10 Jahre in der Bundesliga

Christian Karn. Mainz.
Seit kurzem ist sie vorbei, die zehnte Saison des FSV Mainz 05 in der Bundesliga. Es waren zehn mal mehr mal weniger turbulente, oft spannende, häufiger euphorisierende als deprimierende Spielzeiten, die häufiger in den Europapokal als in die 2. Bundesliga führten, in denen die 05er einen Rekord einstellten und wieder verloren, in denen sie ein neues Stadion bekamen, neue Helden begrüßen durften und alte verabschieden mussten. Zehn Jahre, deren verschiedene Aspekte die nullfünfMixedZone aufbereitet hat und in den kommenden Tagen in einer Serie vorstellen wird.

2004 bejubelte Jürgen Kramny in Stuttgart mit Marco Rose und Fabian Gerber das erste Bundesligator der 05er. Zehn Erstligasaisons später war Kramny über Karim Onisiwos Treffer weniger erfreut als Christian Clemens, Julian Baumgartlinger, Fabian Frei und Gaetan Bussmann. Fotos: imago. Montage: cka4290 Tage vergingen zwischen dem ersten Bundesligator des FSV Mainz 05, dem Freistoßtreffer von Christof Babatz in Stuttgart am 8. August 2004, und dem bisher letzten, dem Abstauber von Karim Onisiwo, ebenfalls in Stuttgart, am 7. Mai 2016. Elf Jahre, acht Monate, vier Wochen, ein Tag. Abzüglich der beiden Saisons 2007/08 und 2008/09, die die 05er in der zweiten Bundesliga ausspielen mussten, sind das zehn Jahre in der Bundesliga.

In der Zwischenzeit ist viel passiert. So freute sich Jürgen Kramny über Babatz' Tor etwas mehr als über das von Onisiwo - es war ein vorentscheidender Treffer, der dem VfB nur noch theoretische Chancen im Abstiegskampf ließ, und der damalige Mainzer Mittelfeldspieler war inzwischen Cheftrainer des VfB, der 2004 noch 4:2 gewann und am Ende Fünfter wurde. Die 05er begannen ihr Bundesliga-Abenteuer nach dem 2:4 als Sechzehnter, kletterten aber bald weiter nach oben.

Parallelen gibt es ansonsten. Bayern auf dem ersten Platz, Leverkusen und Hertha im Europapokal, Wolfsburg irgendwo im oberen Mittelfeld, das war damals nicht anders als heute. Aber wer da sonst noch in der Bundesliga unterwegs war! Der FC Hansa Rostock, der vor ein paar Wochen mit Mühe den Drittliga-Abstiegskampf bewältigte, der DSC Arminia Bielefeld, der 2016 nach seinem Comeback aus der dritten Liga irgendwo im Niemandsland der Zweitklassigkeit hängen blieb, der 1. FC Kaiserslautern, der seinerzeit erstmals nur noch die Nummer 2 in Rheinland-Pfalz war und die Führung seither nie wieder zurückerlangte.

Die TSG Hoffenheim steckte 2004 in der Regionalliga fest, einen Platz hinter dem FC Augsburg. Der FC Ingolstadt, gerade erst gegründet durch Fusion des ESV mit dem MTV, war ein Spitzenklub in der Bayernliga. Rasenballsport Leipzig war nicht mal gegründet. Die 05er aber waren oben und blieben oben, wurden auch durch den zwischenzeitlichen Abstieg nicht signifikant zurückgeworfen.

Die nullfünfMixedZone hat verschiedene Aspekte der ersten zehn Bundesliga-Spielzeiten der 05er aufbereitet und wird sie in den kommenden Tagen in einer Serie vorstellen.

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