz 05 in der Bundesliga mit vielen Höhen und einigen Tiefen, aufregend und facettenreich. Mit Erfolgen und Niederlagen, alten und neuen Protagonisten. Die nullfünfMixedZone beleuchtet noch einmal die vergangenen zwölf Monate der Fußballer vom Bruchweg mit Geschichten, Bildern und Zahlen, mit Besonderheiten und Randerscheinungen. Heute im Rückblick: Die Startserie der laufenden Bundesligasaison.

Ein Rekord, an den vor dem ersten Meisterschaftsspiel der Saison - und vielleicht auch noch nach der Partie - nicht viele geglaubt hatten: Achtmal blieben die 05er zu Saisonbeginn in der Bundesliga ungeschlagen! Allerdings sammelten sie nur 14 Punkte, sieben weniger als bei der Startserie von sieben Siegen in der Saison 2014/15. Die Defensivprobleme aus den drei Pokalspielen hatten die Mainzer in der ersten Hälfte der Hinrunde gut im Griff. Und Jairo und Jonas Hofmann erwiesen sich als gute Verstärkungen der Offensive. Damit hatten die 05er am sechsten Spieltag sogar die Chance, mal wieder an die Tabellenspitze zu kommen. Aber just in diesem Spiel fehlte der wichtigste Angreifer.

SC Paderborn 07 - FSV Mainz 05 2:2 (1:1)

24. August 2014.

Am Ende hatte der FSV Mainz 05 doch noch das so lange vermisste Glück. Ein Elfmeter von Ja-Cheol Koo tief in der Nachspielzeit rettete den 05ern im ersten Bundesligaspiel der Saison 2014/15 ein 2:2 beim SC Paderborn. Der Blamage gerade so entgangen? Das war die einhellige Meinung, die heute etwas anders ausfallen würde: Der SC Paderborn, für die Allgemeinheit als "Absteiger Nummer 1" in die Saison gegangen, stand im September kurzzeitig an der Spitze der Bundesligatabelle und überwintert immerhin auf dem ersten Platz der unteren Tabellenhälfte. Am ersten Spieltag brachte Shinji Okazaki die 05er nach 33 Minuten in Führung. Vier Minuten später glich der Aufsteiger nach einem fürchterlichen Fehlpass von Johannes Geis aus. In der zweiten Hälfte hatten die Mainzer durchaus Probleme mit dem schnellen Spiel der Paderborner, lösten sie aber nach einigen Minuten. Ihre Führung lag in der Luft - statt dessen fiel aber in der 87. Minute das 2:1 für den SC Paderborn. Fehlstart also in allen Wettbewerben? Die 05er antworteten sofort mit einem Lattenkopfball von Okazaki. Dann die Nachspielzeit: Drei Minuten zeigten die Offiziellen an. Die waren fast vorbei, als Hünemeier, der Torschütze zur ersten Paderborner Bundesliga-Führung, eher ungeschickt als brutal Okazaki im Strafraum abräumte. Die Proteste gegen den Elfmeterpfiff waren vehement. Torwart Kruse baute sich vor dem Schützen Koo auf, hatte die Hand im Gesicht des Koreaners. Der ließ sich nicht irritieren, lief wieder so schief an wie im Pokalspiel in Chemnitz und traf wieder. 2:2 in letzter Sekunde - der erste Punkt der Saison stand fest für die 05er.

FSV Mainz 05: Karius - Bell, Bungert, Noveski (52. Jara), Park - Geis, Baumgartlinger - Brosinski (62. Moritz), Djuricic (83. Malli), Koo - Okazaki.
Tore: 0:1 Okazaki (33., Geis), 1:1 Kachunga (37., nach Fehlpass), 2:1 Hünemeier (87., Bakalorz), 2:2 Koo (90+4., Foulelfmeter, Hünemeier an Okazaki).

