05-Betriebsausflug nach Colorado

Jörg Schneider. Colorado Springs.
Die Bundesliga-Profis des FSV Mainz 05 sind gestern in Amerika eingetroffen und bestreiten ab dem heutigen Sonntag ihr Höhentrainingslager in Colorado Springs/USA. Doch Martin Schmidt und seine Spieler sind nicht alleine unterwegs in den Rocky Mountains. Der Trip nach Colorado ist fast so etwas wie ein 05-Betriebsausflug. Denn auch das NLZ und die 05er Fußballschule sind mit von der Partie und tragen die Mainzer Spielphilosophie über den großen Teich. Christof Babatz, den die Ex-05-Profis Fabi Hayer, Thomas Zampach und Daniel Gunkel als Trainer begleiten, veranstaltet im Traditions-Wintersportort Vail ein Fußball-Camp mit gut 80 Kindern.

Die weite Reise über den großen Teich und hinüber in den Südwesten der USA hat etwas von einem Betriebsausflug des FSV Mainz 05. Martin Schmidt und dessen Profis absolvieren seit Samstag das erste von zwei Trainingslagern dieser Sommer-Vorbereitung in Colorado Springs, der zweitgrößten Stadt des Bundesstaates Colorado. Eine Woche lang trainieren die Mainzer auf dem Gelände der Air Force Academy, einer der berühmtesten amerikanischen Luftwaffenausbildungs-Einrichtungen und absolvieren vor Ort zwei Testspiele. Erstmals überhaupt reist ein 05-Team zur Vorbereitung in die Staaten. In der Höhe (Colorado Springs liegt auf gut 1800 Metern) wollen sich die 05er die nötige Grundlagenausdauer holen. Die Mannschaft ist allerdings nicht alleine unterwegs. Mitarbeiter des Nachwuchs Leistungszentrums (NLZ), angeführt vom sportlichen Leiter Stefan Hofmann, sollen dem amerikanischen Fußball-Nachwuchs auf verschiedenen Wegen die Mainzer Spiel-Philosophie vermitteln. Und auch die 05er Fußballschule ist mit von der Partie. Christof Babatz und dessen Team beziehen ihr Quartier in Vail, dem berühmten Ski-Ort in den Rocky Mountains. Gut drei Stunden von Colorado Springs entfernt. Quasi als Gegenbesuch, denn kürzlich war eine Gruppe von Kindern aus Vail zu Gast in Mainz und wurde dort von Babatz trainiert.

Der ehemalige 05-Bundesligaprofi Christof Babatz ist mit der 05er-Fußballschule ebenfalls in Colorado unterwegs. Foto: 05er-Fußballschule„Wir haben eine Liste von über 80 Kindern bekommen, die an unserem Camp in Colorado teilnehmen wollen“, sagt der frühere 05-Bundesligastar, der von den ehemaligen Mainzer Profis und Mitspielern Fabrizio Hayer, Thomas Zampach und Daniel Gunkel begleitet wird, die in dieser Woche als Trainer fungieren. „Wir machen auch in den USA das, was immer gemacht wird“, sagt Babatz. „Wir wissen ja nie, was uns vor Ort erwartet, welche Kinder kommen, ob die schon mal Fußball gespielt haben. Da sind wir sehr flexibel.“ Mangelnde Vorkenntnisse spielen sowieso keine Rolle. Die Camps der 05er Fußballschule haben immer das Ziel, dass die Kinder im Training einen sauberen Pass lernen, gezielt aufs Tor schießen und den Nebenmann einsetzen können. „Das ist der Anspruch an das Training. Wir haben immer Kinder dabei, die das erste Mal gegen den Ball treten. Und diejenigen, die schon weiter sind, wollen wir auch weiterbringen.“

Rund 200 Trikots, Hosen, Stutzen und Trinkflaschen hat das Babatz-Team im Gepäck. Das ist die Grundausstattung, die nach der Begrüßung an jedes Kind verteilt wird. Am Vormittag wird zwei Stunden trainiert, dann folgt ein gemeinsames Mittagessen mit Trainern und Spielern. Danach gibt’s Spaßeinheiten: Fußballquiz, Technik-Parcours, Schussmessgerät. „Sehr beliebt bei den Kindern ist auch unser Biathlon“, sagt Babatz. Am Nachmittag folgt dann eine weitere Trainingseinheit auf dem Gelände in Vail, das insgesamt zehn Sportplätze, eine Halle und einen Gemeinschafstraum umfasst, die der 05er Fußballschule zur Verfügung stehen.

Das Camp in Colorado ist nicht der erste internationale Auftritt. Babatz war mit seinen Trainern schon in Tokio  - auf Vermittlung von Yoshinori Muto. Zuletzt war eine Schulungsgruppe unterwegs in polnischen Hauptstadt Warschau. Nach den USA sei dann China ein Thema. „Das kommt bald auf uns zu“, sagt der Ex-Profi. Die Nachfrage ist groß. „Und unsere Qualität spricht sich rum.“ Auch international. „Ich war vor ein paar Wochen in der Nähe von Seligenstadt“, erzählt Babatz, „da war dann ein Junge aus Singapur dabei. Der Vater hatte sich erkundigt, wo wir unsere Camps abhalten und ist mit dem Sohn im Deutschland-Urlaub zu uns gekommen.“

Diese Entwicklung habe er sich natürlich erhofft, als er vor fünf Jahren angefangen habe, sagt der frühere Bundesliga-Profi. Doch dieser große Erfolg sei nicht planbar gewesen. „Klar haben wir viel Qualität bei unseren Trainern, die zusammen über 1000 Bundesliga-Spiele absolviert haben. Es liegt aber extrem viel an der ersten Mannschaft des Vereins in der Bundesliga. Wenn der Verein wenig Erfolg hat, spiegelt sich das bei uns wider.“ Babatz hatte im ersten Jahr 390 Anmeldungen für seine Trainings-Camps. „Dieses Jahr knacken wir die 2000er-Grenze“, sagt der 41-Jährige stolz. „Ich bin mit der Entwicklung sehr zufrieden. Es gibt immer Sachen, die zu verbessern sind, aber die gehen wir nach und nach akribisch an.“  

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