05-Manager zieht positives Zwischenfazit

Jörg Schneider. Mainz.
Der FSV Mainz 05 belegt nach elf Spielen einen guten achten Platz in der Bundesliga mit 15 Punkten. Nach der Länderspielpause geht’s intensiv weiter: Innerhalb von nur vier Wochen stehen sechs Begegnungen bis zum Ende der Vorrunde auf dem Terminplan. Im ersten Teil eines Gesprächs mit der nullfünfMixedZone zieht Manager Christian Heidel ein positives Fazit des bisherigen Saisonverlaufs.

Entspannte Atmosphäre bei den 05-Verantwortlichen angesichts der guten Platzierung: Manager Christian Heidel, Teammanager Axel Schuster, Pressechef Tobias Sparwasser und Trainer Kasper Hjulmand (von links). Foto: Jörg Schneider Heidel: Wenn Christian Heidel es nicht selbst angesprochen hätte, wäre das Thema wegen akuter Unsinnigkeit gar nicht aufs Tapet gekommen. „Wir können über alles reden, nur nicht über Stuttgart“, eröffnet der Manager des FSV Mainz 05 sein Telefonat mit der nullfünfMixedZone. Um sich dann allerdings doch darüber zu echauffieren, dass die „Bild-Zeitung“ Heidel, ebenso wie dessen Frankfurter Kollegen Bruno Hübner, zu den aussichtsreichsten Kandidaten für den Posten als Sportdirektor beim VfB Stuttgart handelt. Der 51-Jährige ist über solche Spekulationen mehr genervt als amüsiert und wundert sich, wie jemand überhaupt auf solche Ideen kommen kann.  

Heidel trägt sich absolut nicht mit dem Gedanken, über kurz oder lang beim aktuellen Tabellenletzten der Bundesliga anzuheuern, sondern beschäftigt sich ausschließlich damit, mit seiner Arbeit den FSV Mainz 05 in der Bundesliga voran zu bringen. Und da gibt es viel zu tun. Nach dem Ende dieser Länderspielpause geht die Vorrunde mit dem Heimspiel gegen den SC Freiburg in die letzte Phase. Sechs Spiele in vier Wochen, dann ist Winterpause.

Eine Vorrunde, in der die 05er bisher eine ganz gute Rolle abgegeben haben. Trotz aller Schwierigkeiten, die sich im Sommer nach dem Abgang von Thomas Tuchel und dem Wechsel zu Kasper Hjulmand aufgetan hatten. „Ich glaube, dass wir schon zufrieden sein können“, zieht der 05-Manager ein positives Zwischenfazit. „Wir sind Achter in der Liga. Das heißt, dass nur sieben Mannschaften erfolgreicher als wir arbeiten. Das Schöne daran ist, dass wir alle, die Trainer und die Mannschaft, das Gefühl haben, es ist noch viel Luft nach oben, und wir können noch etliches verbessern.“

Nicht am absoluten Limit

Die bisherige Platzierung des Teams sei keine Sache des Glücks gewesen und auch nicht dadurch erreicht worden, dass die Leistung am absoluten Limit gewesen sei. Die Mannschaft habe gut gearbeitet, gute Leistungen gezeigt und habe genügend Steigerungspotenzial. „Wir wissen allerdings auch, dass der Abstand nach hinten nicht riesig groß ist, aber das gilt ja für die anderen ebenso. Deshalb sind wir sehr zufrieden im Moment“, sagt Heidel. „Wenn wir die Punkte holen bis zum Winter, die wir uns vorgenommen haben, dann haben wir eine gute Vorrunde gespielt. Das ist unser Ziel.“ Wie viele Punkte die 05er bis Ende des Jahres anvisieren, sagt Heidel jedoch nicht. In der Liga ist momentan alles dicht beisammen. Die 05er als Achter trennen nur sechs Punkte vom Schlusslicht Stuttgart.

„Mein Eindruck ist, dass wir insgesamt auf einem sehr guten Weg sind“, sagt der Manager. Dass Kasper Hjulmand auf einem guten Weg ist. „Man darf nicht vergessen, dass wir den kompletten Trainerstab ausgetauscht haben und viele Spieler. Und dass der neue Trainer eine höchst erfolgreiche Mannschaft übernommen hat, die von einem guten Trainer trainiert worden ist. Da braucht es auch seine Zeit, das Vertrauen einer Mannschaft zu gewinnen.“ Dem Dänen sei dies gelungen. Trotz anfänglicher Skepsis. „Kasper will Mainz 05 ja nicht revolutionieren. Er hat viele neue Ideen, eine eigene Philosophie, was den Fußball an sich anbetrifft, ohne dabei unsere Prinzipien vom Mainz-05-Fußball vernachlässigen zu wollen.“

Inzwischen vermittelten die 05-Profis den Eindruck, dass sie großes Vertrauen in Hjulmands Ballbesitzfußball gewonnen haben. „Sie haben jetzt das Gefühl: Wir können das. In Leverkusen beispielsweise haben wir massiv unter Druck gestanden und hatten trotzdem einen Ballbesitz von 50 Prozent gehabt.“ Die Mannschaft sei längst noch nicht da, wo sie der Trainer haben wolle. „Das geht nicht von Montag auf Dienstag. Das ist ein Prozess, in dem wir uns befinden. Fakt ist aber auch: Die Tabelle lügt nicht.“

Mit nur zwei Niederlagen und sechs Unentschieden gehören die 05er zu den am unbequemsten zu bespielenden Teams dieser Liga. Die Mainzer Defensive, das haben die bisherigen Spiele gezeigt, stimmt im Großen und Ganzen und ist die Basis des bisher Erreichten. Die Abwehr war der Garant für die gute Platzierung, die vergleichsweise wenigen Gegentore. Ausbaufähig, darüber sind sich alle am Bruchweg einig,  ist die Offensive: das gesamte Spiel nach vorne und die Erarbeitung von Chancen und Abschlüssen.

Lesen Sie im zweiten Teil dieser Geschichte, was Christian Heidel zu möglichen Transfers in der Winterpause, zu den anstehenden Vertragsverlängerungen und über die Sommer-Neuzugänge sagt.   

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