FSV Mainz 05 - Hannover 96 0:0

31. August 2014.

Der Beweis: Christian Schulz hatte wirklich schon Gelb.Eines der interessantesten 0:0-Spiele der jüngeren Vergangenheit sahen die Zuschauer im ersten Heimspiel der 05er in der Saison 2014/15. Noch ohne die drei frisch verpflichteten Neuzugänge Jairo, Pablo de Blasis und Sami Allagui - Jonas Hofmann und Philipp Wollscheid unterschrieben erst nach dem Spiel - scheiterten die Mainzer Angreifer nicht an Ideenlosigkeit, sondern an gewisser Unpräzision und kurz vor Schluss am Weltmeister Ron-Robert Zieler im Tor der 96er. Und am Schiedsrichter, der bei seinem Bundesligadebüt dreimal nicht den Mut hatte, klare Elfmeter zu pfeifen, und Hannovers Christian Schulz lieber fünfmal ermahnte, als ihm Gelb-Rot zu zeigen. Das Publikum war trotzdem zufrieden mit der nicht unbedingt hochklassigen, aber flotten, kurzweiligen, jederzeit spannenden Spiel Partie zwischen den 05ern und Hannover 96, bei dem in der ersten Hälfte die Gastgeber, in der zweiten die 96er die Mehrzahl an Torchancen hatten. Nach dem Abpfiff verabschiedeten die 05-Fans ihr Team mit lautem Applaus in die zweiwöchige Länderspielpause bis zur Auswärtspartie bei Hertha BSC. Zwei Spiele, zwei Punkte - eine Ausgangssituation für den Neustart der umformierten Mannschaft, für die sich die 05er nicht schämen mussten.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bell, Bungert, Diaz - Geis, Baumgartlinger - Moritz, Malli (69. Djuricic), Koo (82. Parker) - Okazaki.
Tore: keine.

Hertha BSC - FSV Mainz 05 1:3 (0:1)

13. September 2014.

In Berlin gelang Shinji Okazaki der bislang einzige Doppelpack eines Mainzers in dieser Saison. Foto: imagoUnd so sieht ein guter Neustart aus: Obwohl wegen der Länderspielabstellungen fast zwei Wochen lang kaum geordnetes Training möglich war, gewann der FSV Mainz 05 bei Hertha BSC 3:1 (1:0). Die 05er spielten den besseren Fußball und hatten zwei Phänomene im Kader: Shinji Okazaki, der in seiner 36. Bundesligapartie für die 05er seinen sechsten Doppelpack feierte, und Sami Allagui, der nach Vereinswechseln immer im ersten Spiel trifft. Bereits in der ersten Hälfte hatten die 05er in einem weitgehend ausgeglichenen, sehr taktischen Spiel leichte, sehr leichte Vorteile, die in der Halbzeitführung mündeten. In der zweiten Hälfte wurden die Mainzer immer besser. Sie verteidigten ganz unaufgeregt gut und konzentriert, während die Berliner bisweilen zu einem gewissen Durcheinander neigten, und spielten zum Teil einen sehr feinen Ball, der allerdings noch etwas konsequenter in Torchancen münden dürfte. Viele Chancen neben den drei Treffern gab es nicht für die 05er, dennoch war der Auswärtssieg mit fortlaufender Spieldauer immer verdienter. Denn obwohl es in manchen Phasen der Partie nicht völlig übertrieben wäre, Hertha BSC eine Belagerung des Mainzer Strafraums zuzuschreiben, wurden die Berliner selten gefährlich. Zum Anschlusstor kurz vor Schluss brauchten sie einen dieser merkwürdigen Handelfmeter, die zu Beginn der Saison ständig gepfiffen wurden. Diesmal hatte Niko Bungert in seinem 150. Bundesligaspiel den Ball aus kurzer Entfernung gegen den Arm geschossen bekommen. Aber die 05er blieben ruhig, spielten ohne eine Spur von Hektik weiter und setzten in der 91. Minute den Zwei-gegen-Zwei-Konter die rechte Seitenlinie entlang, den Okazaki nach Querpass von Malli mit dem 3:1 abschloss.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bungert, Bell, Diaz - Baumgartlinger, Geis - Allagui (74. Moritz), Koo (60. Malli), Hofmann (87. Wollscheid) - Okazaki.
Tore: 0:1 Okazaki (36., Koo), 0:2 Allagui (70., Diaz), 1:2 Ronny (86., Handelfmeter), 1:3 Okazaki (90+1., Malli).

FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund 2:0 (0:0)

20. September 2014.

Nach einer kämpferisch herausragenden und spielerisch immer wieder ansehnlichen Leistung hat der FSV Mainz 05 eine unangenehme Serie beendet: Gegen Borussia Dortmund gewannen die 05er nach sechs Niederlagen 2:0 (0:0). Im September noch eine Überraschung - heute wäre es wieder eine, aber nicht weil der BVB verloren hätte, sondern weil Mainzer Siege selten geworden sind. Von der Dortmunder Misere war nach drei Spielen und sechs Punkten noch nichts zu ahnen. In Mainz presste der BVB. Das war klar. Die Mainzer spielten nach kurzer Eingewöhnungsphase in der lärmenden Coface Arena mit. Bei Dortmunder Angriffen zogen sie sich weit zurück, schlossen die Räume, und nach einer halben Stunde zogen sie selbst ein schönes Powerplay auf. Die Einwechslung von Jairo Samperio schließlich gab den Impuls zum Heimsieg. Nach sechs Minuten legte der Debütant Shinji Okazaki das Führungstor auf. Und die ausverkaufte Arena tobte. Das Publikum wusste: Jetzt wird es wirklich interessant. Drei Minuten später gab es Elfmeter für den BVB. Wieder so einen alberne An-die-Hand-Geschossen-Strafstoß. Ciro Immobile schoss. Aber nicht gut. Loris Karius hielt den Elfmeter. Und dann stürmte Jairo wieder los auf dem rechten Flügel. Der Spanier hätte schießen können, spielte aber lieber quer. Matthias Ginter grätschte den scharf hineingegeben Ball ins eigene Tor. Die Entscheidung, denn von Dortmund kam nicht mehr viel. 05-Trainer Kasper Hjulmand stellte bald nach dem 2:0 auf Fünferkette um, von rechts Daniel Brosinski, Julian Koch, Stefan Bell, der extrem stellungssichere Gonzalo Jara und Junior Diaz. Unterstützt von der Arena, die selten so laut war wie in diesem Spiel, ließen die 05er erst in der 90. Minute wieder einen Torschuss zu. Nach 93 Minuten stand das 2:0 fest. Und nur der Blitz, der eine halbe Stunde nach dem Spiel im Tribünendach einschlug, war noch lauter als der Jubel der Mainzer.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bell, Jara, Diaz - Geis, Baumgartlinger - Allagui (60. Jairo), Moritz (83. Koch), Hofmann (87. Djuricic) - Okazaki.
Tore: 1:0 Okazaki (66., Jairo), 2:0 Ginter (73., Eigentor, Jairo).
Besonderes: Karius hält Handelfmeter (Okazaki) von Immobile (69.).

Eintracht Frankfurt - FSV Mainz 05 2:2 (1:2)

23. September 2014.

Alle, die man vor einer Partie zwischen dem FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt fragt, beteuern inständigst: Das ist kein Derby. Wer sich bei diesem Dienstagabendsspiel in der Frankfurter Commerzbank Arena nicht daran gehalten hat, das waren die Spieler. Auf dem Platz ging es immer wieder hoch her, immerhin auch in den hitzigsten Momenten konsequent haarscharf diesseits der Grenze des Hinnehmbaren - jedenfalls galt das für 27 der insgesamt eingesetzten 28 Spieler. Carlos Zambranos Attacken gegen Shinji Okazaki hätten zu einem Platzverweis führen müssen, Schiedsrichter Dr. Felix Brych, der schon zum dritten Mal dieses Derby pfiff, ließ den Verteidiger leben. Konstruktiv Fußball gespielt wurde in einigen Phasen trotzdem; das 2:2 (1:2) dürfte jedoch der Eintracht eher gefallen als den 05ern. Diese hatten sehr kurz durch Jonas Hofmanns erstes Saisontor und den gewohnten Okazaki-Treffer 2:0 geführt. Der Leihspieler aus Dortmund war nach einem prächtigen Pass von Daniel Brosinski, der hoch über den ersten Verteidiger und knapp am zweiten vorbei flog, frei vor dem Frankfurter Torwart Kevin Trapp aufgetaucht. Drei Minuten später hatte Brosinski einen wesentlich ungefährlicheren Ball nach vorne geschlagen, Marco Russ hatte im Grunde alles im Griff, aber Okazaki lief Schlangenlinien um den Verteidiger, hatte auf einmal den Ball, tunnelte Trapp. Das wäre eine schöne Halbzeitführung gewesen, hätte nicht Alex Meier nach einer schönen Kombination durch die nach Ballverlust unsortierte Abwehr sofort zum Anschluss getroffen. Turbulent wurde es in der 71. Minute: Klares Foul an Okazaki, Elfmeterpfiff, Diskussionen, doch kein Elfmeter. Weil Brychs Assistent unmittelbar vor dem Foul einen Zweikampf zwischen Brosinski und dem Frankfurter Bastian Oczipka als Stürmerfoul gewertet hatte. So kam die Eintracht doch noch zum Ausgleich, als die 05er einen Freistoß nicht verteidigten. Ein Unentschieden also, wie ziemlich oft im Rhein-Main-Derby.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bungert, Bell, Diaz - Geis, Baumgartlinger - Hofmann (87. Allagui), Djuricic (60. Jairo), Malli (46. Jara) - Okazaki.
Tore: 0:1 Hofmann (41., Brosinski), 0:2 Okazaki (44., Brosinski), 1:2 Meier (45., Hasebe), 2:2 Seferovic (82., Stendera).

FSV Mainz 05 - TSG Hoffenheim 0:0

26. September 2014.

Wer bei einem Spitzenspiel am liebsten ein 4:4 sehen würde, wurde beim Duell der beiden Tabellenvierten am Freitagabend enttäuscht. Aber auch ein 0:0 zwischen zwei Mannschaften, die beide auf Konter lauern, kann Tempo und Spannung haben, wie der FSV Mainz 05 und die TSG Hoffenheim am Freitagabend demonstrierten. Die Offensive beider Teams bot dem Publikum nicht allzuviel. Den 05ern fehlte freilich Shinji Okazaki, der nach Zambranos Tritten noch nicht wiederhergestellt war. Der aus der Not geborene Dreiersturm mit Sami Allagui und Jonas Hofmann weit draußen auf den Flügeln und Filip Djuricic als Pendler zwischen dem offensiven Mittelfeld und dem Angriffszentrum funktionierte nicht. Der Sieger der Partie hätte als Tabellenführer übernachtet. Das tat nun Bayern München. Für die 05er blieb festzuhalten, dass sie sehr von Okazaki abhängig waren und davon, die wenigen Torchancen konsequent zu nutzen, was in den Wochen zuvor noch sehr gut funktioniert hatte. Mehr Möglichkeiten zu schaffen, war nun die Hausaufgabe. Die großen Defensivprobleme der allerersten Saisonphase hatten die Mainzer zu diesem Zeitpunkt gelöst.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bell, Bungert, Diaz - Moritz, Geis (84. Jara), Baumgartlinger - Allagui (79. De Blasis), Djuricic (61. Jairo), Hofmann.
Tore: keine

Borussia Mönchengladbach - FSV Mainz 05 1:1 (1:1)

5. Oktober 2014.

Wenn's auch im Standbild anders wirken mag: Patrick Herrmann wurde auch in dieser Szene vom grätschenden Niko Bungert nicht getroffen und bekam folglich auch keinen Elfmeter. Foto: imagoDas hätte nach den Pokalspielen zum Saisonbeginn wohl kaum jemand erwartet: Der FSV Mainz 05 war in der Bundesliga monatelang einfach nicht zu knacken. Nach sieben Saisonspielen waren die 05er eine von tatsächlich nur vier ungeschlagenen Mannschaften - in gewisser Weise stellten sie damit ihren Startrekord aus der Saison 2010/11 ein. Damals allerdings hatten sie die ersten sieben Spiele allesamt gewonnen. In dieser Saison war das 1:1 bei Borussia Mönchengladbach am siebten Spieltag schon das fünfte Mainzer Unentschieden. Kasper Hjulmand hatte eine Fünferkette aufgestellt, was aber nicht in Verhinderungsfußball mündete: Es ging munter los, mit Tempo vom einen Strafraum zum anderen. Abwarten und den Gegner locken? Das wollte keins der beiden Teams. Die Borussia ging in Führung. Bei der schnellen Kombination über ihre linke Angriffsseite waren etliche Verteidiger nahe an der Aktion, ohne aber den Angriff aufhalten zu können. Schön gespielt, aber auch etwas glücklich, ähnlich glücklich wie der Ausgleich für die Mainzer. Die hatten nach dem 0:1 das Spiel klar dominiert, was aber auch daran lag, dass die Gladbacher sie nicht daran hinderten. Die wollten kontern, was gegen die überall pressenden Mainzer nicht gelang. Und dann bekam der Außenverteidiger Julian Korb eine Flanke eher zufällig an den Arm. Und den übertriebenen Elfmeter, den die Schiedsrichter schon ein paar Mal gegen Mainz gepfiffen haben, durfte diesmal ein 05er schießen. 1:1 durch Jonas Hofmann. Und die Gladbacher waren sauer. Patrick Herrmann wollte Rache, purzelte in den zwei Minuten nach dem Ausgleich zweimal schreiend durch den Mainzer Strafraum, aber bekam den erwünschten Strafstoß nicht. Die Gladbacher Fans ihrerseits forderten bei annähernd jedem Mainzer Ballkontakt im eigenen Sechzehner Handelfmeter, aber auch sie wurden nicht erhört. So sah die Partie bald aus wie eins der uninspirierten Spiele des FC Barcelona: Ewige Ballstaffetten ohne Strafraumszenen. Bis die Gladbacher in der Schlussphase nochmal loslegten. Aber Loris Karius zeigte, was er von Stephan Kuhnert gelernt hatte, blieb Aug' in Auge mit Thorgan Hazard lange stehen und ließ sich anschießen. In der 88. Minute hätte das Siegtor der Borussia geradezu fallen müssen: Hazard spielte den Ball quer durch den Fünfmeterraum zu Raffael - und der schoss aus wenigen Metern den alleine das große Tor verteidigenden Stefan Bell an. Die diversen Nachschüsse wurden allesamt geblockt, mit vereinten Kräften kamen die 05er nicht nur aus dem Strafraum, sondern sogar in den Konter, der mit einem Pass ins Abseits endete. Die 05er wollten nur noch den Punkt, die Gladbacher waren zu hektisch in ihrem Brechstangenspiel. Und um ein Haar wäre das Spiel in der 93. Minute komplett gekippt: Martin Stranzl musste gegen Jairo den Elfmeter riskieren, aber es ging gut für den überragenden Gladbacher Verteidiger: Stranzl traf mit seiner Grätsche den Ball und nicht das Bein.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bell, Bungert, Jara, Diaz - Djuricic (60. Jairo), Moritz (63. Geis), Baumgartlinger, Hofmann (78. Malli) - Okazaki.
Tore: 1:0 Kruse (16., Johnson), 1:1 Hofmann (31., Handelfmeter, Korb).

FSV Mainz 05 - FC Augsburg 2:1 (2:0)

18. Oktober 2014.

Darauf eine Humba: Durch das 2:1 gegen den FC Augsburg waren die 05er zum ersten Mal in der Bundesliga nach acht Spieltagen immer noch ungeschlagen. Foto: imagoEs war am Ende ein sehr, sehr harter Kampf. Vier Minuten Nachspielzeit hatte Schiedsrichter Tobias Stieler verordnet und als der Ball nach 93:58 Minuten neben das Tor segelte, war klar, dass es noch etwas länger dauern würde: Den Eckball wollte Stieler noch sehen. Der Augsburger Torhüter Marwin Hitz war vorne, der Ball in seiner Nähe. Loris Karius boxte seinem Kollegen den Ball vom Kopf, landete neben dem Tor, der Nachschuss kam, aber die Abwehr warf sich geschlossen dazwischen, blockte auch den letzten Ball - und Ende. Der Schlusspunkt einer hektischen, komplizierten Schlussphase, die dieses Spiel aus Sicht der Sieger nicht gebraucht hätte. Die aber unvermeidlich war: Jonas Hofmann blieb in der 60. Minute nach einem Duell gegen Hitz ohne diesen berührt zu haben vor dessen Strafraum liegen und musste vom Platz getragen werden. Außenbandanriss. Bislang zehn Wochen Pause für den Schützen des 1:0, das Vorlagengeber Jairo drei Minuten später mit seinem technischen Kunststück überbot: Shinji Okazaki spielte den Ball fast von der Grundlinie vors Tor, Paul Verhaegh bekam ihn nicht weit weg. Jairo musste ein paar Schritte zurücklaufen, um den Ball mit der Sohle Zinedine Zidanes in die Drehung mitzunehmen und knapp neben den rechten Pfosten ins Netz zu schießen. Nach dem Anschlusstor in der 78. Minute - dem ersten Gegentor in der Coface Arena seit Mai - mussten die 05er um den dritten Saisonsieg und den neuen eigenen Rekord - ungeschlagen nach acht Spieltagen - bangen. Es ging gut.

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bell, Bungert, Diaz - Moritz (82. Soto), Geis, Baumgartlinger - Jairo (77. Jara), Okazaki, Hofmann (60. Allagui).
Tore: 1:0 Hofmann (20., Jairo), 2:0 Jairo (23., ohne Vorarbeit), 2:1 Werner (Baba, 78.).